Königsmoos

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Königsmoos
Königsmoos
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Königsmoos hervorgehoben
Koordinaten: 48° 40′ N, 11° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Neuburg-Schrobenhausen
Höhe: 380 m ü. NHN
Fläche: 40,83 km2
Einwohner: 4619 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 113 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86669
Vorwahl: 08433
Kfz-Kennzeichen: ND, SOB
Gemeindeschlüssel: 09 1 85 163
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Neuburger Straße 10
86669 Königsmoos
Webpräsenz: www.koenigsmoos.de
Bürgermeister: Heinrich Seißler (FW)
Lage der Gemeinde Königsmoos im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen
Ingolstadt Landkreis Aichach-Friedberg Landkreis Augsburg Landkreis Dachau Landkreis Eichstätt Landkreis Donau-Ries Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Aresing Berg im Gau Bergheim (Oberbayern) Brunnen (Bayern) Burgheim Ehekirchen Gachenbach Karlshuld Karlskron Königsmoos Langenmosen Neuburg an der Donau Oberhausen (bei Neuburg/Donau) Rennertshofen Rohrenfels Schrobenhausen Waidhofen (Oberbayern) WeicheringKarte
Über dieses Bild

Königsmoos ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Neuburg-Schrobenhausen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königsmoos liegt im Donaumoos.

Es existieren folgende Gemarkungen und Ortsteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königsmoos gehörte zum Rentamt München und Moosgericht des Kurfürstentums Bayern. Der größte Teil der Gemeinde lag im kurbayerischen Teil des Moosgerichtes. Kleinere Teile um Untermaxfeld lagen auch im Herzogtum Neuburg-Sulzbach. Die Besiedelung des Gemeindegebiets begann erst ab 1795.

Der Ortsteil Stengelheim entstand bei der von Freiherr Stephan von Stengel initiierten Trockenlegung des Donaumooses und wurde nach diesem benannt.[3]

Die Gewinnung von Kulturland ist uralt. So sind bereits in der Römerzeit und im 15. und 17. Jahrhundert Bestrebungen zur Kultivierung des Donaumooses bekannt.

Im Jahre 1777 erbte Karl Theodor von der Pfalz das Kurfürstentum Bayern. Im gleichen Jahr schlug der Statthalter von Neuburg, Graf Pappenheim, die Trockenlegung des „Donaumooses“ vor. In den Jahren 1778 bis 1781 schuf der naturkundige Benefiziat Johann Jakob Lanz von Berg im Gau mit seinem „Hauptbericht“ die wissenschaftliche Grundlage für die spätere Entwässerung und Kultivierung des Donaumooses.

Im Jahre 1789 wurde unter Leitung von Stephan Freiherr von Stengel eine Kommission gebildet, zu der auch Karl Freiherr von Aretin und Adrian von Riedel gehörten, die das Moos im Besonderen durch Anlage des Hauptkanals und des Militärkanals, entwässerten. Rund 250 km Kanäle wurden großteils in 2 Jahren gezogen. Von Berg im Gau nach Altmannstetten sowie von Pobenhausen und Reichertshofen nach Lichtenau wurden die ersten befestigten Straßen angelegt.

Im Jahre 1791 begann, aufgrund der vorwiegend mineralischen Böden, die Besiedelung von Osten her. Auf Vorschlag von Freiherr von Aretin wurden die Kolonien nicht in Form eines gewöhnlichen Dorfes, sondern als Straßendörfer angelegt. Die Gemeinde Königsmoos entstand am 1. Januar 1975.

Fusion und Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Königsmoos entstand am 1. Januar 1975 durch den freiwilligen Zusammenschluss der drei Gemeinden Klingsmoos (738 Einwohner nachdem am 1. Januar 1974 ein Zugang von 185 Einwohnern von Sandizell nach Klingsmoos erfolgte), Ludwigsmoos (480 Einwohner) und Untermaxfeld (1150 Einwohner).[4] Ausgangspunkt für die Namensgebung war, dass die Orte Unter- und Obermaxfeld nach König Max I. Joseph und Ludwigsmoos nach König Ludwig I. benannt worden waren. Klingsmoos hieß ursprünglich Theresienfeld, benannt nach der Königin Therese von Bayern, der Gattin Ludwigs I.

Am 1. Januar 1977 kamen Gebiete aus dem Markt Pöttmes, Landkreis Aichach-Friedberg, und den Gemeinden Langenmosen und Wagenhofen hinzu. Am 1. Januar 1978 wurde die Gemeinde Walda aufgelöst. Ein Gebiet mit 63 Einwohnern kam zu Königsmoos. Größere Gebietsteile wurden in die Gemeinde Ehekirchen eingegliedert.[4] Schließlich kamen am 1. Mai 1978 noch Teile der aufgelösten Gemeinden Dinkelshausen und Hollenbach hinzu. Zum gleichen Zeitpunkt trat die Gemeinde Berg im Gau Gebietsteile ab.[5]

Bis zum Abschluss der Gebietsreform am 1. Mai 1978 kamen im Detail noch aus folgenden Donaumoosrandgemeinden Gebietsteile zu Königsmoos: am 1. Januar 1977

  • 199 Einwohner aus dem Markt Pöttmes (Teil von Klingsmoos)
  • 166 Einwohner aus der Gemeinde Langenmosen (Teil von Ludwigsmoos)

am 1. Januar 1978

  • 63 Einwohner aus der Gemeinde Walda (Teil von Klingsmoos)

am 1. Mai 1978

  • 14 Einwohner aus der Gemeinde Rohrenfels (Stengelheim)
  • 6 Einwohner aus der Gemeinde Oberhausen (Achhäuser)
  • 77 Einwohner aus der Gemeinde Hollenbach (Achhäuser)
  • 61 Einwohner aus der Gemeinde Dinkelshausen (Achhäuser)
  • 217 Einwohner aus der Gemeinde Berg im Gau (Obergrasheim und ein Teil von Stengelheim und Ludwigsmoos)

5 Einwohner (Grabmühle) wurden am 1. Januar 1977 an die Gemeinde Langenmosen abgegeben.

Damit war die Einwohnerzahl zum 1. Mai 1978 auf 3207 angewachsen und die Gesamtfläche auf 4083 ha.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 2841 Einwohner
  • 1970: 3195 Einwohner
  • 1987: 3226 Einwohner
  • 1991: 3403 Einwohner
  • 1995: 3743 Einwohner
  • 2000: 3911 Einwohner
  • 2005: 4184 Einwohner
  • 2010: 4361 Einwohner
  • 2015: 4619 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 1. Mai 2008 Heinrich Seißler aus Untermaxfeld (Freie Wähler); er ist der Nachfolger von Auguste Schmid aus Klingsmoos.

Gemeinderat in der Wahlperiode 2008–2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 16 Sitzen entfallen auf:

Gemeinderat in der Wahlperiode 2014–2020[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 16 Sitzen entfallen auf:

Gemeindesteuern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2011 insgesamt 2.347 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 479 T€.

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königsmoos unterhält Gemeindepartnerschaften mit den beiden deutschen Gemeinden Großkarolinenfeld bei Rosenheim (seit 12. Januar 2001) und Hergenfeld in Rheinland-Pfalz (seit dem 3. Oktober 2010).

Großkarolinenfeld liegt wie Königsmoos in einem ehemaligen Niedermoor und wurde – wie Königsmoos – auf Veranlassung des Kurfürsten Karl Theodor Ende des 18. Jahrhunderts durch pfälzische Kolonisten besiedelt und urbar gemacht.

Hergenfeld ist der Geburtsort des an der Kultivierung des Donaumooses maßgeblich beteiligten kurfürstlichen Forstkammerdirektors Johann Peter Kling, dem Namensgeber des Königsmooser Teilorts Klingsmoos.[6]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 2011 nach der amtlichen Statistik 423 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort und 1835 Beschäftigte am Wohnort. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe zehn Betriebe. Im Jahr 2010 bestanden 104 landwirtschaftliche Betriebe; landwirtschaftlich genutzt waren 3653 ha der Gemeindefläche. Der Ort gehört zur Planungsregion Ingolstadt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2011):

  • Kindergärten: 125 Kindergartenplätze mit 120 Kindern
  • Volksschulen: eine mit 13 Lehrern und 181 Schülern

Donaumoospegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Donaumoospegel verdeutlicht die Absackung des Moorbodens

Beeindruckend zeigt sich die Absenkung der ehemaligen Moorfläche im Donaumoos am Donaumoospegel. Dieser ist ein Eichenpfahl, der am 4. Oktober 1860 in den Boden eingeschlagen wurde und 2006 etwa 2,85 Meter aus dem Boden ragte. Dies entspricht in etwa der Absackung des Bodens seit 1836, denn beim Einschlagen des Pfahles war die von 1836 bis 1860 festgestellte Sackung um 1,18 Meter berücksichtigt worden.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand: 25. Mai 1987 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 450, ISSN 0173-8070). München, Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung 1991, S. 124.
  3. Zur Benennung von Stengelheim im Andenken an Stephan von Stengel
  4. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 601.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 602.
  6. Partnergemeinden auf der Gemeindewebseite von Königsmoos
  7. Information der Gemeinde Königsmoos über den Donaumoospegel

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Königsmoos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien