Königstein im Taunus

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Königstein im Taunus
Königstein im Taunus
Deutschlandkarte, Position der Stadt Königstein im Taunus hervorgehoben
Koordinaten: 50° 11′ N, 8° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Hochtaunuskreis
Höhe: 362 m ü. NHN
Fläche: 25,07 km²
Einwohner: 16.393 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 654 Einwohner je km²
Postleitzahl: 61462
Vorwahlen: 06174,
06173 (Mammolshain)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: HG, USI
Gemeindeschlüssel: 06 4 34 005
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Burgweg 5
61462 Königstein im Taunus
Webpräsenz: www.koenigstein.de
Bürgermeister: Leonhard Helm (unabhängig, CDU-Mitglied)
Lage der Stadt Königstein im Taunus im Hochtaunuskreis
Frankfurt am Main Lahn-Dill-Kreis Landkreis Limburg-Weilburg Main-Taunus-Kreis Rheingau-Taunus-Kreis Wetteraukreis Wiesbaden Bad Homburg vor der Höhe Friedrichsdorf Glashütten (Taunus) Grävenwiesbach Königstein im Taunus Kronberg im Taunus Neu-Anspach Oberursel (Taunus) Schmitten (Hochtaunus) Steinbach (Taunus) Usingen Weilrod WehrheimKarte
Über dieses Bild
Logo der Stadt Königstein im Taunus

Die Stadt Königstein im Taunus ist ein heilklimatischer Kurort im Hochtaunuskreis in Hessen und liegt an den waldreichen Hängen des Taunus im Umland der Stadt Frankfurt am Main im Rhein-Main-Gebiet.

Königstein im Taunus ist wie die Nachbarstadt Kronberg im Taunus für seine bevorzugten und teuren Wohnlagen mit einer Reihe von Villen bekannt. Zudem wies die Stadt Königstein im Taunus im Jahr 2011 einen weit überdurchschnittlichen Kaufkraftindex von 191 Prozent[2] des Bundesdurchschnitts auf und belegt damit einen bundesweiten Spitzenwert.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königstein grenzt im Norden an die Gemeinde Schmitten und die Stadt Oberursel (Taunus), im Osten an die Städte Kronberg im Taunus und Schwalbach am Taunus, im Süden an die Städte Bad Soden am Taunus und Kelkheim (Taunus) (alle drei Main-Taunus-Kreis) sowie im Westen an die Gemeinde Glashütten.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königstein umfasst außer der Kernstadt drei Stadtteile: Falkenstein, Mammolshain und Schneidhain. Falkenstein ist seit 2002 ebenfalls mit dem Prädikat Heilklimatischer Kurort versehen; eine bundesweit einzigartige Konstellation, dass ein Stadtteil einer Kurstadt über eine eigenständige Prädikatisierung verfügt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von der Burgruine Königstein auf die Stadt
Blick auf die Burgruine
Königstein mit Burgruine vom Atzelbergturm gesehen

Einer örtlichen Sage nach soll König Chlodwig I. um 500 die Burg Königstein und eine Kapelle errichtet haben.[3]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Königstein 1215. Zu dieser Zeit befand sich die Burg im Besitz der Herren von Hagen-Münzenberg. Als dieses Geschlecht im Jahr 1255 erlosch, kam Königstein in den Besitz der Falkensteiner. Unter ihrer Herrschaft erhielt Königstein 1313 die Stadtrechte.

1418 erlosch auch das Geschlecht der Falkensteiner im Mannesstamm, und die Eppsteiner traten deren Erbe in Königstein an. Am 6. August 1505 erhielten die dem Haus Eppstein angehörenden Brüder Eberhard, Georg und Philipp vom römisch-deutschen König und späteren Kaiser Maximilian I. das Recht, den Titel „Grafen von Königstein“ zu führen. Damit war die Grafschaft Königstein begründet. Am 25. Mai 1535 starb Eberhard IV. von Eppstein, und sein Universalerbe Graf Ludwig zu Stolberg kam in den Besitz von Stadt und Burg Königstein. 1581 kam Königstein an das Erzbistum Mainz. Mit der Säkularisation wurde die weltliche Herrschaft des Mainzer Erzbischofs aufgehoben und sein Besitz aufgeteilt. 1803 wurde Königstein dem Fürstentum Nassau-Usingen zugeschlagen und ging 1806 an das Herzogtum Nassau.

1851 wurde eine Kaltwasserheilanstalt errichtet, was zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führte. 1866 wurde Königstein mit der Annexion Nassaus preußisch. 1935 wurde die Stadt zum „Heilklimatischen Kurort“ erklärt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Königstein Teil des neugegründeten Bundeslands Hessen.

Vom 17. bis 21. Januar 1947 wurde das erste Deutschlandtreffen der Jungen Union in Königstein im Taunus veranstaltet. Der Ort gilt daher als Gründungsort der Jungen Union, der Jugendorganisation der CDU und der CSU.

Am 1. Januar 1977 erhielt die Stadt ihren heutigen amtlichen Namen Königstein im Taunus.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlässlich der Gebietsreform in Hessen genehmigte die Landesregierung mit Wirkung vom 1. April 1972 die Eingliederung der Gemeinde Schneidhain/Ts. in die Stadt Königstein i. Ts. im Obertaunuskreis.[5] Am 1. August 1972 wurden kraft Gesetzes die Gemeinden Falkenstein und Mammolshain eingegliedert.[6] Zudem wurde ein Gebiet der Nachbarstadt Bad Soden mit damals knapp 200 Einwohnern eingegliedert.[4] Dieses Gebiet mit Namen Johanniswald, eine Siedlung des zu Bad Soden gehörenden Ortes Altenhain, wurde dem Königsteiner Stadtteil Schneidhain zugeteilt.

Für das Gebiet der drei eingegliederten Gemeinden wurden per Hauptsatzung Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher errichtet. Die Grenzen der Ortsbezirke folgen den seitherigen Gemarkungsgrenzen.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmal für die Königsteiner Kirchenväter

Orden und religiöse Gemeinschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beeinflusst von Gabriel Biel berief Eberhard III. von Eppstein-Königstein 1466 die Brüder vom gemeinsamen Leben, auch „Kugelherren“ genannt, nach Königstein; sie waren Anhänger der devotio moderna. Das Kugelherrenstift Königstein bestand bis 1540. Graf Ludwig zu Stolberg führte Mitte des 16. Jahrhunderts die Reformation lutherischer Prägung ein und löste 1540 das Kugelherrenstift auf. Mit der Übernahme der Stadt durch das Erzbistum Mainz kam es ab 1601 zur Gegenreformation. Zwischen 1646 und 1813 bestand das Kapuzinerkloster Königstein, das spätere Hotel Pfaff. 1884/1891 wurde das Ursulinenkloster gegründet, deren Schwestern es sich zur Aufgabe machten, die Sonntagsschule auszubauen. Aus diesem Vorhaben ging die St.-Angela-Schule hervor.

Philosophisch-Theologische Hochschule Königstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 29. April 1949 wurde in Königstein eine Philosophisch-Theologische Hochschule Königstein als selbständige katholische Universität offiziell gegründet und von der hessischen Landesregierung „zur Kenntnis genommen“. Der erste Vertriebenenbischof Maximilian Kaller berief den Philosophieprofessor Erich Kleineidam Ende Mai 1947 als Professor an die neu gegründete Hochschule. 1948 wurde er zusätzlich Regens, 1949 Rektor der Hochschule. Neben Kleineidam lehrten an der kirchlichen Hochschule auch Anton Janko, Philipp Schäfer und Leo Scheffczyk. Zu den bekannten Absolventen gehören Karl Gabriel, Johannes Gründel, Ehrenfried Schulz und Gerhard Pieschl. Aus der Hochschule sind 417 Priester hervorgegangen. Die Hochschule wurde am 15. Februar 1978 aufgelöst.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[7] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[8][9]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016
     
Von 37 Sitzen entfallen auf:
Rathaus von Königstein
Wahlvorschläge ALKk[10] CDU FDP SPD Grüne Stimmverteilung
2016 Stimmanteila 35,5 31,0 17,4 9,3 6,8
Sitze (von 37) 13 12 6 3 3
2011 Stimmanteila 32,0 37,2 11,8 10,9 7,9
Sitze (von 37) 12 14 4 3 3
2006 Stimmanteila 33,2 37,3 13,6 13,0 2,9
Sitze (von 37) 12 14 5 5 1
2001i Stimmanteila 23,7 44,4 13,0 14,9 3,9
Sitze (von 37) 9 16 5 6 1
1997 Stimmanteila 22,4 45,8 10,1 16,1 5,6
Sitze (von 37) 8 17 4 6 2
ALK CDU FDP SPD Grüne Stimmverteilung
a prozentualer Anteil an den abgegebenen gültigen Stimmen
i seit der Wahl 2001 besteht die Möglichkeit zum Kumulieren und Panaschieren; die 5%-Hürde wurde abgeschafft
k Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein

Es waren 37 Stadtverordnete für die Legislaturperiode vom 1. April 2016 bis 31. März 2021 zu wählen. Von 12.299 Wahlberechtigten gingen 6374 zur Wahl. Somit stieg die Wahlbeteiligung leicht von 50,3 Prozent im Jahr 2011 auf 51,8 Prozent im Jahr 2016.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 2006 der als unabhängiger Kandidat angetretene Leonhard Helm (CDU), der sich in der Wahl im Januar 2006 gegen die offizielle CDU-Kandidatin durchgesetzt hat. Bei seiner Wiederwahl 2012 wurde er auch von der CDU unterstützt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Rot zwischen zwei silbernen Türmen mit Zeltdächern ein geteilter und oben gespaltener Schild; oben vorne in Gold ein linksgewendeter, rot bewehrter schwarzer Löwe, hinten geteilt von Rot und Gold; unten in Silber drei rote Sparren.[11]

Das Wappen ist seit 1907 offiziell und ist nach dem Gerichtssiegel von 1535 gestaltet. Die Türme symbolisieren die Reichsburg, das von Rot und Gold geteilte Feld ist das Wappen der Herren von Münzenberg-Falkenstein als Ortsherren; als deren Rechtsnachfolger seit 1418 sind die Herren von Eppstein mit dem Sparrenschild vertreten. Der Löwe weist möglicherweise auf die Grafen von Nürings hin, zu deren Bereich der Ort im 12. Jahrhundert gehörte.[11]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Königstein im Taunus unterhält Städtepartnerschaften mit Le Cannet-Rocheville an der Côte d’Azur in Frankreich, Königstein in der Sächsischen Schweiz und seit Juli 2005 auch mit der polnischen Stadt Kórnik (Kurnik). Der Stadtteil Falkenstein hat zudem eine Partnerschaft mit dem normannischen Le Mêle-sur-Sarthe in Frankreich. Freundschaftliche Beziehungen bestehen darüber hinaus zu Königstein in der Oberpfalz.

Staatliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königstein ist Sitz eines Amtsgerichts und einer Dienststelle der Deutschen Rentenversicherung Hessen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaufkraft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kursana Villa Königstein, Seniorenheim

Königsteins Bevölkerung verfügt über eine weit überdurchschnittliche Kaufkraft. Im Jahr 2011 betrug der Kaufkraftindex 191 Prozent des Bundesdurchschnitts.[2] Grund hierfür ist, dass Königstein eine bevorzugte und teure Wohnlage für Pendler in das nahe Frankfurt ist. Königstein und seine Stadtteile umfassen eine Reihe von Wohngebieten mit Villenbebauung und ein Seniorenheim des Unternehmens Kursana.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königstein liegt für Autofahrer verkehrsgünstig. Über die Bundesstraßen 8 und 455, die sich hier in einem Kreisel schneiden, erreicht man in wenigen Minuten die Bundesautobahn 66 an der Anschlussstelle Frankfurt-Höchst, die A 661 an der Anschlussstelle Oberursel und A 3 (Anschlussstelle Niedernhausen). Die verkehrsgünstige Lage beschert Königstein auch regelmäßig morgens und abends im Berufsverkehr lange Staus vor dem Kreisel. Der Kreisverkehr wurde dafür mit Lichtzeichenanlagen und anderen baulichen Maßnahmen bis Januar 2007 zu „neuen Höchstleistungen“ gebracht, die Ampeln wurden nach einiger Zeit aber stillgelegt, da sie den Verkehrsfluss eher behindern. Lange Zeit wurde die Fortführung der vierspurigen Bundesstraße 8 vom derzeitigen Ausbauende bei Kelkheim-Hornau um Königstein herum bis zum Eselheck kontrovers diskutiert. Mit der Entscheidung des Regierungspräsidenten gegen den Ausbau wurde diese Planung Ende 2009 endgültig beendet.

Der nächste Flughafen ist der internationale Flughafen Frankfurt.

Die Linie 12 der Königsteiner Bahn verbindet über den in der Kernstadt befindlichen Endbahnhof Königstein sowie den Bahnhof in Schneidhain, Königstein in 40 Minuten mit dem Frankfurter Hauptbahnhof. Diese Linie verkehrt an Werktagen alle 30 Minuten. Weitere Anbindungen mit Frankfurt bestehen über die S-Bahn-Stationen Kronberg (S4) sowie Bad Soden (S3). Somit besteht eine gute Anbindung an das Schienennetz des Rhein-Main-Verkehrsverbunds. Kronberg ist mit der Buslinie 85 (alle 30 Minuten) oder der Linie 261 (alle 15 bis 30 Minuten) in etwa 15 Minuten erreichbar. Die Linie 261 führt über Kronberg hinaus, über Oberursel (S5) zur Kreisstadt Bad Homburg vor der Höhe (S5). Der Bahnhof von Bad Soden kann alle 30 Minuten durch die Linie 253 in 15 Minuten erreicht werden. Diese Linie stellt eine wichtige Achse zwischen Höchst, Main-Taunus-Zentrum und Königstein her. Mit dem Fahrplanwechsel 2009 entfielen zwei Stadtbuslinien, die regelmäßig Mammolshain und Schneidhain mit der Königsteiner Innenstadt verbunden haben. Dafür wurde der Stadtbus 84 eingeführt, der Falkenstein über Königstein Stadtmitte mit dem Bahnhof verbindet. Dieser Bus fährt fünf neue Busstationen an, die sich südlich des Bahnhofes befinden. Königstein ist auch Startpunkt für überregionale Busverbindungen, zum Beispiel der Linie 223 nach Idstein.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort haben sich einige selbständige Unternehmens- und Personalberater niedergelassen, oftmals ehemalige Führungskräfte aus der Wirtschaft. Durch die Übernahme der deutschen Personalberatung Hofmann Herbold&Partner war Königstein mehrere Jahre lang Sitz der größten internationalen Executive-Search-Firma Korn/Ferry. Mehrere Ableger ehemaliger Korn/Ferry-Mitarbeiter sind noch heute in Königstein ansässig. Die Commerzbank unterhält am Rande von Königstein ein Trainings- und Konferenzzentrum, das auch für Dritte zugänglich ist. Die Asklepios Kliniken haben ihren Sitz in Königstein. Der Firmensitz von Seeger-Orbis befindet sich ebenfalls hier.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als anerkannter Heilklimatischer Kurort[12] verfügt Königstein über einen Kurpark und ein Kurhaus, die Villa Borgnis.

Kurbad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurbad
Königstein Kurbad Frontansicht.JPG
Frontansicht
Königstein Kurbad Seitenansicht.JPG
Seitenansicht

Von der Stadt durch die B 8 getrennt liegt das Kurbad der Stadt. Das Bad ist durch seine blau-orange Farbgebung vor dem Grün der umgebenden Lanschaft unübersehbar und mit der Burg Königstein sowie der Villa Andreae einer der drei stadtbildprägenden Bauten der Königsteiner Kernstadt. Es ist seit seiner Erbauung nahezu unverändert erhalten und damit bis in die Einzelheiten ein authentischer Zeuge des Zeitgeists der bundesrepublikanischen 1970er Jahre. Beim Bau des Kurbads wurde die blau-orange Farbwahl des Stuttgarter Künstlers Otto Herbert Hajek 1977 kontrovers diskutiert. Die architektonische Gestaltung übernahm nach einem Wettbewerb das Stuttgarter Büro Rudolf und Ingeborg Geier, das sich u. a. mit Projekten in Bad Bevensen auf den Bäderbau spezialisiert und oft mit Hajek zusammengearbeitet hatte.[13]

Neben Innenbecken sowie Sauna findet eine Reihe von Kureinrichtungen im Gebäude Platz, 1989 kam ein Außenbecken hinzu. Von der Liegeterrasse und den Becken aus hat man einen weiten Blick über Ort und Burg nach Westen und Norden. Vor dem Bad befindet sich ein Ausgangspunkt in den Heilklimapark Hochtaunus. Das Bad gehört der Königsteiner Kur-GmbH. In den letzten Jahren wurde das Kurbad als eines der „außergewöhnlichsten Bäder in Mitteleuropa“[14] neu entdeckt und steht seit 2013 unter Denkmalschutz, siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Königstein im Taunus bzw. Kurbad Königstein. Im April 2014 meldete die Frankfurter Rundschau,[15] dass eine Sanierung des Kurbads vorgesehen ist.

Gesundheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.-Josef-Krankenhaus

Es gibt in Königstein ein umfangreiches Gesundheitsangebot. Dazu zählen neben dem Kurbad auch verschiedene Kliniken, unter anderem: Klinik Königstein der KVB unterhalb des Hardtberges, Migräneklinik, Spezialklinik für psychosomatische Erkrankungen, Herzklinik, Neurologische Klinik und das Schmerzzentrum Taunus.

Das 1912 gegründete St.-Josef-Krankenhaus in der Woogtalstraße ist ein Krankenhaus der Grundversorgung mit 45 Betten. Dem Krankenhaus angeschlossen ist eine durch das Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation betriebene Dialysestation mit 16 ambulanten Plätzen. Die Klinik wurde bis 1991 von der Kongregation Arme Dienstmägde Jesu Christi betrieben, seitdem ist die Stadt Trägerin.

Die beiden Kurorte Königstein und Falkenstein bilden seit Kurzem ein Eingangsportal zum ersten Heilklimapark Deutschlands. Von hier aus gehen zahlreiche Wanderwege in die Wälder rund um Falkenstein bis hinauf zu den Höhen von Altkönig und Großem Feldberg.

1929 wurde das Freibad im Woogtal eingeweiht. Die Planungen für ein solches Bad waren schon in der Kaiserzeit aufgenommen werden. Erst durch eine großzügige Spende der holländischen Kurpatientin Lili Mannheimer konnte der Bau umgesetzt werden.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größtes Volksfest in Königstein ist das jährlich stattfindende Burgfest auf der Burgruine Königstein. Im Frühjahr und Sommer finden darüber hinaus weitere Veranstaltungen auf der Burg statt: Ritterturnier des Vereins Ritter von Königstein im Mai, Theater auf der Burg sowie verschiedene Musik- und Kinoveranstaltungen. Der Verein Stadtwache versuchte sich von 2005 bis 2007 mit der Konzertreihe Mittelalter rockt die Burg, welche seit 2009 unter neuer Führung fortgesetzt wird.

Der Verein Historische Eisenbahn Frankfurt richtet seit 1981 jährlich zu Pfingsten das Bahnhofsfest Königstein aus. In diesem Rahmen finden Sonderfahrten mit Dampfzügen statt.

Aber auch das gesellschaftliche Leben in den Stadtteilen ist geprägt von Festen und Aktivitäten.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochaltar von St. Marien
Vorderseite des Luxemburgischen Schlosses
Rückseite der Villa Rothschild
Haus der Begegnung

Für die unter Denkmalschutz stehenden Objekte und Gesamtanlagen siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Königstein im Taunus. Neben dem Wahrzeichen der Stadt, der Burgruine Königstein, sind vor allem die historische Altstadt mit der Kirche erbaut 1887 vom Kirchenbaumeister Ludwig Hofmann sowie dem Alten Rathaus, heute ein Museum, und die Burgruine Falkenstein sehenswert. Stadtbildprägend ist auch die 1891 von dem Frankfurter Bankier Albert Andreae de Neufville erbaute Villa Andreae, die von 1957 bis 1987 ein Schülerheim des Evangelischen Vereins für Innere Mission beherbergte.[16] Villa Andreae war bis zu seiner Aufsehen erregenden Milliardenpleite 1994 Firmensitz und privater Wohnsitz des kunstsinnigen Immobilienunternehmers Jürgen Schneider.

Der Hochaltar der Pfarrkirche St. Marien wurde vom kurmainzischen Hofstuckateur Johann Peter Jäger aus Mainz 1758 geschaffen; er weist auf das Patrozinium hin.

Das ehemalige Schloss des Herzogs Adolph von Nassau, seit 1890 Luxemburgisches Schloss genannt, wird heutzutage als Amtsgericht verpachtet.[17]

Für seine Zeit ein bedeutender architektonischer und historischer Zeuge ist das 1954/55 errichtete Haus der Begegnung. In den Jahren 1955 bis 1961 (oder 1968?) waren hier die Kapellenwagen der Kirche in Not/Ostpriesterhilfe des „Speckpaters“ Werenfried van Straaten stationiert, mit denen Heimatvertriebene in der westdeutschen Diaspora geistlich, anfangs auch materiell, versorgt wurden. 1968 hat hier die Deutsche Bischofskonferenz die „Königsteiner Erklärung“ zur Enzyklika Humanae vitae Papst Pauls VI. verabschiedet. Zahlreiche überregional bedeutende Kongresse fanden hier statt. Die Zukunft des seit 1998 im Eigentum der Stadt stehende Gebäudekomplexes war in der Königsteiner Kommunalpolitik umstritten. Während zunächst nach dem Willen der CDU/FDP-Mehrheit im Stadtparlament ein Abriss und Neubau beschlossen wurde, ergab sich am 30. Oktober 2008 eine knappe Mehrheit von 18 zu 17 Stimmen bei einer Enthaltung für eine Sanierung. Demzufolge würde das Haus, das größtenteils noch über seine Innenausstattung von 1955 verfügt, denkmalgerecht und energieeffizient erhalten werden. Dies war bereits die Forderung eines Bürgerbegehrens für die Sanierung des HdB aus dem Juni 2006. Für das Konzept erhielt die Stadt im November 2009 den Nationalen „Green Building Award“ der EU-Kommission in der Kategorie „Sanierte Gebäude“,[18][19][20] im Jahr 2011 den European Green Building Award der EU-Kommission.[21] Die Sanierung wurde im Frühjahr 2010 begonnen, der Saalbau wurde am 23. März 2012 wieder eröffnet, der Gästetrakt wurde abgerissen.[22]

Die Villa Rothschild, 1884 als Sommerresidenz von Wilhelm Carl von Rothschild errichtet, wurde von 1948 bis 1949 als Tagungshaus des Parlamentarischen Rates, des Wirtschaftsrates der Bizone und der westdeutschen Ministerpräsidenten genutzt und ist heute ein Hotel.

Am Fuß des Burgberges, umgeben von einem Park, durch den der Woogbach fließt und an den sich das weite Woogtal anschließt, befindet sich das Ursulinenkloster St. Angela, welches 1884 gegründet wurde und zu dem eine gleichnamige staatlich anerkannte Privatschule gehört.

Königstein ist ebenfalls bekannt für seine idyllische Altstadt. Hier befindet sich das Haus Hauptstraße 37, eine Fachwerkkonstruktion, die dendrochronologisch auf das Jahr 1537 datiert werden konnte. Es gilt als das erste nach der Stadterweiterung um 1535 erbaute Haus und ist zurzeit vom Abriss bedroht.[23]

Seine Villenviertel (auch im Stadtteil Falkenstein) kennzeichnen in erster Linie Historismus und Jugendstil sowie dessen heimatstil-beeinflusste Abweichung, sowie der Chic der 60er-Jahre (Bungalows). Im Jahre 1961 errichtete der amerikanische Architekt Richard Neutra für den Direktor des Pädagogischen Seminars der Universität Frankfurt am Main das Haus Rang, dessen Wohnräume stufenlos in den Garten übergehen. Die Grundstücksgrößen sind aufgrund der Raumneuordnung und der daraus folgenden Bebauungspläne jedoch nicht mit ähnlichen Wohnlagen in anderen Städten vergleichbar.

Die vom Architekten Bruno Paul erbaute Villa Gans war Altersruhesitz von Adolf Gans, Erholungsheim für weibliche Postbedienstete, Klinik Heinerberg und derzeit Verwaltungssitz der Deutschen Rentenversicherung. 1939 wurde die Villa auf einer Briefmarke der Reichspost verewigt.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Burg- und Stadtmuseum befindet sich im historischen Alten Rathaus.

Denkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015 wurde an der Burg Königstein eine Stauferstele errichtet, die an Kuno von Münzenberg erinnert, der ein Reichskämmerer der Staufer war. Er kam durch seine Ehe mit Luckharde von Nürings in den Besitz der Burg,[24] wird aber auf der Stele fälschlich als deren Erbauer bezeichnet.[25]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bischof-Neumann-Schule

Grundschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule Königstein
  • Grundschule Falkenstein
  • Grundschule Mammolshain
  • Grundschule Schneidhain
  • Kids Camp Bilinguale Grundschule

Weiterführende Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Musikschule Königstein, Mitglied im Verband deutscher Musikschulen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königstein Ende des 19. Jahrhunderts
Königstein im Dezember 2011
  • Beate Großmann-Hofmann, Hans-Curt Köster: Königstein im Taunus: Geschichte und Kunst. (= Die Blauen Bücher). Verlag Langewiesche, Königstein 2010, ISBN 978-3-7845-0778-1.
  • Rudolf Krönke: Königstein: Menschen und Ereignisse. Sutton, Erfurt 1997, ISBN 3-89702-040-8.
  • Heinz Sturm-Godramstein: Juden in Königstein. Königstein, 1983, ISBN 3-9800793-0-9.
  • Hans-Curt Köster (Hrsg.): Ein Denkmal wird «European Green Building»: Neue Begegnung: Das Haus der Begegnung in Königstein im Taunus. Verlag Langewiesche, Königstein 2012, ISBN 978-3-7845-6305-3.
  • Rainer Bendel: Hochschule und Priesterseminar Königstein: Ein Beitrag zur Vertriebenenseelsorge der katholischen Kirche. Verlag Köln, Böhlau 2014, ISBN 978-3-412-21083-0.
  • Gabriele Klempert, Hans-Curt Köster (Hrsg.): Hajeks Farb-Bad in Königstein: Eine Symbiose aus Architektur und Kunst von Geier + Geier mit Otto Herbert Hajek am Kurbad Königstein i. Ts. Verlag Langewiesche, Königstein i. Ts. 2014, ISBN 978-3-7845-6306-0.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eugen-Kogon-Preis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2002 verleiht die Stadt regelmäßig den Eugen-Kogon-Preis.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die überregional erfolgreiche Musik- und Showband des Fanfarencorps 1966 Königstein errang Pfingsten 2006 die Deutsche Meisterschaft in der Brassbandklasse.[26]

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmal Herzog Adolphs von Nassau in Königstein im Taunus

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerdt von Bassewitz' Werk Peterchens Mondfahrt soll nach mündliche Überlieferungen aus zweiter oder dritter Hand 1911 während einer Kur in Königstein im Taunus entstanden sein.[27]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Königstein im Taunus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Königstein im Taunus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung in Hessen nach Gemeinden am 31.12.2015 (XLS-Datei)(Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Wirtschaftsdaten. Stadt Königstein im Taunus. Abgerufen am 30. April 2015.
  3. Alois Henninger: Nassau in seinen Sagen, Geschichten und Liedern fremder und eigner Dichtung, Band 1. Wiesbaden 1845, Die Entstehung der Burg Königstein S. 116–121.
  4. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5. 1970 bis 31.12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/ Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 374 und 382.
  5. Bekanntgabe von Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden durch den Hessischen Minister des Innern vom 29. März 1972 (StAnz, S. 701) Seite 5 der tif-Datei 3,6 MB, Nr. 4 der Bekanntgabe
  6. Gesetz zur Neugliederung des Obertaunuskreises und des Landkreises Usingen vom 11. Juli 1972 (GVBl. I S. 227)
  7. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  8. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Gemeindewahlen von 2011 und 2006
  9. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Gemeindewahlen von 2001 und 1997
  10. Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein
  11. a b Klemens Stadler: Deutsche Wappen – Bundesrepublik Deutschland. Band 3: Die Gemeindewappen des Landes Hessen. Bremen 1967, S. 57.
  12. Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung: 80. Sitzung des Fachausschusses für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen in Hessen vom 14. Oktober 2014. Staatsanzeiger für das Land Hessen 7/2015, S. 148.
  13. Karin Berkemann: Das Kurbad Königstein. in: Moderne Regional 1, 2014.
  14. Iris Meder: Badefreuden. Eine Reise zu den außergewöhnlichsten Bädern in Mitteleuropa. Wien 2011, S. 14.
  15. Götz Nawroth: Königstein Kurbad. Das alte Kurbad soll saniert werden. In: Frankfurter Rundschau. 8. April 2014.
  16. Villa Andreae. In: Immanuel-Bote. (Memento vom 19. Juli 2011 im Internet Archive) (PDF-Datei), S. 7.
  17. Ingrid Berg: Das Luxemburgische Schloß in Königstein und seine Nutzung. In: Heimat Hochtaunus. Kramer, Frankfurt 1988, ISBN 3-7829-0375-7, S. 397–399.
  18. Königssteiner Woche 17. Dezember 2009 fnp.de
  19. zukunft-haus.info
  20. koenigstein.de
  21. Hans-Curt Köster (Hrsg.): Ein Denkmal wird «European Green Building»: Neue Begegnung: Das Haus der Begegnung in Königstein im Taunus. Königstein 2012, ISBN 978-3-7845-6305-3, S. 6f.
  22. Tagungs-Kathedrale im Stil der fünfziger Jahre. In: FAZ. 19. März 2012, S. 37.
  23. Beate Großmann-Hofmann, Hans-Curt Köster: Königstein im Taunus – Geschichte und Kunst. Königstein 2010, ISBN 978-3-7845-0778-1, S. 111.
  24. Stauferstele Königstein auf stauferstelen.net. Abgerufen am 15. September 2015.
  25. Zu dieser Frage auch Info: Stauferstele für die Burg geplant. In: Taunus-Zeitung. 30. Dezember 2014, abgerufen am 13. September 2015 und Diskussion:Geschichte von Königstein im Taunus
  26. Fanfarencorps Königstein
  27. Magistrat der Stadt Königstein im Taunus (Hrsg.): 150 Jahre Kur in Königstein: von den Anfängen bis zur Gegenwart; 1851–2001. Königstein 2001; Das ehemalige Sanatorium von Dr. Oskar Felix Kohnstamm in Königstein. In: Jüdische Gemeindezeitung Frankfurt. 4/2008, S. 39.