Königstetten

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Marktgemeinde
Königstetten
Wappen Österreichkarte
Wappen von Königstetten
Königstetten (Österreich)
Königstetten
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Tulln
Kfz-Kennzeichen: TU
Fläche: 13,1 km²
Koordinaten: 48° 17′ N, 16° 7′ OKoordinaten: 48° 17′ 0″ N, 16° 7′ 0″ O
Höhe: 181 m ü. A.
Einwohner: 2.576 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 197 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3433
Vorwahl: 02273
Gemeindekennziffer: 3 21 16
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Hauptplatz 1
3433 Königstetten
Website: www.koenigstetten.gv.at
Politik
Bürgermeister: Roland Nagl (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2020)
(19 Mitglieder)
13
5
1
13 
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Königstetten im Bezirk Tulln
AbsdorfAtzenbruggFels am WagramGrafenwörthGroßriedenthalGroßweikersdorfJudenau-BaumgartenKirchberg am WagramKlosterneuburgKönigsbrunn am WagramKönigstettenLangenrohrMichelhausenMuckendorf-WipfingSieghartskirchenSitzenberg-ReidlingSt. Andrä-WördernTulbingTulln an der DonauWürmlaZeiselmauer-WolfpassingZwentendorf an der DonauLage der Gemeinde Königstetten im Bezirk Tulln (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Ortskern mit Pfarrkirche
Ortskern mit Pfarrkirche
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Königstetten ist eine Marktgemeinde mit 2576 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021) im Bezirk Tulln in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königstetten liegt südlich von Langenlebarn, Muckendorf-Wipfing und Zeiselmauer-Wolfpassing am Südrand des Tullnerfeldes und am nördlichen Rand des Wienerwaldes in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst dreizehn Quadratkilometer, davon sind 44 Prozent bewaldet, 41 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt und elf Prozent sind Weingärten.[1]

Durch die Gemeinde fließen der von Tulbing kommende Hauptgraben mit seinen Zubringern Eberhartsbach und Marleitenbach. Die Ebene des Tullnerfeldes liegt 170 Meter über dem Meeresniveau, die höchste Erhebung ist im Südosten der Tulbinger Kogel mit 494 Meter.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt nur die Katastralgemeinde Königstetten.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tulln Muckendorf-Wipfing Zeiselmauer-Wolfpassing
Tulbing Nachbargemeinden
Mauerbach (PL) St. Andrä-Wördern

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königstetten (Mitte oben) und seine Umgebung in der Landesaufnahme um 1872
Ansicht um 1900

Durch Schenkungen kam das östliche Tullnerfeld im 9. Jahrhundert in den Besitz des Bischofs von Passau. Der Name Königstetten wird von Chunihohesstetin hergeleitet. Chunihoh ist ein mittelhochdeutscher männlicher Name. Die erste Erwähnung findet sich 985 in einer Urkunde des Bischofs Pilgrim von Passau (971–991). Der Weinbau wird erstmals 1083 erwähnt. Die Klöster Göttweig und St. Pölten hatten Weingartenbesitzungen, 1292 hatte auch das oberösterreichische Kloster Schlägl Weingärten in Königstetten. Der Bischof von Passau errichtete ein Schloss und ab 1415 war dieses der Verwaltungssitz. Im Jahr 1438 verlieh König Albrecht II. Königstetten das Marktrecht.[2][3]

Pfarrlich gehörte Kirchstetten ursprünglich zu St. Andrä. Die erste Kapelle war ein dreischiffiger romanischer Bau, der von einem Kaplan betreut wurde. Mit der Verlegung des Verwaltungssitzes begann auch der Bau einer gotischen Kirche. Sie wurde um 1450 noch ohne Turm fertiggestellt. Ein Erdbeben im Jahr 1490 ließ das Gewölbe einstürzen, nur der Altarraum blieb stehen. Nach mehreren Jahren wurde die Kirche wieder aufgebaut, auch ein Turm wurde errichtet, der 1643 fertiggestellt wurde.[4]

Im Jahr 1683 zog der südlichste Teil von Sobieskis Heer von Königstetten über den Tulbinger Steig zur Sophienalpe nach Wien zur Schlacht am Kahlenberg.[5]

Im 19. Jahrhundert verdienten Bewohner von Kirchstetten ihren Lebensunterhalt als Fragner. Als Wanderhändler verkauften sie landwirtschaftliche Produkte auf den Wiener Märkten. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebt die Gemeinde einen Aufschwung durch die Ansiedlung neuer Bevölkerungsschichten aus dem Raum Wien.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Königstetten
Pfarrkirche Königstetten und Kellergasse Kogelgasse

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schloss Königstetten
  • Katholische Pfarrkirche Königstetten hl. Jakobus der Ältere
  • Planetenweg Tullnerfeld – Wienerwald

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort besitzt eine Blasmusikkapelle und ein stark ausgeprägtes Vereinswesen. Des Weiteren feiert die Freiwillige Feuerwehr 2014 ihr 140-jähriges Jubiläum und ist die älteste Feuerwehr des Tullnerfeldes.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon seit 1905 existiert in Königstetten ein öffentliches Schwimmbad. Das zuvor aus Kostengründen dem Verfall preisgegebene „Parkbad“ wurde 2010 neu gestaltet und im Juli 2010 wiedereröffnet.

Viele internationale Erfolge konnte der 1973 gegründete Sportschützenverein Königstetten erzielen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Königstetten gibt es mehrere Heurigenbetriebe.

Wirtschaftssektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 23 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 waren neun Haupterwerbsbauern. Diese bewirtschafteten mehr als sechzig Prozent der Flächen. Der Großteil der Erwerbstätigen des Produktionssektors war in der Bauwirtschaft beschäftigt. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (45), freiberufliche Dienstleistungen (31) und der Handel (19 Mitarbeiter).[6][7][8]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 23 27 19 24
Produktion 13 18 62 129
Dienstleistung 113 60 203 157

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Bahnhof Zeiselmauer-Königstetten

Arbeitsmarkt, Pendeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2011 lebten 982 Erwerbstätige in Königstetten. Davon arbeiteten 161 in der Gemeinde, mehr als achtzig Prozent pendelten aus.[9]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Franz-Josefs-Bahn gibt es die Haltestelle Zeiselmauer-Königstetten, die aber nahe bei Zeiselmauer liegt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Königstetten befindet sich ein Kindergarten[10] und eine Volksschule.[11]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeamt Königstetten

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1978–1993 Dietrich Heindl (ÖVP)
  • bis 2005 Friedrich Vock (ÖVP)
  • seit 2005 Roland Nagl (ÖVP)[18]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger der Gemeinde
Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leopold Schöfbeck: Chronik der Marktgemeinde Königstetten. Marktgemeinde Königstetten, Königstetten 1983.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Königstetten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Königstetten, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 19. April 2021.
  2. a b Geschichte Königstettens. Gemeine Königstetten, abgerufen am 19. April 2021 (österreichisches Deutsch).
  3. Gedächtnis des Landes, Königstetten. Niederösterreichische Museum BetriebsgesmbH, abgerufen am 19. April 2021.
  4. Pfarre Königstetten – Kirche St. Jakob. Abgerufen am 19. April 2021.
  5. Guido Panek: Der Kahlenberg. Kurze Geschichte und Führung. 1952, abgerufen am 19. April 2021.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Königstetten, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 19. April 2021.
  7. Ein Blick auf die Gemeinde Königstetten, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 19. April 2021.
  8. Ein Blick auf die Gemeinde Königstetten, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 19. April 2021.
  9. Ein Blick auf die Gemeinde Königstetten, Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 19. April 2021.
  10. Kindergärten in NÖ. NÖ Landesregierung, abgerufen am 8. November 2020.
  11. Schulensuche. In: Schulen online. Abgerufen am 2. Oktober 2020.
  12. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 1995 in Königstetten. Amt der NÖ Landesregierung, 30. März 2000, abgerufen am 3. Februar 2020.
  13. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2000 in Königstetten. Amt der NÖ Landesregierung, 4. Februar 2005, abgerufen am 3. Februar 2020.
  14. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2005 in Königstetten. Amt der NÖ Landesregierung, 4. März 2005, abgerufen am 3. Februar 2020.
  15. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Königstetten. Amt der NÖ Landesregierung, 8. Oktober 2010, abgerufen am 3. Februar 2020.
  16. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Königstetten. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 3. Februar 2020.
  17. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Königstetten. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2020, abgerufen am 3. Februar 2020.
  18. Bürgermeister. Gemeinde Königstetten, abgerufen am 19. April 2021 (österreichisches Deutsch).