Königswalde

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Königswalde (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Königswalde
Königswalde
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Königswalde hervorgehoben
Koordinaten: 50° 33′ N, 13° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Erzgebirgskreis
Verwaltungs­gemeinschaft: Bärenstein
Höhe: 537 m ü. NHN
Fläche: 19,51 km2
Einwohner: 2274 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 117 Einwohner je km2
Postleitzahl: 09471
Vorwahl: 03733
Kfz-Kennzeichen: ERZ, ANA, ASZ, AU, MAB, MEK, STL, SZB, ZP
Gemeindeschlüssel: 14 5 21 340
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Jöhstädter Straße 5
09471 Königswalde
Webpräsenz: www.koenigswalde.de
Bürgermeister: Ronny Wähner (CDU)
Lage der Gemeinde Königswalde im Erzgebirgskreis
Sachsen Amtsberg Annaberg-Buchholz Aue Auerbach (Erzgebirge) Bad Schlema Bärenstein (Erzgebirge) Lauter-Bernsbach Bockau Börnichen/Erzgeb. Breitenbrunn/Erzgeb. Burkhardtsdorf Crottendorf Deutschneudorf Drebach Ehrenfriedersdorf Eibenstock Elterlein Gelenau/Erzgeb. Geyer Gornau/Erzgeb. Gornsdorf Großolbersdorf Großrückerswalde Grünhain-Beierfeld Grünhainichen Heidersdorf Hohndorf Jahnsdorf/Erzgeb. Johanngeorgenstadt Jöhstadt Königswalde Lauter-Bernsbach Lößnitz (Erzgebirge) Lugau (Erzgebirge) Marienberg Mildenau Neukirchen/Erzgeb. Niederdorf (Sachsen) Niederwürschnitz Oberwiesenthal Oelsnitz/Erzgeb. Olbernhau Pockau-Lengefeld Raschau-Markersbach Scheibenberg Schlettau Schneeberg (Erzgebirge) Schönheide Schwarzenberg/Erzgeb. Sehmatal Seiffen/Erzgeb. Stollberg/Erzgeb. Stützengrün Tannenberg Thalheim/Erzgeb. Thermalbad Wiesenbad Thum Wolkenstein (Erzgebirge) Zschopau Zschorlau ZwönitzKarte
Über dieses Bild

Königswalde (erzgebirgisch: Kinnisch'wall) ist eine Gemeinde im Erzgebirgskreis, Sachsen, Deutschland. Aufgrund der noch weitgehend vorhandenen Steinrücken als Flurgrenzen gilt Königswalde als eines der markantesten Waldhufendörfer des Erzgebirges.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Waldhufendorf Königswalde liegt in einer Nord-Süd-Richtung im Tal des Pöhlbachs. Höchster Punkt ist der Zigeunerfels mit 737 m.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Osten von Königswalde liegt Jöhstadt, im Süden grenzt der Ort an Vejprty (Weipert) in der Tschechischen Republik, im Südwesten an Bärenstein, im Westen an Sehmatal, im Nordwesten an Annaberg-Buchholz und im Norden und Nordosten an Mildenau.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Hauptort Königswalde gibt es noch den Ortsteil Brettmühle, der jedoch keinen offiziellen Ortsteilstatus besitzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von Westen auf das markante Waldhufendorf Königswalde
Blick vom südwestl. Ortsrand auf den Pöhlberg
Königswalde, Ortsteil Brettmühle

Um 1200 erfolgte die Besiedelung des rechts des Pöhlbaches (Osten) gelegenen Ortsteiles. Der Ort stand unter der Herrschaft der Waldenburger und wurde Lichtenhain genannt. 1291 wurde Lichtenhain erstmals urkundlich erwähnt. Nach dem Aussterben der Waldenburger kamen ihre Besitzungen und mit ihnen die östlich des Pöhlbachs gelegene Seite im Jahr 1479 an das kursächsische Amt Wolkenstein. 1512 wurde der östliche Teil von Paul von Thumbshirn an die Stadt Annaberg veräußert. Der Ortsteil wurde Ratsseite genannt. 1523 erfolgte auf der Ratsseite der Bau einer Kirche, die zunächst Filialkirche der Mildenauer Pfarre war. Die Brettmühle südlich des Orts an der Straße nach Bärenstein wurde im Jahr 1536 durch den Rat der Stadt Annaberg errichtet.

Der links des Pöhlbaches gelegene Teil wurde um 1250 besiedelt und gehörte ursprünglich als Teil des Schlosses Schlettau zu Böhmen. Dieser Teil wurde in einer kaiserlichen Urkunde von 1379 erstmals als „Kunigswald“ erwähnt und kam im Jahr 1413 zum Kloster Grünhain. Mit der Auflösung des Klosters Grünhain im Zuge der Säkularisation kam die Westhälfte von Königswalde im Jahr 1536 an das neu gegründete Amt Schlettau, das kurze Zeit darauf im Amt Grünhain aufging. Der Ortsteil wurde später als Amtsseite bezeichnet.

Mit der Leipziger Teilung 1485 kam die Ratsseite zu den Albertinern (Amt Wolkenstein), die Amtsseite zu den Ernestinern (Amt Schlettau). Nach der Wittenberger Kapitulation 1547 wurde die Amtsseite als Teil des Amts Grünhain ebenfalls albertinisch. Der Pöhlbach blieb bis ins 19. Jahrhundert die Verwaltungsgrenze der beiden Orte. Während die östliche Ratsseite und die Brettmühle bis 1856 im kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Wolkenstein lagen,[2] gehörte die westliche Amtsseite bis 1856 zum kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Grünhain. [3] Ab 1856 gehörte der gesamte Ort zum Gerichtsamt Annaberg und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Annaberg.[4]

Am am 3. August 1872 wurde die Station Königswalde im Südwesten des Orts gemeinsam mit der Bahnstrecke Vejprty–Annaberg-Buchholz unt Bf eröffnet. Mit der Eröffnung der Bahnstrecke Abzw Plattenthal–Königswalde wurde am 15. Mai 1928 im Norden von Königswalde der Güterbahnhof Königswalde (Erzgeb) unt Bf als Endpunkt der als Plattentalbahn bezeichneten Bahnstrecke eröffnet. Der Bahnhof Königswalde (Erzgeb) trug seitdem den Namen Königswalde (Erzgeb) ob Bf. Während der untere Bahnhof bereits am 13. April 1951 wieder außer Betrieb genommen wurde, erfolgte die Auflassung des oberen Bahnhofs am 27. September 1998.

Durch die zweite Kreisreform in der DDR kam Königswalde im Jahr 1952 zum Kreis Annaberg im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt), der ab 1990 als sächsischer Landkreis Annaberg fortgeführt wurde und 2008 im Erzgebirgskreis aufging. Seit 1996 bilden die Gemeinden Königswalde und Bärenstein die Verwaltungsgemeinschaft Bärenstein.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. Oktober 1990 zählte Königswalde 2.356 Einwohner. Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres:

1993 bis 1997

  • 1993 – 2.279
  • 1994 – 2.298
  • 1995 – 2.316
  • 1996 – 2.358
  • 1997 – 2.408

1998 bis 2002

  • 1998 – 2.418
  • 1999 – 2.388
  • 2000 – 2.424
  • 2001 – 2.434
  • 2002 – 2.426

2003 bis 2007

  • 2003 – 2.452
  • 2004 – 2.412
  • 2005 – 2.390
  • 2006 – 2.384
  • 2007 − 2.400

ab 2009

  • 2009 − 2.342
  • 2012 − 2.295
  • 2013 − 2.301
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[5]
Wahlbeteiligung: 63,0 %
 %
40
30
20
10
0
33,7 %
30,1 %
16,1 %
20,1 %
UB
Sport
Fw.

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 14 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • CDU: 5 Sitze
  • Unabhängige Bürger (UB): 4 Sitze
  • Feuerwehr (Fw.): 3 Sitze
  • Sport: 2 Sitze

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gedenkstein am Brettmühlenweg, Nähe August-Bebel-Straße 40, zur Erinnerung an den Wehrmachtssoldaten Otto Kressner aus Annaberg (* 17. Oktober 1902), der an dieser Stelle im April 1945 von SS-Männern ermordet wurde, weil er seinen Urlaub um zwei Tage überschritten hatte.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sankt-Trinitatis-Kirche
Evangelisch-lutherische Sankt-Trinitatis-Kirche in Königswalde

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahrhundertelang bestimmt die Landwirtschaft den Ort. Im 19. Jahrhundert siedelten sich im Tal einige Industriebetriebe an, darunter die 1892 erwähnte Pangratz'sche Glasschleifmühle[6]. Meist waren die Einwohner in den Nachbarorten beschäftigt. Am 18. Januar 2008 erhielt Iris Sellke – Pächterin des Gasthof & Pension Brettmühle – den Sächsischen Gründerinnenpreis 2008.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königswalde (Erzgeb) ob Bf (2016)

Den Bahnanschluss erhielt Königswalde 1872 an die Zschopautalbahn. Dieser obere Bahnhof lag jedoch 180 Meter (bei 703 m ü. NN) über der Ortslage. 1928 wurde darum die im Pöhlbachtal verlaufende Plattentalbahn bis Königswalde verlängert. Dieser untere Bahnhof bestand bis 1951, dann wurde die Strecke wieder abgebaut. Der obere Bahnhof wurde im Jahr 1998 aufgelassen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lothar Klapper: Königswalder Geschichtsbuch – Ein sächsisches Erzgebirgsdorf in acht Jahrhunderten (Von den Anfängen bis 1945). Königswalde 2000.
  • Lothar Klapper: Königswalder Geschichtsbuch Teil 2: Zeitgeschichte 1945–2000. Königswalde 2000.
  • Gemeindeverwaltung Königswalde (Hrsg): Königswalder Geschichte in alten und neuen Bildern. Königswalde 2011.
  • Königswalde. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 5. Band. Schumann, Zwickau 1818, S. 11 f.
  • Richard Steche: Königswalde. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 4. Heft: Amtshauptmannschaft Annaberg. C. C. Meinhold, Dresden 1885, S. 81.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 68 f.
  3. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 66 f.
  4. Die Amtshauptmannschaft Annaberg im Gemeindeverzeichnis 1900
  5. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  6. Sterbematrikel Langenbrück 1892/16. Damaliger Besitzer war Eduard Pangratz

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Königswalde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien