Kössern

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Kössern
Große Kreisstadt Grimma
Koordinaten: 51° 10′ 53″ N, 12° 47′ 9″ O
Höhe: 148 m
Eingemeindung: 1. Januar 1994
Eingemeindet nach: Großbothen
Postleitzahl: 04668
Vorwahl: 034384

Kössern ist ein Ortsteil der Großen Kreisstadt Grimma im Landkreis Leipzig, Freistaat Sachsen, Deutschland. Er liegt am Ufer der Mulde. Bis zum 31. Dezember 2010 war Kössern Ortsteil der ehemaligen Gemeinde Großbothen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1300 wurde der Ort das erste Mal erwähnt. Um 1709 erfolgte der Bau des Jagdhauses Kössern unter Wolf Dietrich von Erdmannsdorff, dem Oberhofjägermeister und Ältestenminister am Hofe Augusts des Starken für herrschaftliche Jagdgesellschaften. Baumeister des barocken Jagdschlosses war wahrscheinlich Matthäus Daniel Pöppelmann. Die Fassade wurde reich bemalt, der Festsaal mit Kaminen und Deckengemälden prächtig gestaltet. Ab 1772 war Kössern im Besitz der Familie von Abendroth. 1945 erfolgte deren entschädigungslose Enteignung. Das betraf das Jagdhaus und das Rittergut mit 232 Hektar, einschließlich Herrenhaus und Wirtschaftsgebäude. Eine Sanierung um 1970 bewahrte das Jagdhaus vor dem Verfall. Heute ist es eine Kulturstätte, betreut durch den im Jahre 2000 gegründeten Verein DAS JAGDHAUS - Dorfentwicklungs- und Kulturverein Kössern / Förstgen e. V. Das Herrenhaus des ehemaligen Ritterguts und seine noch erhaltenen Wirtschaftsgebäude befanden sich lange Zeit in beklagenswertem baulichem Zustand, wurden aber in den Jahren 2012 bis 2015 restauriert.

1965 wurde Förstgen eingemeindet.[1] Am 1. Januar 1994 wurde Kössern nach Großbothen eingemeindet, seit 1. Januar 2011 gehört der Ort zur Großen Kreisstadt Grimma.[2]

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl[1]
1548/51 11 besessene Mann, 20 Inwohner, 518 Hufen
1764 11 besessene Mann, 57 Häusler, 518 Hufen
1834 538
1871 546
Jahr Einwohnerzahl
1890 559
1910 487
1925 572
1939 578
Jahr Einwohnerzahl
1946 735
1950 820
1964 644
19901 615

1 mit Förstgen

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um Kössern befinden sich größere Wälder und der Thümmlitzsee.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann von Abendroth (* 1807 in Kössern, † 1884 in Grimma): nach Jurastudium Rittergutsbesitzer in Kössern und Abgeordneter im Sächsischen Landtag
  • Ferdinand von Abendroth (* 1916 in Kössern, † 1944 bei Lemberg): Major der Wehrmacht, gefallen 1944 in der Ukraine
  • Manfred Berger (* 1921 in Leipzig, † 2009): Architekt, Hochschullehrer und Denkmalpfleger, ansässig in Kössern, Verdienste um die Erhaltung und Restaurierung des Jagdhauses

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kössern. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 5. Band. Schumann, Zwickau 1818, S. 25.
  • Cornelius Gurlitt: Kössern. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 19. Heft: Amtshauptmannschaft Grimma (1. Hälfte). C. C. Meinhold, Dresden 1897, S. 148.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kössern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Vgl. Kössern im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.