Küß’ mich noch einmal

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Filmdaten
Deutscher Titel Küß’ mich noch einmal
Originaltitel Kiss Me Again
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1925
Stab
Regie Ernst Lubitsch
Drehbuch Hanns Kräly
nach dem Bühnenstück "Divorçons!" (1880) von Émile de Najac und Victorien Sardou
Produktion Warner Bros., Burbank, Cal.
Kamera Charles Van Enger
Besetzung

Küß’ mich noch einmal ist eine US-amerikanische Stummfilm-Liebeskomödie aus dem Jahre 1925 von Ernst Lubitsch.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paris, in den 1920er Jahren. Gaston und Loulou Fleury sind miteinander verheiratet und leben eine solides Eheleben scheinbar ohne Höhen und Tiefen. Eines Tages verliebt sich seine stets ein wenig flatterhaft und unzufriedene Gattin Loulou in einen verarmten Klavierspieler namens Maurice Ferriere, der für sie zunächst einmal eine neue Herausforderung und Abwechslung von ihrem als Ehetrott empfundenen Liebesleben bedeutet. Im Höhenrausch ihrer neuerwachten Gefühle verlangt Loulou schließlich von Gaston sogar die Scheidung. Doch der galante und gewitzte Gaston, der seine Frau in und auswendig kennt, reagiert anders als erwartet: er regt sich nicht nur nicht auf, er überlegt sogar im Beisein des Anwalts Dr. Dubois, wie man denn am besten eine Scheidung bewerkstelligen könnte. Ein Scheidungsgrund muss her. Wie wär‘s denn, wenn er seiner Noch-Gattin in dem Moment eine Ohrfeige verpassen würde, in dem die Stenografin das Zimmer betritt. Loulou ist fassungslos, dass Gaston offensichtlich derart die Ruhe weg hat. Als dann die junge Grizette als unparteiische Zeugin des Vorfalls eintritt, ist Gaston nicht mehr in der Lage, diese kleine „Gewalttat“ zu begehen. Immer wieder zuckt er mit der Hand, die so gar nicht die Wange seiner Frau schlagen möchte und … gleitet an Loulou vorbei. Nein, man muss einen anderen Grund für die angebliche Ehezerrüttung finden, und schließlich will ja keiner der beiden Noch-Eheleute als Angeklagter vor der Richterbank sitzen.

Als Loulou mit ihrem Maurice zum Dinner ausgeht, schnappt sich Gaston kurzerhand die süße, blutjunge Grizette, um es seiner Noch-Gattin gleichzutun. Gaston hat sich, solange die Scheidung läuft, derweil in einem Hotel einquartiert. Da er für das Souper mit Grizette seinen Abendanzug benötigt und der noch in seinem Ankleidezimmer daheim hängt, bleibt ihm nicht anderes übrig, als sich heimlich in sein altes Domizil zu schleichen. Gleich nebenan, im Salon, befinden sich zu allem Unglück gerade Loulou und ihr Maurice. Es ist unverkennbar, dass Loulou bereits von ihrer neuen Eroberung angeödet ist und Maurice schnellstens loswerden möchte. Gaston kommt dies gerade recht, doch will er es seiner Gattin nicht allzu leicht machen und spielt den in Grizette sturzverliebten Gockel vor, als sich beide Paare später im Restaurant unvermittelt begegnen. Als dann der finanziell klamme Maurice auch noch die Weinkarte nach dem billigsten Fusel absucht, kann man es Loulous Gesichtsausdruck leicht anmerken: sie hat endgültig genug von dem Kerl. Fortan setzt sie alles daran, ihren Kurzzeitlover wieder loszuwerden und Noch-Ehemann Gaston zurückzugewinnen. Es kommt wie es kommen muss: Loulou bittet Gaston eines Tages inständig, sie zurückzunehmen. Er tut generös, lässt sie dann aber nicht mehr länger zappeln und nimmt seine Frau in seine Arme. Es kommt zur großen Versöhnung.

Produktionsnotizen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Küß’ mich noch einmal wurde am 1. August 1925 in den USA uraufgeführt. In Deutschland hatte der Film laut IMDb-Angaben noch im Dezember desselben Jahres Premiere; das zum Jahresbeginn 1926 (wohl Februar 1926) erschienene Programmheft des Illustrierten Film-Kuriers (Nr. 403) lässt jedoch eine spätere Deutschlandpremiere vermuten.

Der Film, ein Nebenwerk Lubitschs, gilt als verschollen. 1940 drehte er mit Melvyn Douglas und Merle Oberon ein Remake seines eigenen Films unter dem Titel Ehekomödie.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der New York Times befasste sich Starkritiker Mordaunt Hall mit dem Lubitsch-Film. Dort hieß es am 3. August 1925: „Kiss Me Again" hat zahlreiche geschickte und entzückende Momente, am herausragendsten, als Herr Lubitsch einen Regenschauer auf natürliche Weise entstehen lässt. Der Durchschnittsregisseur lässt gleich eine ganze Regenflut daherkommen, kurz nach einem flüchtigen Blick auf den von dunklen Wolken verhangenen Himmel, der von Lichtblitzen aufgerissen wurde. Herr Lubitsch zeigt uns geschickterweise nur ein paar Regenpfützen auf dem Fußgängerweg, und sogar als der Schauer beginnt, wird dieser als ein ganz gewöhnlicher Niederschlag und nicht gleich als ein Wolkenbruch geschildert. (…) Dies ist eine bewundernswerte Produktion in der man Lubitschs Genie erblicken kann. Schade nur, dass die Geschichte so leicht zu durchschauen ist.“[1][2]

Halliwell‘s Film Guide charakterisierte den Film wie folgt: „Ausgezeichnete Stummfilmkomödie nach einer alten Boulevard-Farce“.[3][4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kiss Me Again in der New York Times
  2. Im Original: „"Kiss Me Again" has many deft and delightful touches, the outstanding one being where Mr. Lubitsch depicts a rain shower in a natural way. The average director resorts to a deluge after a glimpse at darkening skies torn by streaks of lightning. Mr. Lubitsch craftily shows a few spots of rain on the pavement, and even when the shower comes it is pictured as an ordinary rainfall and not as a cloudburst. (…) This is an admirable production in which one sees Lubitsch's genius. The only pity is that the story is so transparent.“
  3. Leslie Halliwell: Halliwell‘s Film Guide, Seventh Edition, New York 1989, S. 564.
  4. Im Original: „Excellent silent comedy from an old boulevard farce.“

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]