Kühlenthal

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kühlenthal
Kühlenthal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kühlenthal hervorgehoben

Koordinaten: 48° 34′ N, 10° 49′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Augsburg
Verwaltungs­gemeinschaft: Nordendorf
Höhe: 430 m ü. NHN
Fläche: 7,13 km2
Einwohner: 823 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 115 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86707
Vorwahl: 08273
Kfz-Kennzeichen: A, SMÜ, WER
Gemeindeschlüssel: 09 7 72 166
Gemeindegliederung: 4 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schmutterweg 1
86707 Kühlenthal
Website: www.kuehlenthal.de
Erste Bürgermeisterin: Iris Harms ((Bürgerliste))
Lage der Gemeinde Kühlenthal im Landkreis Augsburg
AugsburgLandkreis Aichach-FriedbergLandkreis DachauLandkreis Dillingen an der DonauLandkreis Donau-RiesLandkreis FürstenfeldbruckLandkreis GünzburgLandkreis Landsberg am LechLandkreis OstallgäuLandkreis StarnbergLandkreis UnterallgäuLandkreis Neuburg-SchrobenhausenSchmellerforstAdelsriedAllmannshofenAltenmünsterAystettenBiberbach (Schwaben)BobingenBonstetten (Schwaben)DiedorfDinkelscherbenEhingen (Landkreis Augsburg)EllgauEmersackerFischachGablingenGersthofenGessertshausenGraben (Lechfeld)GroßaitingenHeretsriedHiltenfingenHorgauKleinaitingenKlosterlechfeldKönigsbrunnKühlenthalKutzenhausenLangenneufnachLangerringenLangweid am LechMeitingenMickhausenMittelneufnachNeusäßNordendorfOberottmarshausenScherstettenSchwabmünchenStadtbergenThierhauptenUntermeitingenUstersbachWalkertshofenWehringenWeldenWestendorf (Landkreis Augsburg)ZusmarshausenKarte
Über dieses Bild

Kühlenthal ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Augsburg und deren Hauptort.

Gemeindeteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat vier amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anhand von Ausgrabungen konnte nachgewiesen werden, dass es im Gemeindegebiet bereits eine keltische Siedlung gegeben hat. Der heutige Gemeindenamen geht jedoch nicht auf die Kelten zurück. Vielmehr trat dieser erst später auf und deutete vermutlich auf sumpfiges Gelände hin. So wird angenommen, dass sich aus dem altschwäbischen Wort „Hülbe“ (sumpfiges Tal) der heutige Gemeindenamen entwickelt hat.[3] In urkundlichen Schriften aus dem 12. Jahrhundert wird dann der Name „Küllental“ erstmals erwähnt.

Hoheitliche Rechte wurden in den Orten der heutigen Gemeinde Kühlental im Alten Reich von verschiedenen Herrschaftsträgern ausgeübt:

  • Ahlingen: Im Weiler Ahlingen hatte das Reichsstift St. Ulrich und Afra in Augsburg Landeshoheit, Steuerrecht und Niedergericht (Ortsherrschaft) inne, die Hochgerichtsbarkeit besaß Österreich.
  • Anzenhof: Auf der früheren Gemarkung der Einöde Anzenhof wurden Hochgericht und Niedergericht (Ortsherrschaft) durch die Grafschaft Fugger-Babenhausen (Oberamt Markt) ausgeübt. Landeshoheit und Steuerrecht lagen bei Österreich.
  • Fertingen: Der Weiler Fertingen wies am Ende des Alten Reiches die gleiche politische Zugehörigkeit auf wie das Dorf Kühlental.

Alle vier Orte hatten keinen eigenen Pfarrer. Kühlental gehörte zur Pfarrei Westendorf, die übrigen drei Orte Ahlingen, Anzenhof und Fertingen zur Pfarrei Ehingen.

1806 wurden alle vier Orte bayerisch. Mit dem Gemeindeedikt in Bayern am Anfang des 19. Jahrhunderts wurden diese vier Orte samt ihren Gemarkungen zu einer Gemeinde mit einer Gemarkung zusammengelegt. Daran hat sich bis heute nichts geändert, und auch bei den Gemeindereformen der 1970er Jahre blieb die Gemeinde so bestehen. Der Haldenhof ist ein neu gegründeter Aussiedlerhof auf der Altgemarkung Kühlental und gilt nicht als Gemeindeteil.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 627 auf 826 um 199 Einwohner bzw. um 31,7 %.

Politik und Öffentliche Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich aus 8 Mitgliedern zusammen. Bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 lag die Wahlbeteiligung bei 70,2 % (2014: 79,3 %). Lediglich die Bürgerliste Kühlenthal hatte eine Bewerberliste vorgelegt; sie erhielt alle acht Sitze. Bei der Kommunalwahl 2014 waren noch zwei Listen angetreten, wobei die Bürgerliste fünf Sitze und die Alternative Liste drei Sitze errang.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Iris Harms (Bürgerliste Kühlenthal) ist seit 2014 Erste Bürgermeisterin und wurde am 15. März 2020 wieder gewählt.[4] Diese ist Nachfolgerin von Erich Stohl (Freie Wähler, 2001–2014).

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Nordendorf.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Gde. Kühlenthal
Blasonierung: „Über silbernem Schildfuß, darin ein durchgehender oben gezinnter blauer Balken, in Blau eine goldene Sumpfdotterblumenstaude mit zwei Blüten.“[5]

Wappengeschichte: Das Wappen stellt sowohl den Ortsnamen als auch die Geschichte dar: Die Sumpfdotterblume steht für den Ortsnamen, der sumpfiges Tal bedeutet. Der gezinnte Balken ist dem Familienwappen der Truchsessen von Kühlenthal entnommen, einem Zweig der bischöflichen Marschälle und Truchsesse von Dornsperg. Seit 1245 nennen sie sich nach der Burg Kühlenthal. Im Jahr 1361 verkauften Susanna, die Witwe Sifrids von Kühlenthal, und ihr Sohn Sifrid ihre Herrschaft in Kühlenthal an den Augsburger Bischof Marquard von Randeck (um 1300 bis 1381). Die Herrschaft Kühlenthal blieb bis zum Ende des Alten Reichs 1803 beim Hochstift Augsburg. Die Marschälle und Truchsessen von Donnersberg zählten neben und nach den Reichsmarschällen von Pappenheim zu dem bedeutendsten Ministerialengeschlecht zwischen Donauwörth und Augsburg. Ihr Herrschaftsgebiet lag zwischen Lech und Donau bis auf die Höhe von Augsburg.[6] Dieses Wappen wird seit 1961 geführt.[7]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kühlenthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Kühlenthal in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 20. August 2019.
  3. Haus der Bayerischen Geschichte – Gemeinde Kühlenthal
  4. Bürgermeister und Gemeinderat > Mitglieder (Detailansicht - Gemeinderatsmitglied Kühlenthal). Gemeinde Kühlenthal, abgerufen am 5. September 2020.
  5. Eintrag zum Wappen von Kühlenthal in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  6. Zitat Eintrag zum Wappen von Kühlenthal in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  7. Eintrag zum Wappen von Kühlenthal in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte m.w.N.