Kümmersbruck

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Wappen Deutschlandkarte
Kümmersbruck
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kümmersbruck hervorgehoben

Koordinaten: 49° 25′ N, 11° 53′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Amberg-Sulzbach
Höhe: 400 m ü. NHN
Fläche: 47,3 km2
Einwohner: 9870 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 209 Einwohner je km2
Postleitzahl: 92245
Vorwahlen: 09621, 09624Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: AS, BUL, ESB, NAB, SUL
Gemeindeschlüssel: 09 3 71 136
Gemeindegliederung: 10 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 37
92245 Kümmersbruck
Website: www.kuemmersbruck.de
Erster Bürgermeister: Roland Strehl[2] (CSU)
Lage der Gemeinde Kümmersbruck im Landkreis Amberg-Sulzbach
Auerbach in der OberpfalzKönigstein (Oberpfalz)Hirschbach (Oberpfalz)EtzelwangWeigendorfBirglandKastl (Lauterachtal)EdelsfeldEdelsfeldVilseckNeukirchen bei Sulzbach-RosenbergSulzbach-RosenbergEichen (gemeindefreies Gebiet)FreihungHirschauGebenbachSchnaittenbachHahnbachIllschwangFreudenberg (Oberpfalz)UrsensollenEbermannsdorfEnsdorf (Oberpfalz)KümmersbruckRieden (Oberpfalz)HohenburgSchmidmühlenPoppenrichtAmmerthalAmbergLandkreis Neustadt an der WaldnaabWeiden in der OberpfalzLandkreis SchwandorfLandkreis BayreuthLandkreis Nürnberger LandLandkreis Neumarkt in der OberpfalzKarte
Über dieses Bild

Kümmersbruck ist eine Gemeinde im südöstlichen Teil des Oberpfälzer Landkreises Amberg-Sulzbach und zählt zur Metropolregion Nürnberg. Der Ort liegt fünf Kilometer südöstlich von Amberg und wird von der Vils durchflossen, in die im Westen der Krumbach mündet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt zehn Gemeindeteile (in Klammern der Siedlungstyp):[3][4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kümmersbruck wurde 1114 erstmals erwähnt, der Ortsteil Theuern bereits 1092. Die Ortschaft Kümmersbruck war Teil des Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark der Herren von Grienagel. Der Name geht auf den altbairischen Personennamen Chuniprecht und zurück, der sich später zu «kümmer» sprachökonomisch dissmilierte.[5]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Theuern am 1. April 1971 in die Gemeinde Köfering eingemeindet. Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Köfering in Kümmersbruck umbenannt und die Gemeinde Gärmersdorf nach Kümmersbruck eingemeindet.[6] In den letzten Jahren stieg die Bevölkerungszahl durch die Ausweisung von Baugebieten stark an. Kümmersbruck ist wegen der Nähe zu Amberg eine begehrte Wohngemeinde. Am 1. September 2015 erfolgte die Auflösung des gemeindefreien Gebiets Hirschwald. Dabei wurde ein Teil in die Gemeinde Kümmersbruck eingegliedert.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 7.755 auf 9.867 um 2.112 Einwohner bzw. um 27,2 %. Am 31. Dezember 2004 hatte die Gemeinde 10.364 Einwohner.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2020[8]
(in %)
 %
60
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40
30
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Gewinne/Verluste
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+10,51
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Aktuelle Sitzverteilung im Gemeinderat Kümmersbruck (15. März 2020)
  
Insgesamt 20 Sitze

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 20 Mitglieder. Der Erste Bürgermeister ist Vorsitzender des Gemeinderats. Bei der Gemeinderatswahl vom 15. März 2020 haben von den 8127 stimmberechtigten Einwohnern 4722 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 58,10 % lag.[9]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Wahl zum Ersten Bürgermeister am 15. März 2020 wurde Roland Strehl (CSU) mit 69,88 % der Stimmen wiedergewählt.[10]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Gde. Kümmersbruck
Blasonierung: „In Silber ein springender roter Hirsch, darunter vorne eine rote heraldische Rose.“[11]
Wappenbegründung: Der springende rote Hirsch wurde aus dem Wappen der Gemeinde Köfering von 1964 übernommen; er stammt aus dem Wappen der Patrizierfamilie Alhardt, die als Besitzer des Hammers Haselmühl eine wichtige Rolle in der oberpfälzischen Eisenindustrie spielte. Als redendes Bild verweist der Hirsch auch auf den ausgedehnten Forst Hirschwald. Die heraldische Rose stammt aus dem gegenstandslos gewordenen Wappen der Gemeinde Gärmersdorf; sie ist aus dem Familienwappen der Hegner hergeleitet, die als Inhaber des Landsassengutes Moos von 1526 bis 1622 nachweisbar sind. Die Kombination der Bilder versinnbildlicht die neuere Geschichte der Gemeinde Kümmersbruck: Die Gemeinde Gärmersdorf wurde zum 1. Januar 1972 in die Gemeinde Köfering eingegliedert. Diese nahm gleichzeitig den Namen des Hauptortes der künftigen Gemeinde, Kümmersbruck, an. Am 1. April 1971 war schon die Gemeinde Theuern eingemeindet worden.

Dieses Wappen wurde 1972 eingeführt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde unterhält seit 1992 eine Städtepartnerschaft mit Holýšov in Tschechien. Seit 2005 findet ein regelmäßiger Jugendaustausch statt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1978 richtete der Landkreis in Theuern das Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern ein, das Exponate aus der Bergbau- und der Industriegeschichte des ostbayerischen Raumes zeigt.

Am Wasserschloss in Moos sind trotz Barockisierung die Verteidigungsbauten kleinerer Adelssitze im Spätmittelalter erkennbar. Der Wassergraben wurde erst im 20. Jahrhundert trockengelegt. Auf Schloss Moos ließ sich Kurfürst Maximilian nach der Schlacht am Weißen Berg die Stadt Amberg übergeben.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Automobilzulieferer Grammer ist ein großer Arbeitgeber. Seit 1997 verfügt Kümmersbruck über die ambulante Rehabilitationseinrichtung und Fitnessanlage MEDIFIT, ein Unternehmen der Merkl Medisport GmbH.

Arbeitsplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2017 gab es in der Gemeinde 2854 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 4347 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 1493 Personen größer als die der Einpendler. 130 Einwohner waren arbeitslos.

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016 gab es 42 landwirtschaftliche Betriebe; von der Gemeindefläche waren 1631 Hektar landwirtschaftlich genutzt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Nord-Süd-Richtung verläuft die Staatsstraße 2165 durch die Gemeinde Kümmersbruck, mit der ein Anschluss an die A 6, Auffahrt Amberg-Süd, besteht. Im nordöstlichen Gemeindegebiet wird Kümmersbruck von der Bundesstraße 85 berührt.

Im öffentlichen Personennahverkehr wird Kümmersbruck vom Stadtbus (Citybus) der Linie 409 und von verschiedenen Buslinien des RBO-Unternehmens bedient.

Kümmersbruck besaß von 1910 bis 1985 durch die Bahnhöfe Haselmühl und Theuern sowie den Haltepunkt Lengenfeld einen Anschluss an die Bahnstrecke Amberg–Schmidmühlen. Das Gleisbett wurde als Radweg zur Naherholung umgebaut.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es

  • fünf Kindertageseinrichtungen mit zusammen 402 genehmigten Plätzen und 415 Kindern (Stand 1. März 2020),
  • die Grundschule Kümmersbruck mit 14 Lehrkräften und 304 Schülern (Schuljahr 2018/19)[12] und die
  • die Mittelschule Kümmersbruck mit 20 Lehrkräften und 227 Schülern (Schuljahr 2018/19)[13]
Wappen des Logistikbataillons 472

Bundeswehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1960 ist die Gemeinde Standort der Schweppermann-Kaserne (benannt nach Seyfried Schweppermann) der Bundeswehr.
1992 wurde das Panzerbataillon 124 und 1994 das Panzerbataillon 123, beides Verbände der Panzerbrigade 12, aufgelöst.

Heute sind in der Kaserne das Logistikbataillon 472 der Streitkräftebasis, das aus dem Gebirgstransportbataillon 83 (seit 1994 in Kümmersbruck) hervorgegangen ist, sowie weitere Truppenteile wie ein Sanitätsunterstützungszentrum und Sanitätsversorgungszentrum des Sanitätsdienstes und ein Kraftfahrausbildungszentrum der Streitkräftebasis stationiert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen mit Bezug zum Ort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kümmersbruck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-003r Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtag (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinderat > Mitglieder. Gemeinde Kümmersbruck, abgerufen am 5. September 2020.
  3. Gemeinde Kümmersbruck in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 31. Juli 2020.
  4. Gemeinde Kümmersbruck, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 13. Dezember 2021.
  5. Manfred Niemeyer (Hrsg.): Deutsches Ortsnamenbuch. De Gruyter, Berlin 2012, ISBN 978-3-11-018908-7, S. 317.
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 419 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. Amtsblatt der Oberpfalz (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ropf.de, aufgerufen am 1. September 2015
  8. Ergebnis Kommunalwahl 2020. OK.VOTE, 15. März 2020, abgerufen am 16. Mai 2020.
  9. Ergebnis Kommunalwahl 2020. OK.VOTE, 15. März 2020, abgerufen am 16. Mai 2020.
  10. Ergebnis Kommunalwahl 2020. OK.VOTE, 15. März 2020, abgerufen am 16. Mai 2020.
  11. Eintrag zum Wappen von Kümmersbruck in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  12. Grundschule Kümmersbruck in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 31. Juli 2020.
  13. Mittelschule Kümmersbruck in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 31. Juli 2020.