Universalmuseum Joanneum

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Universalmuseum Joanneum
Altes Joanneum
Altes Joanneum
Daten
Ort Graz, Steiermark, Österreich
Art Universalmuseum
Eröffnung 26. November 1811[1]
Besucheranzahl (jährlich) 567.883 (2014)[2]
Leitung Wolfgang Muchitsch
Website http://www.museum-joanneum.at/

Das Universalmuseum Joanneum, ehemals Landesmuseum Joanneum ist ein Museum mit 12 Standorten in Graz und in der Steiermark. Benannt wurde es nach Erzherzog Johann, dem Gründer des Museums. Es ist das älteste und nach dem Kunsthistorischen Museum in Wien auch das zweitgrößte Museum Österreichs.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Joanneum, Innenhof Lesliehof
Zwischen „altem“ und „neuem“ Joanneum fanden während der Neugestaltung des Innenhofes umfangreiche Bauarbeiten statt

1811 erfolgte die Gründung des Joanneums durch Erzherzog Johann, ursprünglich war es sowohl Museum als auch Lehranstalt. Rund um die umfangreichen naturwissenschaftlichen Sammlungen des Erzherzogs lehrten und forschten mehrere berühmte Wissenschaftler: So entwickelte Friedrich Mohs am Joanneum die nach ihm benannte Härteskala für Mineralien, und auch der Vater der Paläobotanik, Franz Unger, gab hier sein Wissen an Studierende weiter. 1864 wurde das Joanneum in den Rang einer „k.k. Technischen Hochschule“ erhoben, aus der in weiterer Folge die Technische Universität Graz hervorging. Der räumlichen und organisatorischen Loslösung der Hochschule von der Gesamtinstitution folgte 1887 der Beschluss, die Sammlungen des Joanneums in einem Landesmuseum zu vereinigen.

In den folgenden Jahren erfolgte die Neuaufstellung der joanneischen Schausammlungen im Lesliehof in der Grazer Raubergasse. Da hier die räumlichen Verhältnisse schon bald unzureichend waren, wurde von 1890 bis 1895 in der Grazer Neutorgasse ein neues Museumsgebäude im neobarocken Stil nach Entwürfen von August Gunold realisiert - das „Neue Joanneum“.

Das 1952 eröffnete Künstlerhaus Graz wurde im Jahr 2003 ins Universalmuseum Joanneum eingegliedert. 2012 wurde es wieder aus der Zuständigkeit des Joanneums ausgegliedert und wird seit 2013 von Grazer Kunstverein als Halle für Kunst und Medien betrieben.[3]

Die beiden einander gegenüberliegenden Gebäude des Alten und Neuen Joanneums wurden von 2010 bis 2013 umfassend saniert und unterirdisch zum „Joanneumsviertel“ verbunden. Pünktlich zum 200-jährigen Gründungsjubiläum des Joanneums wurden hier 2011 die Neue Galerie Graz und die Multimedialen Sammlungen verortet. Mit der Eröffnung des neu gestalteten Naturkundemuseums am 15. März 2013 wurde dieses Projekt, das seitens der Steiermärkischen Landesregierung mit erheblichen Sonderbudgets unterstützt wurde, abgeschlossen.

Organisation und Personal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lange Zeit als Dienststelle der Steiermärkischen Landesverwaltung geführt, wurde das Joanneum im Jahr 2003 in eine gemeinnützige GmbH umgewandelt, an deren Spitze zwei Geschäftsführer standen: Peter Pakesch als Intendant und künstlerischer Leiter sowie Wolfgang Muchitsch als wissenschaftlicher Direktor. Die Universalmuseum Joanneum GmbH erlangte mit diesem Schritt mehr Eigenverantwortlichkeit und Autonomie in personeller und budgetärer Hinsicht. Das Land Steiermark bleibt jedoch - der Stiftung Erzherzog Johanns folgend - weiterhin Eigentümer der Liegenschaften und Träger der Vermögensrechte am Museum. Seit 15. Oktober 2015 ist Wolfgang Muchitsch alleiniger Geschäftsführer der Universalmuseum Joanneum GmbH.

Das Universalmuseum Joanneum beschäftigt rund 420 Mitarbeiter/innen und genießt höchste internationale Beachtung. Mehr als 4,5 Millionen Sammlungsobjekte sind die Basis für ein facettenreiches Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm, das ein breites Spektrum an Kunst, Kultur und Naturwissenschaft vermittelt. Damit folgt dieses traditionsreiche Haus seinen Gründungsaufträgen des Sammelns, Bewahrens, Forschens und Vermittelns, um auch in Zukunft ein umfassendes Bild der Natur, der Geschichte, der Kunst und Kultur der Steiermark im internationalen Kontext zu präsentieren.

Einsparungen beim Landesbudget, die für das Universalmuseum Joanneum bis Ende 2012 zirka 4,3 Millionen Euro weniger an finanziellen Mitteln bringen, machten eine umfassende Neustrukturierung notwendig, die noch 2011 abgeschlossen wurde. Die bis dahin bestehenden 24 Abteilungen wurden teilweise zusammengelegt.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Unterbringung bzw. Präsentation der Sammlungen und Ausstellungsobjekte erfolgt zurzeit in Gebäuden, die mehrheitlich Zeugnisse historischer Baukunst darstellen: Schlösser, Adelspalais, ehemalige Klosteranlagen und das Landeszeughaus in Graz, welches als größte historische Waffenkammer weltweit einzigartig ist. Aber auch markante Beispiele moderner Architektur finden sich im Verband des Universalmuseums Joanneum, z. B. das Kunsthaus Graz (2003), das Römermuseum Flavia Solva (2004) und das neue Archäologiemuseum im Park von Schloss Eggenberg (2009). 2006 gewann das Madrider Architekturbüro Nieto Sobejano Arquitectos zusammen mit dem Grazer Büro eep architekten die Ausschreibung für das neue Besucherzentrum, das unterirdisch im Hof der Gebäude Neutorgasse und Raubergasse angelegt wird; die Eröffnung erfolgte 2011.[4]

Sammlungen und Standorte in Graz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landeszeughaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das einzigartige Zeughaus in Graz gilt als die größte erhaltene historische Waffenkammer der Welt. Im Auftrag der steirischen Landstände erbaute Antonio Solar das „landschaftliche Zeughaus“ zwischen 1642 und 1644. Es war bis zum 18. Jahrhundert das wichtigste Waffendepot im Südosten des Habsburgischen Reiches. Als Maria Theresia das Heerwesen zentralisierte, wurde das Zeughaus geschlossen, blieb jedoch als „Denkmal der Geschichte des Landes“ erhalten. Seit 1892 ist das Landeszeughaus Teil des Joanneums und vermittelt die Atmosphäre einer originalen Rüstkammer des 17. Jahrhunderts. 32.000 Exponate sind erhalten, darunter Harnische, Panzerhemden, Helme, Waffen und andere Kriegsgeräte.

Joanneumsviertel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neue Galerie Graz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Neue Galerie Graz entstand 1941 durch die Teilung der 1811 gegründeten Landesbildergalerie des Joanneums in eine Alte und Neue Galerie, wobei Letztere die Bestände des 19. und 20. Jahrhunderts als neue Museumsabteilung übernahm. Die Sammlung umfasst bedeutende Bestände bildender Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts sowie der Gegenwart. Weiters verfügt die Neue Galerie über eine Grafiksammlung mit rund 40.000 Werken, eine Fotosammlung und eine Film- und Videosammlung. Regelmäßige Sonderausstellungen zeigen internationale und österreichische Gegenwartskunst sowie Werke des 19. und 20. Jahrhunderts. Seit 2011 befindet sich die Neue Galerie in den Räumlichkeiten des Neuen Joanneums im neu gestalteten Joanneumsviertel. Neben einer Dauerausstellung sind Sonderausstellungen und das sogenannte Bruseum mit Werken von Günter Brus zu besichtigen.

Naturkundemuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2013 wurde im Joanneumsviertel in den Räumlichkeiten des Alten Joanneums ein neu gestaltetes Naturkundemuseum eröffnet. Die Dauerausstellung vermittelt in einer modernen Präsentation ausgewählte Themen rund um die Vielfalt der belebten und unbelebten Natur. Zu sehen sind Objekte aus allen naturwissenschaftlichen Sammlungen des Universalmuseums Joanneum (Botanik, Geologie & Paläontologie, Mineralogie, Zoologie). Sonderausstellungen ermöglichen die vertiefte Auseinandersetzung mit wechselnden Themen.

Multimediale Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Multimedialen Sammlungen (vormals Bild- und Tonarchiv) wurden im Jahr 1960 gegründet, um für die Steiermark relevantes Foto-, Film- und Tonmaterial nicht nur zu sammeln, sondern auch zu erfassen, für wissenschaftliche und pädagogische Zwecke aufzubereiten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Sammlung besteht inzwischen aus mehr als 2,5 Millionen Fotos, zigtausenden Tonträgern und tausenden Filmen und dokumentiert die Entwicklung des Bundeslandes, beginnend bei den Anfängen der Fotografie. Seit 2011 ist die Multimediale Sammlung im Joanneumsviertel untergebracht.

Studienzentrum Naturkunde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die naturwissenschaftlichen Sammlungen des Universalmuseums Joanneum (Botanik, Geologie & Paläontologie, Mineralogie, Zoologie) sind seit Herbst 2009 im Studienzentrum Naturkunde angesiedelt, wo Sammlungspflege und Forschung auf zeitgemäßem Niveau erfolgen. Während im Studienzentrum Naturkunde neben wissenschaftlichen Arbeiten auch fachliche Auskünfte erteilt werden bzw. Vorträge und Seminare stattfinden, erfolgt die Ausstellungstätigkeit der Sammlungen im Naturkundemuseum, das Teil des Joanneumsviertels ist.

Botanik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Farne, Blütenpflanzen, Pilze und Moose – getrocknet, gepresst, gespannt, in Papierkapseln verpackt: Der Kern der Botanischen Sammlung besteht aus mehr als einer halben Million unterschiedlicher, haltbar gemachter Pflanzen. Spezialsammlungen mit Früchten, Samen und Obstmodellen sowie eine umfangreiche Xylothek (Holzbibliothek) ergänzen das Herbarium, das nicht nur ein umfassendes Archiv der steirischen Pflanzenwelt darstellt, sondern die Basis für Forschungsarbeiten zur heimischen Vegetation.

Geologie & Paläontologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

500 Millionen Jahre steirische Geschichte sind hier versammelt: Versteinerte Reste früherer Lebewesen erzählen von Eiszeiten, tropischen Meeren, Ur- und Sumpfwäldern. Neben dem Urelefanten, dem Höhlenbären und dem Riesenhirsch zählen Korallen, Muscheln und Fische zu den Herzstücken der Sammlung. Seit 1998 organisiert die Abteilung Geologie & Paläontologie Fossiliengrabungen mit Schulen.

Mineralogie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der mineralogische Sammlungsbestand ging aus der Privatsammlung Erzherzog Johanns hervor, die mehrere tausend Stücke umfasste. Heute auf rund 80.000 Objekte angewachsen, präsentiert die Sammlung Mineralien aus der ganzen Welt sowie eine steirische Regionalsammlung. Die Mineralogie am Landesmuseum Joanneum war auch die Wirkungsstätte von Friedrich Mohs, der hier seine Härteskala erfand, die heute noch maßgebend ist. Er war der erste Kustos des Joanneums.

Zoologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sammlung umfasst etwa 850.000 Objekte sammelt die für die jeweiligen Lebensräume typischen Arten, wobei die Wirbeltiere im Schaubereich anteilsmäßig den größten Teil einnehmen. Beispiele aus anderen Regionen – von den Meeresküsten bis zur ursprünglichen Tierwelt Australiens – runden die Sammlungsbestände ab. Schwerpunkte der wissenschaftlichen Sammlungen sind u.a. Insekten und Weichtiere (Mollusken) bei den wirbellosen Tieren sowie Skelette und Vogeleier bei den Wirbeltieren.

Kunsthaus Graz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kunsthaus Graz, ein gemeinsames Engagement des Landes Steiermark und der Stadt Graz im Rahmen des Universalmuseums Joanneum, verschreibt sich der lebendigen Begegnung mit Kunst.[5]

Es ist ein Ausstellungshaus der internationalen zeitgenössischen Kunst, das in regelmäßigen Wechselausstellungen internationale Tendenzen zeigt und diese in einen nationalen wie regionalen Zusammenhang stellt. Das Kunsthaus Graz ist der Freiheit der Kunst verpflichtet. Es ist in seinem Programm unabhängig, diskursiv und steht allen Menschen in einer diversen Gesellschaft im Wandel offen. Als architektonischer Schlusspunkt des „Europäischen Kulturhauptstadtjahres“ öffnete das Kunsthaus Graz 2003 seine Pforten. Mittlerweile ist der „Friendly Alien“ mit seiner biomorphen Architektur von Peter Cook und Colin Fournier nicht nur Anziehungspunkt für Kunst- und Kulturinteressierte aus aller Welt, sondern auch essenzieller Bestandteil der städtebaulichen Identität der Stadt Graz.

Als Ausstellungszentrum für Gegenwartskunst zeigt es österreichische und internationale Kunst seit 1960. Die BIX Medienfassade des Kunsthauses Graz, gestaltet von den Berliner Designern „realities:united“, stellt eine einzigartige Fusion aus Architektur und Medientechnologie dar. Wie ein urbaner Bildschirm dient sie als Instrument für künstlerische Kommunikation.

Kulturhistorische Sammlung im „Museum im Palais“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kulturhistorische Sammlung umfasst etwa 35.000 Objekte aus allen Bereichen künstlerisch gestalteter Lebenskultur – vom Mittelalter bis zur Gegenwart: Zeugnisse zur steirischen Geschichte und Beispiele aristokratischer und bürgerlicher Wohnkultur, kunstgewerbliche Arbeiten aus Metall, Holz, Elfenbein, Keramik, Glas und Textilien sowie eine Schmiedeeisen-, eine Kostüm- und eine Musikinstrumentensammlung.[6] Zu den bedeutendsten Objekten zählen der Steirische Herzogshut, der Prunkwagen Kaiser Friedrichs III. sowie ein Wappenstein der Grazer Burg. Seit 2011 wird die Kulturhistorische Sammlung im „Museum im Palais“ in der Grazer Sackstraße durch eine Dauerausstellung präsentiert. Thematisch wechselnde Sonderausstellungen vertiefen und ergänzen die Schau.

Schloss Eggenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Eggenberg, die bedeutendste Schlossanlage der Steiermark, ist umgeben von einem weitläufigen Landschaftsgarten. Nach dem Vorbild des spanischen Escorial ist es zugleich beeindruckender Repräsentationsbau und komplexe Allegorie des Universums. Zentrum des vielschichtigen Gedankengebäudes ist ein kostbares Ensemble historischer Interieurs. Der Zyklus von 24 Prunkräumen mit originaler Ausstattung des 17. und 18. Jahrhunderts gehört zu den bedeutendsten Ensembles historischer Innenräume, die Österreich besitzt. Höhepunkt dieser Raumfolge ist der 1685 fertiggestellte Planetensaal, der seinen Namen dem Gemäldezyklus des Hofmalers Hans Adam Weissenkircher verdankt. Mit seinem vielschichtigen Bildprogramm, das astrologische und hermetische Vorstellungen, Zahlensymbolik und Familienmythologie zu einer komplexen Allegorie zum Ruhme der Familie Eggenberg verschmilzt, gehört er zu den beeindruckendsten Raumkunstwerken des frühen Barock in Mitteleuropa.

Alte Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sammlung der Alten Galerie enthält Meisterwerke europäischer Kunst vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jahrhunderts.[7] Die Dauerausstellung im Schloss Eggenberg ist nach einem innovativen Konzept aufgestellt: Nicht mehr chronologisch, sondern nach Themen geordnet, laden Exponate z. B. von Lucas Cranach d. Ä., Pieter Brueghel dem Jüngeren oder Martin Johann Schmidt sowie herausragende mittelalterliche Arbeiten wie die Admonter Madonna zum Flanieren zwischen den Zeitaltern ein. Thematisch wechselnde Sonderausstellungen wie etwa „Rembrandt. Radierungen“ oder „Mit kühnen Pinselstrichen. Barocke Ölskizzen der Alten Galerie“ ergänzen den facettenreichen Bilderbogen der Dauerausstellung. Die Bestände des Kupferstichkabinetts der Alten Galerie sind nach Voranmeldung einsehbar und enthalten Handzeichnungen und Druckgrafiken von 1500 bis Ende des 18. Jahrhunderts. Darunter finden sich u. a. Werke von Rembrandt, Albrecht Dürer und Giambattista Piranesi.

Münzkabinett[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch das geht auf die Privatsammlung Erzherzog Johanns zurück und ist mit mehr als 70.000 Objekten die zweitgrößte öffentliche Münzensammlung Österreichs.[8] Die bedeutendsten Stücke der Sammlung sind römerzeitliche Fundmünzen der Steiermark, Friesacher und Grazer Pfennige des Mittelalters sowie Münzen und Medaillen aus den innerösterreichischen Münzstätten Graz, Klagenfurt und St. Veit sowie aus anderen Ländern der Donaumonarchie. Die Dauerausstellung des Münzkabinetts ist im ältesten Teil von Schloss Eggenberg angesiedelt.

Archäologiemuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologiemuseum Schloss Eggenberg

Das Archäologiemuseum zeigt rund um zeitlose Themen menschlicher Existenz mehr als 1200 Objekte aus vergangenen Lebenswelten. Die zweitgrößte archäologische Sammlung Österreichs vereint Zeugnisse menschlicher Existenz aus der „steirischen“ Urzeit mit Funden aus der Klassischen Antike, des Alten Orients und Ägyptens. Eine weltweit einzigartige Attraktion ist der Kultwagen von Strettweg, eine Grabbeigabe aus der Hallstattzeit, die im 2009 neu eröffneten Archäologiemuseum zu bewundern ist. Eine der bedeutendsten Römersteinsammlungen des Ostalpenraums ist im angeschlossenen Lapidarium zu sehen: 96 Steine – Grabsteine, -denkmäler, -medaillons und Rundskulpturen –, drei Bodenmosaike sowie als herausragendes Exponat die fast drei Meter hohe Grabstele des L.Cantius sind darin ausgestellt.

Inhaltlich eng an das Archäologiemuseum anschließend, vermittelt das Römermuseum Flavia Solva im südsteirischen Wagna am bedeutendsten römerzeitlichen Fundort der Steiermark Wissenswertes über Alltag, Götterverehrung und Totenkult in der ehemals kultiviertesten Stadt der römischen Provinz Noricum.

Volkskundemuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Volkskundemuseum beherbergt die älteste und umfangreichste volkskundliche Sammlung der Steiermark. Die neu konzipierte Schausammlung bietet Einblicke in Kultur und Lebensweise der Steiermark in vorindustrieller Zeit. Dabei widmet sie sich vor allem den Themen „Wohnen“, „Kleiden“ und „Glauben“ und zeigt die sozialen und kulturellen Beziehungen zwischen den Menschen und den von ihnen hinterlassenen Objekten. Besonderheiten der Sammlung sind die originale Rauchstube und der Trachtensaal.

Sammlungen und Standorte außerhalb von Graz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jagdmuseum und Landwirtschaftsmuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Stainz in der Weststeiermark beherbergt zwei Standorte des Universalmuseums Joanneum:

Das Jagdmuseum begreift die Jagd als historisches, soziologisches und philosophisch-ethisches Phänomen und klärt über die Zusammenhänge von Jagd, Wildökologie und Natur auf. Die Ausstellungsstücke – darunter barocke Trophäen, historisch einzigartige Waffen, Gemälde und Kunstobjekte – tragen dazu bei, die Entwicklung der Jagd von der Steinzeit über die Römerzeit bis zur höfischen und bürgerlichen Periode zu veranschaulichen.[9]

Die Landwirtschaftsmuseum beruft sich auf den fortschrittlichen Geist Erzherzog Johanns, der im Jahr 1840 die Herrschaft Stainz erwarb. Die Schwerpunkte der Sammlung zeigen die bäuerliche Arbeit vor der Industrialisierung sowie Geräte und Fotodokumentationen zu den Bereichen Ackerbau und Viehzucht. Originale Stubeneinrichtungen aus dem 17. und 18. Jahrhundert vermitteln unterschiedliche Dimensionen des bäuerlichen Wohnens in der Steiermark. Im Freigelände veranschaulichen eine Krautgrube, eine Schmiede, ein Kräutergarten, ein Obstgarten und ein Versuchsacker die Vielfalt landwirtschaftlicher Arbeitsbereiche.

Schloss Trautenfels[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das am Fuße des Grimmings gelegene Barockschloss Trautenfels präsentiert in einer ständigen Schausammlung rund 1000 Exponate zur Natur- und Kulturgeschichte sowohl des Ennstales als auch des Ausseerlandes. Zusätzlich sind das Geweihzimmer des Grafen Lamberg, der prächtige Marmorsaal und die reich verzierten Prunkräume für Besucher geöffnet.

Österreichischer Skulpturenpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehr als 60 Skulpturen, eingebettet in einen sieben Hektar großen Park mit Rosenhügeln, Lotusblütenteichen und Labyrinthen, gibt es im Süden von Graz zu entdecken: Im Österreichischen Skulpturenpark können sich Besucher/innen seit seiner Gründung im Jahr 2003 einen Überblick über – vorwiegend österreichische, aber auch internationale – zeitgenössische Skulptur und plastische Kunst verschaffen und gleichzeitig die geschwungene Gartenanlage des Schweizer Landschaftsarchitekten Dieter Kienast genießen.

Darunter liegt die zu sanierende Altlast ST29, die Bauschutt- und Hausmüll-Deponie Schwarzl aus den 1960er-Jahren.[10]

Rosegger-Geburtshaus Alpl und Rosegger-Museum Krieglach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der steirische Volksdichter Peter Rosegger schöpfte oft aus den Erinnerungen an seine Kindheit am Alpl und prägte für diesen Ort den Begriff „Waldheimat“. Sein Geburtshaus erinnert an das bescheidene Leben der Bergbauernfamilie und ist noch heute nur zu Fuß erreichbar. Ein halbstündiger Spaziergang durch die Alpler Waldlandschaft führt hinauf zum Gebäudeensemble, das aus Wohnhaus, Stallungen, Scheune, Feldkasten und einer Flachsdörrhütte besteht.

Im ehemaligen Landhaus von Peter Rosegger in Krieglach zeichnet eine Ausstellung wichtige Stationen seines Lebens und Schaffens nach und gibt einen authentischen Einblick in den privaten Lebensstil des Autors. Sein Arbeitsraum sowie sein Sterbezimmer sind im ursprünglichen Zustand erhalten. Vor allem im Vergleich zum beschiedenen Geburtshaus vermittelt dieses Museum auch Roseggers sozialen Aufstieg vom Bergbauernkind zum erfolgreichen Schriftsteller.

Beide Standorte wurden 2013 in das Universalmuseum Joanneum eingegliedert.[11]

Schenkung 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12. April 2016 schenkte der aus der Steiermark stammende und in Wien lebende Kunstsammler Helmut Suschnigg von sich aus dem Museum rund 470 Werke, den Großteil seiner Sammlung, – Malerei, Grafik und Plastik – darunter Arbeiten von Roy Lichtenstein, Andy Warhol und Erwin Wurm. Der deutliche Zuwachs für das Museum stellt mit seinem Schwerpunkt Pop-Art Neuland für die Neue Galerie dar.[12]

Auszeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Universalmuseum Joanneum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Joanneumsviertel wurde eröffnet! In: Joanneumsviertel. Abgerufen am 12. Juli 2015.
  2. Geschäftsbericht 2014. Abgerufen am 13. Juli 2015.
  3. Künstlerhaus Graz wird "Halle für Kunst und Medien". In: DerStandard. 21. Januar 2013, abgerufen am 13. Juli 2015.
  4. Planung & Bau. In: Joanneumsviertel. Abgerufen am 12. Juli 2015.
  5. Über das Kunsthaus Graz – Leitbild.
  6. Museum im Palais.
  7. Alte Galerie, Schloss Eggenberg.
  8. Münzkabinett
  9. Jagdmuseum Schloss Stainz
  10. http://www.umweltbundesamt.at/umweltschutz/altlasten/altlasteninfo/altlasten/steiermark/st29 Altlast ST 29: Deponie Schwarzl, Umweltbundesamt, November 2012, aktualisiert 1. Jänner 2014, abgerufen 25. Dezember 2015.
  11. Jahresbericht 2013. Abgerufen am 12. Juli 2015.
  12. Großzügige Schenkung: 470 Werke für Joanneum orf.at 12. April 2016, abgerufen 12. April 2016.

Koordinaten: 47° 4′ 21″ N, 15° 26′ 13″ O