Künstlerhaus Stuttgart

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Die Fassade des Künstlerhaus
Das Künstlerhaus von außen

Das Künstlerhaus Stuttgart ist ein 1978 gegründetes Künstlerhaus in Stuttgart.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Künstlerhaus wurde 1978 von Stuttgarter Künstlern gegründet und hat sich seitdem zu einer überregional und international profilierten Institution für zeitgenössischen Kunst entwickelt. Schwerpunkte des Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramms sind die Vermittlung neuester Tendenzen im Bereich der bildenden Kunst, Architektur, Design und Theorie sowie die Verknüpfung lokaler und internationaler Auseinandersetzungen. Daneben unterhält das Künstlerhaus technische Werkstätten, die Künstlern zur Verfügung stehen, sowie ein Atelierprogramm.

Das Künstlerhaus befindet sich im Gebäude einer ehemaligen Kofferfabrik in der Reuchlinstraße im Stuttgarter Westen und verfügt über insgesamt vier Stockwerke mit 600 m² Ausstellungsfläche. Das Künstlerhaus wird von der Stadt Stuttgart finanziell unterstützt.

Die künstlerische Leitung des Hauses wurden jeweils auf vier Jahre, ab 2015 auf fünf Jahre durch den künstlerischen Beirat des Künstlerhauses sowie Vertretern der Stadt Stuttgart ausgewählt.

Die bisherigen Leiter waren:

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwerpunkte des Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramms bilden Einzelpräsentationen internationaler junger Künstler sowie historischer Positionen, die für die Kunstdiskurse der Gegenwart von zentraler Bedeutung sind. Zu den Ausstellungen der letzten Jahre gehörten etwa Einzelpräsentationen von Andreas Gursky, Cosima von Bonin, Olafur Eliasson oder Liam Gillick. Historische Ausstellungen umfassten Filme und Modelle von Gordon Matta-Clark und eine Ausstellung mit Videos und Dokumenten des Architekten Oskar Hansen. Zusätzlich zeigt das Künstlerhaus thematische Präsentationen, die auf kulturelle und gesellschaftspolitische Fragestellungen fokussieren. In der Regel werden 6 bis 8 Ausstellungen pro Jahr auf den zwei Ausstellungsebenen präsentiert. Die Ausstellungen werden durch Vorträge, Diskussionsveranstaltungen und Filmprogramme ergänzt.

Das Programm des Künstlerhauses wird durch die Künstlerische Leitung ausgerichtet, die jeweils auf vier Jahre durch den Beirat des Künstlerhauses berufen wird. Zu den bisherigen Leitern zählen Ulrich Bernhardt (Künstler und Kurator, Stuttgart), Veit Görner (Kestner-Gesellschaft, Hannover), Ute Meta Bauer (Direktorin Visual Arts Program, MIT, Cambridge/USA), Nicolaus Schafhausen (Witte de With, Rotterdam/Kurator der deutschen Pavillons, Biennale Venedig), Fareed Armaly (Künstler, Berlin), Elke aus dem Moore (Institut für Auslandsbeziehungen Stuttgart) und Axel John Wieder (Kurator, Berlin).

Werkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Werkstätten bieten den regionalen Kunstschaffenden die notwendigen Produktionsräume zur Realisierung künstlerischer Projekte und ermöglichen den ausstellenden internationalen Künstlerinnen und Künstlern, ortsspezifische Projekte im Haus zu realisieren. Künstler werden bei der Realisierung ihrer Projekte durch die jeweiligen Werkstattleiter unterstützt.

Die Werkstätten (Audio-, Computer-, Druck-, Film-, Videowerkstatt, Fotolabor und Keramik) befinden sich in den Räumlichkeiten im Künstlerhaus. Weitere Angebote umfassen regelmäßige Einsteigerkurse und thematische Seminare. Die Werkstätten sind nicht nur Orte der Produktionen für lokale Kunstschaffende, sondern sind gleichzeitig Schnittstellen des künstlerischen Austausches.

Die Kinderwerkstatt des Künstlerhauses Stuttgart e.V. befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Künstlerhaus in der Augustenstr. 67b. Hier treffen sich jeden Nachmittag Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 4 und 14 Jahren. Mit der Hilfe und Anleitung einer Künstlerin oder eines Künstlers werden Materialien und gestalterische Techniken in freier und spielerischer Weise erprobt.

Atelierprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das interdisziplinäre Atelierprogramm richtet sich an professionelle Künstler, Architekten, Designer und Autoren. Das Stipendium wird jährlich ausgeschrieben. Die Stipendiaten haben freien Zugang zu den hauseigenen Werkstätten und die Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit der Künstlerischen Leitung eine Ausstellung oder Präsentation der entstandenen Arbeiten zu entwickeln. Die zu vergebenden Arbeitsräume sind jeweils etwa 25 m² groß, zusätzlich steht ein geräumiger Vorraum zur gemeinsamen Nutzung mit den anderen Stipendiaten zur Verfügung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 48° 46′ 10,6″ N, 9° 9′ 39,6″ O