Künstlerische Fotografie

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'Noire et Blanche' von Man Ray (1926)
Reichstagsgebäude von Christo und Jeanne-Claude (1995)

Als künstlerische Fotografie, Fotokunst oder Kunstfotografie werden Anwendungen fotografischer Mittel bezeichnet, bei denen ein inhaltliches oder formales Anliegen ausgedrückt werden soll (und deren Zweck meist nicht unmittelbar die kommerzielle Verwertung ist). Teilbereich ist die experimentelle Fotografie.

Auftrag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der künstlerischen Fotografie kann das Medium Fotografie als künstlerisches Ausdrucksmittel oder zum Erzielen aufklärerischer, sozialkritischer oder anderer ideologischer bzw. politischer Wirkungen verwendet werden. Im Allgemeinen kann bei der künstlerischen Fotografie das Foto auch als Werk bezeichnet werden und ist als bildende Kunst zu verstehen. Nach dieser Definition geben Fotos nicht die Wirklichkeit wieder, sondern sind die Interpretation eines Moments. Solche künstlerischen Fotos sind zumeist Teile aus sogenannten Serien. Die Betrachtung der gesamten Serie, anstatt eines einzelnen Werkes, kann das Erfassen der beabsichtigten Aussage erleichtern. In der Kunstfotografie kann es auch zu Korrekturen am Bild im Labor oder am Computer kommen, dabei sind der Kreativität des Künstlers keine Grenzen gesetzt.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kunstcharakter der Fotografie war lange Zeit umstritten: Charles Baudelaire führte dies bereits in seinem Werk "Die Fotografie und das moderne Publikum" im Jahre 1859 aus. Baudelaire beschäftigte sich mit dem Einfluss der Fotografie auf die Kunst und ebenso mit den tiefgreifenden Veränderungen der Kunstwahrnehmung: Ästhetische Erziehung und Geschmacksbildung wurde nun neben den klassischen Künsten aus durch die Fotografie bestimmt. Baudelaire sah hier die Geschlossenheit der Künste durch ein neues Medium erweitert. Baudelaire erkannte auch die Konkurrenz innerhalb der Kunst: Der Porträtmaler stand nun dem Porträtfotografen gegenüber. Baudelaire kritisierte die Bestrebungen, die Natur zu kopieren, ohne ihr Wesen zu kennen, als eine gegenüber der wahren Kunst feindlich eingestellte Lehre. Diese Kritik manifestiert sich bis heute: Die realistische oder auch idealisierte Abbildung wird oft kritisiert. Künstlerische Fotografie bedeutet bis heute, Wahrnehmung, Dialog und Schöpfung. Zugespitzt formuliert der Kunsttheoretiker Karl Pawek in seinem Buch Das optische Zeitalter (1963): „Der Künstler erschafft die Wirklichkeit, der Fotograf sieht sie.“[1]

Die Digitalfotografie und die massenhafte Verbreitung von Kameras führte zu neuen Diskussionen über den Kunstgehalt der Fotografie. So ist heute die gewohnte und immer wieder gesteigerte Ästethik oft ein Kritikpunkt und die geschickte Vermarktung von bekannten Fotografen, die sich in immer neuen Rekorden bei Auktionen widerspiegelt. Kritiker schöner oder perfekter Bilder kehren damit zu Baudelaire zurück: Es kommt auf das Wesen der Dinge, auf Kritik, auf Wege in die Zukunft an. Fotografie als Kunstform muss Fragen stellen.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine erste Kunstfotografie entstand Mitte des 19. Jahrhunderts mit dem Bemühen, mit der Kamera die Malerei zu imitieren, einerseits wurden Bilder z. B. unschärfer gemacht, andererseits wurden in Studios Menschen in malerischen Umgebungen abgebildet, neben einer auf dem Teppich stehenden griechischen Säule beispielsweise. Die jüngere Differenzierung zwischen künstlerischer und angewandter Fotografie hat sich etwa ab 1945 herausgebildet. Die Anfänge der künstlerischen Fotografie setzen stilistisch in der Kunst des späten Biedermeier an, deren Ziel die möglichst authentische Darstellung der Wirklichkeit war. Vor allem die bei der Kamera zwingende scharfe Abgrenzung des Bildrandes durch das Bildformat war im Biedermeier bereits gemalt worden, um die Reihung der Motive als Teile ihrer Welt zu zeigen; Kleinbürgertum gegenüber der egozentrischen Sicht des Adels auf die Welt. Auf der anderen Seite war die Fotografie stilbildend für den Impressionismus (Momentfotografie), dessen erste Ausstellung in einem Fotoatelier stattfand, bei Nadar. Die künstlerische Fotografie löste sich jedoch rasch von dieser Zielsetzung und gliederte sich in zahlreiche Stilrichtungen und Genres auf.

Stilrichtungen und Genres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur künstlerischen Fotografie gehören zumindest teilweise die Stilrichtungen Dokumentar-, Reportage-, Porträt-, Industrie-, Architektur-, Werbe-, Mode-, Akt-, Natur- und Landschafts-, Genre- und Experimentelle Fotografie. Auch die Dokumentation und fotografische Interpretation künstlerischen Wirkens, wie beispielsweise der Aktionen und Werke des Künstlerpaars Christo und Jeanne-Claude können zur künstlerischen Fotografie gezählt werden.

Kunstfotografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereinigungen künstlerischer Fotografen:

Zeitschriften:

Galerien:

Bedeutende Vertreter (Auswahl):

Experimentelle Fotografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kunststile, in denen mit experimenteller Fotografie gearbeitet wird:

Typische Methode



Bedeutende Vertreter:

Fotocollage und Fotomontage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedeutende Vertreter:

Entwicklung, Abzüge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dr.-Berthold-Roland-Fotokunstpreis wurde aus Anlass seines 80. Geburtstages am 24. Februar 2008 von der Rheinland-Pfalz Bank gestiftet und ist mit 2000 Euro datiert. Er wird im zweijährlichen Turnus an Nachwuchsfotokünstler verliehen.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studiengänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • U. Berns: Fotografie und Fotolabortechnik. Itzehoe 1990
  • Otto Croy: Schritt um Schritt zur Foto Grafik. Heering, Seebruck 1964/1972
  • Michael Fried: Why Photography Matters as Art as Never Before. Yale University Press, Yale 2008
  • Stefan Gronert: Die Düsseldorfer Photoschule. Photographien 1961–2008. Hrgg. von Lothar Schirmer. Schirmer/Mosel, München 2009.
  • Walter Koschatzky: Die Kunst der Photographie – Technik, Geschichte, Meisterwerke. Köln 1993
  • Fritz Matthies-Masuren: Die künstlerische Photographie. Velhagen & Klasing, Bielefeld/Leipzig 1922
  • Andreas Schalhorn (Hg.): Neue Realitäten. FotoGrafik von Warhol bis Havekost. Wienand. Köln 2011. ISBN 978-3-86832-061-9.
  • H. Schulz: Fotoschule. München 1989.
  • Gabriele Richter, Josef H. Neumann. Chemogramme: Color Foto. Heft 12, 1976
  • Harald Mante, Josef H. Neumann: Filme kreativ nutzen. Verlag PHOTOGRAPHIE, Schaffhausen 1987, ISBN 3-7231-7600-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karl Pawek: Das optische Zeitalter. Olten/Freiburg i. Br., 1963, S. 58.