Küstenwache des Bundes

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen der Küstenwache

Die Küstenwache des Bundes bildet als Koordinierungsverbund von Bundesbehörden die Küstenwache der Bundesrepublik Deutschland.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beteiligten Behörden stimmen den Einsatzplan der Fahrzeuge ab und steuern im Lagezentrum See des Maritimen Sicherheitszentrum Cuxhaven (MSZ) die aktuellen Einsätze für Nord- und Ostsee. Das Küstenwachzentrum Ostsee in Neustadt wurde aufgelöst.

Zuständigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Küstenwache gehören Fahrzeuge folgender Bundesministerien, Behörden und Bundesanstalten an:

Zuständige Behörden/Anstalten: Organisation/Verwaltungszweig: Übergeordnetes Ministerium:
Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt Bundespolizei (BPol) Bundesministerium des Innern (BMI)
Außenstellen Kiel und Aurich der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)
Kontrolleinheit See (Hauptzollämter) Bundeszollverwaltung (BZV) Bundesministerium der Finanzen (BMF)
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

Die Weisungsbefugnisse liegen unabhängig von dieser Organisation weiter bei den entsprechenden Behörden, nämlich der Bundespolizei, dem Wasserzoll (Hauptzollämter), den Wasserstrassen- und Schifffahrtsämtern und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kennzeichnung am Schiffsrumpf der deutschen Küstenwache

Es werden zahlreiche Schiffe und Boote der genannten Institutionen (u. a. BPOL: sechs Schiffe; Zoll: acht Zollboote und vier Zollkreuzer; WSV: vier hochseegängige Mehrzweckschiffe, BLE: drei Fischereischutzboote) eingesetzt.

Die Fahrzeuge sind optisch einheitlich (Schriftzug „Küstenwache“, die Schwarz-Rot-Gold-Kennzeichnung am Schiffsrumpf und das Wappen der Küstenwache), allerdings unterscheiden sich die Grundfarben. Die Grundfarbe der Fahrzeuge der Bundespolizei und des Zolls ist Blau (früher Grün), die der Wasserstrassen- und Schifffahrtsverwaltung Schwarz und in der Regel mit weißen Aufbauten und die der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung Schwarz mit grauen Aufbauten und der zusätzlichen Beschriftung „Fischereischutz“.

Mit der Einführung der Potsdam-Klasse im Frühjahr 2019 verfügt die Bundespolizei erstmals seit 20 Jahren wieder über Schiffe mit Decksbewaffnung. Ausgerüstet werden die drei 86 m langen Schiffe mit einem Schiffsgeschütz MK110 Kaliber 57 Millimeter von BAE Systems.[1] Kleinere Einheiten führen teilweise neben den normalen Dienstwaffen der Beamten noch zusätzlich Maschinenpistolen und/oder Sturmgewehre mit.

Liste von Fahrzeugen der Küstenwache des Bundes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schiffe
Schiff Kennung Standorthafen Behörde Länge Indienststellung Bild
Bad Bramstedt BP 24
DBGX
Neustadt in Holstein BPOL 66 2002 Bad Bramstedt
Bayreuth BP 25
DBGY
Neustadt in Holstein BPOL 66 2003 Bayreuth
Eschwege BP 26
DBGZ
Rostock BPOL 66 2003 Eschwege
Potsdam BP 81
DBBM
Cuxhaven BPOL 86 2019 Potsdam
Bamberg BP 82
DBBO
Rostock BPOL 86 2019 Bamberg
Bad Düben BP 83
DBBP
Cuxhaven BPOL 86 2019 Bad Düben
Schleswig-Holstein DLVB Büsum Zoll 38 1988 Schleswig-Holstein
Helgoland DBHA Cuxhaven Zoll 49 2009 Helgoland
Borkum DBHD Cuxhaven Zoll 49 2010 Borkum
Seeadler DBFC Rostock BLE 72 2000 Seeadler
Seefalke DBFI Cuxhaven BLE 73 2008 Seefalke
Meerkatze DBFX Cuxhaven BLE 73 2009 Meerkatze
Scharhörn DGOQ Kiel WSV 56 1974 Scharhörn
Mellum DBPG Wilhelmshaven WSV 80 1984 Mellum
Neuwerk DBJM Cuxhaven WSV 79 1998 Neuwerk
Arkona DBBU Stralsund WSV 69 2005 Arkona

Sonderlösung Schleswig-Holstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Koordinierungsverbund Küstenwache bestand in Schleswig-Holstein von 1995 bis zur Auflösung Ende 2005 eine selbstständige Küstenwache des Landes Schleswig-Holstein als Verbund von Wasserschutzpolizei, Amt für ländliche Räume (ALR) und Landesamt für Natur und Umwelt. Da die Zusammenlegung der Kompetenzen unter einem gemeinsamen Dach auf Bundesebene am Widerstand anderer Bundesländer scheiterte, beschloss Schleswig-Holstein, diesen Verbund aufzulösen.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uwe Jenisch: Argumente für eine Deutsche Küstenwache. In: HANSA, Heft 6/2009, S. 66–71. Schiffahrts-Verlag »Hansa« C. Schroedter, Hamburg 2009, ISSN 0017-7504

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Küstenwache des Bundes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kanonen für die Polizei : Augen geradeaus. Abgerufen am 17. Dezember 2018.