Kəlbəcər (Stadt)

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Kəlbəcər
Staat: AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan
Koordinaten: 40° 6′ N, 46° 2′ OKoordinaten: 40° 6′ 24″ N, 46° 2′ 18″ O
Höhe: 1589 m
 
Einwohner: 491
Zeitzone: AZT (UTC+4)
Kəlbəcər (Aserbaidschan)
Kəlbəcər (40° 6′ 24″ N, 46° 2′ 18″O)
Kəlbəcər

Kəlbəcər (auch Kälbäcär; armenisch Քարվաճառ, Karwatschar, kurdisch Kelbajar, russisch Кельбаджар Kelbadschar) ist eine Stadt in Aserbaidschan in der Region Bergkarabach nahe der armenischen Grenze. Sie ist Hauptstadt des aserbaidschanischen Rayons Rayons Kəlbəcər. Kəlbəcər liegt im Tal des Tartar im Gebiet zwischen der Republik Armenien und der ehemaligen Autonomen Oblast Bergkarabach. Die Stadt liegt in 1589 m Höhe, 320 km westlich von der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku.

Laut Volkszählung der Republik Bergkarabach von 2005 hatte die Stadt 491 Einwohner.[1]

Von 1923 bis 1929 war Kəlbəcər Teil der autonomen Provinz Rotes Kurdistan und war seinerzeit mehrheitlich von Kurden besiedelt. Nach der Auflösung des roten Kurdistans wurden ab 1937 viele Kurden im Zuge der stalinistischen Säuberungen nach Zentralasien deportiert.

1970 hatte die Siedlung städtischen Typs etwa 5000,[2] 1991 etwa 7500 Einwohner.[3] Die Viehzucht war der wichtigste Wirtschaftszweig.

Im Zuge des Bergkarabachkonflikts wurde die Stadt im Zuge der Schlacht von Kelbadschar im April 1993 von Armenien besetzt. Die meisten muslimischen Einwohner (Aseris, Kurden) flohen daraufhin aus der Stadt, überwiegend ins Kernland Aserbaidschans. In der Zeit danach wurden durch die armenische Regierung armenische Flüchtlinge aus Aserbaidschan in der Stadt angesiedelt. Mit etwa 500 Einwohnern im Jahre 2010 war die Einwohnerzahl auf ein Fünfzehntel des Jahres 1991 geschrumpft.

Bis November 2020 stand die Stadt unter Kontrolle der nicht anerkannten Republik Arzach und war dort Verwaltungssitz der Bergkarabach-Provinz Schahumjan. Nach den Bestimmungen des Waffenstillstandsabkommen im Bergkarabachkrieg 2020, von dem die Gegend aufgrund ihrer Lage kaum direkt betroffen war, wurde sie am 25. November 2020 wieder unter aserbaidschanische Kontrolle gestellt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kəlbəcər – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Results of 2005 census of the Nagorno-Karabakh Republic: Qarvachar (PDF; 227 kB)
  2. Artikel Kəlbəcər in der Großen Sowjetischen Enzyklopädie (BSE), 3. Auflage 1969–1978 (russisch)http://vorlage_gse.test/1%3D60543~2a%3DK%C9%99lb%C9%99c%C9%99r~2b%3DK%C9%99lb%C9%99c%C9%99r
  3. Большой Энциклопедический словарь: Кельбаджар