Kühnitzsch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Kühnitzsch
Gemeinde Lossatal
Koordinaten: 51° 22′ 39″ N, 12° 49′ 54″ O
Einwohner: 301 (31. Dez. 2016)
Eingemeindung: 1. April 1997
Eingemeindet nach: Falkenhain
Postleitzahl: 04808
Vorwahl: 034262
Kühnitzsch (Sachsen)
Kühnitzsch

Lage von Kühnitzsch in Sachsen

Kühnitzsch ist ein Gemeindeteil der sächsischen Gemeinde Lossatal im Landkreis Leipzig.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kühnitzsch liegt etwa 6 Kilometer östlich von Wurzen in der Leipziger Tieflandsbucht.

Nachbarorte von Kühnitzsch sind Müglenz im Norden, Falkenhain im Nordosten, Dornreichenbach und Heyda im Osten, Trebelshain im Süden, Körlitz im Westen sowie Zschorna und Watzschwitz im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

KühnitzschKirche.JPG
Kirche Kühnitzsch
Schloss Kühnitzsch.JPG
Schloss Kühnitzsch
Bockwindmühle Kühnitzsch.JPG
Bockwindmühle Kühnitzsch (2012)

Die erste belegte Ortsnamenform datiert von 1218 als Chins. Das Dorf Kühnitzsch entstand aus dem Sattelhof Kühnitzsch und den Ansiedlungen Rauden und Naundorf.[1]

Um 1203 entstand ein Rittergut samt umgebenden Wassergraben, später erfolgte die Errichtung einer Wasserburg, deren Kern überwiegend auf das 17. Jahrhundert zurückgeht.[2]

Die Kühnitzscher Mühle wird 1588 erstmals im Verzeichnis der Windmühlen aufgeführt, von 1672 datiert der erste Hinweis im Kirchenbuch. 1812 erfolgte der Umbau der Mühle in ihrer heutigen Gestalt.[3]

August Schumann nennt 1818 im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen Kühnitzsch betreffend u. a.:

„[…] ein schrifts. Rittergut und Dorf […]. Es ist mit 13 Hufen belegt und hat eine Pfarrkirche und Schule, die unter der Insp. Wurzen und der Collatur des dasigen Ritterguts stehen. Außer dem hiesigen Dorfe gehören zu den letztern noch schrifts. Das Dorf Watzschwitz, das Vorwerk Zwochau und die Schickemühle, in allem 360 Einwohner. Vor Alters, bis zum J. 1461 besaßen dieses Gut die von Lusigk, von Plausigk und von Plötze. […] Das Dorf Körlitz war sonst in die hiesige Kirche eingepfarrt. […] Die hiesige Kirche ließ im J. 1705 der Patron derselben, General Christian Plötz ganz neu erbauen.“[4]

Albert Schiffner ergänzt 1830 u. a.:

„Hierher gepfarrt ist nichts. […] Das Gut hat eine Ziegelei, u. in der leipzig-strehlaer Strasse, steht die Windmühle.“[5]

1842 erfolgte der Umbau des Schlosses im Stile der Romantik, weitere Umbauten erfolgten um 1870. In den Jahren 1991/92 wurden umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt. Bis 2004/05 wurde der Bau durch eine Förderschule sowie eine Kindertagesstätte genutzt.[2]

1974 endete der Mahlbetrieb in der Mühle, 1978 wurde sie zur Erhaltung als technisches Denkmal der damaligen Gemeinde übergeben. 1992 wurden an die zwischenzeitlich in Mitleidenschaft gezogene Mühle die Windmühlenflügel wieder angebracht. Heute kümmert sich der örtliche Heimatverein um die Erhaltung.[3]

Am 1. April 1997 wurde Kühnitzsch nach Falkenhain eingemeindet.[6] Durch den Zusammenschluss der ehemaligen Gemeinden Falkenhain und Hohburg mit ihren jeweiligen Ortsteilen zum 1. Januar 2012 entstand die neue Gemeinde Lossatal, womit Kühnitzsch seitdem ein Gemeindeteil von Letzterer ist.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl[1]
1570 27 besessene Mann, 2 Häusler
1764 27 besessene Mann, 15 Häusler, 10 ¾ Hufen
1834 348
1871 407
Jahr Einwohnerzahl
1890 398
1910 306
1925 335
1939 325
Jahr Einwohnerzahl
1946 419
1950 437
1964 359
19901 627
Jahr Einwohnerzahl
2016 301
1 mit Körlitz

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cornelius Gurlitt: Künitzsch. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 19. Heft: Amtshauptmannschaft Grimma (1. Hälfte). C. C. Meinhold, Dresden 1897, S. 152.
  • Dewitz. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 15. Band. Schumann, Zwickau 1828, S. 149.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kühnitzsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Kühnitzsch im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  • Rauden im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  • Naundorf im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Vgl. Kühnitzsch im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  2. a b Schloss Kühnitzsch. In: Sachsens-Schlösser.de. Abgerufen am 5. Oktober 2013.
  3. a b Beschreibung der Bockwindmühle Kühnitzsch auf der Internetpräsenz der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) e.V., abgerufen am 31. Mai 2012.
  4. Vgl. Kühnitzsch, Künitzsch. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 5. Band. Schumann, Zwickau 1818, S. 247 f.
  5. Vgl. Kühnitzsch. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 17. Band. Schumann, Zwickau 1830, S. 654 f.
  6. Gebietsänderungen ab 1. Januar 1997 bis 31. Dezember 1997 auf der Internetpräsenz des Statistisches Landesamt des Freistaats Sachsen. S. 3. (PDF; 17 kB), abgerufen am 31. Mai 2012.