K-Wanne

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als K-Wanne bezeichnet man ein System zur Bauwerksabdichtung aus Kunststoff-Abdichtungsbahnen (meist PVC), das alternativ zu den etablierten Dichtungssystemen Schwarze Wanne (Bitumendickbeschichtung oder Bitumenschweißbahnen) und Weiße Wanne (wasserundurchlässiger Beton) eingesetzt werden.

Kunststoff-Abdichtungsbahnen können als Flächenabdichtung (Normabdichtung), sowie entsprechend den Prüfgrundsätzen für Übergänge von Bauwerksabdichtungen auf Bauteile aus Beton (PG–ÜBB)[1] und im Frischbeton-Verbund (FBV) eingesetzt werden.

Die Abdichtungsbahnen können im Werk vorkonfektioniert werden, um vor Ort weniger Verschweissungen oder Verklebungen zur Versiegelung von Stößen und Anschlüssen durchführen zu müssen. Vorgefertigte Elemente mit rückseitiger Vliesschicht können vor dem Betonieren in die Schalung eingelegt werden, um eine kraftschlüssige Verbindung mit dem Beton zu erreichen.

Alternativ wird durch eine vollflächige Verklebung mit dem Untergrund das Hinterlaufen der Abdichtung im Falle von Undichtigkeiten vermieden.

Unterschiede gegenüber Abdichtungen aus kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtungen (KMB), Bitumen-Schweißbahnen und wasserdichtem Beton:

  • manuelle Arbeitsschritte auf der Baustelle werden reduziert,
  • Wetterbedingungen haben weniger Einfluss auf Material und Einbau,
  • Trocknungszeiten und Schichtdickenkontrollen entfallen,

Flächenabdichtungen aus Kunststoffbahnen sind Normabdichtungsbahnen nach EN 13967 bzw. der nur in Deutschland geforderten Verbesserung des bestehenden Mindest-Qualitätsniveaus der DIN 18195 über die DIN V 20000-202.

Die Abdichtungsbahnen können entweder bereits im Betonfertigteilwerk oder auf der Baustelle unter der Bodenplatte (auf Betonsauberkeitsschicht, Dämmung oder Schaumglasschotter) in die Schalung eingelegt werden. Als Bodenplattenrandbahn mit integrierter Hohlkehle kann der Boden-Wand Übergang hergestellt werden.

Die Bahnen eignen sich auch zur Herstellung von Übergängen auf Bauteile aus Beton mit hohem Wassereindringwiderstand (PG-ÜBB) gemäß Bauregelliste A, Teil 2, Nummer 2.48.

Zum Schutz der Abdichtung wird auf der Außenseite in der Regel eine Schutzschicht vorgesehen, zum Beispiel aus Perimeterdämmplatten oder Drainplatten aus bituminiertem Styropor.

Als Graue Wanne bezeichnet man eine spezielle Form der sogenannten "Weißen Wanne" mit außenliegenden PVC-Profilen zur Abdichtung von Arbeitsfugen und Gebäudetrennfugen bei Bauwerken aus wasserundurchlässigem Beton, gemäß Bauregelliste A, Teil 2, lfd. Nr. 2.53.

Normen und Standards[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • DIN 18195: Bauwerksabdichtung
  • EN 13967: Abdichtungsbahnen - Kunststoff - und Elastomerbahnen für die Bauwerksabdichtung gegen Bodenfeuchte und Wasser – Definitionen und Eigenschaften
  • DIN V 20000-202: Anwendungsnorm für Abdichtungsbahnen nach der Europäischen Produktnorm zur Verwendung als Abdichtung von erdberührten Bauteilen in Deutschland
  • ATV DIN 18336: Abdichtungsarbeiten
  • Richtlinie für Planung und Ausführung von Abdichtungen mit kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtungen
  • Richtlinie K-Wanne
  • PG ÜBB: Bauwerksabdichtung im Übergang auf Bauteile aus Beton mit hohem Wasserseindringwiderstand gemäß Bauregelliste A, Teil 2, Lfd. Nr. 2.48 ÜBB[1]
  • Gemäß Bauregelliste (BRL) A Teil 2, laufende Nummer 2.53, Ausgabe 2014/1, ist für "Fugenabdichtungen von Arbeits- und Sollrissfugen für Bauteile aus Beton gegen drückendes und nichtdrückendes Wasser" ein Verwendbarkeitsnachweis in Form eines allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnisses (abP) zu führen (soweit diese nicht in der Bauregelliste Teil 2 (2013/2) Nr. 1.4 aufgeführt sind oder Nr. 2.53 oder Teil 1 Nr. 10.23 und 10.24 zugeordnet werden können).[2]
  • Gemäß Bauregelliste A Teil 2 Nr. 2.48 ist für "Abdichtungsstoffe für Bauwerksabdichtungen im Übergang auf Bauteile aus Beton mit hohem Wassereindringwiderstand" der Nachweis der Verwendbarkeit über ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis zu führen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J. Weber, V. Hafkesbrink (Hrsg.): Bauwerksabdichtung in der Altbausanierung. B. G. Teubner Verlag, 2006, ISBN 3-519-00460-7.
  • K. Lufsky, M. Bonk, E. Cziesielski: Bauwerksabdichtung. B. G. Teubner Verlag, 2001, ISBN 3-519-35226-5.
  • So wird wirklich abgedichtet – Sonderdruck aus Bautenschutz/Bausanierung 1/99.
  • IFB Institut für Bauforschung e. V.: Untersuchung Feuchteschäden durch fehlerhafte Bauwerksabdichtungen, Gemeinschaftsprojekt vom Bauherren-Schutzbund e.V. und dem Institut für Bauforschung e.V. in Kooperation mit der AIA AG (Online, PDF, 600 kB).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Prüfgrundsätze zur Erteilung von allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnissen für Übergänge von Bauwerksabdichtungen auf Bauteile aus Beton mit hohem Wassereindringwiderstand (PG–ÜBB), Stand Sept. 2010; ein neuer Entwurf liegt seit Februar 2016 vor.
  2. Übersicht über die relevanten "allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnisse" auf der Internetseite www.abP-Fugenabdichtungen.de; abgerufen im November 2016