K-Wanne

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Als K-Wanne bezeichnet man in der erdberührten Bauwerksabdichtung Kunststoff-Abdichtungsbahnen, die meist aus PVC sind. Der Begriff bezieht sich dabei auf die etablierten Dichtungssysteme Schwarze Wanne (Bitumendickbeschichtung oder Bitumenschweißbahnen) und Weiße Wanne (wasserundurchlässiger Beton).

Eine Kunststoff/Vlies-Abdichtungsbahn kann sowohl als Flächenabdichtung (Normabdichtung), als auch entsprechend den Prüfgrundsätzen für Übergänge von Bauwerksabdichtungen auf Bauteile aus Beton (PG–ÜBB)[1] sowie im sogenannten Frischbeton-Verbundsystem (FBVS) eingesetzt werden.

Als K-Wanne M (Maßanzug) wird eine Ausführung schon werkseitig vorgefertigter Abdichtungsbahnen bezeichnet, die vor Ort als homogene, wetterunabhängige erdberührte Bauwerksabdichtung eingebaut werden kann.

Durch kraftschlüssige Verbindung mit dem Beton und / oder in Form einer vollflächigen Verklebung mit dem Untergrund mit versiegelten Stößen und Anschlüssen wird eine Hinterläufigkeit verhindert.

Die Vorteile gegenüber Abdichtungen aus kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtungen (KMB), Bitumen-Schweißbahnen und wasserdichtem Beton können darin bestehen, dass:

  1. die manuellen Arbeitsschritte auf der Baustelle reduziert werden,
  2. die Wetterbedingungen weniger Einfluss auf Material und Einbau haben,
  3. eine Sichtkontrolle möglich ist,
  4. Warte- und Trocknungszeiten sowie Schichtdickenkontrollen entfallen,
  5. die K-Wanne druckwasser- und radondicht ist.

Die kraftschlüssige homogene Flächenabdichtung ist Frischbeton-Verbundsystem (FBVS) und gleichzeitig Normabdichtungsbahn nach EN 13967 bzw. der nur in Deutschland geforderten Verbesserung des bestehenden Mindest-Qualitätsniveaus der DIN 18195 über die DIN V 20000-202. Die Kunststoff/Vlies Abdichtungsbahn der K-Wanne ist einsetzbar anstelle einer „Schwarzen Wanne“ gemäß DIN 18195.

Eine Kunststoff/Vlies-Abdichtungsbahn der K-Wanne kann schon im Betonfertigteilwerk in die Schalung eingelegt oder auf der Baustelle unter der Bodenplatte (auf Betonsauberkeitsschicht, Dämmung oder Schaumglasschotter) oder in Wänden kraftschlüssig eingebaut werden.

Bei Betonwänden und auf Mauerwerk (Statik beachten) kann der sonst erforderliche Unterputz gegebenenfalls entfallen. Die Stöße/Anschlüsse werden überlappend -mit Sichtkontrolle- verklebt. Die Kunststoff/Vlies-Abdichtungsbahn eignet sich gleichzeitig für den Einsatz bei Übergängen von Bauwerksabdichtungen auf Bauteile aus Beton mit hohem Wassereindringwiderstand (PG-ÜBB) gemäß Bauregelliste A, Teil 2, Nummer 2.48. Die Kunststoff/Vlies-Abdichtungsbahn der K-Wanne lässt sich auch als Bodenplattenrandbahn mit integrierter Hohlkehle (Boden-Wand Übergang) einsetzen.

Zum Schutz der Abdichtung wird auf der Außenseite in der Regel eine Schutzschicht zum Beispiel aus Perimeterdämmplatten oder Drainplatten aus bituminiertem Styropor vorgesehen.

Die Bauweise der schwarzen Wanne gilt heute unter einigen Fachleuten ebenso wie die Unterteilung in sogenannte Lastfälle der unterschiedlichen Wasserstände als veraltet (s. Literaturhinweise Studie der IFB). Kellerbauwerke sollten schon bei Verdacht auf drückendes Wasser entsprechend druckwasserdicht ausgeführt werden.

Als Graue Wanne bezeichnet man druckwasserdicht außenliegende und somit im Gegensatz zu innenliegenden Abdichtungsformen kontrollierbare PVC-Profile zur Abdichtung von Arbeitsfugen und Gebäudetrennfugen bei Bauwerken aus wasserundurchlässigem Beton, sogenannte "Weiße Wanne" Konstruktion gemäß Bauregelliste A, Teil 2, lfd. Nr. 2.53.

Normen und Standards[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • DIN 18195: Bauwerksabdichtung
  • EN 13967: Abdichtungsbahnen - Kunststoff - und Elastomerbahnen für die Bauwerksabdichtung gegen Bodenfeuchte und Wasser – Definitionen und Eigenschaften
  • DIN V 20000-202: Anwendungsnorm für Abdichtungsbahnen nach der Europäischen Produktnorm zur Verwendung als Abdichtung von erdberührten Bauteilen in Deutschland
  • ATV DIN 18336: Abdichtungsarbeiten
  • Richtlinie für Planung und Ausführung von Abdichtungen mit kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtungen
  • Richtlinie K-Wanne
  • PG ÜBB: Bauwerksabdichtung im Übergang auf Bauteile aus Beton mit hohem Wasserseindringwiderstand gemäß Bauregelliste A, Teil 2, Lfd. Nr. 2.48 ÜBB[1]
  • Gemäß Bauregelliste (BRL) A Teil 2, laufende Nummer 2.53, Ausgabe 2014/1, ist für "Fugenabdichtungen von Arbeits- und Sollrissfugen für Bauteile aus Beton gegen drückendes und nichtdrückendes Wasser" ein Verwendbarkeitsnachweis in Form eines allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnisses (abP) zu führen (soweit diese nicht in der Bauregelliste Teil 2 (2013/2) Nr. 1.4 aufgeführt sind oder Nr. 2.53 oder Teil 1 Nr. 10.23 und 10.24 zugeordnet werden können).[2]
  • Gemäß Bauregelliste A Teil 2 Nr. 2.48 ist für "Abdichtungsstoffe für Bauwerksabdichtungen im Übergang auf Bauteile aus Beton mit hohem Wassereindringwiderstand" der Nachweis der Verwendbarkeit über ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis zu führen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J. Weber, V. Hafkesbrink (Hrsg.): Bauwerksabdichtung in der Altbausanierung. B. G. Teubner Verlag, 2006, ISBN 3-519-00460-7.
  • K. Lufsky, M. Bonk, E. Cziesielski: Bauwerksabdichtung. B. G. Teubner Verlag, 2001, ISBN 3-519-35226-5.
  • So wird wirklich abgedichtet – Sonderdruck aus Bautenschutz/Bausanierung 1/99
  • IFB Institut für Bauforschung e. V. Untersuchung Feuchteschäden durch fehlerhafte Bauwerksabdichtungen, Gemeinschaftsprojekt vom Bauherren-Schutzbund e.V. und dem Institut für Bauforschung e.V. in Kooperation mit der AIA AG (Weitere Informationen und die Studie finden Sie unter:https://www.bsb-ev.de)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Prüfgrundsätze zur Erteilung von allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnissen für Übergänge von Bauwerksabdichtungen auf Bauteile aus Beton mit hohem Wassereindringwiderstand (PG–ÜBB), Stand Sept. 2010; ein neuer Entwurf liegt seit Februar 2016 vor.
  2. Übersicht über die relevanten "allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnisse" auf der Internetseite www.abP-Fugenabdichtungen.de; abgerufen im November 2016