KSStV Alemannia München

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Wappen Zirkel
Wappen Zirkel
Gründung: 27. November 1881
Universität: LMU München,

TU München

sowie alle weiteren Münchner Universitäten und Hochschulen

Status: aktiv
Kürzel: Ale!
Farben: Blau-Weiß-Schwarz
Wahlspruch In unitate robur!
Verband: KV
Eintritt in KV: 1920

(Verschmelzung mit SKV)

Nummer im KV: 21
Mitglieder 520 AH, 50 Aktive
Verbindungszeitschrift: Alemannen Mitteilungen
Website: www.alemannia-muenchen.de

Die Katholische Süddeutsche Studentenverbindung (KSStV) Alemannia zu München im Kartellverband katholischer deutscher Studentenvereine (KV) ist eine nichtschlagende, farbenführende katholische Studentenverbindung. Die Prinzipien der Verbindung sind Religion (religio), Freundschaft (amicitia), Wissenschaft (scientia) sowie das Lebensbundprinzip. Sie vereint Studenten und ehemalige Studenten der Ludwig-Maximilians-Universität, der Technischen Universität München und der Universität der Bundeswehr München als auch der zahlreichen Münchner Hochschulen. Ihre Mitglieder werden Münchner Alemannen genannt.

Couleur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zipfbund und Tönnchen eines Alemannen

Die Farben der Alemannia sind Blau-Weiß-Schwarz, als farbenführende Verbindung werden sie von den Mitgliedern jedoch nicht getragen. Seit der Gründungszeit im SKV tragen die Münchner Alemannen ein Tönnchen als Hinterhauptcouleur, mit blauem oder schwarzem Deckel und silberner Zirkelstickerei. In jüngster Zeit hat sich der schwarze Deckel vermehrt durchgesetzt. Da im SKV-KV Verschmelzungsvertrag von 1920 den Vertragsparteien ihre jeweiligen Eigenheiten zugebilligt wurden, wird das Tragen des Tönnchens durch den Kartellverband akzeptiert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 11. Januar 1876 wurde Alemannias Mutterverbindung KStV Normannia in Würzburg gegründet. Am 27. November 1881[1] wurde von drei in München studierenden Normannen und acht Pfälzern der Studentenverein „Normannia“[2] gegründet. Als Farben nahm man Blau-Weiß-Rot und gab sich den Wahlspruch „fides, scientia, amicitia“ Im Januar 1882 erfolgte eine erste Namensänderung in Rhenania, um der Verwechslung mit einem „Corps Normannia“ zu entgehen. Der endgültige Name Alemannia wurde am 3. Juni 1883 angenommen, um den Eindruck einer rein pfälzischen Verbindung zu vermeiden. Ebenfalls im Jahr 1881 bildeten die beiden Verbindungen aus Würzburg und München den Kartellverband der katholischen süddeutschen Studentenvereine (SKV).[3]

Zum zehnten Stiftungsfest wurde der Philisterverein gegründet. 1899 gab man sich den neuen bis heute gebräuchlichen Wahlspruch „in unitate robur!“. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg war die Aktivitas der Alemannia mit über 100 Mitgliedern so groß, dass man sie teilte und mit dem KStV Karolingia eine erste Tochterverbindung gründete. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs ließ einen geregelten Aktivenbetrieb nicht mehr zu, man musste 1915 das Vereinsleben bis 1919 aufgeben. Nach der Wiedereröffnung wurde ein Hausbauverein gegründet, da man nicht länger von Lokal zu Lokal ziehen wollte. Am 1. April 1920[4] wurde der Verschmelzungsvertrag des Kartellverbands der katholischen süddeutschen Studentenvereine (SKV) mit dem Kartellverband katholischer deutscher Studentenvereine (KV) vom 18. Dezember 1919 ratifiziert, Alemannia wurde so zu einer KV Verbindung[5]. Die Alemannia stand drei Mal dem KV als präsidierende Verbindung (Vorort) vor, 1952/53, 1986/87 und 1992/93. 1927 konnte man das heutige Verbindungshaus in der Kaulbachstraße[6] erwerben.

Im Wintersemester 1932/33 wurde aus Ablehnung der nationalsozialistischen Gruppierungen der Zusatz „Die Mitgliedschaft zu einer Partei ist verboten, solange deren weltanschauliche Einstellung von den kirchlichen Oberbehörden als unvereinbar mit der katholischen Kirche erklärt wird“ in die Satzung aufgenommen. 1935 wurden auf staatliche Anordnung sämtliche Studentenverbände aufgelöst und ein Jahr später beschloss auch Alemannia den Betrieb auszusetzen, aber löste sich bewusst nicht auf. 1938 verlor Alemannia ihr Haus und ein Jahr später wurde das Vermögen des Philisterverbands als „volks- und staatsfeindliches Vermögen“ eingezogen.

Nach der Wiederbegründung des Philisterverbands 1946 konnte zum Wintersemester 1948/49 der Aktivenbetrieb mit 23 Neumitgliedern wieder aufgenommen werden. Bis in die 60er Jahre blühte das Verbindungsleben neu auf, und erreichte 1968 mit 120 Aktiven einen Höchststand.

2001 wurde auf Initiative des Philisterseniors der Kreis „Katholische Korporationen München“ gegründet. In den KKM sind alle KV und CV Verbindungen Münchens, sowie Unitas und KBStV Rhaetia München organisiert, er deckt damit rund 40 % der Korporierten in München ab. Mit 22 Verbindungen sind sie noch vor dem Wiener ÖCV (21 Verbindungen) und dem Münchner Senioren Convent (17 Corps) der größte lokale Zusammenschluss aus Studentenverbindungen im deutschsprachigen Raum.

Kartellverband der katholischen süddeutschen Studentenvereine (SKV)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch im Gründungsjahr 1881 fixierten Normannia und Alemannia (damals auch noch Normannia) ihr Verhältnis und bildeten den Kartellverein Süddeutscher Studentenverbindungen.[7] Die Aufnahme der Rhaetia München scheiterte an deren Wunsch Farben zu tragen. Neben den zwei Gründungsbünden traten später noch ihre Tochterverbindungen, der KStV Germania Freiburg (Beitritt 1897), der KStV Ripuaria Heidelberg (1899), der KStV Rheno-Frankonia Straßburg (1910) und der KStV Karolingia (1912), dem SKV bei. Zu Kriegsbeginn 1914 hat der SKV ca. 1500 Mitglieder in 6 Verbindungen, darunter 450 Alemannen. Am 1. April 1920 wird der Verschmelzungsvertrag zwischen SKV und KV durch die Philisterverbände ratifiziert. Vor allem Germania und Ripuaria drängten auf den Zusammenschluss, da sie zu wenig Nachwuchs aus Bayern bekamen und auch Norddeutsche Studenten aufnehmen wollten. Laut Vertrag haben die Verbindungen all ihre Rechte behalten, so darf Alemannia das Tönnchen tragen und ist Normannia Würzburg den anderen KV Gründungsvereinen gleichgestellt, ferner erfolgte die Verschmelzung unter Wahrung der süddeutschen Eigenart.

Tochterverbindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1912 KStV Karolingia München
  • 1987 KStV Barbarossa Kaiserslautern
  • 1987 KStV Rupertia Kempten
  • 1995 Münchner Schülerverbindung Monacensia

Verbindungshaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alemannenhaus

Das Verbindungshaus in der Kaulbachstraße 20 stammt aus der Mitte des 18. Jh und wurde für die Familie Cornelius erbaut. Zunächst für Peter von Cornelius, später bewohnte das Haus sein Neffe Peter Cornelius. 1927 kaufte die Alemannia das Haus von Prof. Dr. Hans Cornelius, Ordinarius für Philosophie an der Universität Frankfurt und begann mit einem zweijährigen Umbau des Wohnhauses zu einem Verbindungshaus. Es entstand ein Saalbau und ein Schenke im Erdgeschoss, ein Kneipsaal und eine Kegelbahn im Keller sowie eine Faxwohnung im zweiten Stock. 1929 weihte der Münchner Erzbischof Kardinal Ritter von Faulhaber das Haus im Rahmen des 48. Stiftungsfestes. Die Münchner Philister stifteten zu diesem Anlass das heutige Prunkwappen. Im gleichen Jahr wurde auch die aktuelle Alemannenhütte in Lenggries das erste Mal angemietet.

Prunkwappen der Alemannia

Auf besondere Weisung des SS-Führers Heinrich Himmler, der kurioserweise Alter Herr bei PC Apollo im Nachbarhaus war, wurden alle Studentenverbindungen verboten und enteignet. Das Haus durfte ab Juli 1938 nicht mehr betreten werden, es gelang jedoch einigen Mitgliedern, nachts in das Haus einzusteigen und Couleur (u. a. Gründungsfahne und Prunkwappen) sowie die Mitgliedslisten zu sichern. Neuer Hausherr wurde die NS-Kameradschaft „Feldherrnhalle“.

Erst 1949 erhielt der Philisterverband das Alemannenhaus als Eigentum zurück, und begann mit zweijährigen Renovierungsarbeiten, um die Kriegsschäden eines Bombentreffers von 1944 zu beseitigen. Nach Abschluss der Arbeiten weihte Kardinal Ritter von Faulhaber 1951 das Haus ein zweites Mal. Da das Alemannenhaus als eines der wenigen katholischen Verbindungshäuser Münchens im Krieg nicht völlig zerstört wurde, bot es zahlreichen Korporationen zeitweise eine Heimat. So wurde Franz Joseph Strauß auf einer Kneipe der KDStV Tuiskonia im Alemannenkeller als Bursch aufgenommen.

In den 1990er Jahren wurde abermals renoviert und umgebaut, der Saal erhielt einen eigenen Eingang sowie Toiletten. Nach Auszug des letzten Fax wurde dessen alte Wohnung zu weiteren Studentenzimmern umgebaut. Im Thekenraum wurde die neue Theke, die längste Verbindungstheke Münchens, eingebaut.

Theke im Alemannenhaus

Bekannte Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während ihres Studiums wurden folgende Personen Mitglied der Alemannia:

Ehrenmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alemannia verlieh folgenden Personen eine Ehrenmitgliedschaft:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • KSStV Alemannia München: KSStV Alemannia München. In: Michael Doeberl et al. (Hrsg.): Das akademische Deutschland. Band 2: Die deutschen Hochschulen und ihre akademischen Bürger. C. A. Weller, Berlin 1931. S. 975.
  • Festschrift 125 Jahre KSStV Alemannia München, München 2006.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paulgerhard Gladen: Gaudeamus igitur: Die studentischen Verbindungen einst und jetzt. Callwey, München 1986, S. 221.
  2. Deutscher Universitäts-Kalender. Winter-Semester 1913/14. Leipzig 1913, S. 237.
  3. Christopher Dowe: Auch Bildungsbürger. Katholische Studierende und Akademiker im Kaiserreich. Vandenhoek & Ruprecht, Göttingen 2006. S. 34.
  4. Paulgerhard Gladen: Geschichte der studentischen Korporationsverbände. Band 2: Die nichtschlagenden Verbände und Nachträge zu Band I. Becker, Würzburg 1985, S. 163.
  5. E. H. Eberhard: Handbuch des studentischen Verbindungswesens. Leipzig, 1924/25, S. 101.
  6. Ernst-Günter Glienke: Civis Academicus. Handbuch der deutschen, österreichischen und schweizerischen Korporationen und studentischen Vereinigungen an Universitäten und höheren Schulen. Jahrgang 1996, Lahr 1996, S. 187.
  7. Paulgerhard Gladen: Geschichte der studentischen Korporationsverbände. Band 2: Die nichtschlagenden Verbände und Nachträge zu Band I. Becker, Würzburg 1985, S. 173–174.
  8. Siegfried Koß: Heim, Georg. In: Siegfried Koß, Wolfgang Löhr: Biographisches Lexikon des KV. 1. Teil. SH-Verlag, Schernfeld 1991, S. 45–47.