KHL Medveščak Zagreb

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KHL Medveščak Zagreb
KHL Medveščak Zagreb
Größte Erfolge
Vereinsinformationen
Geschichte KHL Medveščak Zagreb (seit 1961)
Standort Zagreb, Kroatien
Vereinsfarben blau, weiß
Liga Kontinentale Hockey-Liga
Kroatische Eishockeyliga
Spielstätte Dom športova
Arena Zagreb
Kapazität 7.500
15.024 Plätze
Cheftrainer Gordie Dwyer
Kapitän Mike Glumac
Saison 2016/17 12. Platz (West), keine Playoff-Qualifikation

Der KHL Medveščak Zagreb ist ein kroatischer Eishockeyclub aus Zagreb. Zur Saison 2017/18 kehrt die Mannschaft in die länderübergreifende EBEL zurück. Der Club ist vielfacher Kroatischer Meister und gehörte von 2006 bis 2009 der slowenischen Eishockeyliga sowie bereits von 2009 bis 2013 der EBEL an. Ab der Saison 2013/14 und bis 2017 spielte der Club in der eurasischen Kontinentalen Hockey-Liga.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wurde im Jahr 1961 gegründet und spielte von Beginn an in der jugoslawischen Eishockey-Liga. Zu dieser Zeit wurde die Meisterschaft vom slowenischen Club HK Jesenice dominiert, dessen Vorreiterstellung erst in den 1970er Jahren durch den ebenfalls slowenischen HDD Olimpija Ljubljana gebrochen werden konnte. Medveščak Zagreb spielte lange Zeit nur eine Nebenrolle in dem Bewerb und arbeitete sich erst Ende der 1980er Jahre in die Spitzengruppe vor. Erst knapp vor dem Auseinanderbrechen Jugoslawiens gewann die Mannschaft drei Mal in Folge den Titel des Jugoslawischen Meisters und setzte diese Dominanz anschließend in der kroatischen Eishockeyliga fort, nachdem für einige Zeit zu Beginn der kroatischen Ligageschichte der Lokalrivale KHL Zagreb das Zepter übernommen hatte.

Medveščak ist amtierender Kroatischer Rekordmeister mit insgesamt zwölf gewonnenen Titeln. Von 1997 bis 2007 holte das Team elf Meistertitel in Folge. Erst KHL Mladost Zagreb konnte 2008 diese Siegesserie stoppen. Nach zwei Jahren in der slowenischen Liga wechselte Medveščak 2009 in die österreichische EBEL, trat aber weiterhin mit einer zweiten Mannschaft in der slowenischen Liga an.

Wechsel in die Erste Bank Liga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alternativ-Logo des Klubs

Aufgrund der Überlegenheit in der heimischen Liga stellte die Mannschaft bereits im Jahr 2007 den Antrag, in der österreichischen Eishockey-Liga (EBEL) spielen zu dürfen[1], jedoch wurde diesem Wunsch aufgrund der großen Distanzen und Bedenken gegenüber dem sportlichen Niveau des Clubs zunächst nicht entsprochen. Nach dem Ausstieg des HC Innsbruck und dem daraus resultierenden Fehlen eines zehnten Teams wurde im Frühjahr 2009 dem Antrag schließlich doch stattgegeben. Medveščak verstärkte die Mannschaft mit erfahrenen Transferkartenspielern und holte einige ausländische Spieler mit kroatischen Wurzeln ins Team. In der Premierensaison schaffte es der Club auf Anhieb in die Playoffs und setzte sich überraschend im Viertelfinale gegen den EC Graz 99ers, der den Grunddurchgang souverän gewonnen hatte, in sechs Spielen durch. Im Halbfinale unterlag die Mannschaft jedoch deutlich dem EC Red Bull Salzburg. Im folgenden Jahr folgte nach einem erneuten achten Platz im Grunddurchgang das Viertelfinalaus gegen den EC KAC. Die Spielzeiten 2011/12 und 2012/13 konnten nach dem Grunddurchgang auf dem zweiten Tabellenplatz abgeschlossen werden. Die Mannschaft entwickelte sich in der Zeit besonders durch spektakuläre Freiluftspiele zu einem Publikumsmagneten der Liga.

Einstieg in die KHL[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem es bereits 2012 erste Verhandlungen über einen möglichen Beitritt des Klubs zur Kontinentalen Hockey-Liga (KHL) gegeben hatte, wurden diese Verhandlungen im April abgeschlossen und der Klub zur Saison 2013/14 in die Kontinentale Hockey-Liga aufgenommen.[2] Als neuer Trainer wurde der Kanadier Mark French verpflichtet, sowie eine Reihe von Spielern aus der American Hockey League und europäischen Top-Ligen zum Neuaufbau des Kaders unter Vertrag genommen.[3] In der ersten KHL-Saison des Klubs erreichte die Mannschaft auf den sechsten Tabellenrang der Western Conference, schied jedoch im Viertelfinale gegen den HC Lev Prag aus.

Im Laufe der KHL-Saison 2016/17 wurde der Verein von finanziellen Schwierigkeiten geplagt,[4] mehrere Spieler und Trainer Gordie Dwyer verließen die Mannschaft während der Spielzeit.[5]

Rückkehr in die EBEL[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2017 wurde mitgeteilt, dass die Mannschaft ab der Saison 2017/18 wieder in der EBEL spielt.[6]

Sonstige Bewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dom športova, KHL Medveščak Zagreb - Graz 99ers; 3. Januar 2010

Die Mannschaft hat seit 2003 vier Mal am Continental Cup teilgenommen. Als beste Platzierung konnte 2004/05 der zweite Platz in der Gruppenphase erreicht werden.

Des Weiteren nahm die Mannschaft zwischen 2000 und 2007 insgesamt sieben Mal an der parallel zu den jeweiligen staatlichen Ligen stattfindenden multinationalen Interliga teil, konnte dort aber als bestes Ergebnis nur eine Halbfinalteilnahme in der Saison 2004/05 erzielen.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kader der Saison 2015/16[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 4. November 2016

Nr. Nat. Spieler Pos. Geburtsdatum im Team seit Geburtsort
33 Flag of Ukraine and Russia.png Sergei Gaidutschenko G 06. Juni 1989 2016 Kiew, Ukrainische SSR
36 TschechienTschechien Jakub Krejčík D 25. Juni 1991 2016 Prag, Tschechoslowakei
82 KanadaKanada Shaone Morrisonn D 23. Dezember 1982 2014 Vancouver, British Columbia, Kanada
7 Flag of Canada and Croatia.svg Blake Parlett D 13. Mai 1989 2015 Bracebridge, Ontario, Kanada
4 KanadaKanada Yann Sauvé D 18. Februar 1990 2016 Montreal, Québec, Kanada
79 KanadaKanada Derek Smith D 13. November 1984 2016 Belleville, Ontario, Kanada
97 Flag of Croatia.svg Jan Smolec D 18. Juni 1997 2016 Zagreb, Kroatien
23 Flag of the United States.svg Bobby Butler RW 26. März 1987 2016 Marlborough, Massachusetts, USA
12 KanadaKanada Alexandre Giroux LW 16. Juni 1981 2016 Québec, Kanada
16 Flag of Canada and Croatia.svg Mike Glumac – C C 05. April 1980 2013 Niagara Falls, Ontario, Kanada
94 SchwedenSchweden KolumbienKolumbien Edwin Hedberg LW 29. Januar 1994 2014 Medellín, Kolumbien
50 KroatienKroatien Ivan Janković C 24. Januar 1995 2015 Zagreb, Kroatien
9 KanadaKanada Samson Mahbod RW 03. Februar 1989 2016 Montreal, Québec, Kanada
86 TschechienTschechien Tomáš Mertl C 11. März 1986 2016 Budweis
55 KroatienKroatien Matija Miličić F 13. Februar 1996 2015 Zagreb, Kroatien
88 Flag of Canada.svg Brandon McMillan C 22. März 1990 2016 Delta, British Columbia, Kanada
74 Flag of Croatia and the United States.svg Nathan Perkovich RW 15. Oktober 1985 2012 Canton, Michigan, USA
13 TschechienTschechien Jiří Smejkal C 05. November 1996 2016 Budweis
10 Flag of Canada and Croatia.svg Tom Zanoski LW 03. März 1984 2015 Zagreb, Kroatien

Vereinsstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Statistik bezieht sich auf die Teilnahme des Vereins an der österreichischen Eishockey-Liga (EBEL) und der KHL.

Saison Hauptrunde Play-offs Anmerkung
Spiele S N NNV T GT TVH Punkte Rang Spiele S N NNV T GT TVH
EBEL 2009/10 54 25 22 7 160 182 -22 57 8 11 5 6 0 27 31 -4 Viertelfinalsieg gegen Graz 99ers
Halbfinal-Out gegen EC Red Bull Salzburg
EBEL 2010/11 54 23 25 6 171 171 0 52 8 5 1 3 1 18 20 -2 Viertelfinal-Out gegen den EC KAC
EBEL 2011/12 50 29 14 7 166 128 +38 65 2 9 5 4 0 25 26 -1 Viertelfinalsieg gegen Orli Znojmo
Halbfinal-Out gegen den EC KAC
EBEL 2012/13 54 31 15 8 175 140 +35 70 4 6 2 1 3 19 21 -2 Viertelfinal-Out gegen EC Red Bull Salzburg
KHL 2013/14 54 28 14 12 138 126 +12 92 6., West-Div. 4 0 4 0 9 17 -8 Achtelfinal-Out gegen HC Lev Prag
KHL 2014/15 60 23 32 5 147 191 -44 68 13., West-Div.
KHL 2015/16 60 25 26 9 144 172 -28 78 10. West-Div.
KHL 2016/17 60 23 33 4 138 186 -48 69 12., West-Div.
Summe EBEL 212 108 76 28 672 621 +51 244 31 13 14 4 89 98 -9
Summe KHL 234 99 105 30 567 675 -108 307 4 0 4 0 9 17 -8

Legende: S = Siege, N = Niederlagen in regulärer Spielzeit, NNV = Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen, T = Tore, GT = Gegentore, TVH = Torverhältnis

Trainer seit 2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitraum Nation Trainer Anmerkungen
2009 KanadaKanada Enio Sacilotto vorzeitig entlassen
Nov. 2009 – Dez. 2010 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Ted Sator 1 mal Halbfinal-Out, vorzeitig entlassen
Dez. 2010 – Juli 2011 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Doug Bradley
2011–2013 KanadaKanada Marty Raymond einmal Halbfinal-Out, 1 mal Viertelfinal-Out
2013–2014 KanadaKanada Mark French 11. Platz (West); Playoff-Achtelfinale
Jul.–Okt. 2014 KanadaKanada Chuck Weber
Okt. 2014–Mai 2015 KanadaKanada Doug Shedden
Juni 2015–Jan. 2017 KanadaKanada Gordie Dwyer
Jan. 2017–Feb. 2017 KanadaKanada Connor Cameron

Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Heimspiele des Medveščak Zagreb werden im Dom športova in Zagreb ausgetragen, der 1972 erbaut wurde und Platz für 6.300 Zuschauer bietet. Nach dem Einstieg der Bären in die österreichische Eishockeyliga war die Halle regelmäßig ausverkauft, was entscheidend dazu beitrug, die Zuschauerzahl der EBEL in der Premierensaison des Clubs erstmals auf mehr als eine Million anzuheben.

In der Saison 2009/10 wich die Mannschaft zwei Mal in die Salata-Freiluft-Arena aus und absolvierte je eine Begegnung gegen den EC VSV und die Vienna Capitals unter freiem Himmel. 2010/11 trug der Club im Jänner vier Begegnungen in der wesentlich größeren Arena Zagreb aus, und konnte dabei insgesamt mehr als 60.000 Zuschauer anlocken.

Zuschauerschnitt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: Website des ÖEHV[7]

Saison Heimspiele Zuschauer Zuschauer pro Spiel
2009/10 32 190.850 5.964
2010/11 29 225.794 7.786
2011/12 30 255.360 8.512
2012/13 30 232.500 7.750

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Fritzmeier: Medvescak Zagreb: Eis-Märchen mit bayerischen Figuren – Mehr Eishockey. In: merkur.de. 28. Februar 2015, abgerufen am 15. März 2017.
  2. Medvescak Zagreb: Von der EBEL in die KHL - Die "Bären" aus Zagreb wandern aus der EBEL-Liga ab. Neue Destination: die russische KHL. sportnet.at, 30. April 2013, abgerufen am 26. Juni 2013.
  3. hockeyfans.at, Zagrebs KHL Kader ist fast komplett, 3. Juli 2013, abgerufen am 3. Juli 2013
  4. Zagreb fehlt Geld für Comeback. Abgerufen am 15. März 2017.
  5. Dwyer wird Kossmann-Nachfolger in Ambri. (luzernerzeitung.ch [abgerufen am 15. März 2017]).
  6. Zagreb kehrt in Erste Bank Eishockey Liga zurück. Abgerufen am 15. März 2017.
  7. Homepage des ÖEHV

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: KHL Medveščak Zagreb – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien