KHL Medveščak Zagreb

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
KHL Medveščak Zagreb
KHL Medveščak Zagreb
Größte Erfolge
Vereinsinformationen
Geschichte KHL Medveščak Zagreb (seit 1961)
Standort Zagreb, Kroatien
Vereinsfarben blau, weiß
Liga Erste Bank Eishockey Liga
International Hockey League
Kroatische Eishockeyliga
Spielstätte Dom športova
Arena Zagreb
Kapazität 7.500
15.024 Plätze
Cheftrainer Connor Cameron
Kapitän vakant
Saison 2016/17 12. Platz (West), keine Playoff-Qualifikation

Der KHL Medveščak Zagreb ist ein kroatischer Eishockeyclub aus Zagreb. Zur Saison 2017/18 kehrt die Mannschaft in die länderübergreifende EBEL zurück. Der Club ist vielfacher Kroatischer Meister und gehörte von 2006 bis 2009 der slowenischen Eishockeyliga sowie bereits von 2009 bis 2013 der EBEL an. Ab der Saison 2013/14 und bis 2017 spielte der Club in der eurasischen Kontinentalen Hockey-Liga.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wurde im Jahr 1961 gegründet und spielte von Beginn an in der jugoslawischen Eishockey-Liga. Zu dieser Zeit wurde die Meisterschaft vom slowenischen Club HK Jesenice dominiert, dessen Vorreiterstellung erst in den 1970er Jahren durch den ebenfalls slowenischen HDD Olimpija Ljubljana gebrochen werden konnte. Medveščak Zagreb spielte lange Zeit nur eine Nebenrolle in dem Bewerb und arbeitete sich erst Ende der 1980er Jahre in die Spitzengruppe vor. Erst knapp vor dem Auseinanderbrechen Jugoslawiens gewann die Mannschaft drei Mal in Folge den Titel des Jugoslawischen Meisters und setzte diese Dominanz anschließend in der kroatischen Eishockeyliga fort, nachdem für einige Zeit zu Beginn der kroatischen Ligageschichte der Lokalrivale KHL Zagreb das Zepter übernommen hatte.

Medveščak ist amtierender Kroatischer Rekordmeister mit insgesamt zwölf gewonnenen Titeln. Von 1997 bis 2007 holte das Team elf Meistertitel in Folge. Erst KHL Mladost Zagreb konnte 2008 diese Siegesserie stoppen. Nach zwei Jahren in der slowenischen Liga wechselte Medveščak 2009 in die österreichische EBEL, trat aber weiterhin mit einer zweiten Mannschaft in der slowenischen Liga an.

Wechsel in die Erste Bank Liga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alternativ-Logo des Klubs

Aufgrund der Überlegenheit in der heimischen Liga stellte die Mannschaft bereits im Jahr 2007 den Antrag, in der österreichischen Eishockey-Liga (EBEL) spielen zu dürfen[1], jedoch wurde diesem Wunsch aufgrund der großen Distanzen und Bedenken gegenüber dem sportlichen Niveau des Clubs zunächst nicht entsprochen. Nach dem Ausstieg des HC Innsbruck und dem daraus resultierenden Fehlen eines zehnten Teams wurde im Frühjahr 2009 dem Antrag schließlich doch stattgegeben. Medveščak verstärkte die Mannschaft mit erfahrenen Transferkartenspielern und holte einige ausländische Spieler mit kroatischen Wurzeln ins Team. In der Premierensaison schaffte es der Club auf Anhieb in die Playoffs und setzte sich überraschend im Viertelfinale gegen den EC Graz 99ers, der den Grunddurchgang souverän gewonnen hatte, in sechs Spielen durch. Im Halbfinale unterlag die Mannschaft jedoch deutlich dem EC Red Bull Salzburg. Im folgenden Jahr folgte nach einem erneuten achten Platz im Grunddurchgang das Viertelfinalaus gegen den EC KAC. Die Spielzeiten 2011/12 und 2012/13 konnten nach dem Grunddurchgang auf dem zweiten Tabellenplatz abgeschlossen werden. Die Mannschaft entwickelte sich in der Zeit besonders durch spektakuläre Freiluftspiele zu einem Publikumsmagneten der Liga.

Einstieg in die KHL[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem es bereits 2012 erste Verhandlungen über einen möglichen Beitritt des Klubs zur Kontinentalen Hockey-Liga (KHL) gegeben hatte, wurden diese Verhandlungen im April abgeschlossen und der Klub zur Saison 2013/14 in die Kontinentale Hockey-Liga aufgenommen.[2] Als neuer Trainer wurde der Kanadier Mark French verpflichtet, sowie eine Reihe von Spielern aus der American Hockey League und europäischen Top-Ligen zum Neuaufbau des Kaders unter Vertrag genommen.[3] In der ersten KHL-Saison des Klubs erreichte die Mannschaft auf den sechsten Tabellenrang der Western Conference, schied jedoch im Viertelfinale gegen den HC Lev Prag aus.

Im Laufe der KHL-Saison 2016/17 wurde der Verein von finanziellen Schwierigkeiten geplagt,[4] mehrere Spieler und Trainer Gordie Dwyer verließen die Mannschaft während der Spielzeit.[5]

Rückkehr in die EBEL[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2017 wurde mitgeteilt, dass die Mannschaft ab der Saison 2017/18 wieder in der EBEL spielt.[6]

Sonstige Bewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dom športova, KHL Medveščak Zagreb - Graz 99ers; 3. Januar 2010

Die Mannschaft hat seit 2003 vier Mal am Continental Cup teilgenommen. Als beste Platzierung konnte 2004/05 der zweite Platz in der Gruppenphase erreicht werden.

Des Weiteren nahm die Mannschaft zwischen 2000 und 2007 insgesamt sieben Mal an der parallel zu den jeweiligen staatlichen Ligen stattfindenden multinationalen Interliga teil, konnte dort aber als bestes Ergebnis nur eine Halbfinalteilnahme in der Saison 2004/05 erzielen.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kader der Saison 2017/18[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 10. August 2017

Nr. Nat. Spieler Pos. Geburtsdatum im Team seit Geburtsort
32 SlowenienSlowenien KroatienKroatien Gašper Krošelj G 09. Februar 1987 2017 Ljubljana, SR Slowenien
29 SlowenienSlowenien KroatienKroatien Vilim Rosandić G 17. Juni 1996 2017 Zagreb, Kroatien
28 KanadaKanada Michael Boivin D 22. November 1990 2017 Delta (British Columbia), Kanada
6 SchwedenSchweden Adam Deutsch D 22. Mai 1995 2017 Gävle, Schweden
90 KroatienKroatien Bruno Kegalj D 27. Juni 1996 2017 Zagreb, Kroatien
88 TschechienTschechien Tomáš Kudělka D 10. März 1987 2017 Gottwaldov, Tschechoslowakei
18 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Alexx Privitera D 18. Januar 1993 2017 Old Tappan, New Jersey, USA
97 Flag of Croatia.svg Jan Smolec D 18. Juni 1997 2016 Zagreb, Kroatien
55 FinnlandFinnland Harri Tikkanen D 02. Juni 1981 2017 Lappeenranta, Finnland
93 KanadaKanada Michael Aviani C 07. April 1993 2017 New Westminster, British Columbia, Kanada
31 SlowakeiSlowakei Jozef Balej RW 22. Februar 1982 2017 Myjava, Tschechoslowakei
4 Flag of Canada and Croatia.svg David Brine C 06. Januar 1985 2017 Truro, Nova Scotia, Kanada
40 KroatienKroatien Bruno Fičur F 19. Januar 1998 2017 Kroatien
50 KroatienKroatien Ivan Janković C 24. Januar 1995 2015 Zagreb, Kroatien
23 KroatienKroatien Luka Jarčov LW 06. November 1996 2017 Zagreb, Kroatien
60 FinnlandFinnland Tero Koskiranta C 18. Juni 1984 2017 Paimio, Finnland
86 KanadaKanada Tyler Morley C 19. Dezember 1991 2017 Burnaby, British Columbia, Kanada
71 TschechienTschechien Tomáš Netík LW 28. April 1982 2017 Prag, Tschechien
13 NorwegenNorwegen Sondre Olden LW 29. August 1992 2017 Oslo, Norwegen
74 Flag of Croatia and the United States.svg Nathan Perkovich RW 15. Oktober 1985 2012 Canton, Michigan, USA
39 FinnlandFinnland Marko Pöyhönen F 10. September 1987 2017 Hollola, Finnland
21 KroatienKroatien Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mario Puskarich LW 22. Juni 1992 2017 Cape Coral, Florida, USA
81 SlowenienSlowenien KroatienKroatien Sašo Rajsar F 18. August 1988 2017 Jesenice, SR Slowenien
11 SlowenienSlowenien Nik Simšič LW 12. März 1997 2017 Ljubljana, SR Slowenien
10 Flag of Canada and Croatia.svg Tom Zanoski LW 03. März 1984 2015 Zagreb, Kroatien

Vereinsstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Statistik bezieht sich auf die Teilnahme des Vereins an der österreichischen Eishockey-Liga (EBEL) und der KHL.

Saison Hauptrunde Play-offs Anmerkung
Spiele S N NNV T GT TVH Punkte Rang Spiele S N NNV T GT TVH
EBEL 2009/10 54 25 22 7 160 182 -22 57 8 11 5 6 0 27 31 -4 Viertelfinalsieg gegen Graz 99ers
Halbfinal-Out gegen EC Red Bull Salzburg
EBEL 2010/11 54 23 25 6 171 171 0 52 8 5 1 3 1 18 20 -2 Viertelfinal-Out gegen den EC KAC
EBEL 2011/12 50 29 14 7 166 128 +38 65 2 9 5 4 0 25 26 -1 Viertelfinalsieg gegen Orli Znojmo
Halbfinal-Out gegen den EC KAC
EBEL 2012/13 54 31 15 8 175 140 +35 70 4 6 2 1 3 19 21 -2 Viertelfinal-Out gegen EC Red Bull Salzburg
KHL 2013/14 54 28 14 12 138 126 +12 92 6., West-Div. 4 0 4 0 9 17 -8 Achtelfinal-Out gegen HC Lev Prag
KHL 2014/15 60 23 32 5 147 191 -44 68 13., West-Div.
KHL 2015/16 60 25 26 9 144 172 -28 78 10. West-Div.
KHL 2016/17 60 23 33 4 138 186 -48 69 12., West-Div.
Summe EBEL 212 108 76 28 672 621 +51 244 31 13 14 4 89 98 -9
Summe KHL 234 99 105 30 567 675 -108 307 4 0 4 0 9 17 -8

Legende: S = Siege, N = Niederlagen in regulärer Spielzeit, NNV = Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen, T = Tore, GT = Gegentore, TVH = Torverhältnis

Trainer seit 2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitraum Nation Trainer Anmerkungen
2009 KanadaKanada Enio Sacilotto vorzeitig entlassen
Nov. 2009 – Dez. 2010 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Ted Sator 1 mal Halbfinal-Out, vorzeitig entlassen
Dez. 2010 – Juli 2011 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Doug Bradley
2011–2013 KanadaKanada Marty Raymond einmal Halbfinal-Out, 1 mal Viertelfinal-Out
2013–2014 KanadaKanada Mark French 11. Platz (West); Playoff-Achtelfinale
Jul.–Okt. 2014 KanadaKanada Chuck Weber
Okt. 2014–Mai 2015 KanadaKanada Doug Shedden
Juni 2015–Jan. 2017 KanadaKanada Gordie Dwyer
Jan. 2017–Feb. 2017 KanadaKanada Connor Cameron

Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Heimspiele des Medveščak Zagreb werden im Dom športova in Zagreb ausgetragen, der 1972 erbaut wurde und Platz für 6.300 Zuschauer bietet. Nach dem Einstieg der Bären in die österreichische Eishockeyliga war die Halle regelmäßig ausverkauft, was entscheidend dazu beitrug, die Zuschauerzahl der EBEL in der Premierensaison des Clubs erstmals auf mehr als eine Million anzuheben.

In der Saison 2009/10 wich die Mannschaft zwei Mal in die Salata-Freiluft-Arena aus und absolvierte je eine Begegnung gegen den EC VSV und die Vienna Capitals unter freiem Himmel. 2010/11 trug der Club im Jänner vier Begegnungen in der wesentlich größeren Arena Zagreb aus, und konnte dabei insgesamt mehr als 60.000 Zuschauer anlocken.

Zuschauerschnitt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: Website des ÖEHV[7]

Saison Heimspiele Zuschauer Zuschauer pro Spiel
2009/10 32 190.850 5.964
2010/11 29 225.794 7.786
2011/12 30 255.360 8.512
2012/13 30 232.500 7.750

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Fritzmeier: Medvescak Zagreb: Eis-Märchen mit bayerischen Figuren – Mehr Eishockey. In: merkur.de. 28. Februar 2015, abgerufen am 15. März 2017.
  2. Medvescak Zagreb: Von der EBEL in die KHL - Die "Bären" aus Zagreb wandern aus der EBEL-Liga ab. Neue Destination: die russische KHL. sportnet.at, 30. April 2013, abgerufen am 26. Juni 2013.
  3. hockeyfans.at, Zagrebs KHL Kader ist fast komplett, 3. Juli 2013, abgerufen am 3. Juli 2013
  4. Zagreb fehlt Geld für Comeback. Abgerufen am 15. März 2017.
  5. Dwyer wird Kossmann-Nachfolger in Ambri. (luzernerzeitung.ch [abgerufen am 15. März 2017]).
  6. Zagreb kehrt in Erste Bank Eishockey Liga zurück. Abgerufen am 15. März 2017.
  7. Homepage des ÖEHV

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: KHL Medveščak Zagreb – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien