KVG Stade

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KVG Stade GmbH & Co. KG
KVGlogo.svg
Basisinformationen
Unternehmenssitz Stade
Webpräsenz www.kvg-bus.de
Eigentümer VOG 60 %, EVB Elbe-Weser 40 %
Geschäftsführung Jan Behrend, Michael Fastert
Verkehrsverbund HVV, VBN, VNN, VH
Mitarbeiter 750
Umsatz 56,7 Mio.
Linien
Bus 223
Anzahl Fahrzeuge
Omnibusse 473 eigene (+ 138 angemietet)
Statistik
Fahrgäste 34 Mio. pro Jahr
Fahrleistung 21 Mio. km pro Jahr
Haltestellen 3500
Einzugsgebiet 6 766 km²
Länge Liniennetz
Buslinien 6 541 km
Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe 6
Schlauchturm der benachbarten Freiwilligen Feuerwehr

Die KVG Stade GmbH & Co. KG ist ein regionales Verkehrsunternehmen für den Nahverkehr im Norden Niedersachsens mit Sitz in Stade. Die KVG gehört zur Unternehmensgruppe der Osthannoverschen Eisenbahnen OHE und hat im Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz von 56,7 Millionen Euro erzielt. Die KVG beschäftigt ungefähr 750 Mitarbeiter und unterhält 473 eigene Omnibusse (plus 138 angemietete).

Verkehrsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die KVG betreibt den Stadtverkehr in den Städten Buxtehude, Buchholz i.d.N., Bremervörde, Cuxhaven, Lüneburg, Stade und Winsen (Luhe). Außerdem betreibt die KVG den Regionalbusverkehr in den Landkreisen Cuxhaven, Harburg, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Rotenburg (Wümme) (teilweise), Heidekreis und Stade. Das Verkehrsgebiet reicht bis in die Städte Hamburg und Bremerhaven. Das gesamte Verkehrsgebiet umfasst ungefähr 6766 km². Die KVG verkehrt auf insgesamt 6292 km Streckennetz und steuert dabei ca. 3500 Haltestellen an.

Betriebshöfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die KVG betreibt in folgenden Städten einen Betriebshof:

Verkehrsverbünde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Linien der KVG sind Teile folgender Verkehrsverbünde:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kraftverkehr GmbH & Co. KG (KVG) entstand aus der Omnibusgesellschaft Alex & Heinrich Peill oHG, die 1. April 1928 gegründet wurde und zunächst den Stadt-Omnibusverkehr in Stade betrieb. Anfang der 1930er Jahre kam der Ersatzverkehr mit Omnibussen für die Kehdinger Kreisbahn (Stade−Freiburg−Itzwörden) hinzu, deren Personenverkehr am 22. Mai 1932 eingestellt wurde. 1947 wurde das Unternehmen in eine GmbH umgewandelt. 1951 übernahm die Deutsche Bundespost das Unternehmen mit zwei Überlandlinien und dem Stadtverkehr Stade sowie 17 Omnibussen und 11 Busanhängern.

Am 9. Mai 1966 wurde die Peill Verkehrsgesellschaft GmbH in Kraftverkehr Stade GmbH –KVG– umbenannt und bezog ein neues Betriebsgebäude an der Harburger Straße in Stade. Am 1. April 1967 erfolgte eine umfangreiche Erweiterung des Liniennetzes, da der KVG die bis dahin vom Postamt Stade aus betriebenen Postbuslinien übertragen wurden.

In den Folgejahren expandierte die KVG weiter und übernahm nacheinander die Omnibuslinien mehrerer kleiner Privatunternehmen:

  • 1. Juli 1970: Ketterle in Hamburg-Harburg
  • 1. Oktober 1970: Schmidt mit dem Betriebsgelände in Buxtehude und fünf Bussen für den Stadtverkehr in Buxtehude
  • 1. Juli 1971: Linienkonzessionen der Fa. Gerlach in Drochtersen für Berufs- und Gelegenheitsverkehr
  • 1. Januar 1974: Cuxhavener Omnibusgesellschaft (C.O.G.) mit Stadtverkehrs-, Überland-, Schul- und Berufsverkehrslinien im Raum Cuxhaven
  • 22. Mai 1977: Johannsen in Hollenstedt mit je einer Buslinie von hier nach Buxtehude und nach Hamburg-Neugraben sowie mehreren Schulbuslinien im Raum Neu Wulmstorf, Übernahme eines Magirus-Deutz StÜLB-Busses (L 117)
  • 3. August 1978: einige Schulbuslinien des Apenser Unternehmens Glowalla, Übernahme von fünf Bussen, davon zwei Reisebusse
  • 1. Januar 1979: Weigel in Seevetal-Hittfeld, Betriebsstelle mit fünf Bussen
  • 12. Dezember 1979: Übernahme des Namens „Hanseat-Reisen“ von der Plöner Verkehrsgesellschaft und deren Verträge zum Werkverkehr der MBB und zum Schülerverkehr im Niederelbe-Gebiet, Übernahme von sieben Bussen
  • 1. Januar 1980: einige Schulbuslinien im Bereich Kehdingen von der Fa. von Holten in Großenwöhrden mit zwei Bussen

Am 3. Juni 1973 wurde in München eine Filiale der KVG eingerichtet. Zwischen Juni 1973 und Juni 1976 wurden die Postbuslinien in der Region München als Regionalbuslinien innerhalb des MVV betrieben. Danach wurden sie als Regionalverkehr Oberbayern (RVO) weitergeführt.

Zum 1. Januar 1982 wurde die KVG eine Regionalverkehrsgesellschaft von Bundesbahn (DB) und Bundespost (DBP), die DB übernahm 51 % der Gesellschaftsanteile. Im Verlauf des Jahres 1982 wurde das Bedienungsgebiet der KVG erheblich vergrößert, da ihr alle bisherigen Bahnbus- und Postbuslinien im nordostniedersächsischen Raum übertragen wurden:

  • 1. September 1982: Postreisedienst des Postamts Otterndorf mit sieben Regionalbuslinien und sieben Bussen (MAN SÜ 240)
  • 1. Oktober 1982: Postreisedienst des Postamtes Hamburg-Harburg
  • 1. November 1982: Bahnbusverkehre der Bvst Hamburg und teilweise von Rotenburg
  • 1. Dezember 1982: Postreisedienst des Postamts und der Bvst Lüneburg
früheres Logo der KVG Stade von 2003

Darunter waren auch drei Postbuslinien im Bereich des Hamburger Verkehrsverbundes HVV:

  • 149  Hmb-Harburg – Neuland – Over
  • 157  Hmb-Harburg – Moorburg – Neuenfelde – Jork
  • 257  Hmb-Neugraben – Neuenfelde – Cranz

Die KVG trat am 1. Januar 1983 daher an Stelle der Deutschen Bundespost in den HVV ein. Einige der ehemaligen Bahnbuslinien wurden im Laufe der Jahre eingestellt (Hamburg–Soltau, Hamburg–Munster, Hamburg–Verden, Hamburg–Amelinghausen). Diese wiesen oft nur eine Fahrt am Tag auf.

Außerdem übernahm die KVG am 31. Dezember 1982 den Stadtbusverkehr in Lüneburg von der Firma Ernst Röhlsberger mit zahlreichen MAN-Bussen.

Im Januar 1996 erhielt die Kraftverkehr GmbH für den Lüneburger Stadtbusverkehr zehn Mercedes-Benz O 405 N2 CNG Niederflurbusse mit Erdgasantrieb und Katalysatoren, die nur noch wenig Schadstoffe ausstießen.[1]

1996 wurde die KVG von Bahn und Post an die Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH (EVB) Zeven und die Osthannoverschen Eisenbahnen AG (OHE) Celle verkauft. Nachdem im Jahr 2011 die Anteile des Landes Niedersachsen und des Bundes am OHE-Konzern verkauft wurden, gehört seit Mitte 2006 auch die KVG zum italienischen Netinera-Konzern. Die Busgesellschaften, an denen die OHE beteiligt ist, gründeten 2014 eine Bussparte innerhalb der OHE. Die VOG trat in die Gesellschäftsrolle der OHE ein und übernahm 60 % der Geschäftsanteile an der KVG.

Als neues Betätigungsfeld der KVG ergibt sich seit einiger Zeit der Stadtverkehr Harburg. Neu eingerichtet wurden die Linien Sinstorf–Harburg–Finkenwerder (Linie 146) und Ringverkehr Harburg–Neuland. Demgegenüber gab es einzelne Kürzungen im Regionalbereich. So wurde der Ort Eddelsen vom Busverkehr abgehängt, und mit der HVV-Erweiterung verschwand die Linie nach Bispingen. Eine Verbesserung im Regionalverkehr gab es zwischen Over und Winsen: Hier wurde die ehemalige Marquardt-Buslinie übernommen, verdichtet und nach Harburg durchgebunden.

Heutiger Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtverkehr setzt die KVG meist moderne Niederflurbusse ein.

Die Bedienungsqualität der Linien ist sehr unterschiedlich. Die von Harburg ausgehenden Linien weisen eine dichte Fahrtenfolge und auch Spät- und Wochenendverkehr auf. In Lüneburg hingegen verkehrt nach 20:30 Uhr kein Bus mehr – weder im Stadt- noch im Überlandverkehr. Dies ist für eine Universitätsstadt mit vielen Kneipen sicher ungewöhnlich und steht auch in Kontrast zum kleineren Stade, wo die KVG eine Abend-Ringlinie im Stadtverkehr und eine Abend-Überlandverbindung nach Freiburg/Elbe betreibt. Tagsüber weisen die KVG-Stadtlinien eine hohe Bedienungsqualität auf – es bestehen Taktfahrpläne. Der am dichtesten befahrene Abschnitt befindet sich in Lüneburg zwischen Am Sande und Kaltenmoor.

Volvo 7700 der KVG

Volvo 7700 Hybrid[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Dezember 2010 verfügte die KVG in Lüneburg über drei Volvo 7700 Hybrid. Im Juni 2012 folgten diesen drei Fahrzeugen weitere zehn Exemplare, wovon einer von ihnen ausgebrannt und im November 2013 durch ein Neufahrzeug ersetzt worden ist. Ende 2015 wurden die Busse aufgrund der hohen Pannenquote ausgemustert und durch Neufahrzeuge ersetzt.

Besondere Angebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem normalen Linienbetrieb bietet die KVG auch fahrplanmäßige Fahrten zu Diskotheken und Freizeiteinrichtungen (wie z.B. Heide-Park, Snow Dome Bispingen und Universum Bremen) an. Auch Fahrten mit einem „Oldtimer-Bus“ (Setra S8) und einem VW T1 Samba können gebucht werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pilotprojekt mit Erdgasbussen bei der KVG. In: HVV Express, 19. Jahrgang, Nr. 2/1996, S. 5