KZ Kampor

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Italienische Flagge über dem Konzentrationslager.
Opfer
Männlicher Häftling.

Das Konzentrationslager Kampor (Rab) wurde während des Zweiten Weltkrieges im Juli 1942 von italienischen Besatzern im Unabhängigen Staat Kroatien (NDH) eingerichtet.

Das Internierungslager befand sich nahe der Ortschaft Kampor auf der Insel Rab in der Adria. Nach der italienischen Kapitulation im September 1943 wurde es aufgelöst.

Es war für die Aufnahme von etwa 10.000 Menschen gleichzeitig eingerichtet, von denen die meisten Slowenen, Kroaten und Juden waren.[1] Die einzelnen Volksgruppen wurden in abgetrennten Sektionen inhaftiert. Etwa 1.200 Lagerinsassen starben an Misshandlungen und der Kälte im Winter.

Weitere 800 Gefangene starben später nach ihrer Verschleppung von Rab in andere italienische Konzentrationslager wie beispielsweise die KZ Gonars und Padova.

Die im September 1943 befreiten Gefangenen gründeten das Raber-Bataillon, das der deutschen Besatzung Widerstand leistete.

Im Jahr 1953 wurde nach den Plänen von Edvard Ravnikar eine Gedenkstätte errichtet. Auf einer 18 m langen Metalltafel sind die Namen von 1433 Opfern angeführt. Die Arbeiten wurden von Häftlingen des jugoslawischen Gefangenenlagers aus der nahegelegenen Sträflingsinsel Goli Otok verrichtet.[2]

Im Jahr 2003 behauptete der italienische Premierminister Silvio Berlusconi, dass es während der Zeit des italienischen Faschismus keine Konzentrationslager gegeben habe, Mussolini niemanden habe umbringen lassen und ,Leute zum Urlaub in internes Exil‘ geschickt habe.[3]

In der slowenischen Wochenzeitung Dolenjski list berichtete die Zeitzeugin Milena Kambič Vukovič von ihren Erlebnissen als sie als Kind zusammen mit ihren Angehörigen aus dem slowenischen Dorf Gradac nach Rab verschleppt worden ist. Obwohl sie schon für tot erklärt wurde und in einem Massengrab lag, überlebte sie durch Hilfe einer internierten Krankenschwester das Lager.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Metod M. Milač: Resistance, imprisonment and forced labor : A Slovene student in World War II.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: KZ Kampor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jewish Community: Slovene Jewry before WW II
  2. ORIS: Concentration Camp Inmate Cemetery on the Island of Rab
  3. International Herald Tribune: Survivors of war camp lament Italy's amnesia (29. Oktober 2003)
  4. M. Bezek-Jakše, "Živo dekletce v jami z mrtvimi" (deutsch: Ein lebendiges Mädchen in einer Grube mit Toten), slowenische Wochenzeitung Dolenjski list, 15. Mai 2012, S. 20

44.7814.719Koordinaten: 44° 46′ 48″ N, 14° 43′ 8″ O