Kaúlza Oliveira de Arriaga

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Kaúlza Oliveira de Arriaga (* 18. Januar 1915 in Porto; † 3. Februar 2004 in Lissabon) war ein portugiesischer General, Schriftsteller und Politiker, der 1970 bis 1973 in dem portugiesischen Überseeterritorium Moçambique als Oberbefehlshaber der portugiesischen Truppen gegen die FRELIMO-Guerilla kämpfte.

Leben[Bearbeiten]

Vor seinem Einsatz in Mocambique hatte Arriaga verschiedene Führungspositionen ausgeübt, so als Staatssekretär für Luftfahrt und Vorsitzender der Atomenergiebehörde. 1968 wurde er zum General befördert und 1969 nach Mocambique entsandt. 1970 wurde er Oberkommandierender und leitete die Operation Gordischer Knoten, bei der mit Hilfe von 10.000 Angehörigen der Streitkräfte die FRELIMO aus den nördlichen Provinzen vertrieben werden sollte. Gleichzeitig verfolgte er eine Siedlungspolitik zur Konzentrierung der Bevölkerung in aldeamentos, strategischen Dörfern, um diese besser kontrollieren zu können. Diese Maßnahmen gingen einher mit der offenbar von den USA aus dem Vietnamkrieg kopierten hearts and minds-Programm, zu dem auch der Bau von Krankenhäusern und Hebung der Qualität der einheimischen Viehherden gehörte.

Arriaga entwickelte, ungewöhnlich für portugiesische Kommandeure, eine Art Personenkult und führte bei seinen Truppen eine Art politischen Unterricht ein. Er erhielt hierbei den Spitznamen Rosa Panther; offenbar nach der bekannten Filmfigur (Pink-Panther-Reihe). Analog zu den USA in Vietnam, versuchte auch Arriaga in Moçambique eine Afrikanisierung des Krieges durch den Ausbau afrikanischer Hilfstruppen. Trotz gewisser Erfolge musste Arriaga Rückschläge einstecken, da sich die strategischen Bedingungen zum Nachteil Portugals änderten. Wurde die FRELIMO bis 1970 nur vom Warschauer Pakt über Tansania unterstützt, erhielt sie nun auch Hilfe von der Volksrepublik China über Sambia.

Nachdem im Juli 1973 Informationen über ein Massaker durch portugiesische Truppen in Wirimayu durchgesickert waren, war Arriaga gezwungen, nach Portugal zurückkehren. Als Ultrakonservativer wurde er nun ein scharfer Gegner von General António de Spínola und dessen politischen und militärischen Reformabsichten und nahm seinen Abschied. Nach der Nelkenrevolution wurde Arriaga zur Verhinderung eines konservativen Putsches von September 1974 bis Juni 1976 inhaftiert. Er verstarb 2004 in Lissabon.

Literatur[Bearbeiten]

  • Stichwort: Arriaga, Gen. Kaulza Oliveira de (1915-), in: Ian F. W. Beckett: Encyclopedia of Guerilla Warfare, New York 2001, S. 17.
  • Kaulza de Arriaga: The Portuguese Answer, London 1973.
  • John Cann: Counterinsurgency in Africa: The Portuguese Way of War, 1961-1974, Westport 1997.
  • Peter Abbott/Manuel Rodrigues: Modern African Wars 2: Angola and Mozambique 1961-74, London 1998.

Siehe auch[Bearbeiten]