Kaba (Kakaogetränk)

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Logo am ehemaligen Kaffee-HAG-Werk II in Bremen

Kaba ist eine Marke für Instant-Kakaogetränke,[1] die früher zu Mondelēz gehörte und aktuell Teil von Carambar & Co. ist. In Deutschland wird es unter dem Slogan Der Plantagentrank vertrieben. Kaba war ursprünglich die Kurzform von „Kakao- und Bananenpulver“. Mittlerweile ist es in manchen Teilen Deutschlands im Volksmund ein Gattungsname für Instant-Kakaogetränke.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Kaba-Produktion im ehemaligen Kaffee-HAG-Werk II in Bremen

Kaba wurde in Bremen von Ludwig Roselius erfunden, Inhaber der Kaffee HAG. 1929 auf den Markt gebracht, entwickelte es sich zu einem der bekanntesten deutschen Markennamen. Die Marke war während des Zweiten Weltkriegs verschwunden und erschien 1949 wieder auf dem Markt.

In den 1960er und 1970er Jahren warb Kaba mit den Figuren aus dem Hause Walt Disney: Auf den Packungen waren Sammelpunkte, für die man dann knapp 50 Zentimeter große Pappfiguren (ähnlich einem Hampelmann) erhielt. Darunter waren Micky Maus, Minnie Maus, Donald Duck und Goofy. Ebenfalls erhältlich waren gelbe Henkeltassen mit den aufgedruckten Figuren sowie Quartettspiele mit den Disney-Charakteren. Auch die Figuren des Dschungelbuches warben für Kaba.

Das stilisierte Palmenlogo und der Schriftzug wurden 1969 verändert und mit ihm die Erweiterung des Markennamens zu „kaba fit“ eingeführt. 1975 beantworteten 96 % der Befragten die Frage „Kennen Sie Kaba?“ mit ja.[2] Das Unternehmen und die Marke Kaba wurden 1979 an das US-amerikanische Unternehmen General Foods Corporation verkauft, das seit 1989 Teil von Kraft Foods (heute Mondelēz International) ist. 2016 wurde Kaba wiederum von Mondelēz an den französischen Investor Eurazeo verkauft. Im Mai 2017 ging daraus die CPK Group hervor, die verschiedene Marken, darunter Carambar, vereint.[3] Zu dieser Marke gehört seitdem auch Kaba.

Inhaltsstoffe und Geschmack[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Kaba-Packungen im Überseemuseum Bremen

Im Gegensatz zu klassischen Kakaogetränken enthält Kaba in der Rezeptur von heute sehr viel Zucker (62 % Saccharose und 19 % Traubenzucker: insgesamt 81 %) sowie Aromastoffe. Kaba gibt es neben der klassischen Kakaovariante auch in folgenden Geschmacksrichtungen:[4]

Die Rezeptur wurde im Laufe der Jahre stark verändert. So wurde vor allem der Anteil an Kakao in den späten 1960er Jahren um ein Drittel von 30 % auf 20 % reduziert und damit dem seit Markteinführung stärker gezuckerten Wettbewerbsprodukt des Nestlé-Konzerns (Nesquik) angepasst, entsprechend wurde der Gehalt an Zucker und Traubenzucker erhöht. In diese Zeit fällt auch die Einführung der Geschmacksvarianten. Heute enthält Kaba laut Deklaration noch 18 % entölten Kakao, 19 % Traubenzucker, etwa 62 % Zucker, Sojalecithin, Salz, sowie Geschmacksstoffe und Vitamin-Zusätze (Niacin).

2011 erschien Kaba Bio („aus kontrolliert biologischem Anbau“).[5] Das Produkt wurde jedoch nach einiger Zeit wieder vom Markt genommen.

Lebensmittelchemische Untersuchung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ausgabe 12/2008 des Test-Magazins der Stiftung Warentest wurden 25 Kakaogetränkepulver untersucht. Dabei überschritt Kaba als einziges den derzeit diskutierten Höchstwert von einem Mikrogramm Ochratoxin A pro Kilogramm. In großen Mengen kann, laut Stiftung Warentest, das Schimmelpilzgift Ochratoxin A beim Menschen das Immunsystem und die Nieren schädigen. Im Tierversuch wirkt es krebserzeugend.[6]

Berry und die Plantagenwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1985 bis 1990 lag den Packungen ein Werbecomic bei: Berry der Plantagenbär. Seit einigen Jahren befinden sich auf den Rückseiten der Packungen kurze Comicstrips, die Geschichten aus der Plantagenwelt erzählen. Meist wird zu Beginn ein Kind aus der Realität durch den Kabastrudel in diese Welt gezogen, wo es dann zusammen mit Berry ein Abenteuer erlebt. Am Schluss wird jedes Mal Kaba getrunken. 2009 wurde das Design der Packungen, das Logo und die Rückseitencomics neu überarbeitet und modernisiert. Berry und seine Freunde präsentieren nun keine Rezepte mehr, sondern sie kehren zu ihren Ursprüngen zurück und erleben Abenteuer in ihrer Plantagenwelt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Markenregister
  2. Hartmut Roder (Hrsg.): Schokolade – Geschichte, Geschäft und Genuss. Edition Temmen, Bremen 2002, ISBN 3-86108-372-8
  3. Eurazeo.com
  4. kraftfoods.de. 26. Dezember 2010. Archiviert vom Original am 26. Dezember 2010. Abgerufen am 10. Januar 2012.
  5. Kaba Bio. Lebensmittel Praxis. 6. Dezember 2011. Archiviert vom Original am 3. November 2012.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lebensmittelpraxis.de Abgerufen am 10. Januar 2012.
  6. Mehr Zucker als Kakao. Stiftung Warentest. 12. Dezember 2008. Abgerufen am 10. Dezember 2012.