Kabinett Blos I

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Das Kabinett Blos I bildete vom 11. November 1918 bis 7. März 1919 die Landesregierung von Württemberg.

Amt Name Partei
Ministerpräsident
Äußeres
Wilhelm Blos SPD
Inneres Arthur Crispien
bis 10. Januar 1919
USPD
Finanzen Theodor Liesching Demokrat
Justiz Johann Baptist Kiene Z
Krieg Albert Schreiner
bis 15. November 1918
USPD
Ulrich Fischer
bis 10. Januar 1919
USPD
Immanuel Herrmann SPD
Ernährung Julius Baumann Demokrat
Arbeit Hugo Lindemann SPD
Kultus Berthold Heymann SPD

Nachdem in Stuttgart am 9. November 1918 die Nachricht aus Berlin eingetroffen war, dass Philipp Scheidemann die Republik ausgerufen hatte, einigten sich Vertreter der SPD und der USPD am späten Nachmittag in den Räumen des württembergischen Landtags auf die Bildung einer provisorischen Regierung. Vorsitzende wurden Wilhelm Blos (Außenminister) und Arthur Crispien (Innenminister). Als weitere Kandidaten der SPD wurden Hermann Mattutat zum Justizminister, Theodor Heymann zum Kultminister und Dr. Hugo Lindemann zum Arbeitsminister vorgeschlagen. Von Seiten der USPD wurde der Spartakist und Vorsitzende des Stuttgarter Soldatenrats Albert Schreiner zum Kriegsminister und August Thalheimer zum Finanzminister erkoren. Blos stellte in einer von ihm verfassten Proklamation an das württembergische Volk fest: „Die Republik ist erklärt.“ Am Morgen des 10. November, einem Sonntag, einigten sich Wilhelm Blos und Wilhelm Keil in einem Gespräch darauf, dass die am Vorabend aufgestellte Kabinettsliste geändert werden müsse. Mit Rücksicht auf die öffentliche Meinung, der notwendigen Mitarbeit der Beamtenschaft sowie der bevorstehenden Demobilisierung der Armee sollten auch Vertreter der übrigen demokratischen Parteien in die Regierung eintreten. Am 11. November 1918 erwirkte der Chef des königlichen Zivilkabinetts, Konstantin von Neurath auf telefonischem Wege von König Wilhelm II. die Entbindung der Minister des Kabinetts Liesching von ihrem am Vormittag des 9. November im Wilhelmspalais geleisteten Treueid. Daraufhin traten am 11. November Theodor Liesching anstelle Thalheimers, Johann Baptist Kiene anstelle Mattutats und außerdem Julius Baumann in das Kabinett Blos ein.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ansbert Baumann: Die Protokolle der Regierung des Volksstaates Württemberg. Erster Band: Die provisorische Regierung und das Kabinett Blos, November 1918-Juni 1920. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2013, ISBN 9783170230323
  • Klaus Schwabe: Die Regierungen der deutschen Mittel- und Kleinstaaten: 1815 - 1933. Boldt, Boppard am Rhein 1983, ISBN 3764618302
  • Bertold Spuler: Regenten und Regierungen der Welt, Teil II, Band 4: Neueste Zeit 1917/18 - 1964. Ploetz Verlag, Würzburg 1964