Kabinett Cazeneuve

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Kabinett Cazeneuve
39. Regierung der Fünften Französischen Republik
Bernard Cazeneuve
Premierminister Bernard Cazeneuve
Wahl 2012
Legislaturperiode 14.
Ernannt durch Staatspräsident François Hollande
Bildung 6. Dezember 2016
Ende 15. Mai 2017
Dauer 0 Jahre und 160 Tage
Vorgänger Kabinett Valls II
Nachfolger Kabinett Philippe I
Zusammensetzung
Partei(en) PS, PRG, UDE-PE
Repräsentation
Nationalversammlung
305/577

Das Kabinett Cazeneuve war vom 6. Dezember 2016 bis zum 15. Mai 2017 die amtierende Regierung Frankreichs unter Premierminister Bernard Cazeneuve. Es war die neununddreißigste Regierung der Fünften Republik und die fünfte, die von Präsident François Hollande ernannt wurde. Vorgänger-Kabinett war das Kabinett Valls II.

Regierungsbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 6. Dezember trat Manuel Valls aufgrund seiner Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Parti Socialiste als Premierminister zurück und damit auch die Regierung. Am gleichen Tag ernannte Staatspräsident François Hollande Cazeneuve zum Premierminister und beauftragte ihn mit der Regierungsbildung.[1] Einige Stunden später wurden die weiteren Regierungsmitglieder ernannt.[2] Gegenüber der letzten Zusammensetzung des Kabinetts Valls II gab es drei weitere Veränderungen: Der bisherige Fraktionsvorsitzende der Sozialisten in der Nationalversammlung, Bruno Le Roux, wurde Nachfolger von Cazeneuve als Innenminister und die beiden Staatssekretäre André Vallini und Jean-Marie Le Guen tauschten ihre Aufgabenbereiche.

Regierungsmehrheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie vor ihm das Kabinett Valls stützte sich das Kabinett in der Nationalversammlung auf eine Mehrheit aus Parti socialiste, Parti radical de gauche und der Union des démocrates et des écologistes (UDE), einem Parteienbündnis aus der grünen Kleinpartei Parti écologiste (PE) und dem Front démocrate. Bei der nach der Regierungsbildung vorgesehenen Vertrauensabstimmung in der Nationalversammlung erhielt die Regierung 305 Stimmen, 239 Nein-Stimmen und 10 Enthaltungen; anders als das Vorgängerkabinett erhielt das Kabinett Cazeneuve dabei mit einer Ausnahme die Zustimmung der frondeurs aus dem linken Flügel der Regierungsparteien.[3]

Zusammensetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Premierminister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amt Name Partei
Bernard Cazeneuve.jpg
Premierminister Bernard Cazeneuve PS

Minister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amt Name Partei
Jean-Marc Ayrault - mars 2012.jpg
Minister für Auswärtiges und Entwicklungshilfe Jean-Marc Ayrault PS
Ségolène Royal - Janvier 2012.jpg
Ministerin für Umwelt, Energie und Meer, beauftragt mit den internationalen Klimaverhandlungen Ségolène Royal PS
Belkacem Toulouse 2012.JPG
Minister für Bildung, Hochschulen und Forschung Najat Vallaud-Belkacem PS
Michel Sapin - Février 2013.jpg
Minister für Wirtschaft und Finanzen Michel Sapin PS
Marisoltouraine 2.png
Ministerin für Soziales und Gesundheit Marisol Touraine PS
Rennes - 6 mai 2012 JY Le Drian-02 (cropped).JPG
Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian PS
Jean-Jacques Urvoas (cropped).jpg
Justizminister Jean-Jacques Urvoas PS
Myriam El Khomri par Claude Truong-Ngoc septembre 2014.jpg
Ministerin für Arbeit, Beschäftigung, Berufsausbildung und sozialen Dialog Myriam El Khomri PS
Jean-Michel Baylet - Strauss-Kahn meeting in Toulouse for the 2007 French presidential election 0154 2007-04-13 cropped mini.jpg
Minister für Raumordnung, ländliche Räume und Gebietskörperschaften Jean-Michel Baylet PRG
Matthias Fekl par Claude Truong-Ngoc février 2015.jpg
Innenminister Matthias Fekl (ab 21. März 2017)
Bruno Le Roux (bis 21. März 2017)
PS
Le Foll Toulouse 2012.JPG
Minister für Landwirtschaft, Ernährung und Forstwirtschaft;
Regierungssprecher
Stéphane Le Foll PS
Europe Ecologie closing rally regional elections 2010-03-10 n13.jpg
Ministerin für Wohnen und nachhaltige Wohnquartiere Emmanuelle Cosse UDE-PE
Audrey Azoulay lors de la passation de pouvoir avec Fleur Pellerin (cropped).jpg
Ministerin für Kultur und Kommunikation Audrey Azoulay PS
LR-2012-Hémicycle.JPG
Ministerin für Familie, Kindheit und Frauenrechte Laurence Rossignol PS
Annick Girardin.jpg
Ministerin für öffentliche Verwaltung Annick Girardin PRG
Patrick KANNER 7 réduite.pdf
Minister für Städte, Jugend und Sport Patrick Kanner PS
Ericka14Juillet.jpg
Ministerin für die Überseegebiete Ericka Bareigts PS

Staatssekretäre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtsbezeichnung des Staatssekretärs Ministerium Name Partei
André Vallini.jpg
Staatssekretär für die Parlamentsangelegenheiten Premierminister André Vallini PS
JVP6.jpg
Staatssekretär für Staatsreform und Entbürokratisierung Premierminister Jean-Vincent Placé UDE-PE
Juliette Méadel.jpg
Staatssekretärin für Opferhilfe Premierminister Juliette Méadel PS
Harlem Désir 01.JPG
Staatssekretär für europäische Angelegenheiten Außenministerium Harlem Désir PS
Staatssekretär für Außenhandel, Tourismus und Auslandsfranzosen (bis 21. März 2017) Außenministerium Matthias Fekl (bis 21. März 2017) PS
Jean Marie Le Guen.JPG
Staatssekretär für Entwicklung und die Frankophonie Außenministerium Jean-Marie Le Guen PS
Vidalies-cropped.jpg
Staatssekretär für Verkehr, maritime Wirtschaft und Fischerei Ministerium für Umwelt, Energie und Meer, beauftragt mit den internationalen Klimaverhandlungen Alain Vidalies PS
Barbara pompili.jpg
Staatssekretärin für Biodiversität Ministerium für Umwelt, Energie und Meer, beauftragt mit den internationalen Klimaverhandlungen Barbara Pompili UDE-PE
Thierry-Mandon IMG 3173.jpg
Staatssekretär für Hochschulen und Forschung Ministerium für Bildung, Hochschulen und Forschung Thierry Mandon PS
Christian Eckert (22 mai 2014).jpg
Staatssekretär für den Haushalt Ministerium für Wirtschaft und Finanzen Christian Eckert PS
Martine Pinville - 2011.jpg
Staatssekretärin für Handel, Handwerk, Verbraucherangelegenheiten und soziale Ökonomie Ministerium für Wirtschaft und Finanzen Martine Pinville PS
Axelle Lemaire - August 2011.jpg
Staatssekretärin für Digitales und Innovation Ministerium für Wirtschaft und Finanzen Axelle Lemaire PS
Christophe Sirugue.jpg
Staatssekretär für Industrie (geschaffen am 1. September 2016) Ministerium für Wirtschaft und Finanzen Christophe Sirugue PS
Segolene Neuville.jpg
Staatssekretärin für Behinderte und den Kampf gegen Ausgrenzung Ministerium für Soziales und Gesundheit Ségolène Neuville PS
Demarthe boistard.jpg
Staatssekretärin für Senioren und eigenständiges Leben Ministerium für Soziales und Gesundheit Pascale Boistard PS
Jean-Marc Todeschini par Claude Truong-Ngoc février 2015.jpg
Staatssekretär für Veteranen und Gedenken Verteidigungsministerium Jean-Marc Todeschini PS
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Staatssekretärin für Berufsausbildung Ministerin für Arbeit, Beschäftigung, Berufsausbildung und sozialen Dialog Clotilde Valter PS
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Staatssekretärin für Gebietskörperschaften Ministerium für Raumordnung, ländliche Räume und Gebietskörperschaften Estelle Grelier PS
Hélène Geoffroy.jpg
Staatssekretärin für Stadtentwicklung Ministerium für Städte, Jugend und Sport Hélène Geoffroy PS
Meeting d'Athlétisme Paralympique de Paris - Thierry Braillard 01.jpg
Staatssekretär für Sport Ministerium für Städte, Jugend und Sport Thierry Braillard PRG

Veränderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 21. März 2017 erklärte Innenminister Bruno Le Roux seinen Rücktritt, nachdem bekannt geworden war, dass er seine beiden Töchter als parlamentarische Assistentinnen beschäftigt hatte. Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige Staatssekretär für Außenhandel Matthias Fekl ernannt. Dessen Posten als Staatssekretär wurde zunächst nicht nachbesetzt.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bastien Bonnefous: Bernard Cazeneuve nommé premier ministre. Le Monde (online), 12. Juni 2016, abgerufen am 12. Juni 2016 (französisch).
  2. Nomination du Gouvernement. elysee.fr, 12. Juni 2016, abgerufen am 12. Juni 2016 (französisch).
  3. Jim Jarrassé: Cazeneuve obtient une large confiance de l'Assemblée. In: Le Figaro (online). 13. Dezember 2016, abgerufen am 21. Dezember 2016 (französisch).
  4. Bruno Le Roux démissionne à la suite de révélations sur l’emploi de ses filles à l’Assemblée. In: Le Monde (online). 21. März 2017, abgerufen am 22. März 2017 (französisch).