Kabinett Haseloff II

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kabinett Haseloff II
9. Landesregierung von Sachsen-Anhalt
Reiner Haseloff
Ministerpräsident Reiner Haseloff
Wahl 2016
Legislaturperiode 7.
Bildung 25. April 2016
Dauer 1 Jahr und 172 Tage
Vorgänger Kabinett Haseloff I
Zusammensetzung
Partei(en) CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen
Minister 9
Repräsentation
Landtag
47/91
Oppositionsführer André Poggenburg (AfD)

Das Kabinett Haseloff II bildet seit dem 25. April 2016 die Landesregierung von Sachsen-Anhalt.[1] Das Kabinett wird getragen von den Landtagsfraktionen der CDU, der SPD und Bündnis 90/Die Grünen. Damit sind zum ersten Mal seit der Wiederherstellung des Landes Sachsen-Anhalt im Jahr 1990 drei Parteien aktiv an der Landesregierung beteiligt.

Landtagswahl und Regierungsbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Wahl zum 7. Landtag von Sachsen-Anhalt am 13. März 2016 verlor das Regierungsbündnis aus CDU und SPD seine Mehrheit im Parlament, sodass die beiden seit 2006 in einer Koalition zusammenarbeitenden Partner auf die Mitwirkung einer dritten Partei angewiesen waren.

Nach mehrwöchigen Verhandlungen wurde eine schwarz-rot-grüne Koalition gebildet, die in der Öffentlichkeit nach den Farben der beteiligten Parteien auch „Kenia-Koalition“ genannt wird.[2] Am 24. April 2016 unterzeichneten die Vorsitzenden der Landesverbände von CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen den Zukunftschancen für Sachsen-Anhalt – verlässlich, gerecht und nachhaltig[3] betitelten Koalitionsvertrag.[4] Zusammen verfügen die Regierungsfraktionen über 46 Mandate im Landtag von Sachsen-Anhalt gegenüber 41 Mandaten der Oppositionsfraktionen AfD und Die Linke.

In der 2. Sitzung des Landtags von Sachsen-Anhalt am 25. April 2016 wählten die Abgeordneten den seit 2011 amtierenden Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) erneut zum Ministerpräsidenten. Seine Wahl war erst im zweiten Wahlgang erfolgreich: Im ersten Wahlgang entfielen bei 41 Ja-Stimmen auch 45 Gegenstimmen und eine Enthaltung auf den Wahlvorschlag. Im zweiten Wahlgang wurde die – nach der Verfassung des Landes Sachsen-Anhalt bei 44 Stimmen liegende – erforderliche Zustimmung mit 47 Stimmen (bei 34 Gegenstimmen, drei Enthaltungen und drei ungültigen Stimmen) erreicht. Diesmal stimmte sogar ein Mitglied der Opposition für den Wahlvorschlag der Regierungsparteien. Im Anschluss wurden die vom Ministerpräsidenten ernannten neun weiteren Mitglieder der Landesregierung vor dem Landtag vereidigt.[5]

Mitglieder der Landesregierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kabinett Haseloff II – seit 25. April 2016
Amt[6] Bild Name Partei
Ministerpräsident
Reiner Haseloff (Martin Rulsch) 09.jpg
Reiner Haseloff CDU
Stellvertreterin des Ministerpräsidenten
Petra Grimm-Benne 2281.jpg
Petra Grimm-Benne SPD
Zweite Stellvertreterin des Ministerpräsidenten
2012-12-13 - Claudia Dalbert MdL DE-ST - 1193.jpg
Claudia Dalbert Bündnis 90/Die Grünen
Staatsminister1 und Chef der Staatskanzlei; ab 24. Mai 2016: Staatskanzlei und Ministerium für Kultur Rainer Robra CDU
Minister für Inneres und Sport
2012-12-13 - Holger Stahlknecht MdL DE-ST - 1176.jpg
Holger Stahlknecht CDU
Ministerin für Justiz und Gleichstellung
Anne-Marie Keding (Martin Rulsch) 4.jpg
Anne-Marie Keding CDU
Minister der Finanzen
2012-12-13 - André Schröder MdL DE-ST - 1346.jpg
André Schröder CDU
Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration
Petra Grimm-Benne 2281.jpg
Petra Grimm-Benne SPD
Minister für Bildung
Tullner1.jpg
Marco Tullner CDU
Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung
Jörg Felgner (Martin Rulsch) 4.jpg
Jörg Felgner
(bis 16. November 2016)[7]
SPD
Armin Willingmann
(ab 16. November 2016)[7]
Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie
2012-12-13 - Claudia Dalbert MdL DE-ST - 1193.jpg
Claudia Dalbert Bündnis 90/Die Grünen
Minister für Landesentwicklung und Verkehr
2012-12-14 - Thomas Webel Min. DE-ST - 1664.jpg
Thomas Webel CDU
1 Minister des Landes Sachsen-Anhalt mit der Funktionsbezeichnung „Staatsminister“.

Ministerien und Staatssekretäre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staatssekretäre sind die ranghöchsten Beamten des Landes Sachsen-Anhalt. Sie fungieren als Amtschefs der Ministerien, ständige Vertreter der Minister oder übernehmen – wie der Bevollmächtigte des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund oder der Staatssekretär für Kultur – Sonderaufgaben.

Staatskanzlei und Ministerien Staatssekretäre[8]
Staatskanzlei; ab 24. Mai 2016: Staatskanzlei und Ministerium für Kultur Michael Schneider
Staatssekretär für Bundes- und Europaangelegenheiten und Bevollmächtigter des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund
Gunnar Schellenberger (ab 1. Juni 2016)[9]
Staatssekretär für Kultur[10]
Ministerium für Inneres und Sport Tamara Zieschang
Ministerium für Justiz und Gleichstellung Hubert Böning
Ministerium der Finanzen Klaus Klang
Amtschef und Beauftragter der Landesregierung für Informationstechnik
Michael Richter
Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration Beate Bröcker
Amtschefin
Susi Möbbeck
Integrationsbeauftragte
Ministerium für Bildung Edwina Koch-Kupfer
Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung Armin Willingmann (bis 16. November 2016)[7]
Jürgen Ude (ab 1. Januar 2017)[11]
Thomas Wünsch
Amtschef
Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie Klaus Rehda
Amtschef
Ralf-Peter Weber
Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr Sebastian Putz

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Unterrichtung: Mitglieder der Landesregierung. In: Drucksache 7/23. Landtag von Sachsen-Anhalt, 25. April 2016, abgerufen am 1. September 2017 (PDF; 16 kB).
  2. Tilman Steffen: Kenia-Koalition vor erstem Belastungstest. In: Zeit Online. 19. April 2016, abgerufen am 1. September 2017.
  3. Koalitionsvertrag: Zukunftschancen für Sachsen-Anhalt – verlässlich, gerecht und nachhaltig. Staatskanzlei und Ministerium für Kultur Sachsen-Anhalt, abgerufen am 1. September 2017 (PDF; 1,4 MB).
  4. dpa: Koalitionsvertrag in Sachsen-Anhalt unterzeichnet. In: SZ.de. Süddeutsche Zeitung GmbH, 24. April 2016, abgerufen am 1. September 2017.
  5. Wahl des Ministerpräsidenten gemäß Artikel 65 Abs. 2 der Landesverfassung; Vereidigung des Ministerpräsidenten; Vorstellung der Mitglieder der Landesregierung; Vereidigung der Mitglieder der Landesregierung. In: Stenografischer Bericht 7/2. Landtag von Sachsen-Anhalt, 25. April 2016, S. 3–10, abgerufen am 1. September 2017 (PDF; 167 kB).
  6. Beschluss der Landesregierung über den Aufbau der Landesregierung Sachsen-Anhalt und die Abgrenzung der Geschäftsbereiche. In: MBl. LSA. 2016. 20. September 2016, S. 549, abgerufen am 1. September 2017.
  7. a b c Unterrichtung: Mitglieder der Landesregierung. In: Drucksache 7/597. Landtag von Sachsen-Anhalt, 16. November 2016, abgerufen am 1. September 2017 (PDF; 22 kB).
  8. Unterrichtung: Staatssekretäre in den Ministerien des Landes Sachsen-Anhalt. In: Drucksache 7/41. Landtag von Sachsen-Anhalt, 18. Mai 2016, abgerufen am 1. September 2017 (PDF; 63 kB).
  9. Unterrichtung: Staatssekretär in der Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt. In: Drucksache 7/118. Landtag von Sachsen-Anhalt, 20. Juni 2016, abgerufen am 1. September 2017 (PDF; 21 kB).
  10. Zuständigkeit für Kultur wechselt in die Staatskanzlei. In: Pressemitteilung Nr. 160/2016. Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt, Pressestelle, 10. Mai 2016, abgerufen am 1. September 2017.
  11. Unterrichtung: Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt. In: Drucksache 7/862. Landtag von Sachsen-Anhalt, 20. Januar 2017, abgerufen am 1. September 2017 (PDF; 21 kB).