Kabinett Ishibashi

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Das Kabinett Ishibashi bei Amtsantritt

Das Kabinett Ishibashi (jap. 石橋内閣, Ishibashi naikaku) regierte Japan unter Führung von Premierminister Ishibashi Tanzan vom 23. Dezember 1956 bis zum 25. Februar 1957.

Nach dem nach der Rückkehr aus der Sowjetunion im November 1956 angekündigten Rücktritt von Hatoyama Ichirō hatte Ishibashi am 14. Dezember 1954 die Wahl zum Vorsitzenden der Liberaldemokratischen Partei (LDP) erst in der Stichwahl gegen Kishi Nobusuke für sich entscheiden können und wurde von der LDP-Mehrheit im Parlament am 23. Dezember zum Premierminister gewählt. Die formale Ernennung Ishibashis zum Premierminister fand am Vormittag desselben Tages statt, die Ernennung der übrigen Staatsminister dagegen erst am Abend. Dazwischen hatte Ishibashi damit als sogenanntes hitori naikaku (一人内閣, „Ein-Personen-Kabinett“) formal auch alle übrigen Ministerposten inne.

Dem Kabinett gehörten bei Amtsantritt einschließlich des Premierministers 14 Staatsminister an, die alle aus dem Shūgiin, dem Unterhaus des nationalen Parlaments, kamen. Erst am 27. Dezember wurden zusätzlich zwei Mitglieder des Sangiin zu Ministern ernannt.

Bereits Ende Januar musste Ishibashi das Amt aus gesundheitlichen Gründen Kishi als vorläufigem Vertreter überlassen. Wenige Wochen später trat das Kabinett geschlossen zurück. Kishi wurde am 25. Februar 1957 – anders als sonst üblich – zunächst zum Premierminister gewählt, sein erstes Kabinett übernahm viele Minister aus dem Kabinett Ishibashi. Erst im März 1957 wurde Kishi auch zum LDP-Vorsitzenden gewählt.

Staatsminister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kabinett Ishibashi – vom 23. Dezember 1956 bis zum 25. Februar 1957
Amt Name Kammer (Wahlkreis) Fraktion Faktion
Premierminister Ishibashi Tanzan Shūgiin (Shizuoka 2) LDP (Ishibashi)
Kishi Nobusuke
(geschäftsführend ab 31. Januar 1957)
Shūgiin (Yamaguchi 2) LDP Kishi
Justizminister Nakamura Umekichi Shūgiin (Tokio 5) LDP Kōno
Außenminister Kishi Nobusuke Shūgiin (Yamaguchi 2) LDP Kishi
Finanzminister Ikeda Hayato Shūgiin (Hiroshima 2) LDP Ikeda
Kultusminister Nadao Hirokichi Shūgiin (Hiroshima 1) LDP Ishii
Sozialminister Kanda Hiroshi Shūgiin (Shizuoka 1) LDP Ōno
Minister für Land- und Forstwirtschaft Ide Ichitarō Shūgiin (Nagano 2) LDP Miki
Minister für Internationalen Handel und Industrie Mizuta Mikio Shūgiin (Chiba 3) LDP Ōno
Verkehrsminister Miyazawa Taneo Shūgiin (Nagano 3) LDP Kishi
Postminister Ishibashi Tanzan Shūgiin (Shizuoka 2) LDP (Ishibashi)
Hirai Tarō
(ab 27. Dezember 1956)
Sangiin (Kagawa) LDP
Arbeitsminister Matsuura Shūtarō Shūgiin (Hokkaidō 2) LDP Miki
Bauminister
Leiter der „Kommission zur Instandsetzung des Hauptstadtgebiets“ (shutoken seibi iinkai iinchō)
Nanjō Tokuo Shūgiin (Hokkaidō 4) LDP Kishi
Vorsitzender der Nationalen Kommission für Öffentliche Sicherheit
Leiter der Behörde für Verwaltungsaufsicht
Ōkubo Tomejirō Shūgiin (Ibaraki 1) LDP Ishibashi
Leiter der Behörde zur Entwicklung Hokkaidōs Ishibashi Tanzan Shūgiin (Shizuoka 2) LDP (Ishibashi)
Kawamura Matsusuke
(ab 27. Dezember 1956)
Sangiin (Iwate) LDP
Leiter der Behörde für Selbstverwaltung Tanaka Isaji Shūgiin (Kyōto 1) LDP Ishii
Leiter der Verteidigungsbehörde Ishibashi Tanzan Shūgiin (Shizuoka 2) LDP (Ishibashi)
Kishi Nobusuke
(ab 31. Dezember 1956)
Shūgiin (Yamaguchi 2) LDP Kishi
Kodaki Hin[1]
(ab 2. Februar 1957)
Sangiin (Shimane) LDP
Leiter der Wirtschaftsplanungsbehörde
Leiter der Behörde für Wissenschaft und Technologie
Uda Kōichi Shūgiin (Kōchi) LDP Miki

Die Amtszeit des Leiters des Kabinettssekretariats (Ishida Hirohide, Shūgiin (Akita 1), LDP (Ishibashi)), seiner Stellvertreter und des Leiters des Legislativbüros begann gleichzeitig mit der der Staatsminister. Die parlamentarischen Staatssekretäre wurden erst im Januar 1957 berufen.

Japanische Namensreihenfolge Japanischer Name: Wie in Japan üblich, steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Ishibashi der Familienname, Tanzan der Vorname.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 小瀧彬, Lesung nach historischem Abgeordnetenverzeichnis (Memento vom 5. August 2009 im Internet Archive) des Sangiin