Kadrina

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Kadrina
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Staat: Estland Estland
Kreis: Lääne-Virumaa lipp.svg Lääne-Viru
Koordinaten: 59° 20′ N, 26° 9′ OKoordinaten: 59° 20′ N, 26° 9′ O
Fläche: 329,26 km²
 
Einwohner: 5.500 (2007)
Bevölkerungsdichte: 17 Einwohner je km²
Zeitzone: EET (UTC+2)
 
Postanschrift: Rakvere tee 14
45201 Kadrina
Website:
Karte von Estland, Position von Kadrina hervorgehoben

Karina (deutsch Sankt Katharinen) ist eine Landgemeinde im Westen des Kreises Lääne-Viru in Estland und wurde 1988 in der heutigen Form gegründet.

Die Gemeinde macht 10 % der Gesamtfläche des Kreises Lääne-Viru aus. Ihre nördliche Grenze ist gleichzeitig die südliche Grenze des Lahemaa Nationalparks.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine interessante Landschaftsform in der Gemeinde Kadrina sind die Grate, die die letzte Eiszeit hinterlassen hat. Im Neeruti Landschaftsschutzgebiet stehen die Grate in 2er- oder 3er-Reihen nebeneinander, weshalb sie auch die Furchen des Kalevipoeg, dem estnischen Nationalhelden, genannt werden. Ähnliche Strukturen kann man auch bei Kallukse, Vohnja und Vatku sehen.

Der Fluss Loobu durchfließt die Gemeinde 50 km von Süd-Ost nach Nord-West. Er entspringt an den Jõepere und Pundi Quellen und ist zum Kanufahren geeignet. Die Flussufer sind meist sumpfig und mit Gestrüpp bewachsen. Die Flüsse Loobu und Läsna aber auch Udriku and Vaiatu sind Laichplätze für Lachse.

Die Gemeinde Kadrina liegt teilweise im Gebiet des Nationalen Wasserschutzgebiets Pandivere und mehr als ein fünftel des Lahemaa Nationalparks liegt auf dem Gemeindegebiet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet der Gemeinde Kadrina wurde wahrscheinlich zwischen dem 5. und 8. Jahrhundert zuerst besiedelt und gehörte zum historischen Gebiet Repeli.

Der Deutsche Orden eroberte das Gebiet 1219. Ein Jahr später, 1220, gründeten die Dänen die Kirchgemeinde Torvestavere, später Tristfer genannt.

Die heutige Kirche wird auf das 15. Jahrhundert datiert. Die Heilige Katharina wurde die Patronin der Kirchgemeinde, woher sich auch der Name Kadrina ableitet.

Die Fertigstellung der Eisenbahnstrecke Tallinn-Sankt Petersburg 1870 gab einen entscheidenden Impuls zur Entwicklung der Gemeinde. In diesem Jahr wurde der hölzerne Bahnhof erbaut. Kadrina war neben Tapa eine wichtige Station an der Strecke.

1902 wurde die örtliche Schule für die Gemeinde gegründet, sowie 1907 die Kadrina Society of Education.

Das Denkmal auf Feldsteinen zum Gedenken an die Gefallenen aus Kadrina im Ersten Weltkrieg und im estnischen Unabhängigkeitskrieg wurde 1926 vor der Kirche errichtet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde wird von den folgenden Verkehrsadern durchzogen:

und der

  • Eisenbahnstrecke Tallinn-St. Petersburg

Dörfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Hauptort Kadrina (ca. 2600 Einwohner) gehören zur Gemeinde die Dörfer Ama, Arbavere, Härjadi, Hõbeda, Hulja, Jõepere, Jõetaguse, Kadapiku, Kallukse, Kihlevere, Kõrveküla, Lante, Leikude, Loobu, Läsna, Mõndavere, Mäo, Neeruti (Buxhoewden), Ohepalu, Põima, Ridaküla, Rõmeda, Tirbiku, Tokolopi, Udriku (Uddrich), Kiku, Salda, Pariisi, Uku, Undla, Vaiatu, Vandu, Viitna, Vohnja, Võduvere und Võipere.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Reinhold Kreutzwald wurde in der Gemeinde Kadrina geboren.

Einige Pfarrer der Kirche von Kadrina wie Heinrich Stahl (1633 bis 1638), Reiner Brocmann (1639 bis 1647), Joachim Gottlieb Schwabe (1754 bis 1800) und Arnold Friedrich Johann Knüpffer (1800 bis 1843) haben beträchtlich zur Entwicklung der estnischen Literatur beigetragen. Zur Erinnerung daran wurde 1994 das Denkmal der Estnischen Sprache errichtet.