Kaffeeweißer

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Kaffeeweißer ist eine weiße, pulvrige, milchpulverähnliche Substanz, die als Milchersatz für Kaffee und Tee verwendet wird.

Der Vorteil des Kaffeeweißers gegenüber Milch ist, dass das Getränk davon nicht verdünnt wird. Da Kaffeeweißer keine Flüssigkeit enthält, ist er sehr lange haltbar. In Kaffee-Großautomaten wird wegen der besseren Haltbarkeit üblicherweise Kaffeeweißer anstelle von Milch verwendet. Die Bezeichnung für das Getränk lautet deshalb „Kaffee weiß“ anstatt „Kaffee mit Milch“ oder „Milchkaffee“.[1]

Milchzuckerhaltiger Kaffeeweißer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im mitteleuropäischen Raum wird vor allem Kaffeeweißer verwendet, der hauptsächlich aus Glukosesirup (ca. 50 %), getrocknetem Milchfett (ca. 20 %) und Milchzucker (Laktose) besteht. Außerdem werden oft Zucker, gehärtete pflanzliche Fette (Kokosnussöl, Palmkernöl) oder Extrakte verschiedener Pflanzen (z. B. Vanille, Erdnuss) hinzugefügt.[2]

Um eine Verklumpung während des Auflösens oder durch Luftfeuchtigkeit zu verhindern, wird oftmals Calciumphosphat (E341) als Trennmittel verwendet.[3]

Non-dairy creamer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt auch Kaffeeweißer, der kein Milchfett und keinen Milchzucker, sondern lediglich Natriumkaseinat, ein Kaseinderivat (Milcheiweiß) enthält. Im englischsprachigen Raum gilt dieser nicht als Milchprodukt und wird als „non-dairy creamer“ bezeichnet. Bei der weltweit häufigen Laktoseintoleranz ist dieses Produkt, z. B. in den USA oder in Asien, üblicher als milchzuckerhaltiger Kaffeeweißer. Trotz der Bezeichnung non-dairy gilt diese Art von Kaffeeweißer Juden und Veganern als Milchprodukt, da sie Kasein enthält.[4] Auch non-dairy creamer gibt es mit vielerlei Aromazusätzen.

Der erste milchzuckerfreie Kaffeeweißer, Coffee-Mate, wurde 1961 von Nestlé auf den Markt gebracht.[5] Er enthält heute ca. 64 % Glukosesirup, 30,5 % pflanzliches Fett und 2,1 % Natriumkaseinat.

Rein pflanzlicher Kaffeeweißer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaffeeweißer auf rein pflanzlicher Basis ist heutzutage in vielen Ländern, wie auch in Deutschland erhältlich. Die Käufer dieser Produktklasse von Kaffeeweißer sind neben Menschen mit Laktoseintoleranz auch Veganer und Vegetarier.[6]

Topping[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Alternative zu Kaffeeweißer ist der so genannte Topping. Dabei wird der Eiweiß- und Fettgehalt des Kaffeeweißers erhöht, welches zu einer deutlichen Geschmacksverbesserung führt. Im Automatenbereich wird Topping sehr gerne eingesetzt, weil der mechanisch aufgeschlagene Milchschaum länger hält. Topping ist etwa doppelt so teuer wie klassischer Kaffeeweißer.[7]

Alternative Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darüber hinaus wird Kaffeeweißer auch als günstiger Ersatz für Bärlappsporen zur Erzeugung pyrotechnischer Effekte verwendet.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tetra Pak Processing GmbH: Handbuch der Milch- und Molkereitechnik, Verlag Th. Mann GmbH, ISBN 978-3-7862-0146-5

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kaffeeweißer. In: Lebensmittellexikon.de. Abgerufen am 18. November 2017.
  2. Milchzuckerhaltiger Kaffeeweißer. In: Lebensmittellexikon.de. Abgerufen am 18. November 2017.
  3. E 341 - Calciumphosphat. In: Lebensmittel Warenkunde. Abgerufen am 18. November 2017.
  4. Don-dairy creamer. In: Lebensmittellexikon.de. Abgerufen am 18. November 2017.
  5. History of Coffee-Mate. 8. August 2016, abgerufen am 18. November 2017 (englisch).
  6. Pflanzlicher Kaffeeweißer. In: Lebensmittellexikon.de. Abgerufen am 18. November 2017.
  7. Was ist Kaffeeweißer? In: kaffee-fritze.de. Abgerufen am 18. November 2017.
  8. Systembeschreibung Phönix Serie 300. HFH Products Europe GmbH, abgerufen am 18. November 2017.