Kai Blasberg

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Kai Blasberg (* 25. Januar 1965[1]) ist ein deutscher Medienmanager. Er war von 2008 bis 2020 Geschäftsführer des privaten Fernsehsenders Tele 5.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasberg ist Kommunikationswirt und absolvierte eine Lehre als Verlagskaufmann. Von 1982 bis 1989 war er bei der Kölnischen Rundschau angestellt, 1989/90 beim Prinz. Anschließend ging Blasberg zum Fernsehen, war beim Werbezeitvermarkter IPA plus, heute IP Deutschland, im Verkauf tätig, wechselte 1992 als Verkaufsleiter zur Media Gruppe München, heute SevenOne Media, und blieb 1993–1997 als Marketingleiter und Programmdirektor beim damals neugegründeten DSF, heute Sport1. Nach einem Intermezzo als selbständiger Fernsehproduzent 1997/98 war Blasberg Marketingleiter bei den Privatsendern Kabel eins (1999–2002) und ProSieben (2003/04). 2005 wurde er Leiter Verkauf und Marketing beim Münchner Privatsender Tele 5 der Tele München Gruppe, der 2002 wiedergegründet worden war. Nach dem Weggang des Geschäftsführers Ludwig Bauer rückte Blasberg zum 1. Januar 2008 in dessen Position auf.[2]

In seiner neuen Funktion betrieb Blasberg eine Neuausrichtung des Senders weg vom reinen Abspielkanal für Spielfilme und Serien aus dem Rechtepool der TMG und brachte eine Reihe von Eigenproduktionen ins Programm, die Tele 5 Aufmerksamkeit und Medienauszeichnungen bescherten (u. a. Höggschde Konzentration, Hans Sarpei – Das T steht für Coach, Oliver Kalkofes Nichtgedanken, Die schlechtesten Filme aller Zeiten, Walulis sieht fern, Christian Ulmens Who wants to fuck my girlfriend?, Stuckrad-Barre, Kalkofes Mattscheibe Rekalked, Playlist – Sound of My Life, Eye TV – Der durchgeknallte Puppensender und Der Klügere kippt nach von Hugo Egon Balder). Für seine „mutige und originelle Programmgestaltung“[3] wurde Blasberg selbst für einen Spezialpreis des Grimme-Preis 2014 nominiert.[4] Im Podcast Zwei Herren mit Hund wirft Kai Blasberg zusammen mit „Mr. Media“ Thomas Koch einen persönlichen, kritisch ironischen Blick auf die Welt der Werbe- und Mediaagenturen und kritisiert auch Inhaltsanbieter wie YouTube oder E-Commerce Anbieter wie Amazon.

Die Claims „Mittendrin, statt nur dabei“ (DSF), „We love to entertain you“ (Pro Sieben) und „Anders ist besser“ (Tele 5) sowie auch „Die besten Filme aller Zeiten“ (Kabel 1) gehen auf sein Wirken zurück.[5]

2018 hat Kai Blasberg aus Protest gegen Zensur bei YouTube medienwirksam den Rückzug von Tele 5 aus der größten Videoplattform der Welt verkündet. Stein des Anstoßes war die Darstellung eines weiblichen Brustnippels in einem Filmtrailer. Eine Verwarnung seitens YouTube erfolgte umgehend. Das sei „ein Schlag in[s] Gesicht der Meinungsfreiheit“. Unter dem Hashtag #YouXit hinterließ Blasberg ein Musikvideo, in welchem der Videokanal „als Hure“ beschimpft wird.[6][7]

Blasberg gilt als Erfinder des Fußballstammtischs Doppelpass, einer Fußball-Talkshow, der von ihm initiiert erstmals am 17. Juni 1995 als Pilot am Münchener Flughafen ausgestrahlt wurde.[8]

Nach der Übernahme von Tele 5 durch Discovery Deutschland im August 2020 verließ Blasberg den Sender nach 15 Jahren. Als Grund nannte er, dass für einen großen TV-Konzern zu arbeiten nicht in seine Lebensplanung passe.[9]

Blasberg ist Mitglied der SPD.[10]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Synchronsprecher

Initiator

Eigene Auftritte

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kai Blasberg kresslöpfe. In: kress. Abgerufen am 1. September 2020.
  2. Kai Blasberg wird Geschäftsführer von Tele 5. In: Horizont. 2. Januar 2008, abgerufen am 1. September 2020.
  3. 62 Produktionen für den 50. Grimme-Preis 2014 nominiert (Memento vom 6. März 2014 im Internet Archive), Pressemitteilung des Grimme-Instituts, abgerufen am 22. Februar 2014
  4. Melanie Melzer: Besondere Ehrung für „Tatort“: Stefan Raab & Tele-5-Chef Blasberg für Grimme-Preis nominiert. In: kress. 29. Januar 2014, abgerufen am 1. September 2020.
  5. 25 Jahre mittendrin: Sport1 feiert Geburtstag. In: DWDL.de. 2018, abgerufen am 1. September 2020.
  6. Darum hat Tele 5 keinen Bock mehr auf YouTube – #youxit. In: Rolling Stone. 1. August 2018, abgerufen am 1. September 2020.
  7. Christian Meier: Senderchef beschimpft YouTube als „Hure“. In: Welt. 1. August 2018, abgerufen am 1. September 2020.
  8. Alexander Krei: "Wer damals dabei war, bekam auch eine Chance". In: DWDL.de. 5. Januar 2018, abgerufen am 1. September 2020.
  9. Thomas Lückerath: Der Impresario tritt ab: Kai Blasberg verlässt Tele 5. In: DWDL.de. 1. September 2020, abgerufen am 1. September 2020.
  10. https://www.dwdl.de/nachrichten/79170/der_impresario_tritt_ab_kai_blasberg_verlaesst_tele_5/