Kai Krause

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kai Krause, ca. 2009

Kai Krause (* 14. März 1957 in Dortmund) ist ein deutscher Software-Entwickler, Designer von Mensch-Maschinen-Schnittstellen und Musiker. Bekannt wurde er in den frühen 1990er Jahren durch die Veröffentlichung einer Reihe von Tipps und Tricks zu dem Bildbearbeitungsprogramm Adobe Photoshop[1], aus der 1992 eine Filtersammlung als Plug-ins für Adobe Photoshop entstand. In den folgenden Jahren stellten seine Firmen HSC, MetaTools und MetaCreations zahlreiche Grafikprogramme vor, deren gemeinsame Eigenschaft eine innovative Benutzerschnittstelle war.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krause besuchte das Carl-Humann-Gymnasium in Essen und zog 1976 im Alter von 19 Jahren nach Kalifornien. Dort vertiefte er sich zunächst in die Bereiche elektronischer Musik und beschäftigte sich mit Synthesizern und Vocodern. Er wirkte bei etwa 30 Musikalben und Filmen mit und gewann 1980 einen Clio Award für die Soundeffekte zu einem Radiospot des ersten Star-Trek-Kinofilms.[2]

Krause war Miteigentümer der Softwarefirmen HSC, MetaTools und MetaCreations. 1999 verließ er die Firma und zog im folgenden Jahr zurück nach Deutschland. Seitdem lebt er auf Burg Rheineck bei Bad Breisig am Rhein.

Software[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kai Krause (links) stellt auf einer Computermesse Bryce vor (um 1995)

Krause entwickelte in den frühen 1990er Jahren aus seinen kleinen Photoshop-Tipps eine Sammlung von Bildbearbeitungsfiltern (Plug-ins), die er Kai's Power Tools nannte und als eigenes Produkt vermarktete. Die „KPT“-Plug-ins waren in der Computergrafikindustrie äußerst erfolgreich und einträglich.

KPT wurde zunächst durch die HSC Software Corp. entwickelt und vermarktet, die 1995 in MetaTools umfirmiert wurde. 1997 entstand daraus durch Fusion mit Fractal Design die neue Firma MetaCreations. Zu den Produkten der Firma MetaTools zählten Grafikprogramme wie Kai's Power Tools, Bryce, Poser und Kai's Power GOO. Unter MetaCreations kamen dann die Programme Painter, LivePicture, Raydream, InfiniD, Kai's Power Show und Kai's Photo Soap hinzu. Die von Krauses Unternehmen entwickelten Programme zeichneten sich durch ästhetisch ansprechende und damals ungewohnte Benutzeroberflächen aus.[3]

Bedeutung und Wirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krause realisierte in den 1990er Jahren mehrere Projekte mit Künstlern wie Douglas Adams, Peter Gabriel und dem Physiker Stephen Hawking. Krause hat einen Master-Titel (h. c.) des Brooks Instituts in Santa Barbara, Kalifornien (1996) und führt den Ehrendoktor der Universität Essen (1999). Das Time Magazin würdigte ihn 1997 als Leitfigur der Zukunft, Newsweek bezeichnete ihn als einen der 50 einflussreichsten Denker der kommenden Dekade. Im Februar 2005 wurde er von der DEMO-Konferenz als einer der Top-15-Innovatoren der letzten 15 Jahre ausgezeichnet.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. mprove: „Kai's Power Tips & Tricks for Adobe Photoshop“
  2. zeit.de: „Der Herr der Landschaften“ von Detlef Borchers, Ausgabe 30/1995
  3. mprove: The Interface of Kai Krause's Software, Seminarpapier von Matthias Müller-Prove, 1999

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]