Kaisa Mäkäräinen

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Kaisa Mäkäräinen Biathlon
Kaisa Mäkäräinen
Voller Name Kaisa Leena Mäkäräinen
Verband FinnlandFinnland Finnland
Geburtstag 11. Januar 1983
Geburtsort Ristijärvi
Karriere
Beruf Studentin
Verein Kontiolahden Urheilijat
Trainer Jarmo Punkkinen
Aufnahme in den
Nationalkader
2004
Debüt im Europacup/IBU-Cup 2003
Debüt im Weltcup 2005
Weltcupsiege 19
Status aktiv
Medaillenspiegel
WM-Medaillen 1 × Gold 1 × Silber 3 × Bronze
NFM-Medaillen 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
SWM-Medaillen 2 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
IBU Biathlon-Weltmeisterschaften
Gold 2011 Chanty-Mansijsk Verfolgung
Silber 2011 Chanty-Mansijsk Sprint
Bronze 2012 Ruhpolding Massenstart
Bronze 2015 Kontiolahti Einzel
Bronze 2016 Oslo Massenstart
Nationale Finnische MeisterschaftVorlage:Medaillen_Wintersport/Wartung/unerkannt
Gold 2011 Kontiolahti Sprint
IBU Sommerbiathlon-Weltmeisterschaften
Gold 2007 Otepää Sprint
Gold 2007 Otepää Verfolgung
Weltcupbilanz
Gesamtweltcup 1. (2010/11, 2013/14)
2. (2014/15)
Einzelweltcup 1. (2014/15)
Sprintweltcup 1. (2013/14)
Verfolgungsweltcup 1. (2010/11, 2013/14,
     2014/15)
Massenstartweltcup 3. (2013/14)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
Einzel 2 3 1
Sprint 6 10 7
Verfolgung 9 8 7
Massenstart 2 2 4
letzte Änderung: 19. März 2016

Kaisa Leena Mäkäräinen (* 11. Januar 1983 in Ristijärvi) ist eine finnische Biathletin.

Seit ihrem Weltcupdebüt im Jahr 2005 gewann Kaisa Mäkäräinen 19 Einzelrennen, insgesamt fünf Medaillen bei Biathlon-Weltmeisterschaften, konnte zweimal den Gesamtweltcup für sich entscheiden und ist damit eine der erfolgreichsten aktiven Biathletinnen. Die Finnin ist zudem eine der dominanten Langläuferinnen der letzten Jahre im Biathlon-Weltcup. 2011 wurde sie als erste Biathletin überhaupt zur finnischen Sportlerin des Jahres gewählt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mäkäräinen im Frühjahr 2012

Kaisa Mäkäräinen stammt aus Ristijärvi im Nordosten Finnlands, wo sie zur Welt gekommen und aufgewachsen ist. Ein Teil ihrer Familie lebt heute noch dort. Zur Zeit wohnt sie mehrere hundert Kilometer weiter südlich in Joensuu, nicht weit von Kontiolahti entfernt. Sie startet für den Kontiolahden Urheilijat und nutzt unter anderem das Biathlonstadion in Kontiolahti für die Vorbereitung auf die Wettkämpfe. Wenn sie neben dem Training und den Wettkämpfen Zeit findet, studiert sie an der Universität in Joensuu Mathematik und Physik auf Lehramt. In der Vergangenheit hat sie als Sportreporter für die Lokalzeitung Karjalainen gearbeitet.

Als man nach der Saison 2015/16 eine Stellungnahme von Mäkäräinen bezüglich ihrer Zukunft als Leistungssportlerin erwartete, überraschte sie am 7. April 2016 in einer angekündigten Verlautbarung nicht mit der Entscheidung für oder gegen den Sport sondern sie stellte ihr neues Projekt vor, dem sie sich neben ihrer sportlichen Karriere widmet. Den Bau ihres Hauses begleitet sie seitdem mit regelmäßigen Bild- und Wortbeiträgen in sozialen Netzwerken unter dem Titel „Kaisa goes home“ (engl. für „Kaisa geht nach Hause“).

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge im Biathlon (2003 bis 2007)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Studentin Kaisa Mäkäräinen begann 2003 mit dem Biathlonsport, nachdem sie vorher bereits im Langlauf aktiv war. Sie startet für Kontiolahden Urheilijat (Kontiolahti Sport Club) und wird von Tomi Kuutti trainiert. Ende Januar 2004 bestritt sie mit den Juniorenweltmeisterschaften in Haute Maurienne, wo ein 23. Platz im Einzelwettkampf ihr bestes Resultat war, ihre ersten internationalen Rennen und gehört seit 2004 zum finnischen Nationalteam. Im März 2005 nahm Mäkäräinen in Hochfilzen erstmals bei Biathlon-Weltmeisterschaften teil und erreichte dort als bestes Ergebnis Rang 49 - wiederum im Einzelwettkampf. Seit der Saison 2005/06 startet die Finnin im Weltcup. Nachdem sie in Östersund mit der Staffel Rang 14 belegt und im Sprint als 94. die Qualifikation für das Verfolgung deutlich verpasst hatte, errang sie eine Woche später in Hochfilzen als 29. des Sprints ihre ersten Weltcuppunkte. Am Ende der Saison belegte sie im Gesamtweltcup Rang 62. Im folgenden Winter klassierte sich Mäkäräinen im Weltcup regelmäßig unter den besten 30 und kam Ende Januar 2007 als Siebte des Massenstarts von Pokljuka erstmals unter die besten zehn. Dieses Ergebnis konnte sie bei den Weltmeisterschaften in Antholz bestätigen, als sie Achte im Einzel und Siebte im Massenstart wurde. Im Gesamtweltcup konnte sie sich auf den 27. Platz verbessern.

Erste Erfolge im Weltcup (2007 bis 2010)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weltmeisterschaften im Sommerbiathlon 2007 in Otepää beendete die Finnin als Doppelweltmeisterin im Sprint und in der Verfolgung auf Skirollern. Im Winter 2007/08 gelang ihr kurz vor Weihnachten als Zweite im Sprint von Pokljuka erstmals der Sprung unter die besten drei in einem Weltcuprennen. Bei den Weltmeisterschaften in Östersund war ein 15. Platz im Massenstart ihr bestes Ergebnis. Im Gesamtweltcup gelang ihr nach einem weiteren Podestplatz (3. beim Verfolgungsrennen in Ruhpolding) und einigen Platzierungen unter den besten zehn eine weitere Steigerung auf Platz 13. 2008/09 konnte sie dieses Niveau halten, erreichte zwei weitere Podestplätze im Weltcup und wurde 14. im Gesamtweltcup. Bei den Weltmeisterschaften 2009 in Pyeongchang unterlag sie in der Verfolgung der Russin Olga Saizewa im Zielsprint und wurde Vierte. Zum Abschluss der Saison gewann sie den Sprint-Titel bei den Finnischen Meisterschaften. Im folgenden Winter stagnierten ihre Leistungen nach gutem Beginn (3. Platz im Sprint von Östersund), sodass sie die Gesamtweltcupwertung in diesem Winter nur auf Rang 22 abschloss. Auch ihre ersten Olympischen Winterspiele in Vancouver im Februar 2010 verliefen für die Finnin wenig erfolgreich: als bestes Resultat erreichte sie Rang 45 in der Verfolgung.

Weltmeistertitel und Gesamtweltcupsieg (2010/2011)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Gewinn der Goldmedaille in Chanty-Mansijsk

Für die Weltcupsaison 2010/11 wurde Mäkäräinen durch den Österreicher Josef Obererlacher trainiert. Sie zeigte sich schon beim Einzel in Östersund mit der besten Laufzeit aller Teilnehmerinnen in guter Laufform. Beim folgenden Sprint blieb sie zudem im Schießen ohne Fehlschuss und gewann ihr erstes Weltcuprennen vor der ebenfalls fehlerfreien Miriam Gössner, die zwar in der Loipe ein wenig schneller, aber am Schießstand langsamer war. In der anschließenden Verfolgung gelang ihr nach erneut makellosem Schießen der zweite Sieg, wiederum vor Gössner. Ihr bisher größter Erfolg gelang Kaisa Mäkäräinen bei den Weltmeisterschaften 2011 im russischen Chanty-Mansijsk. Nach einem zweiten Platz im Sprint hinter Magdalena Neuner gelang ihr in der anschließenden Verfolgung durch ein fehlerfreies Schießen der Gewinn der Goldmedaille. Mäkäräinen ist damit die erste finnische Biathlonweltmeisterin der Geschichte. Bei den Wettbewerben zum Saisonabschluss am Holmenkollen lief sie zum zwanzigsten Mal während der Saison in die Top-Ten und sicherte sich dank ihrer Konstanz als erste Finnin den Biathlon-Gesamtweltcup. 2011 wurde sie auch zur Sportlerin des Jahres in Finnland gewählt.[1]

Etablierung in der Weltspitze (2011 bis 2013)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Trainerwechsel konnte Mäkäräinen in der Weltcupsaison 2011/12 nicht ganz an die Erfolge des Vorjahres anknüpfen. Obwohl sie sich zum Anfang der Saison wieder in phänomenaler Laufform zeigte, konnte sie über den Winter vor allem wegen oft nur mäßiger Schießleistungen mit den dominanten Frauen wie Magdalena Neuner und Darja Domratschawa nicht mithalten. Trotzdem erreichte sie im Weltcup mehrere Podiumsplatzierungen, dabei unter anderem den Gewinn im Einzel in Nové Město na Moravě. Vor heimischen Publikum in Kontiolahti, nur wenige Kilometer von ihrem Wohnort in Joensuu entfernt, sicherte sich die Finnin bei fast -20 °C nach einem zweiten Platz im Sprint den ersten Platz in der Verfolgung. Nach enttäuschenden drei Bewerben bei den Biathlon-Weltmeisterschaften 2012 in Ruhpolding, bei denen sie lediglich einmal die Top-20 erreichte, sicherte sie sich im letzten Rennen, dem Massenstart über 12,5 km, die Bronzemedaille hinter Tora Berger und Marie-Laure Brunet. Im Gesamtweltcup belegte sie zum Saisonende hinter Neuner, Domratschawa und Berger Rang 4, im Einzel- und Sprintweltcup erreichte sie jeweils die Top-3. Sie gewann zudem mit dem Schweden Carl Johan Bergman die World Team Challenge in der Arena auf Schalke in Gelsenkirchen.

Zur Vorbereitung auf die Weltcupsaison 2012/13 wurde sie von Juha Hirvi als Schießtrainer unterstützt. Der Finne war sechsmaliger Olympiateilnehmer und gewann bei den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney die Silbermedaille im Kleinkaliber Dreistellungskampf. Im Weltcup blieb sie in diesem Winter ohne Sieg, stand aber sechs Mal auf dem Podest und belegte Rang fünf im Gesamtweltcup. Bei den Weltmeisterschaften 2013 in Nové Město na Moravě konnte sie allerdings keine Medaille gewinnen.

Zweiter Erfolg im Gesamtweltcup und Olympische Spiele (2013/2014)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tora Berger, Kaisa Mäkäräinen und Dorothea Wierer in Pokljuka

Im Winter 2013/14 erreichte Mäkäräinen mit einem zweiten Platz in Annecy-Le Grand-Bornand bis zur Weihnachtspause lediglich einmal die Top-10 und klassierte sich zu diesem Zeitpunkt auf dem elften Rang in der Weltcupgesamtwertung. Doch bereits in Oberhof gelang ihr mit zwei zweiten Plätzen erneut der Sprung aufs Podium. Zu den Olympischen Winterspielen ins russische Sotschi reiste sie als Drittplatzierte im Gesamtweltcup an. Dort nahm sie an allen vier Einzelwettbewerben teil, blieb allerdings ohne Medaille. Lediglich im Einzel (9.) und im Massenstart (6.) gelang ihr der Sprung unter die besten zehn. Im heimischen Kontiolahti erreichte sie ihren ersten Hattrick, indem sie die beiden Sprintrennen sowie das Verfolgungsrennen klar für sich entscheiden konnte. Beim abschließenden Weltcup in Oslo sicherte sie durch ihre Ergebnisse den Sieg des Sprint- und des Verfolgungsweltcups und konnte mit einem knappen Vorsprung von nur vier Punkten auf die Vorjahressiegerin Tora Berger zum zweiten Mal in ihrer Karriere den Gesamtweltcup gewinnen.

Folgesaison und Heim-WM und Holmenkollen (2014 bis 2016)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Folgesaison begann für Mäkäräinen ähnlich erfolgreich, wie die letzte endete. Nachdem sie sich im ersten Wettkampf noch hinter Darja Domratschawa mit Platz 2 begnügen musste, eroberte sie das gelbe Trikot zurück und bestimmte ab dem Sprint in Östersund vorerst das Geschehen im Weltcup. Bis zur Weihnachtspause stand die Finnin in acht Einzelrennen sieben Mal auf dem Podest - darunter vier Siege, zwei zweite Plätze und ein dritter Rang. Nach der Pause zeigte sie sich läuferisch weiterhin in Bestform und dominierte gemeinsam mit Domratschawa die Laufzeiten. Allerdings unterliefen ihr am Schießstand zu viele Fehler und die Weißrussin konnte den Abstand im Gesamtweltcup verkürzen. Bis zur Heimweltmeisterschaft im finnischen Kontiolahti gelangen Mäkäräinen zwar neben dem Sieg im Einzelrennen in Oslo, bei dem sie in allen vier Schießeinlagen fehlerfrei blieb, drei weitere Podestplatzierungen, allerdings verlor sie das gelbe Trikot an ihre weißrussische Konkurrentin. Bei den Weltmeisterschaften galt Kaisa Mäkäräinen als große Favoritin. Jedoch blieb die Bronzemedaille im Einzel, die sie sich durch eine überragende Laufleistung sicherte, ihre einzige Medaille.

Beim abschließenden Weltcup in Chanty-Mansijsk machte Mäkäräinen den Kampf um den Gesamtweltcup noch einmal spannend, indem sie nach ihrem Sprintsieg den Abstand auf die Weltcupführung auf neun Punkte verkürzte. In der anschließenden Verfolgung erreichte sie den vierten Platz und gewann neben der kleinen Kristallkugel im Einzel auch den Verfolgungsweltcup. Beim abschließenden Massenstart blieb sie mit fünf Schießfehlern hinter Domratschawa und erreichte somit im Gesamtweltcup den zweiten Platz.

Nach dem Ende der Saison wurde darüber spekuliert, ob die bereits 32 Jahre alte Athletin nach ihrer Heim-WM ihre Karriere beendet. Ende April stellte sie jedoch in einem Video[2] klar, dass sie die Saison 2015/16 bestreiten wird. Nachdem die Vorjahressiegerin Darja Domratschawa an Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankt ist und die ganze Saison pausierte, galt sie als Favoritin auf den Gewinn des Gesamtweltcups. Mäkäräinen gewann bis zu den Biathlon-Weltmeisterschaften 2016 im norwegischen Oslo zwei Rennen und stand damit insgesamt sechsmal auf dem Podium, mit vielen Ergebnissen außerhalb der besten 10 jedoch konnte sie nicht mit der Tschechin Gabriela Soukalová mithalten, die konstant bessere Ergebnisse ablieferte. Bei den Weltmeisterschaften gewann sie erneut eine Medaille. Im letzten Rennen, dem Massenstart, gewann sie mit einem Fehler und der Laufbestzeit die Bronzemedaille hinter der Französin Marie Dorin-Habert und der Deutschen Laura Dahlmeier. Mit der Medaille im Gepäck reiste Mäkäräinen zum letzten Weltcup nach Chanty-Mansijsk. In den beiden abschließenden Rennen, dem Sprint und der Verfolgung, feierte sie ihren dritten und vierten Saisonsieg.

Fortsetzen der Karriere (ab 2016)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühjahr 2016 wurde erneut spekuliert, ob Mäkäräinen ihre Karriere beendet. Eine Entscheidung, die für den 7. April 2016 erwartet wurde, gab es dazu nicht. Erst am 28. April gab sie bekannt, dass sie ihre Karriere fortsetzen will. Nachdem der finnische Trainer zurücktrat, machte sie ihre Entscheidung von der Person des neuen Trainers abhängig. Mit Antti Leppävuori als Cheftrainer möchte sie bis zu zwei Jahre weiter im Weltcup starten. Ein großes Ziel sind neben den Biathlon-Weltmeisterschaften 2017 im österreichischen Hochfilzen die Nordischen Skiweltmeisterschaften 2017 im finnischen Lahti an denen sie – sofern möglich – teilnehmen möchte. Wenn sie sich weiterhin gut fühlt, möchte sie auch in der Folgesaison starten und an den Olympischen Winterspielen 2018 teilnehmen.

Leistungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mäkäräinen vor Magdalena Neuner
2012 im finnischen Kontiolahti
Laufleistung Kaisa Mäkäräinen (Weltcup exkl. Staffelrennen), Quelle: IBU Datacenter

Aktuell gehört Kaisa Mäkäräinen zu den laufstärksten Biathletinnen des gesamten Weltcups. Bis zum Ende der Saison 2015/16 setzte sie in 45 Rennen die schnellste Laufzeit und war damit in insgesamt 113 Einzelrennen unter den drei schnellsten Athletinnen. Gemeinsam mit Sportlerinnen wie z.B. Magdalena Neuner, Marie Dorin-Habert oder Darya Domracheva bestimmte bzw. bestimmt sie das Laufniveau im Biathlon-Weltcup.

Zum Beginn ihrer Weltcupkarriere waren ihre Laufleistungen im internationalen Vergleich jedoch nur durchschnittlich. Obwohl Mäkäräinen vom Langlaufen zum Biathlon wechselte, erreichte sie in ihrer ersten Saison im Weltcup nur ein Ergebnis innerhalb der 20 schnellsten Laufzeiten, das Eröffnungsrennen im schwedischen Östersund beendete sie als 94. mit der 81. Laufzeit. In der Folgesaison konnte sie ihre Zeiten in der Loipe ein gutes Stück steigern. Mit zwei Zeiten in den Top-10 und damit insgesamt 17 Zeiten in den Top-30 übertraf sie ihre bisherige Quote deutlich. In der Zeit von 2007/08 bis einschließlich 2009/10 bewegten sich ihre Laufleistungen auf einem recht konstanten Niveau. Während dieser Zeit erreichte sie bei den Ergebnissen in dieser Teildisziplin im Saisondurchschnitt zwischen der 13. und 15. Zeit aller Athletinnen in Einzelrennen. Ihre erste Laufbestzeit in einem Rennen erzielte sie beim Sprint in Oberhof im Januar 2010, den sie nach vier Schießfehlern auf dem 20. Platz beendete.

Laufleistung Kaisa Mäkäräinen (Weltcup exkl. Staffelrennen), Quelle: IBU Datacenter

Ihr großer Durchbruch erfolgte in der Saison 2010/11, in der sie zum ersten Mal den Gesamtweltcuptitel gewann. Im Saisonverlauf setzte sie zwei Laufbestzeiten, vier zweite und fünf dritte Zeiten. Lediglich in zwei Rennen lag ihre Laufzeit knapp außerhalb der besten Zehn. Mit einer guten Trefferquote am Schießstand und dem Absolvieren aller Rennen – mit Ausnahme einer Disqualifikation im Massenstart im Januar 2011 im italienischen Antholz – war diese Leistung die Grundlage für ihren Erfolg im Gesamtweltcup.

In den folgenden Jahren war Mäkäräinen in der Lage, diese Quote stetig zu verbessern. Ihre stärkste Saison – was die Laufzeiten betrifft – hatte sie im Winter 2014/15. In mehr als der Hälfte der 25 Rennen setzte sie die Laufbestzeit, mit Ausnahme zweier Rennen klassierte sie sich immer unter dem drei Schnellsten des ganzen Feldes. Den Gesamtweltcup konnte sie trotzdem nicht gewinnen, da die ähnlich laufstarke Darya Domracheva bei den Platzierungen eine leicht bessere Quote als Mäkäräinen hatte und den Gesamtweltcup mit 48 Punkten Vorsprung nach Streichergebnissen für sich entscheiden konnte.

Obwohl nach dieser Saison Rücktrittsgerüchte laut wurden, ging die inzwischen 32-jährige Mäkäräinen im Biathlon-Weltcup 2015/16 erneut an den Start. Im Saisonverlauf zeigte sich, dass sie zwar immer noch zu den absolut schnellsten des Biathlon-Weltcups gehörte, aber die Rückstände mehrerer Konkurrentinnen nicht mehr so gross waren wie noch in früheren Jahren. So waren es unter anderem die spätere Gewinnerin des Gesamtweltcups Gabriela Soukalová sowie Dorothea Wierer, Marie Dorin-Habert und die Deutschen Laura Dahlmeier und Franziska Hildebrand, die Mäkäräinen läuferisch zum Teil ebenbürtig waren oder die Rückstände auf die schnelle Finnin gering halten konnten. Da diese Athletinnen im Schnitt eine bis zu 10 Prozentpunkte bessere Trefferquote am Schießstand hatten, belegte Mäkäräinen am Ende nur den vierten Gesamtrang hinter Soukalová, Dorin-Habert und Wierer. In dieser Saison setzte sie erneut die Laufbestzeit in neun Rennen und beendete mehr als zwei Drittel ihrer Rennen als eine der drei Schnellsten eines Rennens.

Schießen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schießleistung Kaisa Mäkäräinen bis 2010/11
(Weltcup inkl. aller Staffelrennen), Quelle: IBU Datacenter
Schießleistung Kaisa Mäkäräinen ab 2011/12
(Weltcup inkl. aller Staffelrennen), Quelle: IBU Datacenter

Im Gegensatz zu ihren starken Laufleistungen bewegt sich die Trefferquote von Kaisa Mäkäräinen nur im Mittelfeld. Seit ihrem Weltcupdebüt im Winter 2005/06 beträgt ihre Gesamtquote 82 %. Auffällig ist, dass – im Gegensatz zu vielen anderen Athleten – der Unterschied zwischen der Liegend- und Stehendquote sehr gering ausfällt. Während die Trefferquote im liegenden Anschlag in ihrer ersten Saison noch 15 Prozentpunkte besser war als im stehenden Anschlag, haben sich diese beiden Werte über die Jahre mehr und mehr angenähert und variieren aktuell nur noch um einen bis zwei Prozentpunkte. Zudem konnte man bei Mäkäräinen im Laufe ihrer Karriere starke Schwankungen in der Trefferquote beobachten.

Ihre besten Resultate in dieser Teildisziplin hatte sie in der Saison 2010/11. Damals wurde sie von dem Österreicher Josef Obererlacher, der großen Wert auf das Schießtraining der Finnin legte, betreut. Mit einer durchschnittlichen Trefferquote von 86 % lag sie deutlich über der Leistung ihrer schärfsten Konkurrentin Magdalena Neuner. Obwohl Mäkäräinen damals läuferisch noch leicht unterlegen war, waren sowohl die guten Leistungen am Schießstand als auch die Tatsache, dass sie im Gegensatz zu Neuner keinen Weltcup krankheitsbedingt auslassen mußte, die Grundlage für den Gewinn des Gesamtweltcups in diesem Jahr.

Nachdem Obererlacher nach nur einem Jahr den finnischen Verband wieder verließ, verschlechterten sich Mäkäräinens Leistungen am Schießstand. Ein Jahr später suchte sie für die Vorbereitung auf die Saison 2012/13 deshalb die Unterstützung von Juha Hirvi. Dieser gewann bei den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney die Silbermedaille im Kleinkaliber-Dreistellungskampf. Während des Winters zeigte sich jedoch, dass dieses Training ihre Trefferquote nicht positiv beeinflussen konnte. In der Folge verschlechterten sich ihre Leistungen weiter und am Ende des Wettkampfwinters lag ihre Gesamtquote nur noch bei 77 %. Eine Verschlechterung gegenüber ihrer bisher besten Saison 2010/11 um fast 10 Prozentpunkte bedeutet, dass sie in Sprintrennen einen Treffer pro Wettkampf weniger setzen kann bzw. zwei Treffer weniger in Einzel-, Verfolgungs- und Massenstartrennen.

In den nächsten Jahren arbeitete Mäkäräinen konsequent an ihren Schießleistungen und trainierte dabei auch mehrmals bei Joar Himle. Der Norweger gilt als sehr erfahrener Schießtrainer, der in dieser Funktion nicht nur die norwegische Mannschaft betreut, sondern auch regelmäßig ausländische Athleten und Mannschaften unterstützt. Mäkäräinens Trefferquote stabilisierte sich wieder über 80 %, insbesondere im stehenden Anschlag konnte sie ihre Leistung innerhalb von zwei Jahren von 70 % auf 82 % steigern. In Verbindung mit ihren sehr schnellen Laufzeiten konnte sie nach Olympischen Spielen ohne Medaille den Gesamtweltcuptitel 2013/14 knapp wieder für sich entscheiden. Aktuell (in der Saison 2015/16) liegt ihre Trefferquote in Weltcuprennen incl. Staffelrennen bei 84 % im liegenden sowie 83 % im stehenden Anschlag.

Wettkampfbilanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mäkäräinen am Holmenkollen, 2011

Die Tabelle zeigt alle Platzierungen (je nach Austragungsjahr einschließlich Olympische Spiele und Weltmeisterschaften).

  • 1.–3. Platz: Anzahl der Podiumsplatzierungen
  • Top 10: Anzahl der Platzierungen unter den ersten zehn (einschließlich Podium)
  • Punkteränge: Anzahl der Platzierungen innerhalb der Punkteränge (einschließlich Podium und Top 10)
  • Starts: Anzahl gelaufener Rennen in der jeweiligen Disziplin
  • Staffel: inklusive Mixed-Staffel
Platzierung Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Staffel Gesamt
1. Platz 2 6 9 2 19
2. Platz 3 10 8 2 23
3. Platz 1 7 7 4 19
Top 10 15 52 39 23 10 139
Punkteränge 26 90 66 46 44 272
Starts 33 104 74 47 45 303
Stand: 19. März 2016

Weltcupsiege in Einzelrennen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Datum Ort Disziplin
1. 03. Dez. 2010 SchwedenSchweden Östersund Sprint
2. 05. Dez. 2010 SchwedenSchweden Östersund Verfolgung
3. 06. Mär. 2011 RusslandRussland Chanty-Mansijsk(ws1) Verfolgung
4. 11. Jan. 2012 TschechienTschechien Nové Město Einzel
5. 12. Feb. 2012 FinnlandFinnland Kontiolahti Verfolgung
6. 08. Mär. 2014 SlowenienSlowenien Pokljuka Verfolgung
7. 13. Mär. 2014 FinnlandFinnland Kontiolahti Sprint
8. 15. Mär. 2014 FinnlandFinnland Kontiolahti Sprint
9. 16. Mär. 2014 FinnlandFinnland Kontiolahti Verfolgung
10. 07. Dez. 2014 SchwedenSchweden Östersund Verfolgung
11. 12. Dez. 2014 OsterreichÖsterreich Hochfilzen Sprint
12. 14. Dez. 2014 OsterreichÖsterreich Hochfilzen Verfolgung
13. 21. Dez. 2014 SlowenienSlowenien Pokljuka Massenstart
14. 12. Feb. 2015 NorwegenNorwegen Oslo Einzel
15. 20. Mär. 2015 RusslandRussland Chanty-Mansijsk Sprint
16. 06. Dez. 2015 SchwedenSchweden Östersund Verfolgung
17. 20. Dez. 2015 SlowenienSlowenien Pokljuka Massenstart
18. 17. Mär. 2016 RusslandRussland Chanty-Mansijsk Sprint
19. 19. Mär. 2016 RusslandRussland Chanty-Mansijsk Verfolgung
(ws1) Biathlon-Weltmeisterschaften 2011

Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ergebnisse bei Biathlon-Weltmeisterschaften

Weltmeisterschaft Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Staffel Mixed-Staffel
Jahr Ort
2005 OsterreichÖsterreich Hochfilzen 49. 73. 18.
2006 SlowenienSlowenien Pokljuka (Mixedstaffel-WM) 19.
2007 ItalienItalien Antholz 8. 29. 25. 7. 12. 16.
2008 SchwedenSchweden Östersund 31. 55. DNS 15. 15. 10.
2009 Korea SudSüdkorea Pyeongchang 30. 23. 4. 17. 6.
2010 RusslandRussland Chanty-M. (Mixedstaffel-WM) 18.
2011 RusslandRussland Chanty-Mansijsk 28. 2. 1. 4. 10. 9.
2012 DeutschlandDeutschland Ruhpolding 28. 27. 20. 3. LPD (18.) 16.
2013 TschechienTschechien Nové Město 8. 9. 10. 17. LPD (21.) 18.
2015 FinnlandFinnland Kontiolahti 3. 35. 12. 15. 17. 9.
2016 NorwegenNorwegen Oslo 19. 9. 7. 3. 17. 18.

Olympische Winterspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ergebnisse bei Olympischen Winterspielen:

Einzelwettbewerbe Staffelwettbewerbe
Sprint Verfolgung Einzel Massenstart Damenstaffel Mixedstaffel
Olympische Winterspiele 2010 Olympische Winterspiele | KanadaKanada Vancouver 59. 45. 46.
Olympische Winterspiele 2014 Olympische Winterspiele | RusslandRussland Sotschi 30. 16. 9. 6.

Weltcupwertungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ergebnisse bei Biathlon-Weltcups (Disziplinen- und Gesamtweltcup) gemäß Punktesystem

Saison Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Gesamt
Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte
2005/06 54. 4 63. 10 63. 4 62. 18
2006/07 8. 79 29. 60 47. 16 16. 74 27. 230
2007/08 43. 11 10. 180 15. 108 14. 80 13. 388
2008/09 27. 47 17. 192 10. 178 9. 140 14. 577
2009/10 43. 26 17. 202 28. 84 16. 106 22. 418
2010/11 6. 131 2. 391 1. 343 8. 140 1. 1005
2011/12 2. 116 3. 401 4. 350 5. 187 4. 1007
2012/13 6. 104 5. 324 5. 255 5. 171 5. 834
2013/14 20. 31 1. 367 1. 350 3. 130 1. 861
2014/15 1. 162 2. 364 1. 348 5. 193 2. 1044
2015/16 8. 93 4. 309 4. 324 4. 179 4. 892

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kaisa Mäkäräinen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kaisa Mäkäräinen on Vuoden urheilija
  2. Kaisa Mäkäräinen - I know what I’m doing (Video)auf youtube.com, abgerufen am 1. März 2016