Kaiserhaus (Baden)

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Das Kaiserhaus in Baden bei Wien (2011)
Das Kaiserhaus in Baden bei Wien (rechts), Aquarell von Eduard Gurk (1833)

Das Kaiserhaus am Hauptplatz 17 in der Stadt Baden in Niederösterreich stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude besitzt eine dreigeschoßige frühklassizistische (spätjosephinische) Fassade mit gebändertem Erdgeschoß sowie säulenflankiertem Rechteckportal mit darüber befindlichem Balkon des Hauptgeschoßes, dessen gerade Fenster- und Türverdachungen auf Volutenkonsolen ruhen. Das zweite Obergeschoß ist etwas vermindert. – Im hinteren Teil der Liegenschaft ist der an der Gartenmauer gelegene polygonale Pavillon (Rundbogentüren unter geschweiftem Dach mit bekrönendem Halbmondsymbol) dem ersten Viertel des 19. Jahrhunderts zuzurechnen (oder auch dem Zeitraum 1834/35 bis 1858)[1]. Die Ausgestaltung des Kleinbaus ist charakterisiert durch dekorative Wand- und Deckenmalereien, das Innere eines Zeltes illusionierend.[2]

Der Bau wird in der einschlägigen Literatur mit 1792 datiert, errichtet, und wahrscheinlich von Johann Aman (1765–1834) geplant,[3] im Auftrag des Kaufmanns Johann Jakob Freiherrn von Gontard (der, späteren Falschdatierungen des Kaiserhauses Vorschub leistend, um diese Zeit auch sein Haus auf dem Theaterplatz umbauen ließ). In der Frage des Baujahres kam das Stadtarchiv Baden 2009 zur Auffassung, dass das Haus in seiner heutigen Gestalt durch Fürst Nikolaus II. Esterházy de Galantha (1765–1833) im Zeitraum 1807 bis 1812 erbaut wurde. 1813 verkaufte Esterházy die Liegenschaft sowie kleine Grundteile von Nachbarparzellen an das Allerhöchste k.k. Ärarium,[1] und Kaiser Franz I. (1768–1835) schlug in der Folge bis 1834[4] hier seine Badener Residenz auf. Als Baden mit Jänner 1917 operativer Sitz des Armeeoberkommandos (AOK) geworden war, wurde das revitalisierte Haus öfters von Kaiser Karl I. und seiner Familie genutzt.

Im Jahr 2008 kaufte die Stadt Baden das Haus. Ab 2012 wurde es außen und innen saniert. Im Oktober 2013 wurde das Haus als Museum eröffnet. Zum Auftakt einer geplanten Ausstellungsserie im Kaiserhaus kuratierte Gerhard Tötschinger ab Oktober 2013 unter dem Titel „Die Welt der Habsburger“ eine Schau mit Figurinen von Helmut Krauhs.[5][6] Im Sommer 2016 fand die Ausstellung „Die Gartenmanie der Habsburger“ im Rahmen des „Gartensommer Niederösterreich“ im Kaiserhaus statt.[7]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Rudolf Maurer: Das Kaiserhaus. Neue Überlegungen zur Datierung des Gebäudes und seiner Ausstattung. Badener Zuckerln. Aus der Arbeit des Stadtarchivs. Heft 35. Rollettmuseum, Baden (2009). – Volltext online (PDF; 456 kB), abgerufen am 31. Juli 2012.
  2. Aichinger-Rosenberger: Niederösterreich südlich der Donau. S. 193.
  3. Kräftner: Im Schatten der Weilburg. S. 75.
  4. Wallner: Häuser. S. 90.
  5. Kaiserhaus Baden öffnet als Museum auf ORF vom 2. Oktober 2013 abgerufen am 2. Oktober 2013
  6. Johann Werfring: Im Kaiserhaus Lust auf Geschichte angefacht Artikel in der „Wiener Zeitung“ vom 30. Jänner 2014, Beilage „ProgrammPunkte“, S. 7.
  7. http://www.noe.gv.at/Presse/Pressedienst/Pressearchiv/120199_Gartensommer.html

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kaiserhaus (Baden, Lower Austria) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 0′ 27″ N, 16° 14′ 5″ O