Kaiserkrone (Pflanze)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kaiserkrone
Kaiserkrone (Fritillaria imperialis)

Kaiserkrone (Fritillaria imperialis)

Systematik
Monokotyledonen
Ordnung: Lilienartige (Liliales)
Familie: Liliengewächse (Liliaceae)
Unterfamilie: Lilioideae
Gattung: Fritillaria
Art: Kaiserkrone
Wissenschaftlicher Name
Fritillaria imperialis
L.
Habitus einer gelben Sorte.
Gelbe Kaiserkrone in Blumenbeet mit Tulpen und Stiefmütterchen.
Große, noch geschlossene Blüten der Kaiserkrone / "Orange Billian"

Die Kaiserkrone (Fritillaria imperialis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Fritillaria in der Familie der Liliengewächse (Liliaceae). Sie ist giftig.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kaiserkrone ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 50 bis 150 Zentimetern erreicht. Dieser Geophyt bildet Zwiebeln als Überdauerungsorgane aus. Die Zwiebeln verströmen einen auffallend strengen, unangenehmen Geruch, der nach Meinung vieler Hobbygärtner Wühlmäuse abschreckt.[1] Der Stängel ist beblättert. Die einfachen Laubblätter sind lanzettlich und parallelnervig.

Oberhalb der Blüten ist ein Laubblattschopf vorhanden. Drei bis sechs (selten bis acht) Blüten bilden einen Scheinquirl. Die zwittrigen, dreizähligen Blüten sind hängend, hell- bis dunkelorange oder gelb und weisen einen Fuchsgeruch auf. Innen befindet sich eine perlmuttfarbige Nektardrüse mit einem Durchmesser von 5 Millimetern. Die sechs gleichgestaltigen Blütenhüllblätter sind 40 bis 55 (selten bis 60) Millimeter lang. Es sind sechs freie Staubblätter vorhanden. Die Bestäubung erfolgt durch Bienen.

Die Blütezeit reicht von April bis Mai.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kaiserkrone kommt in der Südosttürkei, im Nordirak, im West- und Südiran, in Afghanistan, in Pakistan und im Kaschmir vor. Sie besiedelt hier steinige Hängen und Gebüsche in Höhenlagen von 1250 bis 3000 Metern.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kaiserkrone ist eine häufige Zierpflanze in Rabatten und Staudenbeeten. Sie ist eine alte Gartenpflanze des Orients. In Mitteleuropa ist sie seit spätestens 1573 in Kultur. Es gibt zahlreiche Sorten mit gelben, orangen oder ziegelroten Blüten.

Auswahl:

  • 'Prolifera' ('Crown on Crown'): hellorange Blüten in zwei Kränzen übereinander
  • 'Aureovariegata': weißgelb berandete Blätter, braunorange Blüten
  • 'Lutea maxima': gelbe Blüten
  • 'Orange Billian': große, orange, bräunlich überlaufene Blüten, Pflanze widerstandsfähig
  • 'The Premiere': frühe Blütezeit, orangegelbe Blüten, purpurne Nerven

Im Juli 2011 wurde sie vom niederländischen Internationalen Blumenzwiebel-Centrum (IBC) zur Blumenzwiebel des Jahres 2011 gewählt.[2]

Philatelistisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ergänzung der Briefmarkendauerserie Blumen gab die Deutsche Post AG ein Postwertzeichen im Wert von 60 Eurocent heraus. Die Marke zeigt eine Fritillaria imperialis rubra. Erstausgabetag war der 5. Dezember 2013. Der Entwurf stammt von den Grafikern Stefan Klein und Olaf Neumann in Iserlohn.

Trivialnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Kaiserkrone bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Kaiserkron (niederdeutsch), Königskron, Königslilien und Kronblume.[3]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Springer, Spektrum Akademischer Verlag, Berlin/Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8, S. 682.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. giftpflanzen.com
  2. gartentechnik.de eingesehen am 16. Juli 2011
  3. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 155 (online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fritillaria imperialis – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien