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Kaiserliche Gusshütte am Sacktor

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Glockengießerhäuser in Graz

Die Kaiserliche Gusshütte am Sacktor befand sich beim Sacktor der Stadtbefestigung (heute Kaiser-Franz-Josef-Kai 70, ehemals Wickenburggasse 17) in der Stadtgemeinde Graz in der Steiermark. Die Glockengießerhäuser ebendort stehen unter Denkmalschutz (Listeneintrag).

Aufgrund der Türkengefahr gründete Kaiser Ferdinand I. am 12. April 1530 in Graz eine Gusshütte um den Geschützbestand für die Sicherheit der Reichsgrenzen zu erhöhen. Die dort angestellten Stückgießer erzeugten Geschütze und Glocken. Der Glockenguss nahm im 17. und 18. Jahrhundert stark zu, während die Herstellung von Kanonen nach 1600 zurückging und im 18. Jahrhundert eingestellt wurde.

Da damit die Geschützgießerei ihre eigentliche Funktion verloren hatte, wurde die Gusshütte im Jahr 1773 von der Regierung an den dort tätigen Stuckgießer Martin Feltl (1714–1782) verkauft. Martin Feltl begründete eine erfolgreiche Gießerei über vier Generationen. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten wurde im Jahr 1876 der Betrieb nach fast 350 Jahren geschlossen.

Im Schatten der Kaiserlichen Gusshütte gab es in Graz seit dem 16. Jahrhundert auch bürgerliche Gussstätten. Mit der Schließung der Gießerei Szabo im Jahr 1951 hörte der Glockenguss in Graz auf.

  • Steiermark, Kaiserliche Gußhütte am Sacktor. In: Jörg Wernisch: Glockenkunde von Österreich. Journal Verlag, Lienz in Osttirol 2006, ISBN 3-902128-10-0, S. 164.

Koordinaten: 47° 4′ 39,2″ N, 15° 26′ 5,7″ O