Kaiserstein (Gestein)

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Florianstatue

Der Kaiserstein ist ein besonders dichter und widerstandsfähiger Leithakalk aus den Brüchen von Kaisersteinbruch. Diese Steinbrüche lagen bis 1921 auf ungarischem Boden, so ist vom „harten ungarischen Stein“ zu lesen, im Gegensatz zum „weichen ungarischen Stein“, wie der Margarethener Stein bezeichnet wurde. Das war aus Konkurrenzgründen mitunter abwertend gemeint, vor allem von Seiten des Eggenburger Steinmetzhandwerkes mit dem Zogelsdorfer Stein. Trotzdem heirateten mehrere Eggenburger Gesellen in die italienisch-schweizerischen Meisterfamilien im kaiserlichen Steinbruch ein und waren danach sehr erfolgreich (Johann Georg Haresleben, Reichardt Fux, Joseph Winkler, Johann Michael Strickner usw.).

Die Ausgrabung des römischen Gutshofs, Grabsteine, unter anderem im Schloss Königshof,[1] bezeugen, dass bereits die Römer hier dieses Gestein gebrochen und bearbeitet haben. Steinmetzmeister Friedrich Opferkuh forschte nach dem „Römersteinbruch“ von Kaisersteinbruch und ortete ihn im Waldbruch.[2]

Hauptartikel: Titus Calidius Severus

Inhaltsverzeichnis

Technische Kennwerte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingang in die Kulturlandschaft Blauer Bruch
Hausbruch, Nordwand, mit härtestem Kaiserstein. Zur besseren Einschätzung der Dimensionen – in der Mitte stehen zwei Personen.

Es handelt sich um dichte, harte und feste, geschichtete, weiße bis bläuliche Kalkrotalgenkalke unterschiedlicher Korngröße (Grobsand bis Feinkies), die immer wieder kleine Gerölle von grauem Quarz und rostig verwittertem Glimmerschiefer, aber untergeordnet auch graue Dolomitkomponenten, aufweisen.

Fazies: Beckenrandnaher, mariner Bewegtwasserbereich (Algen-Foraminiferen-Schuttkalk [Arenit – Rudit]; bereichsweise, z. B. im Blauen Bruch,[3] ist die Felsküste mit basaler Brekzie aufgeschlossen).

Kennwerte Haus-Bruch:[4]
Rohdichte 2,39 g/cm³ (2,38–2,41 g/cm³)
Reindichte 2,69–2,71 g/cm³
Porenvolumen 13–16 Vol.-%
Einaxiale Würfeldruckfestigkeit:
trocken 70 N/mm² (58–77 N/mm²)
Wasseraufnahme 3,5 M.% (3,3–3,7 M.%)
Ultraschallgeschwindigkeit 5,0 km/s (4,7–5,2 km/s)

Glaukonit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein sehr wichtiges Mineral, das nicht eingeschwemmt ist, sondern an Ort und Stelle gebildet wurde, ist der Glaukonit,[5] der bisher aus diesen Kalken nicht bekannt war. Die meisten der Leithakalke haben heute eine elfenbeingelbe bis lichtbraune Färbung. In besonders tiefgreifenden Aufschlüssen zeigen sie aber ein lichtes Blaugrau. Solche „blaue“ Steine kamen seinerzeit besonders aus Kaisersteinbruch.

Der Kaisersteinbrucher Stein erhielt als Privileg die Bezeichnung Kaiserstein. Nach dem Schock der Türkenbelagerung 1529 wurde Material für Befestigungsbauten benötigt (Wien, Győr, Pressburg, Wiener Neustadt, …). Der hier, in der Nähe Wiens gefundene harte Kalkstein war dafür besonders geeignet. Der Werkstein zeigt gelblich bis ocker farbene Partien – oft flecken- und flammenförmig in blaugrau gefärbtem Material eingeschlossen[6] – und offenbarte seine Qualität bei der Renaissance- und Barockarchitektur. In seiner dichtesten Form war er Marmor gleichwertig.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Renaissancebrunnen im Amalientrakt, P. M. Maderno

Aufgrund der hohen Güte der Werksteine, wie der hohen Festigkeit und Verwitterungsbeständigkeit wurde der Kaiserstein häufig für statisch-sensible Bauteile in den kaiserlichen Bauten, den Adelspalästen und Kirchen verwendet, für Portale, Treppen, Säulen, weit herausragende Gesimse, und anderes mehr. Verwendungsbeispiele sind die Hofburg mit dem Schweizerhofbrunnen von 1552, dem Renaissancebrunnen im Hof des Amalientraktes von 1612, die Architektursteine des Leopoldinischen Traktes, die Stufensteine der Säulen-, Botschafter-, Kaiser- und Adlerstiege zu nennen. Im Schloss Neugebäude, bedeutendster Renaissancebau nördlich der Alpen und im Schloss Schönbrunn. Die Karlskirche, hervorragendes Kunstwerk abendländischer Kultur, deren Formen in den Altären der Kaisersteinbrucher Kirche wieder zu finden sind.

Damit war der Kaiserstein zusammen mit dem Eggenburger Stein, eines der wichtigsten Baugesteine dieser Ära. Für die Ausfuhr des Steines musste Zoll bezahlt werden, so wurde 1708 ein eigenes Dreißigstamt in Kaisersteinbruch errichtet.

Harter Kalkstein vom „Römersteinbruch“ für die Römische Villa von Königshof-Ödes Kloster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Groller: Gebäude Königshof-Ödes Kloster

Die Ausgrabung des römischen Gutshofes auf der Klosterwiese westlich von Kaisersteinbruch im Jahre 1903 im Auftrage der Akademie der Wissenschaften durch den Archäologen und Oberst Maximilian von Groller-Mildensee zeigte, dass auf dieser günstig gelegenen Stelle in der Römerzeit drei voneinander unabhängige Siedlungen entstanden sind.

Die frühzeitige Villa bestand aus den Bauwerken A, B, N und P, wahrscheinlich noch aus weiteren Gebäuden, die beim Ausbau des Graben- und Wallsystems zum größten Teil zerstört, die Gebäudemauern abgerissen wurden. Dort gefundene Münzen der Kaiser Domitian und Nerva helfen bei der Zeitbestimmung der Gebäude. So können die Reste der Bauten dieser frühzeitigen Villa auf den Anfang des 1. bis auf das 2. Jahrhundert datiert werden.

Beim Punkt P befand sich die Ecke eines Gebäudes dieser Frühperiode aus grob gemeißelten Quadersteinen, auch die Türrahmen und Schwellen sind aus gut bearbeitetem Kaiserstein/Kalkstein. Steinmetzmeister Friedrich Opferkuh forschte nach dem „Römersteinbruch“ von Kaisersteinbruch und ortete ihn im Waldbruch.

Stein aus dem „Ödenkloster Steinbruch“ für eine großangelegte Königshofer Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ödes Kloster, Ruine
Reste der Klosterkirche 1990

Der Landstrich zwischen Leitha und dem Nordufer des Neusiedler Sees wurde 1203 von König Imre dem Stift Heiligenkreuz als Kolonisationsgebiet geschenkt. Dieser, beinahe das ganze Gemeindegebiet von Kaisersteinbruch umfassende Grundbesitz war einst das Jagdrevier ungarischer Könige. Das Jagdschloss selbst lag damals auf einer Anhöhe beim so genannten Öden Kloster und wurde kurz Königshof benannt. Das Kloster war durch Stiftungen in Ungarn reicher begütert als in Österreich, so erwog es 1206 bis 1209 eine Übersiedlung nach Westungarn. Die großangelegte Königshofer Kirche blieb unvollendet. Von dieser Anlage stammen sechs Joch des Langhauses ohne Querhaus und Ostchor.

Die Skizze zeigt, dass 1990 beim Öden Kloster auf dem Truppenübungsplatz noch Reste der einstigen Kirche mit scharfen Steinkanten vorhanden waren. Die stark nachgezogenen Linien auf der Skizze zeigen Mauerteile mit scharfen Kanten im Eingangsbereich als noch vorhandenen Bestand 1990. In diesem Bereich eine Hinweistafel anzubringen, wurde vom Bundesministerium für Verteidigung aus militärischen Erwägungen abgelehnt. Jahre später erübrigte sich das, auch von diesen Restbeständen war nichts mehr zu erkennen.[7]

Kaiserstein für den Römisch-deutschen König Ferdinand I. in der Hofburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schweizerhofbrunnen, 1552 in einer Nische des Schweizertraktes der Wiener Hofburg errichtet, ist der älteste erhaltene Brunnen Wiens. Dargestellt wurde der Adler des regierenden Kaisers Karl V. im Auftrage des jüngeren Bruders, des Römisch-deutschen Königs Ferdinand I. Der harte weiße Kaiserstein zeigt noch heute seine besondere Qualität.

Mit Erlaubnis des Abtes Konrad Schmid vom Stift Heiligenkreuz eröffneten welsche, italienisch-schweizerische Steinmetzmeister im Jahre 1551/52 die ersten Steinbrüche.[8] Dem steht die Feststellung des kaiserlichen Hofbauschreibers beim Fasangartengebäude entgegen, er schreibt von Ihro „kayserlichen Majestät Steinbruch am Leithaberg“, im Hofkammerarchiv zu studieren.

Verordneten-Stiege

Kaiserstein für die Stände des Erzherzogtums Österreich unter der Enns[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

NÖ Landhaus vor 1838

Die Stände des Erzherzogtums Österreich unter der Enns kauften 1513 das „Liechtenstein’sche Haus“, Mitte des 16. Jahrhunderts besorgten sie die Steine selbst, u. a. Burgschleinitzer Stein, heute Zogelsdorfer Stein genannt, und für die Stiege zur Verordnetenstube stiegenstaffel von hartem stain vom Leythaberg, also harten Kaiserstein aus Kaisersteinbruch, schrieb Hans Saphoy, Dombaumeister zu St. Stephan in einer Rechnung.[9] Diese Stufen präsentieren sich heute, als wären sie erst gestern eingebaut worden.

Kaiserstein für die Neubefestigungen in Wien in „Italienischer Befestigungsmanier“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Coburgbastei
im ehem. Palais Coburg

Nach dem Schock der Türkenbelagerung 1529 wurde Material für Befestigungsbauten benötigt. (Wien, Győr, Pressburg, Wiener Neustadt, …) Der hier an Ungarns Grenze, am Leithagebirge gefundene harte Kalkstein war dafür besonders geeignet. Der Stein, mit einer Farbgebung von weiß bis ocker – oft mit blauen Farbschlüssen – offenbarte seine Qualität bei der Renaissance- und Barockarchitektur. In seiner dichtesten Form war er Marmor gleichwertig.

Hauptartikel: Fachbegriffe Festungsbau

Die mittelalterlichen Stadtmauern wurden erneuert. Mitte des 16. Jahrhunderts erfolgen die Neubefestigungen in Italienischer Befestigungsmanier, bei der sternförmig angeordnete Bastionen (in Wien: Basteien) durch Wälle miteinander verbunden werden.

Kaiserstein für die Festung Győr, das Renaissanceportal „Wiener Tor“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lapidarium

Győr war während der Türkenkriege einer der letzten Vorposten vor Wien und hatte daher unschätzbare militärische Bedeutung. Vor diesem Hintergrund wurde Raab nach Plänen der italienischen Baumeister Pietro Ferrabosco und Bernardo Gaballio zur Festung ausgebaut. Im Lapidarium von Győr befinden sich auch Fragmente des Wiener Tores (Bécsi-kapu), ein triumphbogenartiges Renaissanceportal, die Kaiserkrone, das königlich ungarische Wappen, allesamt aus dem harten, weißen Kaiserstein aus Kaisersteinbruch, (ungarisch Császárkőbánya).[10]

Aufnahme des Wiener Tores der königl. Freistadt, das im Jahre 1858 abgetragen wurde
MAXIMILIANUS ELECT ROM IMP. (Maximilian II. gewählter Römischer Kaiser)
CHRISTI MDLXVIII (1558)[11]

Die Befestigung der Stadt wurde 1564 unter der Obhut von Hermes Schallautzer vollendet. Im Langen Türkenkrieg wurde Raab 1592 von den Osmanen erobert, konnte 1598 jedoch durch Adolf von Schwarzenberg zurückerobert werden – ein Ereignis, dem eine solche Bedeutung beigemessen wurde, dass im ganzen Reich auf Befehl Rudolphs II. Raaberkreuze mit der Inschrift „Sag Gott, dem Herrn, Lob und Dank, dass Raab wieder kommen in der Christen Hand“ errichtet wurden, die man vor allem in Niederösterreich heute noch findet.

Kaiserstein für den Römisch-deutschen Kaiser Maximilian II. im Schloss Neugebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Neugebäude
Säulen im Pferdestall

Mit dem Bau des „Fasangartengebäudes“ hängt ursächlich der Beginn der schriftlich dokumentierten Geschichte des „Steinbruchs am Leithaberg“ zusammen.[12][13] Kaiser Maximilian II. ließ mit dem Schloss Neugebäude ein neues Lustschloss erbauen, das 1568–1575 als ein Gesamtkunstwerk von höchstem Rang, das in einzigartiger Kombination alle für die Renaissance bedeutsamen Ideen und Funktionen wie Lustgarten, „Villa suburbana“ (in der Nähe der Stadt gelegen), „Belvedere“ (Ort von dem man eine schöne Aussicht hat) in einer Anlage vereinte.

Hauptartikel: Leithagebirge#Geologie
Brunnen um 1570, Schloss Neugebäude
  • 13. Juni 1576: Bauschreiber an Richter und Gemeinde zu Sommerein, Sarasdorf und Wilfleinsdorf – Wir geben Euch zu vernehmen, daß in dem „Steinbruch am Leithaberg“ etliche große Steinwerk gehaut worden, die man zu dem Röm. Kaysl. Majestät, unserem Allergnädigsten Herrn, Neuen Fasangartengebäude herauf führen solle… In Kaisersteinbruch arbeiteten die Steinmetzen Bartholomäus Pethan und Antonius Pozzo u. a. an den Säulen für die westliche Galerie.
  • 12. Oktober 1576: durch den frühen Tod des Bauherrn Kaiser Maximilian II. verlor die unvollendete Anlage ihre Bedeutung.
  • 4. April 1579 erstmals wurde die Bezeichnung „Ihro kaysl. Majestät Steinbruch am Leythaberg“ verwendet, als „Kaisersteinbruch“ bis heute gültig.
  • 1579 wurden die Säulen der östlichen Galerie aus dem kaysl. Steinbruch geliefert.[14]
  • In Restauratorenblättern 1979 wird über den Kaiserstein geschrieben: Mindestens die Säulen und die großen Werkstücke stammten aus Kaisersteinbruch, sind aber längst abgetragen. Die frühere Vermutung, dass diese Steine in der Schönbrunner Gloriette wieder verwendet wurden, wird immer mehr durch Archivalien und Belege abgedeckt. Im vollkommen abgeräumten und entstellten Schlossbau des Neugebäudes sind noch viele Tür- und Fenstergewände aus bestem Kaiserstein sehr gut erhalten. An einem Rundfenster wurde ein Steinmetzzeichen A gefunden. In einem Wirtschaftshof ist ein Nutzbrunnen mit schöner Einfassung aus Kaiserstein erhalten.
Zweipfeiler-Stiege mit Kaisersteinstufen

Kaiserstein für das Wohnhaus in Penzing, in Kartusche bezeichnet 1578[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Innenhof

Der Kern des Hauses Penzinger Hauptstraße 56 stammt aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts, Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte die Aufstockung zur 3-geschoßigen Straßenfront und Fassadierung.

In der Einfahrt links, durch eine Türe zur Zweipfeiler-Stiege mit Kaisersteinstufen. Im Obergeschoß Raumfolge mit Gewölben aus dem 16. Jahrhundert. In straßenseitigem Raum mit Netzrippenauflagen, in einer Kartusche ist 1578 bezeichnet.

Gastgarten Brunnen 1584
Detail

Kaiserstein für den Gasthausgartenbrunnen im Stift Heiligenkreuz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter Abt Ulrich Müller wurde 1584 der Brunnen im Gasthausgarten des Stiftes geschaffen. Der abgebildete Teil mit Masken, Deckplatte usw. ist original erhalten und besteht aus Kaiserstein. Säule und Medaillon wurden dazugegeben.[15]

Kaiserstein für den Heiligenkreuzer Hof in Wien, die Kirche in Trumau und die Königshofer Mühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dokumente im Stift Heiligenkreuzer Archiv vom Oktober 1587 belegen die Arbeiten zweier italienischer Steinmetzmeister vom Leithaberg Alexius und Elias Payos.[16]

Heiligenkreuzer Hof (einige Beispiele)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstlichen im Stall zu Fenstern Stein geben, eines per 2 Taler … 16 fl 20 Kr
Item mehr im Stall 3 Türgericht gemacht … 14 fl
mehr 3 steinerne Creutz gemacht, wie augenscheinlich … 13 fl 30 Kr

Ein Großteil des Hofs, die Kapelle und der Prälatenhof wurden jedoch im Barock demoliert und im Auftrag der Äbte des Klosters Heiligenkreuz von 1659 bis 1676 neu errichtet. Sein heutiges Aussehen erhielt der Hof erst nach weiteren Umbauten im 18. Jahrhundert.

Kirche Trumau

Kirche zu Trumau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstlichen habe ich Platten gegeben … 112 fl
mehr hab ich gegeben zum grossen Altar … 13 fl 40 Kr ….
mehr hab ich gegeben zum Daiffstein … 30 fl
mehr hab ich gegeben das Sakramenthäuschen … 18 fl

Königshofer Mühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abtwappen über dem Portal der Mühle

Steinmetzmeister Alexius Payos stellte am 5. Oktober 1587 folgende Rechnung:

Verzeichnis was er Meister für Stein auf der Mühle zu Königshof geben …

:„Khuchl gwang“ grobe Stein, auch ein wenig in

Haußduer [Tor] und Fenster Stein,
neuer Stein und noch andere Stein, für das alles … 12 Gulden.

1621 wurde das Gut Königshof erneut Opfer feindlicher Kriegsscharen.

Erdbeben von 1590, Kaiserstein für die Michaelerkirche, drei Wendeltreppen im Turm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Michaelerkirche war neben der Augustinerkirche die zweite Hofpfarrkirche der Habsburger.

Durch ein Erdbeben am 15./16. September 1590 (Epizentrum Neulengbach, NÖ.) wurde die Michaelerkirche (Einsturz der Turmkrone) schwer beschädigt. Rechnungsbücher und Akten geben Zeugnis über die Schäden und den Aufwand für ihre Beseitigung. … bey St. Michael hat es den Kirchturm samt den Eisenstangen auf die Hälfte abgeworfen und sonst an der Kirche großen Schaden getan… Das Erdbeben und sein Schrecken wurden bald durch andere „Gottesstrafen“ abgelöst, den 1592 wieder begonnenen Türkenkrieg, als dessen Vorzeichen es von späteren Kommentatoren mehrfach gewertet wurde. Durch den Wiederaufbau bekam der Turm von St. Michael ein neues Erscheinungsbild.

Die Stiegenstaffel der drei übereinander gelagerten Wendeltreppen im neuen Turm stammten aus dem kaiserlichen Steinbruch am Leithaberg. Der Schaden der Michaelerkirche wurde vom Geologen Alois Kieslinger, TU Wien, dokumentiert.[17]

Kaiserstein für Reichsgraf Karl von Harrach, das Schloss Rohrau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maskaron- Brunnen
Schloss Rohrau

Das zu einem prächtigen Wasserschloss ausgebaute Rohrau wurde 1593 von den Türken schwer in Mitleidenschaft gezogen. Graf Karl Leonhard von Harrach veranlasste Restaurierungsarbeiten, hier wirkte der Steinmetzmeister Antonius Tencalla aus dem kayßerischen Steinbruch mit.[18]

  • 30. April 1600: Wegen der hergegebenen Tür- und Fensterstein aus dem kayßerischen Steinbruch, auch Staffel zum Schnecken ins Neue Gewölbe, samt Gesims auf die Althan und Ofenstein. Weiters 5 steinerne Fensterköpfe, so im Neuen Gewölbe unter der Althan versetzt worden… mehr 25 Schneckenstaffel, den steinernen Pranger im Markt Rohrau.
  • 1601: Quaderstücke zur Grundfeste und Untermauerung des Neuen Tores…
  • 17. April 1605: Schöpfbrunnen im Inneren Schloss, demnach der Schöpfbrunnen eingefallen und wieder aufgebaut worden.

Kaiserstein in der Inventur von Steinmetzmeister Vinzenz Schmidl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inventur vom 5. März 1596: (Auszug)

Verzeichnis der ausgearbeiteten Stein im Steinbruch, so anjezo vorhanden
erstlich 4 ganze Fenster, item 8 steinerne Tür, mehr Kranzstück, item 4 Rundstück zu einem Brunnen, mehr ein halbes Brunnenschloss mit aller Zubehör, ein großer Kragstein.[19]

Kaiserstein für den Probst des Stiftes Herzogenburg, den Herzogenburger Hof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herzogenburger Hof

Das Stift Herzogenburg besaß seit 1368 in Wien einen Stiftshof. Das Haus in der Annagasse 6 erwarb Probst Paul Zynkh 1601 von Landmarschall Sigmund von Lamberg

Der viergeschoßige, zwei Höfe umschließende Bau stammt im Kern aus 1600 bzw. dem Anfang des 17. Jahrhunderts. Die Fassade erhielt 1699–1702 durch Christian Alexander Oedtl ihre jetzige Gestaltung. Über dem Rundbogenportal ist das Wappen des Stiftes Herzogenburg angebracht.

Zwei Wendeltreppen wurden gesehen, zumindest die im Hof hat Stufen aus Kaiserstein.

Im Stift Herzogenburg ist ab 1716 der Eggenburger Steinmetzmeister Johann Gallus Hügel, älterer Bruder des Kaisersteinbrucher Meisters Elias Hügel dokumentiert.

Kaiserstein für die Franziskanerkirche „Zum hl. Hieronymus“ und Klostergebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Franziskanerkirche befindet sich am Franziskanerplatz in der Inneren Stadt.

1589 überließ die Stadtgemeinde Wien das leerstehende Büßerinnenkloster dem Franziskanerorden. Als die Franziskaner das Gebäude übernahmen, kam es unter Einbeziehung alter Bauteile zum Neubau der Kirche. So kommt es, dass Wiens einziger Sakralbau im Renaissancestil noch vielfach durch gotische Elemente geziert ist. Die bereits 1607 fertige Kirche wurde 1611 geweiht. 1614 erfolgte der Turmbau, die Errichtung des Klosters 1616–1621. Die Chronik nennt Pater Bonaventura Daum als Architekt.

  • Sämtliche Stiegenhäuser mit Stufen aus Kaiserstein mit den typischen Merkmalen, in bestem Erhaltungszustand.

Kaiserstein für Kaiser Matthias im Schloss Kaiserebersdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1750 Schloss Kaiserebersdorf

Für das Handwerk der Steinmetzen und Maurer in Kaisersteinbruch war die Haupthütte in Wiener Neustadt zuständig. Zum Zeitpunkt der Handwerksordnung von 1615, die Kaiser Matthias am 16. März 1617 bestätigte, war der Kayserl. Steinbruch (auch Baden) bereits eine Viertellade. Die Niederösterreichischen Herren schickten den Rentmeister Johann Miller in den Steinbruch, er berichtete am 20. Februar 1618: …die sechs Meister, als Ulrich Payoß, Pietro de Magistris, Leonhardt Holzäpfel, Nicola Nuovo, Andre Ruffini und Antonius Bregno, so alle wälsche, vier Meister von Ihrer Kayserlichen Majestät … anjetzt auf Ebersdorf ein Haupttor führen:[20]

1618 Baubeginn der Kaisersteinbrucher Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herren von Heiligenkreuz haben 1618 das Ansuchen der Steinmetzen bewilligt, dass die Kirche auf ihrem Grund erbaut werden konnte.

  • Des Meisters Andre Ruffini Weib hat 10 Eimer Wein verschafft, der Jäger Georg Hainnig 10 fl, damit ist der Anfang des Gebäudes gemacht worden.

Am 21. November 1618 wurde der Bauvertrag unterzeichnet: Das Handwerk der Steinmetzen und Maurer in Kaisersteinbruch, vertreten durch die Meister Andre Ruffini und Ulrich Payos übergibt den Bauplan dem Maurermeister Friedrich Steffan von Ebenfurth.[21] Im Heiligenkreuzer Stiftsarchiv befindet sich das Dokument „Benefactorn und Guttäter“, welche zu diesem Gotteshaus St. Rochus und Sebastian aus Andacht und löblicher Intention gestiftet und verschafft haben: (kleine Auswahl)

  • Der Röm. Kayser, auch zu Ungarn und Böhmen König, Matthias haben zur Auferbauung dieses Gotteshauses aus Gnaden fünfzig Gulden bewilligt und reichen lassen, den 16. August 1618
  • Die Röm. Kayserin Anna hat zur Fortsetzung dieses cath. Kirchengebäudes zwanzig Gulden bewilligt, den 30. August 1618
  • Maximilian III., Erzherzog von Österreich, Bruder des Kaisers, hat zur Erhebung dieses neuen Kirchengebäudes ingleichen zwanzig Gulden zustellen lassen, den 26. Oktober 1618
  • Der König zu Ungarn und Böhmen, Ferdinand II., Erzherzog von Österreich (der spätere Kaiser), haben ebenfalls zwanzig Gulden zu Handen stellen lassen, den 1. Dezember 1618
  • Abt Christoph von Heiligenkreuz gab samt Konvent 500 Gulden, auch wies er den nötigen Grund zum Bau der Kirche an, am 12. Juni 1618.

Steinmetzmeister Mathias Lorentisch lieferte 1647–1651 für die Kaisersteinbrucher Kirche: Pfeiler, rundes steinernes Fenster, Schneckenstaffel in den Turm und Steinquader.

Kaiserstein für die Grabplatten der Kaisersteinbrucher Steinmetzbruderschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem harten, weißen Stein wurden Epitaphe in den Boden der Kaisersteinbrucher Kirche verlegt. Beginnend mit 1620 (Justina Ruffinin) bis 1755 (Elias Hügel) gestaltete das Steinmetzhandwerk für sich selber, ihre Ehefrauen und Kinder diese Grabplatten.

Kaiserstein für Salzamtmann Georg Nagl, er ließ die baufällige Ruprechtskirche wiederherstellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die römisch-katholische Ruprechtskirche ist die älteste in ihrer Grundsubstanz noch bestehende Kirche der Stadt Wien. Der Legende nach wurde die Kirche im Jahre 740 begründet.

Die heutige Kirche ist mehrfach verändert und umgebaut worden.

Der Salzamtmann Georg Nagl ließ laut Inschrift von 1622 die sehr baufällige Ruprechtskirche wiederherstellen, Johann Baptist Bartolotti von Partenfeld finanzierte die Reparatur der Jahre 1701 bis 1703. Für Bodenplatten im Bereich der Eingangstüre, sowie Stufen einer kleinen Stiege auf die Empore wurde Kaiserstein aus Kaisersteinbruch verwendet.

Kaiserstein für den Renaissancebau, das spätere Palais Porcia in der Herrengasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palais Porcia Herrengasse
Stiegenhaus im Palais

Das Palais Porcia in der Herrengasse im 1. Wiener Gemeindebezirk, neben dem Palais Kinsky und gegenüber dem Palais Harrach ist einer der wenigen Palastbauten in Wien, der noch unter dem Einfluss der Renaissance entstand, und zählt zu den ältesten erhaltenen Palais Wiens.

  • Der spanische Graf Gabriel von Salamanca-Ortenburg, Generalschatzmeister des späteren Kaisers Ferdinands I., erwarb im Jahre 1535 die ursprünglichen Wohnbauten, die an der Stelle des heutigen Palais entstanden. Kurz vor seinem Tod gab er 1538 ein Palais im Stile der Renaissance in Auftrag, das im Jahr 1546 fertiggestellt wurde.

Im Zeitraum 1592 bis 1627 gab es mehrere umfangreiche Umbauten des Palais, die unter Hans Wilhelm von Losenstein und unter Georg Andreas Freiherr von Hofkirchen und seiner Frau Margarete von Losenstein vollendet wurden, deren Wappen bis heute in der Mitte des Arkadengangs zu sehen ist. Die große Stiege im vorderen Trakt, sowie die Wendeltreppe im 1. Hof mit Stufen aus dem Kaisersteinbrucher Kaiserstein.

Im Jahre 1667 wurde Johann Karl Fürst Porcia neuer Eigentümer des Palais, der ihm den heutigen Namen gab.

Kaiserstein für Johann Selinger, Stifter des „Bäckerkreuzes“ auf dem Truppenübungsplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bäckerkreuz

Das steinerne Monument steht im Bereich des Truppenübungsplatzes Bruckneudorf auf dem Weg von Bruck an der Leitha nach Winden am See.[22] Die lateinische Inschrift zeugt vom Stifter Johann Selinger, der auch in einer Grundbuch-Notiz aus dem Jahre 1655 erwähnt wird. Die Übersetzung lautet etwa:

  • Johann Selinger errichtete mich auf dem Grundstück des Klosters Heiligenkreuz. Von jetzt an für spätere Zeiten. 1626.
  • Im Rahmen des „Josef Wolf-Symposiums“ erfolgte durch den ungarischen Bildhauer und Restaurator Ferenc Gyurcsek eine fachgerechte Restaurierung. Der Künstler hatte für die Nische eine Pietà modelliert.

Kaiserstein für die Kirche der Oblaten des heiligen Franz von Sales, für Annakirche und -kloster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1581 überließ Kaiser Rudolph II. St.St. Anna dem Jesuitenkollegium, 1627 erfolgte die Umgestaltung zum Noviziathaus, Verwendung bis zur Ordensauflösung 1773.

An der Ostseite Bau eines Turmes, der 1747 durch einen Brand wurden Turm und Dachstuhl zerstört. Es erfolgte ein neuerlicher Umbau der Kirche. Kaiserstein findet man bei der Stiege zur Empore und bei einer kleinen schmalen Stiege mit interessantem Verlauf im Turm. Die Antrittsstufen im Eingangsbereich der Kirche, sowie zum Hochaltar und zu einigen Seitenkapellen aus Kaiserstein, bei anderen aus rotem Marmor (Adneter Marmor). Mit Pater Alois Haslbauer OSFS ein Rundgang durch die Räumlichkeiten.

Anstelle einer spätgotischen Kirche entstand 1629–1633 die frühbarocke Jesuitenkirche, die im 18. Jahrhundert neu ausgestattet wurde. Besonders hervorzuheben sind die Deckenfresken und das Hochaltarbild von Daniel Gran. Eine Statue der Anna selbdritt wird Veit Stoß zugeschrieben.

Kaiserstein für den Palatin von Ungarn Graf Nikolaus Esterházy in seiner Burg Forchtenstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptportal

Um 1450 starben die Herren von Forchtenstein mangels männlicher Nachfahren aus und die Burg kam in den Besitz der Habsburger, die sie 170 Jahre besaßen und unter anderem an die Grafen von Weißbriach und Hardegg verpfändeten.

Im Jahr 1622 erhielt Nikolaus Esterházy, Stammherr der Esterházy, im Tausch die Burg von Kaiser Ferdinand II., und die Esterházy erhielten den Grafentitel. Nikolaus begann mit dem Ausbau der inzwischen baufälligen Burg zu einer Festung. Er schloss in den Jahren 1630 bis 1634 mit dem Wiener Baumeister Simon Retacco und ab 1643 mit dem Pallier Domenico Carlone Arbeitskontrakte über den Neubau der Burg ab. Die Baufachleute waren alle Italiener. Der Festungsbau wurde ein Großauftrag für Kaisersteinbrucher Meister, Ambrosius Petruzzy, Pietro Maino Maderno und Mathias Lorentisch. Kaiserstein wurde für Hauptportale, Brunnen, Stiegenstufen usw. verwendet.

Kaiserstein für die Erzbruderschaft zum heiligen Rosenkranz in der barockisierten Dominikanerkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem fortschreitenden Verfall der alten Ordenskirche erfolgte ab 1631 der Neubau nach dem Plan von Giovanni Giacomo Tencalla. Bei der Dominikanerkirche waren zu dieser Zeit die Italiener, Baumeister Giacomo Spazzio, Cypriano Biasino und Antonio Canevale tätig.

  • 1627 starb im kayserl. Steinbruch der Steinmetzmeister Bernhard Tencalla, ein Teil seines Besitzes (Haus mit Steinbruch) wurde von Meister Hieronymus Bregno und Ehefrau Margaretha käuflich erworben. 1628 starb ebendort Antonius Tencalla, Bruder des Berhard. So ist es nicht verwunderlich, dass wir Meister Hieronymus bei dieser Baustelle in Wien finden.
  • Die Wiener Steinmetzmeister beschwerten sich am 2. März 1641 bei Abt Michael Schnabel, dass der Untertan des Stiftes Heiligenkreuz Hieronymus Bregno, verbotenerweise in Wien als Störer arbeitet, und bei denen Dominicanern lange Zeit untergeschlupft sei.[23]

Bregno wurde daraufhin sowohl Meister der Wiener Bauhütte und damit Bürger Wiens, zugleich auch Steinbruchpächter und Hausbesitzer im kayserl. Steinbruch.

Beim Rundgang mit dem P. Prior des Klosters wurden mehrere Stiegen im Klostertrakt, zur Kirchenempore, Antrittstufen zu einer Turmstiege, alle aus Kaiserstein, besichtigt. Im Turm ein Schnecken aus Holz.

Kaiserstein für Graf Paul Pálffy, Palatin von Ungarn, in seinem Gartenpalast am Pressburger Burgberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pressburger Burg 17. Jh.

Während der Umbauarbeiten im 16. und 17. Jahrhundert (Türkenkriege, Reformation) wurde die Pressburger Burg mehrmals befestigt: 1552–1562 wurde die Burg im Renaissancestil umgebaut. Seit 1608 beherbergte der Südwestturm die ungarischen Kronjuwelen; seither wird er auch als Kronturm bezeichnet. 1635 bewilligte der ungarische Landtag bauliche Veränderungen an der Burg. Palatin Graf Paul Pálffy beauftragte den Architekten Hans Alberthal (= Giovanni Albertalli aus Roveredo, Graubünden, Schweiz), die Aufsicht hatte der kaiserliche Hof-Baumeister Giovanni Battista Carlone.

Zugleich mit dem Umbau der Burganlage in Pressburg, den Palatin Paul Pálffy leitete, ließ er 1636 seine Sommerresidenz nach dem Plan des Giovanni Battista Carlone auf dem Burgberg beginnen. Er ließ dazu einen Garten planen, der von Architekten und Gärtnern als ein Terrassensystem mit langen Spalieren und Freitreppen gestaltet wurde. Den Höhepunkt dieses Gesamtkunstwerkes bildeten aufwendig gestaltete Springbrunnen des Hof-Bildhauers Pietro Maino Maderno. Der Name ihres Bildhauers – Pietro Maino-Maderno – dürfte wohl bezeugen, dass sie zu den Spitzenleistungen seiner Gattung gehört haben.[24] 1641, zur Zeit der Fertigstellung, war diese Gartenanlage in der Habsburgermonarchie einmalig. Aus dem nahen kaiserlichen Steinbruch am Leithaberg erfolgten große Lieferungen von Kaiserstein und Steinmetzarbeiten.

Kaiserstein für das Haus mit dem Renaissanceportal in Sonnenfelsgasse 15[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haus mit Renaissanceportal
Stufen aus Kaiserstein

Urkundlich erwähnt wird ein Gebäude an dieser Stelle seit 1411, das jetzige Haus wurde um 1635 erbaut und 1808 aufgestockt. Im Erdgeschoß befand sich lange eine Druckerei. Ein bemerkenswertes Element ist das Renaissanceportal mit einer Löwenmaske im Abschlussstein mit einem angedeuteten Dreiecksgiebel und einem Pinienzapfen mit flankierenden Voluten oberhalb der geraden Verdachung. Es ist ein Rest des Vorgängerhauses und geht auf die Zeit zwischen 1570 und 1580 zurück.[25] Stiegenstufen bestehen aus Kaiserstein.

Kaiserstein für die Kartause Mauerbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kartause Mauerbach erlebte unter Abt Georg Fasel (1616–1631) eine intensive Bautätigkeit, auf die die heutige Ausgestaltung zurückgeht.[26]

Leithakalk aus Kaisersteinbruch, Kaiserstein für Fenstersohlbänke, Türgewände und Schwellen, Torgewände, Radabweiser, Säulen im Kaisergarten, das Brunnenbecken im Prälatenhof und Stiegenstufen, vor allem aber hochrangige Portale, wie der äußere Eingang der Porta Prima und Architekturteile des Adlertores und des kleinen Kaiserportales, alle aus den 1640er Jahren.

Ferdinand III. begehrt vom Heiligenkreuzer Abt einen Steinbruch für seine Hofsteinmetzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Schreiben des römisch-deutschen Kaisers Ferdinand III. an den Abt von Stift Heiligenkreuz Michael Schnabel vom 5. Mai 1642 fordert er, demnach Ihro kayserliche Majestät zu Dero Bau ein Ort, wo etwa gute Stein zu brechen sein möchten … und dass sich ein dergleichen Ort am Leithaberg befinden solle. … Also begehren Ihre kayserliche Majestät an Ihme Herrn Abten er wolle solche Ort zu einem Steinbruch, doch gegen Abstattung eines gebührlichen Kaufschillings, denen Hofsteinmetzen überlassen.[27]

Als Antwort des Stiftes wurden in diesem Jahr 1642 Steinbrüche an die Wiener Steinmetzmeister und Bildhauer Hans Herstorffer und Peter Concorz verpachtet. Das war die größte Konkurrenz der Kaisersteinbrucher Meister.

Kaiserstein für Kaiserin-Witwe Eleonora Gonzaga in ihrem Lustschloss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oben erwähnter Bau ist Schloss Schönbrunn, diese Bezeichnung wurde am 24. Jänner 1642 erstmals urkundlich genannt, ansonsten war „Katterburg“ üblich, das der Kaiser für Kaiserin-Witwe Eleonora Gonzaga, seine Stiefmutter ausgebaute. Die Gonzaga war eine kunstsinnige Frau, die im gesellschaftlichen Mittelpunkt des Hoflebens stand. Das erforderte einen entsprechenden Rahmen und machte einen Schlossbau notwendig.[28] Im Jahre 1994/95 fanden archäologische und bauhistorische Freilegungen des Gonzaga-Baues statt.[29] Die Untersuchung der Gesteinsproben belegte Kaiserstein im Bereich einer Steintreppe.[30]

Kaiserstein für die Schottenkirche, einst älteste Klosterkirche Wiens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die romanische Kirche wurde 1200 geweiht, beim schweren Erdbeben von 1590 gab es große Schäden, 1635 brannte der Turm durch Blitzschlag ab, wurde im Jahr darauf erneuert, brach aber am 3. Feber 1637 abermals zusammen.

Hauptartikel: Schottenkirche (Wien)
Schottenkirche

Im Juli 1638 schloss Abt Johann Walterfinger des Schottenstiftes mit Markus Spätz und Antonio Carlone, Maurer und Baumeister in Wien, einen Vertrag. Abt Johann starb während der Bauarbeiten, am 2. März 1642 vergab der neue Abt Anton Spindler den Auftrag an Andrea Allio den Älteren und dessen Neffen Andrea Allio den Jüngeren, wonach die alte Kirche abgerissen und die neue samt zwei Türmen und Gruft aufgebaut werden sollte.

  • Sämtliche Steinmetzarbeiten wurden Peter Concorz, kaiserlicher Kammerbildhauer und Hofsteinmetz, übertragen. In den Jahren 1642/43 begann der Wiederaufbau der Schottenkirche. Die Frage nach den verwendeten Steinen wurde durch den Kauf eines Steinbruchs in Kaisersteinbruch beantwortet.
Hauptartikel: Peter Concorz
  • Kauf- und Verkaufsvertrag vom 14. Juni 1642[31] zwischen Abt Michael Schnabel vom Stift Heiligenkreuz und dem bürgerlichen Bildhauer und Steinmetzen in Wien, Petrum Concorz. Kaufobjekt waren ein Steinbruch und ein Grundstück für ein zu erbauendes Haus … in Kaisersteinbruch.
  • Besichtigung zweier Wendeltreppen in der Kirche, in der Seitenkapelle der hl. Barbara und in einem der Westtürme. Beide aus hartem Kaiserstein.[32]

Kaiserstein für das Palais Nimptsch in der Bäckerstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Portal

Das ehemalige Spätrenaissance-Palais ist ein Eckhaus mit durchgehend genuteter Fassade. Diese wird durch durchgehende Gesimse stockweise waagrecht gegliedert. Die Fenster der Beletage liegen wegen der schlechten Lichtverhältnisse in der engen Bäckergasse im zweiten Stock.

Auch die großzügige Zweipfeilerstiege mit den Kreuzgratgewölben über den Podesten wurde noch vor 1639 erbaut. Sie ist die älteste erhaltene Treppe ihrer Art in Wien. Stufen und Bodenplatten sind aus Kaiserstein.[33] Das Geländer dürfte aber bei Franz Duschingers Umbau neu angefertigt worden sein. Im tonnengewölbten Keller befindet sich ein genutetes Rundbogenportal aus der Erbauungszeit.

Die Neufassadierung erfolgte im Zuge des Umbaues durch Adolf Korompay, bei dem das Gebäude auch aufgestockt wurde. Auftraggeber war Karl Graf von Nimptsch. Die Grafen Nimptsch besaßen das Haus bis 1914, dann ging es in den Besitz der Gemeinde Wien über. Bemerkenswert ist das Rustikaportal, dessen seitliche diamantierte Hermenpilaster noch aus der Erbauungszeit (vor 1639) stammen, während die Karyatiden, die den Balkon stützen, die Idee Korompays waren.

Kaiserstein für die Vesperbildkapelle in der Michaelerkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 5. Mai 1644 ist ein ehrsames Handwerk der bürgerlichen Steinmetz- und Maurermeister zu Wien bei Herrn Jacob Spazzio, Unterzechmeister wegen[34]

  • Meister Ambrosius Petruzzy und Meister Antonius Purisol, beide aus dem kaysl. Steinbruch – die Steinmetzhütte St. Michael betreffend – halber beisammen gewesen. Es wurde entschieden, dass Meister Ambrosius die Hütte alleine verbleiben solle, und solle hinführo kein Meister zwei Hütten zugelassen, noch in einer Hütte zwei Meister ferner passiert werden.
  • Verzeichnis und Ausgaben für Unser Frauen Ihre Capelle:
    • Erstlich dem Maurermeister Antonius Carlone für die Capelle Unser Frau, St. Anna und St. Sebastian, in allem geben … 309 fl 45 Kr.
    • dem Steinmetzmeister Ambrosius Petruzzy sein Rest bbezahlt mit … 33 fl.
  • Meister Ambrosius für die äußeren Staffel … 27 fl.[35]

Bei der Vesperbildkapelle ist Meister Ambrosius mit dem (Gesamt)Betrag von 346 Gulden dokumentiert.[36]

Kaiserstein für Fürst Karl Eusebius von Liechtenstein, für Brunnen im Schloss Lednice[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arbeitsvereinbarung von 1645 des Fürsten mit den Steinmetzmeistern Peter Materna und Francesco Caratti[37]: … sollen im Garten zu Eisgrub zwei Brunnen, das Bassin, für einen Teich, Maskerons und 20 Steinskulpturen verfertigen … was und wie weit das wasser aber berühren thuet, daß soll alles von Kaysersteinbruch, das übrige aber von Eggenburger stein gemacht werden. Item soll gemacht werden ein lagheto … der boden und die beiden seiten stuckh mit pfaltz, damit es wasser helt alles von Kaysersteinbruch sein.

Pestkreuz 1646

Kaiserstein für das Pestkreuz von Steinmetzmeister Paul Cleritz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Detailansicht

Steinmetz Paul Cleritz stiftete 1646 das Pestkreuz, im Volksmund Kuruzenkreuz bezeichnet. 1646 starben in Kaisersteinbruch viele Nachbarn an der Pest, diese Trauer verarbeitete Cleritz in seinem Pestkreuz … 1646 GODT ZU EHRN … IN DIESER GEFERLICHEN STERBSZEIT. BAUL KLERTZ.

  • Steinmetzmeister Friedrich Opferkuh leitete wenige Tage vor seinem Ableben den Transport des schwer beschädigten Wegkreuzes vom Blauen Bruch (auf dem Truppenübungsplatz) in die Waldgasse Kaisersteinbruchs. Das Kaisersteinbrucher Symposium wurde ihm zu Ehren als „Friedrich Opferkuh“-Symposium 1993 bezeichnet. Die Restaurierung führte der ungarische Bildhauer und Restaurator Ferenc Gyurcsek durch.

Die italienischen Meister im kaiserlichen Steinbruch wollen an deutsche Meister keinen Stein geben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bericht der Bruderschaft an den Abt Michael Schnabel (1637–1658) mit der Feststellung – Warum wir den deutschen Steinmetzen keinen Stein aus unserem Steinbruch geben wollen!.[38] Zuvorderst, dass sie unserer Nation Werkleute nicht so gut halten, wie die ihrigen. Warum sollten wir unsere ausgehauenen Steine von unserem erkauften Gut nach ihrem großen Profit zukommen lassen, schuldig sein? Falls sie unbearbeitete Steine von uns begehren, sind wir nicht zuwider selbige um ihr bares Geld erfolgen zu lassen, soviel uns möglich.

Was aber auf Ihro Majestät Gebäude notwendig sein würde, … wollen wir beflissen sein …

Bei der wichtigsten Sache hatten die Meister kein Mitspracherecht, … dass aber die deutschen Meister einen Steinbruch bei uns finden, steht bei Euer Hochwürden und Gnaden, ob sie solches zulassen oder nicht …

Kaiserstein für Abt Michael Schnabel von Heiligenkreuz, den Pfarrhof zu Kaisersteinbruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste Quelle zum Kaisersteinbrucher Pfarrhof ist bei Malachias Koll 1834, ist nachfolgender Satz, der dann in der Folge übernommen wurde.[39] Die Seelsorge haben von Anfang an die Ordenspriester von Heiligenkreuz in Kaisersteinbruch ausgeübt, zuerst die jeweiligen Pfarrer von Winden und vom Jahre 1646 an eigene Seelsorger, die im Ort selbst stationiert waren.[40]

Josef Wolf, Bürgermeister, schrieb in seiner Kaisersteinbrucher Geschichte: neben der Kirche wurde auch, auf einem vom Stift zur Verfügung gestellten Bauplatze, ein herrlicher, ein Stock hoher Pfarrhof erbaut, in welchem als erster Pfarrer von Kaisersteinbruch P. Gregor Metsch im Jahre 1646 residierte.

Im heutigen (seit der Absiedlung 1939: ehemaligen) Pfarrhof ist noch zu erkennen, dass Kaiserstein für Stiegenstufen, Podeste, Bodenplatten, für Gesimse, Tür- und Fenstersteine verarbeitet wurde.
Pestkreuz Ambrosius Regondi

Kaiserstein für das Pestkreuz von Steinmetzmeister Ambrosius Regondi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1648: Pestkreuz in Kaisersteinbruch, mit dem Wappen der Familie Regondi: DISES CREIZ HAT LASEN MACHEN AMBROSY REGONT / GOT ZU LOB UND ZU EHREN / AUCH DEREN HEILIGEN ST. SEBASTIAN UND ST. ROCHUS / ZU EINER GETECHTNUS.

Kaiserstein für Abt Michael Schnabel vom Stift Heiligenkreuz, in der Königshofer Mühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abt Michael Schnabel ließ die Königshofer Mühle 1649 neu aufbauen,[41]

Was das Mauerwerk gekostet, auszugsweise …
Erstlich hat er Meister Adam Löffler, Bürger und Maurer zu Bruck, 70 Tagewerke gehabt, seine Gesellen 521 Tagewerke, die Zureicher und Tagwerker 376 Tagwerke. 1649 verrechnete er „blaue Zapfen“, Ringe und Stangen, Pater Petrus brauchte für den Fußbotten 200 föhrene Ladten, und diese schneiden lassen.
1650 kaufte er unterschiedliche Eysen, Nägel. Dem Glaser zu Bruck ein Fenster zu machen, dem Steinhauer einen Mühlstein abzurichten, mehr dem Tischler wegen unterschiedlicher Arbeiten, dem Schlosser zu Bruck die Fenster und Türen zu beschlagen, dem Steinmetzen Ambrosius Regondi im Steinbruch wegen der Quaderstücke und wegen beider Türgestell und wegen Brennung zweier Kalköfen.
Summa Summarum ist auf das völlige Mühlwerk aufgangen … 1.460 Gulden  56 Kreuzer

Kaiserstein für Abt Michael Schnabel vom Stift Heiligenkreuz, sein Schloss Trumau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühbarockes Portal und die Stiege mit den Steinplatten im Vorraum, alles im Nordtrakt, weiters die Stiege im Südtrakt von 1650 aus Kaiserstein.[42]

Kaiserstein für Fürstbischof Philipp Graf Breuner, das Residenzschloss in Ober St. Veit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 1365 von Herzog Rudolf IV. dem Kapitel von St. Stephan geschenkte Schloss wurde 1529 von den Türken zerstört. In den Jahren 1650–1654 entstand nach Auftrag von Fürstbischof Philipp Graf Breuner in Ober St. Veit ein barockes, repräsentatives Residenzschloss, das heute in den wesentlichen Elementen unverändert erhalten ist.

Baumeister war Domenico Carlone.[43] Ambrosius Regondi, Steinmetzmeister vom Kayßerlichen Steinbruch erhielt für gelieferte Steinmetzarbeiten 1.082 fl für das Haupttor und 300 fl für den Aufgang.

Kaiserstein für Fürstbischof Philipp Graf Breuner, das Erzbischöfliche Palais in Wien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das alte Gebäude brannte 1627 vollkommen nieder und wurde in den Jahren 1632 bis 1641 unter Bischof Anton Wolfradt und seinem Nachfolger Philipp Graf Breuner durch das heutige Palais ersetzt. 1655 werden in den Bauakten des Diözesanarchivs der Maurermeister Domenico Carlone und der Steinmetzmeister Ambrosius Regondi aus Kaisersteinbruch genannt.

Die Hauptcassa-Rechnungen, seit 1751 vorhanden, berichten vom Bau einer Hauptstiege (Puttenstiege) durch den erzbischöflichen Baumeister Mathias Franziskus Gerl, die ausgearbeiteten Stiegenstufen aus Kaiserstein lieferte Steinmetzmeister Johann Gehmacher.

Haupt-Cassa-Rechnungen, Einnahmen und Ausgaben, den 11. Juny 1751: Denen bürgerlichen Steinmetzmeistern vermög Contract auf die Hauptstiegen im Erzbischöflichen Hof bezahlt … 400 Gulden, den 16. November weitere … 500 Gulden.

Feststiege, Sockel und Radabweiser, Becken (teilweise) des Hofbrunnens aus dem 17. Jahrhundert Kaiserstein.
Regondi-Altar Bild „Pfingstwunder“

Kaiserstein für den Altar der Familie Regondi in der Kaisersteinbrucher Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der linke Seitenaltar, ein Antonius-Altar, stammt noch aus der ersten Kirche, die 1652 geweiht und 1683 im Türkenrummel schwer beschädigt wurde. Errichtet 1653 von den Brüdern Ambrosius und Giorgio Regondi, bis 1670 arbeiteten sie meist miteinander, in diesem Jahr übernahm Ambrosius Regondi nach Pietro Maino Maderno das Richteramt. Damit beteten die Mitglieder der Familie Regondi vor ihrem eigenen Altar, das waren später der Abt des Stiftes Altenburg Raymundus Regondi, Sebastian Regondi, dessen Sohn Johann Baptist.

  • Es gibt keine Darstellungen und Berichte über das ursprüngliche Aussehen des Altares.

Kaiserstein für den Palatin von Ungarn Graf Paul Pálffy von Erdöd, wegen etlicher Fuhren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 21. Feber 1653 schrieb Graf Paul Pálffy, Palatin von Ungarn, an den Herrn Abt Michael Schnabel vom Stift Heiligenkreuz, wegen etlicher Fuhren.

  • Hochgeehrter Herr Nachbar, … Dieselben dienstnachbarlich bittend, Euer Hochwürden wollen mir von dero in Ungarn liegenden Dörfern etliche Fuhr Stein aus dero Steinbruch, bis zur Thonau zuführen.
  • Sintemallen ich über 200 Fuhren abzuholen und zwar von anderen benachbarten, wie auch etliche Wägen gegeben werden …
  • Pressburg, 21. Feber 1653[44]

250 Jahre später, am 1. Jänner 1903, fordert das Stift Heiligenkreuz von Steinmetzmeister Ferdinand Krukenfellner für die Jahrespacht des Waldbruches beim Öden Kloster und des Zeilerbruches zusätzlich zum „Pachtschilling“ 50 Fuhren Mauersteine und 30 Fuhren Schottersteine zur Beschotterung der Kreuzstraße unentgeltlich zu überlassen.

Kaiserstein für ein Renaissance-Gebäude, Umbau zum frühbarocken Palais, dann zum klassizistischen Palais Modena in der Herrengasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einer der Vorbesitzer war Georg von Rottal, dessen Tochter Barbara heiratete 1515 Siegmund von Dietrichstein und das Gebäude gelangte in den Besitz dieser Familie. Unter Fürst Ferdinand Joseph von Dietrichstein wurde das Adelshaus und seine Nebengebäude von 1658 bis 1678 zu einem frühbarocken Palais umgebaut. Diesen Umbau leitete der Architekt Dominico Carlone, den Steinmetzauftrag erhielt Meister Pietro Bussi aus Kaisersteinbruch.[45] 1811 kaufte das Gebäude Maria Beatrix von Este, letzte Tochter Herzogs von Modena, seither heißt das Haus Modeneser Palast. Sie ließ den Palast 1814 nach einem Entwurf Alois Pichls im klassizistischen Stil umbauen. Ihre Tochter Maria Ludovica hatte Kaiser Franz I. geheiratet, der Palast musste die hohe Stellung der Familie repräsentieren. Mitbeteiligt an den Umbauten war auch Giacomo Quarenghi, der Architekt der Zarin Russlands. Aus dieser Zeit ist besonders die Sala terrena bemerkenswert.[46]

Das streng klassizistische Palais besitzt zwei riesige Eingangstore und 18 Fensterachsen. Die zwei Portale werden durch Balkone gekrönt. Die horizontale Gliederung erfolgt durch das Gesims und die Dreiecksgiebel der Belle Etage. Das Vestibül wird durch die Fest- oder Ministerstiege mit dem ersten Stock verbunden. Zumindest die Stufen der Feststiege wurden aus Kaiserstein gefertigt.

Kaiserstein für Abt Michael Schnabel vom Stift Heiligenkreuz im Schloss Niederleis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingang Schloss Niederleis

Das Schloss steht im Norden des Ortes Niederleis, inmitten eines Parks, einstens von einem Wassergraben umgeben. 1651 kam es in den Besitz des Stiftes Heiligenkreuz, bedeutende Veränderungen fanden statt.

  • Die Steinmetzarbeiten aus dem Heiligenkreuzer Steinbruch lieferten die Steinmetz-Brüder Regondi.[47]
  • 18. April 1655: Ambrosius 127 fl 15 kr
  • 20. Mai 1655: Hans Georg 50 fl
Die letzte Bestätigung über 50 fl vom 15. November 1657 war von Meister Ambrosius.

Abt Clemens Schäffer schrieb: … habe ich 1651 einen ganzen steinernen Brunnen in unserem Steinbruch in Ungarn machen und hinüber führen lassen … ein Auftrag für den jungen Ambrosius Ferrethi.[48]

Kaiserstein für Steinportale im Stift Heiligenkreuz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufzählung der wesentlichsten Steinportale aus Kaiserstein: Portal zum Kaisersaal im Freigang 1660, Portal zur Kaiserstiege im Stiftshof und im Freigang, Portal zur Grottenstiege im Stiftshof und im Freigang, Nordportal zur Bernardikapelle, Gartenportal der Bibliothek, 2 Portale im Kanzleigebäude.

Kaiserstein für Steinplatten im Stift Heiligenkreuz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreuzgang: Im Kreuzgang fast alle Bodenplatten aus Kaiserstein. Ein Großteil befand sich früher im Priorhof, im Südgang und Westgang mit Steinmetzzeichen A, C, R = Regondi, W = Winkler.
Brunnenhaus/Kreuzgang: Auch im Brunnenhaus sind fast alle Bodenplatten Kaiserstein.
Stiftskirche: Im linken Seitenschiff der Stiftskirche Bodenplatten aus Kaiserstein.
Kapitelsaal: Auch im Kapitelsaal sind fast alle Bodenplatten Kaiserstein.[49]

Kaiserstein für Stufenanlagen im Stift Heiligenkreuz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auswahl:

Barocke Schneckenstiege Prälatur, Konvent 43 Stufen
Grottenstiege mit versteinerten großen Muscheln, vom Stiftshof zur Dachbodentüre 28 Stufen
Kaiserstiege Stiftshof, Freigang 30 Stufen
Barockstiege Dormitorium, Fraterie 38 Stufen
Sakristeistiege Dormitorium, Oratorium 25 Stufen
Konventstiege zum Priorhof von 1641, 35 Stufen
Außenstiege Bibliothek Gartensaal, 2-armig, erbaut unter Abt Franz Xaver Seidemann (1824–1841) 32 Stufen
Stiege Klerikatsgebäude um 1696, 24 Stufen
Barockstiege Kanzleihaus Nr. 2, ehem. Hofrichterhaus 23 Stufen
Ehem. Stiege im Stiftsgasthof von 1648, abgebaut 2000, jetzt am Bauhof 16 Stufen
Jesuitenkolleg, danach Hofkriegsrat

Kaiserstein für das Professhaus der Jesuiten am Platz Am Hof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2. Dezember 1660: Inventur der verstorbenen Catharina Lorentisch, Ehefrau von Johann Lorentisch, Steinmetzmeister im kaiserlichen Steinbruch.

Indem vorgenannter Witwer Meister Johann Lorentisch zu Wien am Professhaus der Jesuiten ein Fazata gemacht, und sonsten auch unterschiedliche ausgearbeitete Stein dazu gegeben. Davon der Gewinn in der Schätzung dem Kind zum halben Teil hätte zukommen sollen.
Da man aber noch nicht wissen kann, ob ein Gewinn oder Verlust dabei ist, soll ein Mittel gemacht werden und dem Kind der gebührende Teil zugesprochen werden.

Kaiserstein für Prälat Bernhard II. Schmeddingh im Stift Klosterneuburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stiftsmodell 1774

Stift Klosterneuburg am 9. Dezember 1661, Auftrag von Propst Bernhard II. Schmeddingh: Lieferung von Bodenplatten durch die Brüder Ambrosius und Giorgio Regondi, Steinmetzmeister im Kaysl. Steinbruch umb 53 Schuch Stainer zu 71 fl 4 Kr.[50]

  • 1. September 1670: … mit Consens Ihro Hochwürden und Gnaden Herrn Herrn Prälaten zu Closterneuburg, andertenthail mit Herrn Ambrosio Regondi in dem khaysl. Steinbruch also tractiert und geschlossen habe, … das würdige Gottshauß zu ihrem Gebäu Plattenstein vonnöthen habe, welche Stein gedachter Herr Ambrosius selbsten auf seine Uncosten nacher Wien biß zu dem Wasser /:wofern das Wötter guet/ innerhalb 14 Tagen zu liefern, herentgegen ihme von jede Claffter versprochen ist worden zu geben 9 fl. Ambrosio Regondi.
  • 29. Oktober 1670: … dass mir endts Unterschriebener dieser Auszug mit 153 fl wegen 17 Claffter Stein völlig bezahlt worden. Ambrosio Regondi.
In den Kammeramtsrechnungen sind die Namen Antonius Crivelli und Pietro Maino Maderno dokumentiert, allerdings nicht mit dem Kaiserstein.

Kaiserstein für den eigenen repräsentativen Palast in der Hofburg für Kaiser Leopold I.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leopoldinischer Trakt

Kaiser Leopold I. hat, noch nicht einmal 17 Jahre alt mit der Regierung der habsburgischen Erblande betraut, diesen Hofburgteil als seinen eigenen repräsentativen Palast erbauen lassen.[51] 1660 hat man mit der Errichtung des Bauwerkes begonnen. Die Pläne waren vom kaiserl. Ingenieur Philibert Lucchese ausgearbeitet worden und fanden den Beifall Leopolds. Die Ausführung oblag den italienischen Baumeistern Carlo Martino Carlone und Domenico Carlone, mit denen Lucchese am 12. Juli 1660 einen Vertrag abschloss.

Den Großauftrag für Steinlieferungen und Steinmetzarbeiten, vor allem der Fassaden, erhielt der KAISER-STEINBRUCH (der Bauschreiber Lucas Ehrlinger ordnet diesen mangels Ortskenntnissen – bei Mannersdorf – zu, das geschieht auch in heutiger Literatur!), zwei seiner Meister Ambrosius Ferrethi und Camillo Räz (Beide waren Heiligenkreuzer Untertanen, Meister der Kaisersteinbrucher Bruderschaft).

Fassade Leopoldinischer Trakt

Obgleich die Arbeiten mit großer Eile vorangetrieben wurden, traten aus Materialmangel Verzögerungen ein.

  • Schreiben vom 5. May 1665 an die Hofkammer[52] … hauptsächlich ist die größte Verhindernus das hardte Steinwerch, so auß dem KAYßER STAINBRUCH bey Männerstorff geliffert werden soll. Mit Vorwandt, durch die Kriegsweßen diße zway Jahr her, die Pauern um ihre Pferdt khommen. Dahero keine Fuhrleute (wie gern sie auch die Bezahlung leisten wollen tun) haben khönnen.
  • … ehe dieses Stainwerch, sonderbar die großen Gesimsplatten auf der äußeren Seithen zu der FACIATA nicht geführt, khann an dem Tachwerch einzudöckhen nicht angefangen werden, welches alle anderen Arbeithen hindern thut.

Die Steinmetzmeister Camillo Räz und Ambrosius Ferrethi haben, des gelieferten harten Steinwerks halber, zum Kaysl. neuen Burggebäude 12.163 fl 39 1/2 Kr, und was zu der Portten dargeben worden 134 fl 18 Kr, zusammen 12. 297 fl 57 1/ Kr erhalten.

Kaiserstein für Kaiserin Anna, Gemahlin Kaiser Matthias, für Kapuzinerkirche, -kloster und Kaisergruft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Capuchin Church 2.jpg

Der kaiserliche Hof kehrte 1617 von Prag nach Wien zurück, Kaiserin Anna stiftete dem Orden der Kapuziner von St. Ulrich einen Konvent samt Kirche und damit in Verbindung eine Begräbnisstätte für sich und ihren Gemahl.[53]

Kaiser Leopold I. verfügte die sofortige Erweiterung der Gruft. Steinmetzmeister Ambrosius Ferrethi aus dem kayserlichen Steinbruch, arbeitete am Großauftrag des Leopoldinischen Traktes der Hofburg. Für die Kaisergruft lieferte er glattpolierte Bodenplatten, weißen harten Kaiserstein für die Stufen zur Kirche, usw. Noch heute in wunderbarem Zustand.

Hauptartikel: Kaisergruft#Geschichte

1784 wurde durch Kaiser Joseph II. ein Teil des Kapuzinerklosters und der größte Teil des Klostergartens zu Wohnhäusern verbaut. Beim Rundgang mit Pater Gottfried wurden im Kloster zwei größere und eine kleine Stiege(n) gesehen, in der Kirche Stufen zu Seitenaltären, alle aus Kaiserstein mit blauen Einschlüssen, einzelne Stufen zur Gänze blau.[54]

Kaiserstein für Abt Clemens Schäffer vom Stift Heiligenkreuz, für den großen Gewölbekeller und Kasten im Kaisersteinbrucher Pfarrhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

7. Mai 1669: Bau eines Kellers und Kastens in Kaisersteinbruch (im Pfarrhof), die Steinmetzarbeiten leistete Ambrosius Regondi. (Auszug)

Freimaurertempel Kaisersteinbruch, mit Pfarrhof und Kasten

Dieses Schriftstück aus dem Archiv des Stiftes Heiligenkreuz dokumentiert den Bau dieses großen Gewölbekellers, der Text wurde um der Verständlichkeit willen ein wenig verändert, wo es möglich erschien, auch gekürzt. In diesem Keller befanden sich nach alten Berichten einst riesige Weinfässer, es ist vorstellbar, dass hier viel Wein getrunken wurde. Die Meister, manche von ihnen besaßen Weingärten in umliegenden Gemeinden, wie Winden, Breitenbrunn, Sommerein usw. wollten im Gasthaus ihren Wein verkaufen. Das Stift wollte das nicht, so wurde nach einem Zeitplan vorgegangen, ein strittiges Thema.

Alle Unkosten für den Neuen Keller in Steinbruch so auß Befehl Ihro Hochwürden und Gnaden Herrn Herrn Clementis Abt zu Heiligenkreuz zu bauen angefangen und durch mich Patrem Gottfried (Libichen) Verwalter in parem Geldt außgeben worden, vom 7. May 1669 bis 1670 inclusive. Von 7. May bis 28. July einen Graber mit seinen Tagwerkern die Erden außzuscheiben angedingt, so in allen 832 Tagwerkh jedes zu 15 kr … 208 fl, den 17. Juny 1669 haben die Maurer und ihre Zureicher in besagtem Keller zu mauern angefangen und wochentlich nach dem Verzeichnus in Geld bezahlt … 598 fl 58 Kr, zu Wien erkauft 10 Scheibtruhen, jede zu 42 kr, macht … 7 fl.

Dem Hans Böhm zu Sarasdorf, Zimmermann, ein neues Zimmerdach mit seinen Gesellen samt aller Zubehör gemacht und bezahlt mit … 45 fl, über den Keller ein Vordächel oder Schupfen und einer Aufsetzung bey der Kellerthür … 12 fl 30 kr, Thomas Mormaniz, Inwohner zu Wilfersdorf hat daß völlige Dach mit Rohr eingedeckht … 26 fl, dazu von Winden 10 Schöber Rohr kauft, jedes zu 30 kr, bezahlt mit … 5 fl, die Untertanen zu Podersdorf haben 20tausent gebrannte Ziegel geben, jeder zu 2 fl 30 kr, bezahlt mit … 50 fl

Item dem Maister Mathias Rebhanel, Tischler zu Sommerein von 2 doppelten Kellertüren mit doppelten Laden und eisernen Nägel beschlagen, dann zwey andere doppelte Thiern mit einfachen Laden so er von seinem Holz hergeben, alles zusamben bezahlt mit … 12 fl 30 kr

Folgt was Meister Ambrosius Regondi, Richter in Steinbruch, zu diesem Gebeü in Stainen hergeben. Erstlich 9 Castenfenster, sein zusamben 108 Schuch, jeder zu 10 kr … 18 fl, item 9 Kellerfenster, tun alle Fenster 76½ Schuch, jeder zu 10 kr, bring item zwey Kellertüren jede 23 Schuch extraordinary Stein, aine 12 fl / 24 fl Item 29 Staffel mit zusamben 188½ Schuch zu 10 kr, bringt … 31 fl 25 kr, item auf dem Tippel Mauern zwey Creuz sambt der Handt außgehaut jedes zu 5 fl … 10 fl, item hat ein Steinbrecher 21 Tagwerk Gewölb Platten gebrochen, jeden Tag 24 kr … 8 fl 24 kr

„Kreuz samt der Hand“, Schwurhand

Zu dem Casten und Kellerfenstern sein die eisernen Gattern aus dem Closter gemachter heraußgeschickht worden. Der Kalk zu diesem Gebeü ist gegen Winden gebrennt worden, darnebenst soviel verkauft, daß die Kalchbrenner und Holzhackher bezahlt worden, ist also aller Kalch umsonst kommen. Den 19. März den Casten mit Ziegel gepflastert, Maurer und Tagwerkher bezahlt … 23 fl 58 kr

Den 9. Apr. die Mauer gegen den Freythoff aufführen lassen u. pro interim ein Stallung auf etliche Pferde gemacht worden, die Maurer und Tagwerker bezahlt mit … 26 fl 38 kr, den 29. Aug. den Keller mit Stainen pflastern lassen, haben 18 Tag daran gearbeith, Maurer und Zuraicher bezahlt mit … 41 fl 30 kr Zu Ausführung des Wassers durch den Keller sind 12 Claffter steinerne Rinnen von Maister Ambrosius Regondi gemacht worden … 9 fl, item 2 größere Rinnen … 1 fl 30 kr, item hat der Tischler von Sommerein 15 große und kleine Fensterladen in Casten und Keller gemacht, dafür bezahlt … 1 fl 45 kr.

  • Summe der völligen Ausgaben zu dem Keller in Steinbruch … 1.375 fl 23 kr[55]

Kaiserstein für Graf Ernst III. von Abensperg und Traun, in seinem Schloss zu Petronell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Petronell in Niederösterreich,[56] der wohl großartigste Schlossbau dieser Epoche in Österreich, ist durch den verwendeten Stein und die Brüder Ambrosius und Giorgio Regondi, beide Steinmetzmeister in Kaisersteinbruch verbunden.[57]

  • 30. Jänner 1666: Kontraktschluss zwischen dem Grafen und Meister Ambrosio Regondi, wegen Steinlieferungen für den Westtrakt. Er soll die „zwo Seüllen welche den Turm tragen“ liefern, weiters fünf „Saal Fenster“, die Pallustrata des Stiegenaufganges …
  • 30. September 1669: Die „Pallustrada“ auf dem Dach beiderseits des Turms…
  • 15. Mai 1676: Aufstellung über die von Ambrosio und Giorgio Regondi aus Kaisersteinbruch gelieferten Steinteile, Gesamtkosten 3.821 fl 36 Kr. Unterschrieben von Ambrosio Regondi, Carlo Canevale, Carpoforo Tencalla und dem Herrschaftspfleger.

Kaiserstein für den Franzosen Franz Billiotte, Leibarzt von Kaiser Leopold I.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1667 bis 1683 wurde ein bestehendes Gebäude in der Singerstraße von Architekt Giovanni Pietro Tencalla, der für die Familie Rottal tätig war (Zuschreibung), errichtet. Davon sind beide Portale und das Vestibül erhalten.

Das Billiotte’sche Stiftungshaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franz Billiotte war gebürtiger Franzose und Leibarzt von Kaiser Leopold I. Er setzte sich für die Armen ein und stiftete das genannte Gebäude. In diesem Haus erhielten die Armen Wohnung und Verpflegung, außerdem hielt Billiotte darin auch unentgeltlich Ordination ab. Nach Billiottes Tod ging das Gebäude in eine Stiftung über, die das Fortbestehen des Gebäudes für die Armen garantieren sollte.

Um 1745 ging sowohl das Stiftungshaus wie auch das Palais Rottal in den Besitz der Wiener Stadtbank (Wiener Stadt-Banco) über. 1752 erfolgte ein großer Umbau des ursprünglichen Palais. Ausführender Architekt war Franz Anton Pilgram, ein Schüler von Johann Lucas von Hildebrandt. Ein Meisterstück der Wiener Barockbaukunst ist die Prunktreppe, die sehr langen Stiegenstaffel aus dem harten Kaiserstein wurden von den Meistern Elias Hügel und Johann Baptist Regondi geliefert.

Kaiserstein für Deutschordenskirche und -haus, Stephansplatz 4, Singerstraße 7[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fast ist in Vergessenheit geraten, dass der Deutsche Orden, einst der mächtigste Ritterorden Mitteleuropas, seinen Sitz in Wien hat. Dabei ist die Bruderschaft gerade mit Österreich eng verbunden. Nur wenige wissen, dass hier, in einer Seitengasse unweit des Stephansdomes, der Hauptsitz einer 800 Jahre alten Bruderschaft liegt, deren Geschichte sich um die Kirche und den Papst ebenso wie um große Schlachten und um mächtige Könige dreht.[58]

Ab 1667 Neubau des Kommendehauses durch Carlo Canevale, 1720–22 unter Landkomtur Guidobald Graf von Starhemberg barocke Umgestaltung durch Anton Erhard Martinelli, u. a. dem Hofsteinmetzmeister Matthias Winkler.[59]

Kaiserstein für den Altar des Bildhauers Antonius Pery in der Kaisersteinbrucher Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pery-Altar

Der rechte Seitenaltar – ein Kreuzigungsaltar – ist ein Werk des Steinmetz-Bildhauers Antonius Pery, um 1670, anlässlich der Meisterwürde und der Heirat mit Catharina, Tochter des kaiserlichen Bau- und Maurermeisters Simon Retacco († 1645).

Nach kriegsbedingter, schwerer Beschädigung erfolgte 1717 eine Restaurierung durch den Schwiegersohn, den Steinmetzmeister und Richter Johann Paul Schilck.

Altmann:[60] … Unter dem rechten Nischenbogen baute Pery seinen Altar in klassischen barocken Zügen. Der Altar passt sich in diese Nische wie die Perle in der Muschel und zieht sich in die Höhe, ohne die Spitzen des Nischenbogens zu stören.

Kaiserstein für Kaiser Leopold I., die anstelle einer Synagoge erbaute Leopoldskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Leopold
Stufen zum Turm

Nach Vertreibung der Juden und Auflösung des Ghettos 1670, die Ursache könnte der Brand und die Zerstörung des eben fertiggestellten Leopoldinischen Traktes der Hofburg gewesen sein, wurde 1670/71 anstelle der Synagoge eine römisch-katholische Kirche, die Leopoldskirche errichtet; dann 1683 beschädigt und wiederhergestellt. Ein Neubau erfolgte 1722–1724 nach Entwurf von Anton Ospel, der quadratische Grundriss stammt noch von der Synagoge. Die Schneckenstiege aus Kaiserstein, ebenso die Stufen im Stiegenhaus des Pfarrhofes. Steinmetzmeister Georg Andreas Högl, Neffe des Kaisersteinbrucher Hofsteinmetzmeisters Elias Hügel, ist 1743 mit Reparaturarbeiten dokumentiert.[61][62] Bericht auszugsweise: … den 8-ten May finge um halber 2 Uhr ein grausames Donnerwetter an, … in den äußeren Freüdhof, die in der Mitte desselben stehende Creuz Säullen zerschmetterte … dem Steinmetz Meister in der Rossau Herrn Andre Högl … 67 fl, für den Bildhauer von der Landstraße … 10 fl.

Kaiserstein für Graf Franz Anton Collalto (1630–1696) in seinem Palais[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Collaltopalais, Am Hof 13, wurde um 1671 im Stil des Barock umgebaut, die venezianische Patrizierfamilie Collalto erwarb das Anwesen, Graf Franz Anton Collalto begann umfangreiche Umbauten durchführen zu lassen. Im langen einschiffigen Durchgang öffnet sich links der Eingang zur Treppe. Diese wird über drei Stockwerke geführt und hat Stufen aus Kaiserstein mit blauen Einschlüssen.

  • Das Palais entstand aus mehreren kleinen Häusern und wurde mit dem Altane der daneben befindlichen Kirche am Hof „Zu den Neun Chören der Engel“ verbunden, wodurch hier ein Durchgang vom Platz Am Hof zum Schulhof entstand.

Die Hauptfassade wurde zwischen 1715 und 1725 erneuert.

Kaiserstein für die Bäckerei der Familie Pabst, das Pabsthaus in der Haidgasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieses Haus wurde im 17. Jahrhundert, wahrscheinlich an Stelle einer Synagoge erbaut. 1803 wurde es adaptiert. Es hat ein Pultdach mit Dachhäuschen sowie Doppelfenster im Obergeschoß. Im Inneren des Erdgeschoßes befindet sich ein Kreuzgratgewölbe. Zwei kleine Stiegen mit Kaisersteinstufen.

Portal Palais Dietrichstein Dorotheergasse

Kaiserstein für Graf Sigmund Dietrichstein in seinem Palais in der Dorotheergasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Palais Dietrichstein an der Dorotheergasse, im Stil des Barock errichtet. Nur ein Teil der ursprünglichen Größe ist erhalten geblieben. Das Gebäude wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts unter Sigmund Graf Dietrichstein errichtet. Im Jahre 1688 kam es in den Besitz von Hartmann Fürst Liechtenstein und nach dessen Tod in den Besitz seiner Witwe Antonia. Im 19. Jahrhundert wurde das Palais Dietrichstein vom Hofzuckerbäcker August Dehne erworben. Seit dem Jahre 1873 befinden sich an dieser Adresse der Musikalienverlag und das Musikhaus Doblinger, in dessen Besitz sich das Haus mittlerweile befindet.

Die Treppe des Stiegenhauses erstreckt sich über vier Stockwerke und ein Dachmezzanin und verfügt über kein Dekor oder architektonische Gliederungselemente. Die Stufen sind aus hartem Kaiserstein gefertigt und weisen die dafür typischen blauen Einsprengungen auf.

Kaiserstein für den mächtigen Torturm im Stift Heiligenkreuz, der in den inneren Klosterhof führt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Torturm

Durch das Wiener Tor von 1747 gelangt man in den äußeren Klosterbezirk, vorbei am Brunnen von 1584, zum Hauptportal des Stiftes Heiligenkreuz, der in den inneren Klosterhof führt. Ein mächtiger Torturm, vor 1678 erbaut, überragt den baumbestandenen Hof, sein Erdgeschoß nimmt ein reich gegliedertes, von zwei Nischenfiguren flankiertes Portal ein, während ein darüber eingebautes Hornwerk durch einen Orgelprospekt angedeutet wird.

  • Der harte Stein aus dem „Heiligenkreuzer Steinbruch“ oder „Kaisersteinbruch“ bestimmte das Wiener Tor, den Brunnen, den Torturm. Die seitlichen Bodenplatten im Durchgang ebenso, wie den großen Sockel der durch das Tor sichtbaren Dreifaltigkeitssäule. Figurenstein wurde aus Eggenburg geliefert.

Kaiserstein für das barocke Friedhofsportal zu Kaisersteinbruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barockes Friedhofsportal zu Kaisersteinbruch

Über dieses Kunstwerk gab es keine schriftlichen Unterlagen. 1994, als der Museums- und Kulturverein Kaisersteinbruch den Plan fasste, eine fachmännische Gesamtrestaurierung durchführen zu lassen, waren vor allem die Steinfiguren in einem sehr schlechten Zustand. Am 14. Mai 1994 besuchte Herr Landeshauptmann Karl Stix das Steinmetzmuseum, sah, dass rasch gehandelt werden musste, und genehmigte einen notwendigen Geldbetrag. Im Rahmen des Margaretha-Ruffinin-Symposiums führte der ungarische Bildhauer und Restaurator Ferenc Gyurcsek in Absprache mit dem Bundesdenkmalamt des Burgenlandes die Arbeiten durch.[63][64][65]

Einige Daten zu den Steinfiguren: Frau Sarolta Schredl vom Bundesdenkmalamt, wie auch der Künstler, sind der Ansicht, dass die drei Statuen

erstens – von verschiedenen Bildhauern,
zweitens – aus jeweils anderen Steinarten gehauen wurden und
drittens – auch unterschiedlichen Zeiten zugeordnet werden können. Ferenc, der sich mit den Figuren lange Zeit auseinandersetzte, ordnet den „Hl. Sebastian“ einer italienischen, den „Hl. Rochus“ einer deutschen Hand zu. Beide sind aus weichem Sandstein (Windener Sandstein, Breitenbrunner Kalksandstein), der Sockel des Hl. Rochus ist mit der Jahreszahl 1680 bezeichnet. Vergleiche mit der Hl. Katharina und Hl. Barbara des Hochaltares, früher am Pery/Schilck-Altar, weisen auf den Schweizer Bildhauer Antonius Pery.
Die knieende Madonna in der Mitte des Portales besteht aus hartem Kalkstein, aus den eigenen Steinbrüchen. Sie wird weit älter geschätzt (1580/90) und stammt von einem Steinmetz-Bildhauer aus der Anfangszeit des Kaiserlichen Steinbruchs. Mit hoher Wahrscheinlichkeit war das Alexius Payos. Ein liebenswürdiges Detail: Die Madonna hat recht große Hände, das sind „Steinmetz-Hände“, Ferenc kommentierte: Mit diesen großen Händen konnte sie gut Watschen austeilen …

Die Steinmetzarbeiten, wie Verlängern des reichprofilierten Gesimse, Festigen der Sockel, usw. allesamt schönster Kaiserstein führte die Firma Opferkuh aus.

Frau Schredl vom Denkmalamt deutete als sehr wahrscheinlich an, dass diese Figuren Bestandteile einer ehemaligen Dreifaltigkeitssäule sein könnten, zumal die Möglichkeit besteht, dass neben den beiden Heiligen auf dem Friedhofstor noch zwei weitere Statuen standen.
Auftraggeber des Portales war der ab 1680 neue Herr Richter und Kaiserlicher Hofsteinmetzmeister Ambrosius Ferrethi.

Kaiserstein für den Neuburger Hof in der Grünangergasse 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das monumentale barocke an drei Seiten frei stehende Miethaus mit mittelalterlichem Kern, es war seit 1331 Besitz des Zisterzienserstiftes Neuberg an der Mürz in der Steiermark, wurde 1684 durch Christian Alexander Oedtl umgestaltet.

Damals entstand auch das barocke Rundbogenportal mit seitlichen Pilastern und geschwungener Sprenggiebelverdachung sowie einer klassizistischen Wappenkartusche mit einem vergoldeten Metallschild. Weitere Umbauten erfolgten 1796 durch Ernest Koch und 1846–48 durch Ignaz Lössl. Die schlichte Fassade ist durch Ortsteine und Putzbänder gegliedert, die Fenster sind additiv gereiht. Hauptstiege und Wendeltreppe mit Kaisersteinstufen.

Kaiserstein für Graf Philipp Sigismund von Dietrichstein, später Palais Lobkowitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Palais wurde 1685–1687 errichtet und zählt damit zu den ältesten Palastbauten Wiens. Der kaiserliche Oberststallmeister Philipp Sigmund Graf von Dietrichstein beauftragte Architekt Giovanni Pietro Tencala. Tencala sorgte für den qualitätsvollsten, härtesten Stein für das Stiegenhaus: Stein aus Kaisersteinbruch für die Stufen der Hauptstiege, ebenso für das Hauptportal.[66]

Die Familie Dietrichstein gab später auch mehrere Umbauten des Palais in Auftrag. 1709 fand Johann Bernhard Fischer von Erlach für das Hauptportal eine besondere Lösung, es wurde mit einem reich verzierten, dreidimensionalen Diadembogen überwölbt. Diese Steinmetzarbeiten wurden von Giovanni Battista Passerini und Elias Hügel aus Kaisersteinbruch durchgeführt. Auch Fischer von Erlachs Sohn Joseph Emanuel erhielt einen Auftrag. Um 1730 entstand in einer Nische der Herkulesbrunnen, Bildhauer Lorenzo Mattielli. Skulpturen aus Eggenburger Stein, später Zogelsdorfer Stein. Zumindest das Becken besteht aus dem harten weißen Stein aus dem kaiserlichen Steinbruch am Leithaberg.

1745 erwarb Ferdinand Philipp Fürst von Lobkowitz das Palais. Das Palais war dann bis zum Jahr 1980 im Besitz der Familie Lobkowitz.[67]

Kaiserstein für Fürst Paul I. Esterházy, in seinem Palais in der Wallnerstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Stelle des heutigen Palais befanden sich 14 verschiedene Häuser, die im Laufe der Zeit an die Familie Esterhazy kamen, wodurch das Palais erst nach und nach erweitert wurde. 1668 war Paul I. Fürst Esterházy alleiniger Besitzer.

Der Fürst entschloss sich 1687 zum kompletten Neubau. Wer für die Bauausführung verantwortlich war, ist unbekannt, wahrscheinlich war es aber Francesco Martinelli, der schon den Umbau vorgenommen hatte. Der Wiener Steinmetzmeister Johann Carl Trumler verarbeitete den harten Kaiserstein aus dem Kaiserlichen Steinbruch vor allem für Stufensteine, Bodenplatten und tragende Architekturteile. 1695 wurde das Palais vollendet.[68]

  • Diverse Umbauten fanden 1745–1746 und 1751 statt. Das war u. a. ein neues Portal und der Einbau einer weiteren Stiege (auch Kaiserstein), ausgeführt vom Steinmetzmeister Gabriel Steinböck.

Kaiserstein für Palatin Paul I. Esterházy de Galantha, die Wallfahrtskirche „Mariä Himmelfahrt“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorkirche zur Mariahilfer Kirche
„Maria hilf“

Im Jahre 1660 wurde von Bischof Philipp Friedrich von Breuner eine hölzerne Friedhofskapelle mit dem Gnadenbild Mariahilf geweiht. Das Gnadenbild zog viele Wallfahrer an, daher errichteten die Barnabiten in den Jahren 1668/1669 eine steinerne Kapelle und ein Wohngebäude für Priester. Beide Gebäude wurden bei der zweiten Wiener Türkenbelagerung 1683 zerstört. Das Gnadenbild konnte jedoch in Sicherheit gebracht werden.

Den Bau dieser Kirche finanzierte Palatin Paul I. Esterházy. Er beauftragte Sebastian Carlone den Jüngeren und Steinmetz Ambrosius Ferrethi aus dem kaysl. Steinbruch von 1686 bis 1689 den Neubau zu errichten. Dieser wurde am 14. August 1689 von Bischof Leopold Karl von Kollonitsch mit dem zurückgebrachten Gnadenbild geweiht.[69][70]

  • Ab 1711 erfolgte der Umbau der Kirche in ihre heutige Gestalt durch den Baumeister Franz Jänggl. In dieser heutigen Kirche sind die Stufen sämtlicher Stiegen aus Kaiserstein.

Kaiserstein für Graf Ferdinand Bonaventura Harrach in seinem Wiener Palast[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1690 wurde im Auftrage des Grafen Ferdinand Bonaventura Harrach ein neuer Palast auf der Freyung errichtet. Die Planungen stammen von Architekt Christian Alexander Oedtl. Es wurde auch der römische Architekt Domenico Martinelli (1650–1718) mit einbezogen. Steinmetzaufträge ergingen an den Wiener Meister Veith Steinböck sowie Giovanni Battista Passerini und Sebastian Regondi aus Kaisersteinbruch. Der harte Kaiserstein wurde unter anderem für Portale, Säulen und die Feststiege verwendet.

In den Ausgaben, das Gebäude auf der Freyung betreffend, ist mehrmals zu lesen:[71]

  • Erstlich das Thor zu machen mit zwey freystehent Säullen und zwayen Columnen und Haubtgesimbs, wie auch das Gländter von hardten Kayßerstainbruch Stain ist vor (für) dißes Thor zu lieffern und zu verferdigen, per 900 fl.
  • Also ist dißes Thor sambt denen zway Seidtennischen zusamben vor außmachen und Lifferung, per 1.400 fl.
  • „… ist ein kaiserlicher Wagen in den Kaiser-Steinbruch um Stein zu der Gartentüre gefahren, dem Kutscher und Vorreiter, jedem 3 Mahlzeiten, – mehr auf 6 Pferd über eine Nacht um Heu, Stroh und Stallgeld…“.

Kaiserstein für Fürst Johann Adam von Liechtenstein in seinem Gartenpalast[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gartenpalast Liechtenstein

Fürst Johann Adam von Liechtenstein kaufte 1687 einen Baugrund in der Roßau, um hier einen großen Gartenpalast zu errichten. Er ließ ab 1690 durch Domenico Egidio Rossi und Domenico Martinelli einen „Palazzo in Villa“ errichten.

Der Auftrag wurde am 24. September 1691 dem Maurermeister Antonio Riva übertragen. Die Wiener Maurerzeche erhob aufgrund ihrer Privilegien gegen einen Ausländer Protest, sodass am 10. Dezember 1691 die Ausführung dem kaisl. Hof-Maurermeister Lorenz Lahr anvertraut wurde.

Die Steinmetzarbeiten waren dem fürstl. Hof-Steinmetzmeister Martin Mitschke aufgedingt worden. Ihm lieferten die Kaisersteinbrucher Steinmetzmeister Ambrosius Ferrethi mit seinen Schwiegersöhnen Giovanni Battista Passerini und Martin Trumler große steinerne Pfeiler, Säulen und Sockel. Auftragsbeginn 4. Juli 1689, Kosten der Steinmetzarbeiten ca. 50.000 fl.

Kaiserstein für Fürst Joh. Adam von Liechtenstein, Reitstallungen im Schloss Eisgrub[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaiserstein
Reitstallungen

Fürst Liechtenstein beauftragte Architekt Johann Bernhard Fischer von Erlach mit dem Marstall von Schloss Eisgrub, Bauzeit 1688–1700, Bildhauer Giovanni Giuliani.

Die Steinmetzarbeiten aus Kaiserstein lieferten wie in den Wiener Palästen Hof-Steinmetzmeister Ambrosius Ferrethi, Giovanni Battista Passerini und Martin Trumler aus dem kaysl. Steinbruch.

Kaiserstein für Fürst Joh. Adam von Liechtenstein im Stadtpalast[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dominik Andreas Graf Kaunitz erwarb 1691 ein Haus (das Zinzendorfische) mit der Front zum Minoritenplatz, sowie von den Khevenhüllers ein weiteres an der Löwelstraße und gab 1694 Antonio Riva den Auftrag, nach Plänen von Domenico Martinelli darauf ein Palais zu erbauen. Noch im selben Jahr entschloss er sich zum Verkauf an Fürst Johann Adam von Liechtenstein um den Preis von 115.000 fl.

Durch diesen Kauf, durch welchen zum künftigen Majoratshaus der Fürsten von Liechtenstein der Grund gelegt war, gingen nicht nur alle Baumaterialien, mochten sie nun beim Bau selbst, oder im kayserlichen Steinbruch und Eggenburger Steinbruch, oder schließlich in den Werkhütten der Steinmetzmeister Ambrosio Ferreti, Giovanni Battista Passerini, Martin Trumler und Michael Khöll liegen, an Fürst Johann Adam über.[72]

Aber auch alle Pläne zum Bau, alle Verträge mit Steinmetzen, Maurermeistern und sonstigen Handwerkern, die Abrechnungen mit diesen und endlich die Bewilligung der Wiener Maurerzeche für den Baumeister Antonio Riva, dass er diesen Bau ohne Einspruch führen dürfe. Riva hatte den Bau bereits bis zur Stockhöhe gefördert, da wurde die Fortsetzung am 25. Mai 1694 einem anderen Italiener, Gabriel de Gabrieli übertragen.

Für den Hof-Steinmetzmeister Ferrethi hatte dieser Auftrag schon unter Graf Kaunitz begonnen, den Bau des Palais konnte er nur in den Anfängen erleben, da er 1696 starb. Die Hauptstiege wurde 1699 errichtet, wobei die Stiegenstaffel (wie so oft in Wien) aus dem Kaisersteinbruch genommen wurden.

Kaiserstein für das Wiener Vorstadthaus „Zu den 3 großen Kronen“ in der Breitegasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieses typische barocke Wiener Vorstadthaus weist noch aus bäuerliche Hausformen hin und stellt eines der wertvollsten Baudenkmäler am Spittelberg dar. Das Miethaus „Zu den drei großen Kronen“ wurde Ende des 17. Jahrhunderts errichtet.

Die Fassade des barocken Vorstadt-Bürgerhauses stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, wobei die Fassade durch ionische Pilaster gegliedert wurde. Zudem verfügt das Haus über eine Knickgiebelverdachung und eine Einfahrt mit Stichkappentonnen. Im Garten des Hauses befindet sich ein steinerner Hausbrunnen.

Treppe Ungarische Botschaft

Kaiserstein für das Palais Strattmann, seit 1747 die Ungarische Hofkanzlei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ungarische Botschaft

Von 1692 bis 1694 errichtete Johann Bernhard Fischer von Erlach für den Hofkanzler Theodor Graf Strattmann dieses Palais. 1747 wurde es zur Ungarischen Hofkanzlei.

Kaiserstein für die Pfarrkirche Laxenburg zum „Heiligenkreuz“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Laxenburg
Wendeltreppe

Die Kirche steht direkt gegenüber dem Blauen Hof. Sie enthält als erster Bau nördlich der Alpen geschwungene Fassadenelemente (Charakteristikum des Hochbarock). Am 11. Juni 1693 nahm Kaiser Leopold I. persönlich die Grundsteinlegung vor.

Architekt war vermutlich Carlo Antonio Carlone von 1693 bis 1703, die Bauleitung hatte Christian Alexander Oedtl. Die Bauphase bis 1724 leitete Matthias Steinl. Steinmetzarbeiten führte Meister Johann Wieser aus Kaisersteinbruch mit hartem Kaiserstein aus. 1722 wird die Schneckenstiege zum Chor von Meister Hans Wieser errichtet. Über die Bauarbeiten gibt es kaum Unterlagen.[73][74]

Kaiserstein für Prinz Eugen von Savoyen in seinem Winterpalais[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Treppen erhielten durch das Zeremoniell eine weitere Sinngebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Treppen, die jahrhundertelang nur eine der Stockwerksverbindung dienende, technische Notwendigkeit waren, erhielten durch das Zeremoniell eine zusätzliche Funktion und neue Sinngebung. Nicht nur die Gestaltung der Treppen wurde nachhaltig bestimmt, sie konnten sich vom untergeordneten architektonischen Bauteil zu einem für das gesellschaftliche Leben wichtigen Bestandteil der ganzen Anlage entwickeln.

Das Zeremoniell kreiste um zwei Dinge: den offiziellen Empfang von Gästen von Rang und die Aufwertung der Person des Gastgebers. So wurde Ankunft und Empfang von Gästen zu einem prunkvollen Schauspiel. Die Treppenanlagen mit ihrer großen Anzahl von Stufen waren ideal dazu geeignet, die Hierarchie der gesellschaftlichen Ränge zu verdeutlichen. Der Besucher wurde seinem gesellschaftlichen Rang gemäß empfangen.[75]

Portalreliefs Kaiserstein

Erste Bauperiode[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1695 – die erste Bauperiode mit Johann Bernhard Fischer von Erlach, er wird der Architekt des zu höchstem Ruhm aufsteigenden Helden dieser Jahre, eben des Prinzen Eugen von Savoyen. Die Verbindung beider war durch den Hofkanzler, Graf Heinrich Strattmann zustande gekommen (Palais Strattmann 1692).[76]

Für Prinz Eugen begann Fischer in diesen Jahren den herrlichen Palast in der Himmelpfortgasse mit dem unvergleichlichen Stiegenhaus zu bauen.

  • 17. Mai 1697 Prinz Eugen schrieb an den Wiener Magistrat … das Thor der vorfallenden Notthurft halber etwas hinaus auf die Gaßen zu führen … ich mit meinem Bauwerckh befürdert werden möge …[77]
  • Am 3. Juni 1697 wurde der Bauconsens erteilt. Den Entwurf für den Neubau hatte Fischer geliefert, die Bauführung übernahm der Maurermeister Andrea Simone Carove.

Steinmetzarbeiten durch Johann Thomas Schilck, Steinmetzmeister, für das große Tor mit Bildhauerarbeit (Lorenzo Mattielli) 1.600 fl, für 7 marmorne Türstöcke 800 fl, sonstiges 5.476 fl, zusammen 7.876 fl.

Hofbrunnen

Johann Thomas Schilck stammte von Eggenburg, lernte dort das Handwerk beim berühmten Meister Wolfgang Steinböck, er verheiratete sich, ab 1692 in Wien mit mehreren Adressen („bei St. Ulrich“, „am Salzgrieß“, …)

  • Steinbestimmung mit Andreas Rohatsch – Fassade: Portalreliefs (mit mythologischen Kampfszenen) Kaiserstein
  • Blick von der Einfahrt in den kleinen Hof: Türsteine Kaiserstein, Nische mit Wassergott Zogelsdorfer Stein, Säulen und Pilaster Kaiserstein, Hofbrunnen (aus späterer Zeit) Becken Kaiserstein, Nischenfiguren Zogelsdorfer Stein.
  • Das kunstvoll geschmiedete Tor leitet zur Prunkstiege: Stufen Kaiserstein, Atlanten (Giovanni Giuliani), Brüstung mit Vasen, Balustraden, Türfassungen im Obergeschoß Zogelsdorfer Stein.

In zwei Erweiterungsstufen mit Architekt Johann Lucas von Hildebrandt 1708/09 und 1723/24, möglich durch den Zukauf von Nachbarhäusern, erhielt der Palast sein endgültiges Aussehen und das Treppenhaus rückte damit in die repräsentative Mitte.

Kaiserstein für Graf Ernst Rüdiger Starhemberg in seinem Lustgebäude, Schloss Niederweiden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1695 erwarb Graf Ernst Rüdiger Starhemberg den verwüsteten Besitz und beauftragte Johann Bernhard Fischer von Erlach mit dem Bau eines Lustgebäudes. So entstand nahe der ehemaligen Burg Grafenweiden ein zierliches, französisch wirkendes Jagdschlösschen. Mit Ausnahme des mittleren Saaltraktes war es eingeschossig. Zu ihm führte an der Hofseite eine Freitreppe empor. Die Seitentrakte waren mit Flachdächern versehen.

1725 wurde es samt dem Dorf Niederweiden von Prinz Eugen erworben und mit seiner Herrschaft Schlosshof vereinigt. Damit war Prinz Eugen der größte Grundherr im Marchfeld.

Prinz Eugens Nichte und Universalerbin, Prinzessin Viktoria, vermählte sich 1738, also nach seinem Tod, mit Prinz Joseph Friedrich von Sachsen-Hildburghausen. Er erhielt als Morgengabe Schloss Niederweiden und Schlosshof. In Geldnot geraten verkaufte er 1755 Niederweiden (und Schlosshof) an Maria Theresia, die dem Schloss durch Nicolo Pacassi sein heutiges Aussehen gab. Die bisher eingeschossigen Seitenteile wurden um ein Geschoß aufgestockt. Dadurch wurde auch ein Treppenhaus notwendig.[78]

Jagdschloss mit querovalem Mitteltrakt und beidseitigen Flügeln, zentrales Eingangstor von zierlichem Balkon bekrönt; schindelgedecktes Mansarddach. Seitliches Stiegenhaus, Hauptsaal mit Wandmalereien, in den Seitentrakten die große ehem. Jagdküche.

Kaiserstein für die Stadtpfarrkirche zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit in Bruck an der Leitha[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Bruck
Prunkfassade ab 1738

Die barocke Pfarrkirche Bruck an der Leitha wurde 1696 bis 1702 nach Plänen von Heinrich Hoffmann in Angriff genommen, aber die einfache Stirnseite der Kirche hat dem frommen Sinn und den künstlerischen Anforderungen der Stadtbewohner nicht hinreichend entsprochen. Darum ging man 1738–1742 daran, die Hauptwand in der jetzigen Gestalt zu errichten. Als Steinmetze werden genannt Johann Georg Hügel, Gebrüder Hardtmader, Christoph Kral, Johann Baptist Regondi, u. a.[79]

Sie hatten die breiten Steingesimse, Nischen, Standsäulen und Torverzierungen angefertigt. Der Statuenschmuck an der Hauptfassade stammt von Anton von Endt, Johann Georg Werner und Martin Vögerl. Die Steinmetze und Bildhauer konnten ihre großen Fähigkeiten zeigen – ein Kunstwerk war entstanden. Die Bauleitung hatte Johann Georg Windpässinger.[80]

Kaisersteinstiege
Ungarisches Haus

Kaiserstein für das Alte Harnisch- oder Ungarisches Haus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Ecke Augustinerstraße zur Dorotheergasse wird 1313 ein landesfürstliches Zeughaus mit Pulvermagazin erwähnt. Nach einer Schenkung durch König Matthias Corvinus war es 1488 bis 1531 im Besitz des Dorotheerklosters. Ab 1650 gehörte es Franz III. Nádasdy, nach seiner Enthauptung Besitz der Krone, ab 1696 der Familie Orsini-Rosenberg, in deren Zeit es erweitert und die hochbarocke Fassade errichtet wurde. 1753 erwarb Fürst Lobkowitz das Gebäude als Miethaus und Gasthaus der Stadt Brünn.

  • Die Stiege links angestrichen (gesehen im Jahre 2000), rechts aus Kaiserstein.[81]
LichtentalerPfarrkirche060128.jpg

Kaiserstein für Fürst Johann Adam Andreas Liechtenstein, die Lichtentaler Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schubert

Die Lichtentaler Pfarrkirche in der Marktgasse bei 40 wurde vor allem durch die Freigebigkeit von Fürst Johann Adam Liechtenstein ermöglicht, er begründete Ende des 17. Jahrhunderts das Lichtental. Kaiser Karl VI. legte 1712 den Grundstein, 1718 war die Kirche weitgehend vollendet, eine Saalkirche mit 2 Türmen.

1769/1770 wurden nach Plänen des Hofbaudirektors Thaddäus Adam Karner unter Mitwirkung des fürstlich Liechtensteinschen Baumeisters Josef Ritter und des Maurermeisters Leopold Großmann ein Vergrößerungsbau samt einer Neueinwölbung durchgeführt. Eine Gedenktafel (mit Relief von Bildhauer Robert Ullmann) erinnert daran, dass Franz Schubert in dieser Kirche getauft wurde.

Drei Wendeltreppen mit Kaisersteinstufen.[82]

Kaiserstein für Reichsfürst Franz Mansfeld, Fürst Fondi im Gartenpalais, später Palais Schwarzenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palais Schwarzenberg
Schwarzenberghäuser Prinz-Eugen-Straße

Heinrich Franz von Mansfeld, Reichsfürst und Fürst von Fondi, Feldmarschall, als Hofkriegsratspräsident (ab 1701) trat er wiederholt als Gegner des Prinzen Eugen auf. Er ließ sich von Johann Lucas von Hildebrandt ab 1697 ein Lustschloss mit Garten errichten, das nach seinem Ableben († 1715) von Fürst Adam Franz Schwarzenberg erworben wurde und als Schwarzenbergpalais ein wichtiges Wiener Baudenkmal ist. Er vollendete den Bau, hofseitige Nebengebäude.

Für die Schwarzenberghäuser an der Heugasse (ab 1911 Prinz-Eugen-Straße) sind Lieferungen aus dem Ödenkloster- (Wald) Bruch in Kaisersteinbruch dokumentiert. Zwei Wendeltreppen mit schönen Kaisersteinstufen konnten besichtigt werden.[83]

Kaiserstein für Carl Freiherr von Häckelberg, später Palais Gatterburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carl Freiherr von Häckelberg ließ 1698 von Christian Alexander Oedtl in der Dorotheergasse 12 ein Palais errichten.

1710 kam das Palais in den Besitz der Grafen Gatterburg. 1781 wurde die FreimaurerlogeZur wahren Eintracht“ gegründet, die ihren Sitz im Palais bis 1985 hatte. Wohn- und Sterbehaus von Ignaz Edler von Born (Pseud. Johannes Physiophilus † 1791), Meister vom Stuhle.

In der Einfahrt links zur Stiege aus Kaiserstein mit blauen Einsprengungen.

Kaiserstein für Feldmarschall Enea Silvio Graf Caprara in seinem Palais in der Wallnerstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Säulenvestibül
P. Caprara Geymüller

Der Feldmarschall-Leutnant, Vizepräsident des Hofkriegsrates Graf Enea Silvio Caprara ließ 1698 an der Stelle eines alten Gebäudes von Domenico Egidio Rossi ein Palais erbauen.

Anfang des 18. Jahrhunderts gab es bauliche Veränderungen wie das Portal mit den Atlanten. Nach mehrfachem Besitzerwechsel kam das Palais 1798 an die Bankiers Johann Heinrich und Jacob Geymüller, die das Innere im Empirestil erneuern ließen.

Der einschiffige Durchgang erweitert sich zu einem quergelagerten Säulenvestibül, das sich in fünf Arkaden zum Hof öffnet. Das heutige Erscheinungsbild der Treppe ist durch die Umgestaltung im Empirestil geprägt.[84] Die Stufen dieser dreiarmigen Stiege bestehen aus Kaiserstein mit blauen Einsprengungen.

Kaiserstein für Gräfin Maria Katharina Strozzi für ihren Sommersitz, später Palais Strozzi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gräfin Maria Katharina Strozzi, geborene Khevenhüller, ließ sich 1698/99 möglicherweise von Johann Lucas von Hildebrandt einen bescheidenen Sommersitz errichten, der zunächst nur aus dem einstöckigen Haupttrakt des heutigen Palais bestand. Zwei Jahre nach dem Tode der Gräfin, 1716, wurde das Gartenpalais an den Erzbischof von Valencia, Antonio Francesco Folco de Cardona, veräußert. Dieser erweiterte um die Seitenflügel und den Vorhof, errichtete eine Mauer zur Abtrennung von der Straße.

Über Kaiser Karl VI. und dessen Tochter, Kaiserin Maria Theresia, gelangte das Palais 1753 an den Hofkanzler Johann Graf Chotek. 1840 kaufte der Staat das Gebäude und richtete hier das k.k. Civil-Mädchen-Pensionat ein. Da das Gebäude für die neue Nutzung zu klein wurde, stockte man den Bau auf und verlieh ihm ein komplett neues Aussehen.

Josefstädter Straße
Liste der denkmalgeschützten Objekte in Wien/Josefstadt Josefstädter Straße 39.

2015 wurde das Palais Sitz des Forschungszentrums des Instituts für Höhere Studien.

Kaiserstein für den Ban von Kroatien, Feldmarschall Adam Graf Batthyány in seinem Palais[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heutige Palais Schönborn-Batthyány geht auf den Ban von Kroatien, Feldmarschall Adam Graf Batthyány zurück.

Die Bauarbeiten wurde 1699 bis 1706 nach den Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach durchgeführt. Graf Batthyány beauftragte den Wiener Steinmetzmeister Johann Carl Trumler,[85] die Steinmetzarbeiten im Stiegenhaus des Palastes „lauth des Herrn Fischers Abriß auszuführen, die Werkstücke aus hartem Stein lieferte Meister Johann Georg Haresleben aus Kaisersteinbruch, der vor allem das Treppenhaus und tragende Architekturteile aus Kaiserstein anfertigte.[86]

Kaiserstein für die Peterskirche in Wien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Portalvorbau der Peterskirche

1701 wurde die romanische Kirche abgerissen und der Neubau von Gabriele Montani begonnen, ab 1703 war Johann Lucas von Hildebrandt daran beteiligt, 1708 war der Rohbau fertig.

  • Dokumentiert ist der Wiener Steinmetzmeister Johann Carl Trumler, mit familiären Bindungen nach Kaisersteinbruch.[87]
  • Portalvorbau von Andrea Altomonte 1751–1753, die Sockelsteine sind Algenkalk von Kaisersteinbruch und Wöllersdorf. Die Stufen des Hauptportales sind aus Kaiserstein:[88] Steinmetzmeister Johann Michael Strickner.

Kaiserstein für das Palais Questenberg-Kaunitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Palais in der Johannesgasse wurde 1701 vermutlich nach einem Entwurf von Johann Lukas von Hildebrandt erbaut, als Urheber standen aber auch Domenico Egidio Rossi oder Johann Bernhard Fischer von Erlach zur Debatte. Historiker Peter Fidler schrieb das Palais Jakob Prandtauer zu. Im großen Treppenhaus mit Stufen aus Kaiserstein befindet sich eine Plastik von Santino Bussi, 1705 gestaltet.

  • Steinmetzmeister Matthias Winkler aus Wien, mit familiären Beziehungen zu Eggenburg und Kaisersteinbruch lieferte im Zeitraum 1718–1724 laut Rechnung: 3 Freipfeiler, einen Pilaster, alle mit Kapitellen und für den hinteren Trakt des großen Hofes bestimmt, einen Pfeiler in die Wagenremise, Fensterrahmungen und -Gesimse des ersten Obergeschoßes, Kamine, Schornsteine, Erker und 48 Treppenstufen zu einer Schneckenstiege.[89]

Kaiserstein für den Großen Fähnrichshof in der Blutgasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die als Großer und Kleiner Fähnrichshof bekannten Gebäude sind Teil eines Baukomplexes, der bis ins Mittelalter zurückgeht und die Häuser Blutgasse 5, 7 und 9 sowie Singerstraße 11 umfasste.

1534/35 wurden bestehende Bauten in Hausparzellen aufgeteilt und vermietet. 1702–1703 erfolgte ein Umbau durch die benachbarten Klarissen. Ihre heutige Gestalt erhielten die Häuser 1819, wobei nunmehr 7 Häuser um einen großen Innenhof liegen. Hier lebte der Humanist Johannes Cuspinian und der Komponist Wenzel Müller.

Die Nr. 7 wird als Großer Fähnrichshof bezeichnet. 1559–1563 erfolgte eine Aufstockung und die Errichtung einer hofseitigen Wendeltreppe und des Hausflurs, 1675–1679 eine weitere Aufstockung und eine neue Fassadierung, die hofseitig noch erhalten ist. 1743 wurde die Straßenfassade neu gemacht und weitere Kellergeschoße dazugebaut. Die Straßenfassade besitzt im Obergeschoß zusammengezogene Fensterachsen. Der Treppenturm zeigt schräge Fenster.

Mehrere Stiegenhäuser und Wendeltreppen mit Kaisersteinstufen. 2 Beispiele zeigt das Foto.

Kaiserstein für das Palais Geymann-Windischgraetz in der Renngasse 12[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann Carl Freiherr von Geymann, Präsident des Verordnetenkollegiums der niederösterreichischen Stände, war es, der das Palais um 1702/03 von Christian Alexander Oedtl unter Einbeziehung älterer Substanz erbauen ließ.

1770 war das große Armenhaus (späteres Allgemeines Krankenhaus) Eigentümer, 1785 erwarb es Maria Theresia Gräfin von Windisch-Graetz. Ab 1816 war es im Besitz des Fürsten Alfred von Windisch-Graetz. Seit 1935 gehört es dem Chorherrenstift Klosterneuburg, das es für Bürozwecke des Stiftlichen Hochmeisteramtes nutzte und derzeit vermietet.

Die Fassade ist hochbarock, dem Palais Clary-Mollard in der Herrengasse 9 sehr verwandt. Das Rundbogenportal ist mit geschichteten, gebänderten und schräg gestellten toskanischen Pilastern flankiert und wird von einem konkaven Balkon mit Balustrade bekrönt. Zu besichtigen ist eine Prachtstiege mit schönen Stufen und Podestplatten aus Kaiserstein.

Kaiserstein für den Römisch-deutschen Kaiser Leopold I. im Schloss Schönbrunn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auftraggeber waren Kaiser Leopold I. und Sohn Joseph I., beide römische Kaiser. Architekt war Johann Bernhard Fischer von Erlach.

  • Die eigentliche Baugeschichte von Schönbrunn begann erst 1695 mit der Anlage des Gartens durch Jean Trehet. Fischers Bauprojekt ist erstmals sicher für das folgende Jahr dokumentiert.

Geplant war zunächst ein Jagdschloss für den Thronfolger. Auf Anregung von Kaiser Leopold I. wurden an das Corps de logis noch zwei Höfe angehängt. Eine solche Erweiterung und Aufwertung des Jagdschlosses in Funktion, Rang und Form zu einer veritablen Residenz und dürfte um 1698 im Hinblick auf die bevorstehende Hochzeit Josephs erfolgt sein, durch die ihm ein vergrößerter Hofstaat zustand.[90]

  • Laut Testament der Catharina Hareslebin († 14. August 1707), geweste Ehefrau von Johann Georg Haresleben, Steinmetzmeister im kayserlichen Steinbruch, sind vor 1707 folgende Arbeiten des Meisters nachweisbar: alß Erstlichen von Ihro Kaysl. Majestät Gebäu auf Schönbrunn, …
  • Noch zu seinen Lebzeiten versuchte Meister Haresleben († 24. Juli 1716) ausständige Schulden einzufordern:
  • Verordnung an das N:Ö:Salzamt, daß selbiges dem Johann Georg Haresleben, bürgerlicher Steinmetzmeister, auf die abermalige Beschwerde wegen seiner nacher Schönbrunn gelieferten Arbeiten denen über 14 Jahr allda angewiesen, dato aber nicht erhaltenen 2.220 Gulden … ihme schnellstens diesen Ausstand aus unterhabenden Amtsstellen bezahlen solle.[92]
  • Am 2. September 1729 suchte die Wittib immer noch um dieses Geld an.
  • Das kaiserliche Hofbauamt bezahlte die Steinmetzarbeiten von Maria Theresias Umbauten der Jahre 1750–1752 den Meistern Matthias Winkler, Ferdinand Mödlhammer, Gabriel Steinböck und Johann Baptist Regondi. Regondi aus dem kaiserlichen Steinbruch lieferte aus hartem Kaiserstein vor allem Stufen für die Blaue Stiege, die Kapellen-, Schnecken- und Geheimstiege und die große Weiße Stiege, ein stattliches Treppenhaus für den Hofstaat mit steinernem Geländer sowie die gartenseitige Freitreppe.[93]

Kaiserstein für den Finanzfachmann Gundaker Thomas Starhemberg in seinem Palais[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Palais Schönburg (auch: Palais Schönburg-Hartenstein und Palais Starhemberg-Schönburg) befindet sich im 4. Wiener Gemeindebezirk Wieden in der Rainergasse 11. Der Finanzfachmann Gundaker Thomas Starhemberg ließ von 1705 bis 1706 ein Palais auf dem Familiengrundstück in der damaligen Vorstadt Wieden nach dem Plan von Johann Lucas von Hildebrandt errichten. Um 1841 erwarb die Familie Schönburg-Hartenstein das Palais und ließ die Räume – mit Ausnahme der Bibliothek – umgestalten.

Der Gartenpalast präsentiert sich als ein langgestrecktes Rechteck, das in seiner Mittelachse durch ein Queroval gegen den Vorhof erweitert wird. Das breitgezogene, mehr als ein Drittel der Palastfront einnehmende Vestibül mit einer hohen Attika war ursprünglich durch drei große, von Doppelpilastern getrennte Rundbogentore zum Außenraum hin geöffnet. Dies wurde mittlerweile geschlossen. In das Vestibül wurden beidseitig Treppenarme eingebaut, die zum Prunksaal emporführen. Die Stufen sämtlicher Stiegenanlagen, auch von zwei schmalen Wendeltreppen, sind aus dem harten Kaisersteinbruch Kaiserstein.

Kaiserstein für Reichsvizekanzler Friedrich Carl von Schönborn in seinem Gartenpalais[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Detail der Treppe
Palais Schönborn

Friedrich Carl von Schönborn beauftragte 1706 nach seiner Berufung zum Reichsvizekanzler in Wien Architekt Johann Lucas von Hildebrandt ihm in der Vorstadt ein Gartenpalais zu planen. Ausführender Baumeister war Franz Jänggl. Die Stufen der kunstvoll gestalteten, zweiläufigen Treppe wurden aus dem Kaisersteinbrucher Kaiserstein gefertigt. 1714 erfolgte die Fertigstellung des Palais. Die Innenausstattung wurde großzügig gewählt, bald war das Palais ob seiner Gemäldesammlung sowie seiner Tulpenzucht berühmt. Im Jahre 1725 erwarb Schönborn ein angrenzendes Grundstück und ließ Haus und Garten ausbauen.

Kaiserstein für Graf Aloys Thomas Raimund von Harrach im Schloss Prugg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Prugg, Portal von Passerini, heutiger Zustand

Von 1707 an hat Graf Aloys Thomas Raimund von Harrach, Landmarschall in Niederösterreich, ein älteres Schloss auf seinem Herrschaftsbesitz in Bruck an der Leitha durch den Architekt Johann Lucas von Hildebrandt umzubauen begonnen. Einer der beim Schloss Prugg tätigen Künstler war der Bildhauer und Steinmetzmeister Giovanni Battista Passerini aus dem kayserl. Steinbruch.

Korrespondenz des Grafen mit seinem Kammerdiener Friedrich Koch:[94]

* 6. Juni 1708 … dass ich gestern mit Jean Luca (Hildebrandt) zu Bruck bin gewesen, welcher die verfertigten Steiner vom Passerini auf das Tor hat aufsetzen lassen … * 23. Juni 1708 … des Passerini Steiner sind auch verfertigt …

Im Verzeichnis der Steinmetzarbeit des Paul Kögl, Steinmetzmeister in Bruck an der Leitha, der Hinweis auf die Kayßer Steinbröcherische Schneckenstiegen im Schlossgebäude. Im Verzeichnis 1710 von Steinmetzmeister Johann Georg Haresleben: 4 große Streifstein und 3 Zoll dicke Pflasterplatten im Pferdestall vom harten Kayser Steinbrucher Stein.

Kaiserstein für Generalfeldmarschall Graf von Mercy in seinem Herrschafts-Haus in Bruck a.d. Leitha[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seiner Dissertation Johann Lucas von Hildebrandt – Ergänzende Forschungen zu seinem Werk schrieb der Kunsthistoriker Wilhelm Georg Rizzi (ehem. Präsident des Bundesdenkmalamtes) dieses Gebäude eben diesem berühmten Architekten zu.[95]

Alle Fenster und Türen sind steingerahmt (Kaiserstein), in der nordöstlichen Ecke unter den Arkaden ist der Eingang zur so genannten Herrschaftsstiege. Eine ganz außergewöhnliche prächtige Treppenanlage mit überaus reichem Steingeländer „in der Art Hildebrandt“, des barocken Baukünstlers, bestehend aus prächtig geschwungenen Ornamenten mit phantasievollen Durchbrechungen, am Ende Waffenembleme.

Die ausgedehnte Anlage des Gasthofs wurde in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts über einer wesentlich älteren Grundlage ausgebaut und erhielt damals ihre monumentale Straßenfront. Die Durchfahrt weist ein Kreuzgratgewölbe aus dem 16. Jahrhundert auf; auch die Gewölbe einiger Räume gehen bis in diese Zeit zurück. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Kaiserstein für den König von Böhmen Joseph I. in seiner böhmischen Hofkanzlei in Wien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Palais der Böhmischen Hofkanzlei wurde 1709–1714 nach Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach in der Formensprache des Hochbarock auf der Wipplingerstraße errichtet.

Die Zweckwidmung des Palais war zu erkennen: durch einen Löwen (als dem böhmischen Wappentier), der auf dem Giebel thront, durch einen Löwenkopf, der das Eingangstor bewacht, sowie durch die Wappen der böhmischen Länder über dem Piano Nobile. Steinmetzaufträge erhielten die Meister Giovanni Battista Passerini und Johann Georg Haresleben aus Kaisersteinbruch, harter Kaiserstein wurde insbesondere für die Löwen-Stiege verwendet. Beide hatten sie Bezug zum verstorbenen Hofsteinmetzmeister Ambrosius Ferrethi. Passerini war ja ein (italienischer) Böhme, er starb im Jahr darauf, daher übernahm Haresleben.

Architekt Matthias Gerl wurde mit der notwendigen Erweiterung des Palais beauftragt. Er verdoppelte 1751–1754 das Palais nach Westen hin symmetrisch, sodass das Palais in seiner ursprünglichen Hauptfront zur Wipplingerstraße nunmehr zwanzig Achsen mit zwei giebelbekrönten Risaliten aufweist. Steinmetzmeister Johann Michael Strickner aus Kaisersteinbruch lieferte die Stiegenstaffel für die Putten-Stiege.

Kaiserstein für die Ordensgemeinschaft der Barnabiten im Großen Michaelerhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großes Michaelerhaus
Kohlmarkt 11

Auf dieser Parzelle, Kohlmarkt 11/Michaelerplatz 4, standen einst mehrere Gebäude, sie fielen alle am 17. Oktober 1704 einem Brand zum Opfer. Die Barnabiten errichteten darauf einen Neubau, der vor 1710 (Ansicht auf dem Stadtplan von Steinhausen) vollendet war und größtenteils als Zinshaus genutzt wurde. Gesehen wurde eine Treppe mit schönen, weißen Kaisersteinstufen.

  • In einer Bodenkammer des Hauses wohnte 1751–1756 Joseph Haydn (Gedenktafel), der wegen Mutierens aus der Chorkapelle entlassen worden war und den hier der ab 1752 im selben Haus wohnende Komponist und Gesangslehrer Nicola Antonio Porpora († 1768) „entdeckte“ und förderte. Am 12. April 1782 starb im Haus Pietro Metastasio (Gedenktafel vom 12. April 1882), der Haydn ebenfalls förderte. Im Hof hat man einen besonderen Blick auf die Michaelerkirche.

Kaiserstein für Reichsvizekanzler Friedrich Karl von Schönborn im Neuen Schloss Laxenburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Auftrag von Reichsvizekanzler Friedrich Karl von Schönborn erfolgte von 1710 bis 1720 der Ausbau durch Lucas von Hildebrandt. 1762 kam es in Besitz Maria Theresias und der „Blaue“-Hof wurde durch Nikolaus Pacassi großzügig ausgebaut.

  • In der Säulenhalle und der großen Treppe wurde weißer, harter Kaiserstein verwendet.

Kaiserstein für das Prieschenkische Haus in der Kurrentgasse 12[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit diesem Haus wurden zwei auf das Spätmittelalter zurückgehende Vorgängerbauten unter Josef Wenighofer 1712 umgebaut und barock fassadiert. Es hat eine breite Fassade mit Knick in der Mitte, die Portalachse ist links der Mitte angeordnet. Die Obergeschoße sind vertikal durch die Fenster verbindende Parapetfelder gegliedert, die Portalachse weist Doppelfenster auf, die Fenster sind geschoßweise differenziert verdacht. Das Korbbogenportal von 1730, flankiert von schräg gestellten toskanischen Pilastern, mit Putten, die einen Greif (links) und einen Fisch (rechts) hält.

Nach Beschädigungen im Jahre 1944 restauriert. Wendeltreppe mit Stufen aus Kaiserstein, wobei die Ausbesserungen über den ausgetretenen Stufen bereits wieder abbröckeln. (gesehen 2000)

Kaiserstein für den Göttweiger Hof in der Spiegelgasse 9[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Miethaus des Stiftes Göttweig in Niederösterreich mit einer Wohnung des Abtes. 1608 erwarb das Stift von Freiherr Georg Ruprecht von Herberstein dessen Haus und ließ es umgestalten.

1715 nahm der Maurermeister Johann Michael Zoss wieder grundlegende bauliche Veränderungen vor. Das heutige Gebäude wurde 1820–1830 von Joseph Kornhäusel erbaut. Eine Gedenktafel erinnert an Franz Schubert, der kurzzeitig das Vorgängerhaus bewohnte. Der Stiftskeller mit Platzlgewölben hat ein original erhaltenes Holzportal. Schöne alte Stiege mit Kaisersteinstufen.

Stiegenheiliger Alexius
Portal „7 Schwerter“

Kaiserstein für das palaisartige Haus „Zu den 7 Schwertern“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heutige Gebäude wurde im 17. Jahrhundert aus 3 alten Häusern zusammengebaut, um 1720 mit einer palaisartigen Fassade ausgestattet. Bemerkenswert ist das prächtige Hauptportal mit Wappenkartusche, mit Krone, sieben Schwertern und schwebenden Putten.

  • Im sehenswerten Stiegenhaus mit Kaisersteinstufen befindet sich eine Statue, die aufgrund neuester Untersuchungen den Hl. Alexius, den Stiegenheiligen darstellt.[96] Im Hof rechts eine kleine Schneckenstiege aus Kaiserstein.
Hauptartikel: Alexius von Edessa
Neusiedl am See Holy trinity column.jpg

Kaiserstein für die vom Stadtrat Neusiedl am See beauftragte neue Dreifaltigkeitssäule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elias Hügel errichtete 1713/14 die Dreifaltigkeitssäule für den Hauptplatz von Neusiedl am See.[97]

  • Inmitten einer reich ausgestatteten Steinbalustrade ein mehrfaches Postament, der strebepfeilerartige hohe Sockel mit 4 Konsolen mit Blenden… eine glatte Rundsäule mit Akanthuskapitell, Dreifaltigkeitsdarstellung im „Dürertyp.“[98]
Daun-Kinsky.JPG
Palais Kinsky 532.JPG

Kaiserstein für Feldmarschall Wirich Philipp Graf Daun in seinem Palast[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Palais Daun-Kinsky wurde von 1713 bis 1719 von Johann Lucas von Hildebrandt für Feldmarschall Wirich Philipp Graf Daun erbaut.

Kaiserstein für Graf Gundacker Thomas Starhemberg, die Kirche Pottendorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Pottendorf

In einem Dekanatsbericht vom 3. Oktober 1710 ist zu lesen: der Besitzer der Herrschaft Pottendorf Graf Gundacker Thomas von Starhemberg beabsichtigte eine neue große Pfarrkirche zu erbauen.[101]

  • Einen weiteren Hinweis lieferte der Schlossverwalter: … alß ich mit dem Maurermeister Jänckhl so beym neuen Khürchengebäu nachgesehen … Im Rentamtsbuch 1713 sind Notizen über die Beschaffung von Baumaterialien vorhanden, auch über die Beschaffung von Mauersteinen im Wimpassinger Steinbruch, von Loretto.
  • Im Rentamtsbuch 1714 wird die Anwesenheit des Herrn Ingenieur, das bedeutet Johann Lucas von Hildebrandt gemeldet.
  • In den ersten Oktobertagen 1715 treffen die Tirsteine (Türstöcke aus Stein) aus dem kayserl. Steinbruch ein, 1716 wurden Gewölbe, Gesimse und Lisenenkapitäle aus Kaiserstein geliefert. An diesem Auftrag waren die Meister Johann Georg Haresleben, Simon Sasslaber und Franz Trumler beteiligt.

Kaiserstein für Reichsgraf Johann Leopold Donat von Trautson, in seinem Gartenpalast[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palais Trautson Feststiege
Palais Trautson

Nach dem Plan und unter Leitung von Johann Bernhard Fischer von Erlach errichtet Christian Alexander Oedtl 1711/12 einen Gartenpalast für den 1. Fürst Trautson#Fürsten Trautson, Reichsgraf Johann Leopold Donat von Trautson. Er zählt zu den prächtigsten Bauwerken des Barock in Wien.

Kaiserstein für Prinz Eugen von Savoyen, in seiner Sommerresidenz am Rennweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langgestreckter, ebenerdiger Bau mit erhöhtem Mittelteil von Johann Lucas von Hildebrandt, 1714–1716 erbaut. Eine schöne Schneckenstiege mit Kaisersteinstufen. Die Zufahrt zum Rennweg u. a. mit Bodenplatten von Kaiserstein ausgelegt.

Anschließende Trakte bilden zum Rennweg einen Ehrenhof, den sogenannten Ambraser Hof. In diesen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden gibt es mehrere kleine Stiegen, recht steil, einige davon gesehen, mit Stufen aus Kaiserstein. Steinmetzaufträge erhielten die Meister Johann Georg Haresleben[103] und Elias Hügel aus Kaisersteinbruch.[104]
Beide arbeiteten „nebenan“ bei der kaiserlichen Kirche.

Kaiserstein für den Bauunternehmer Johann Christian Neupauer in seinem Palais[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erben der Grafen de Souches übertrugen die ihnen gehörende Realität in der Singerstraße 1715 an den Stadtoberkämmerer und Bauunternehmer Johann Christian Neupauer. Dieser ließ das Gebäude großzügig umgestalten, so entstand eines der bedeutendsten Bauwerke des Wiener Barock. Bis 1749 blieb es in Neupauers Besitz.

  • Große Stiegen und eine Wendeltreppe mit Stufen aus Kaiserstein.

Im späten 19. Jahrhundert wurden Mitglieder der gräflichen Familie Breuner die Eigentümer.

Kaiserstein für den kaiserlichen Kirchenbau von Karl VI., die Karl-Borromäus Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 22. Oktober 1713 legte der Kaiser zu St. Stephan ein Gelübde wegen der Pestepidemie ab, und versprach eine Kirche, die Karl-Borromäus Kirche[106] erbauen zu lassen.

In Einlösung des Gelübdes erfolgte der Baubeginn am 4. Dezember 1715 durch Architekt Johann Bernhard Fischer von Erlach, Baumeister war der kaisl. Hofbaumeister Anton Erhard Martinelli. Die Grundsteinlegung erfolgte am 4. Feber 1716 auf einer öden Anhöhe am rechten Ufer des kaum regulierten Wienflusses. 1716 wird Material aus dem Steinbruch des Prälaten Antonio von Monte Serrato zu Weinhaus bezogen, anderes aus einem zweiten Steinbruch in Weinhaus und Tuffstein aus Kaltenleutgeben. Großauftrag für die beiden Meister aus dem kayserl. Steinbruch, Haresleben und Hügel. Die Meister Kral, Sasslaber u. a. m. arbeiteten in „Kameradschaft“, zu gleichen Teilen.[108]

In der Specification des Haresleben über die Steinmetzarbeit des Jahres 1716 sind angeführt: Haupttor, sämtliche Stiegen, Sockelplatten, Gesimse, die großen Postamente für die beiden Säulen, alles aus dem kayserlichen Steinbruch, im Ausmaß von …1.344 fl[109]

Da Haresleben mit Tod abgangen († 24. Juli 1716), so steht es im Baujournal, endete eine große Laufbahn als Hofhandwerker, und Hügel übernimmt die Leitung im kayserl. Steinbruch. Der Auftrag währt viele Jahre – 1728 (Hochaltar): dem Elias Högel Steinmetzmeister im kayserl. Steinbruch an seinen dahin gelieferten Arbeithen über ihme in Anschlag zugezöhlt … 1.687 fl 31 Kr.

Fischers Sohn Joseph Emanuel vollendet den Bau 1739.

Kaiserstein für das „Figarohaus“ in der Domgasse in Wien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1716 erfolgte ein Umbau des bestehenden Gebäudes durch Andrea Simone Carove, Baumeister in Wien und Schlesien. Besichtigt wurde eine Zweipfeilerstiege mit Kaisersteinstufen.

Hauptartikel: Mozarthaus Vienna
  • Von 1784 bis 1787 bewohnte Wolfgang Amadeus Mozart hier mit seiner Frau Konstanze eine 4-Zimmer-Wohnung. Diese Wohnung ist die einzige in Wien erhaltene Mozart-Wohnung und wird vom Wien Museum betreut.

Kaiserstein für Reichsvizekanzler Friedrich Karl von Schönborn-Buchheim, die Geheime österreichische Hof- und Staatskanzlei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das repräsentative Gebäude wurde 1717–1719 im Auftrage Kaiser Karl VI. nach Plänen von Johann Lucas von Hildebrandt, mit dem Baumeister Christian Alexander Oedtl, als Geheime Hofkanzlei unter Reichsvizekanzler Friedrich Karl von Schönborn-Buchheim erbaut.

  • 1764–1767 erfolgten durch Maria Theresia und ihren Hofarchitekten Nikolaus Pacassi bauliche Veränderungen und Erweiterungen. Im Vestibül rechts zur Prunktreppe mit großen Stufen aus hartem, weißem Kaiserstein.[110]

Kaiserstein für das Palais Batthyány, Bankgasse 2, Schenkenstraße 2 und Herrengasse 19[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaiser Leopold I. schenkte Haus und Grund Graf Wolf Andre Orsini-Rosenberg, der nach 1692 ein Palais erbauen ließ, welches 1716 durch die beiden Nachbarhäuser erweitert wurde. 1718 kam das Palais an Gräfin Eleonore Batthyány, sie ließ die Fassade der drei Häuser durch Christian Oedtl, in Anlehnung an die Art des Johann Bernhard Fischer von Erlach, mit dem die Familie Batthyány enge Beziehungen hatte, einheitlich gestalten.

Kaiserstein für Johann Brassican von Emmerberg in seinem Palais, später Palais Wilczek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Liegenschaft Herrengasse 5 kam 1547 in den Besitz von Johann Ludwig Brassican von Koelburg, genannt von Emmerberg, der 1542 Rektor der Wiener Universität war. Sie blieb bei seiner Familie bis zu ihrem Aussterben 1728.

Hauptartikel: Palais Brassican-Wilczek

Das heutige Palais wurde kurz nach 1719 für Johann Brassican von Emmerberg errichtet. Erbaut nach Plänen von Anton Ospel. Das bemerkenswerte Portal mit Balkon und Schmiedeeisengitter. Die Hauptstiege hat Stufen aus Kaiserstein, ebenso das Becken des barocken Hofbrunnens.

1825 erwarb Graf Franz Josef Wilczek das Gebäude. Bedeutendstes Mitglied dieser Familie war sein Enkel Hans Nepomuk Graf Wilczek, der Erbauer der Burg Kreuzenstein.

Kaiserstein für Kaiser Karl VI., in seinen Hofstallungen, später für die Reithalle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hofstallungen um 1720, Stich nach Salomon Kleiner

Als Hofstallungen bezeichnete man bis zum Ende der Donaumonarchie den weitläufigen Gebäudekomplex, in dem sich heute das Wiener Museumsquartier befindet. Kaiser Karl VI. erteilte seinem Architekt Johann Bernhard Fischer von Erlach im Jahre 1719 den Auftrag, im Bereich des Glacis vor dem Burgtor ein großes Gebäude für die kaiserlichen Hofstallungen zu errichten. 600 Pferde und 200 Karossen sollten hier untergebracht werden. Der Bau wurde 1725 vom Sohn Joseph Emanuel Fischer von Erlach fertiggestellt. Die Steinmetzarbeiten besorgte der Hofsteinmetzmeister Elias Hügel aus dem Kaiserlichen Steinbruch, er war dem kaiserlichen Hofbauamt unterstellt, für die Stiegenstaffel und andere Bauteile wurde, wie damals üblich, harter Kaiserstein verwendet. Im Bereich des ehem. Rappen- und Schimmelstalles, auch im Staatsratshof, drei kleine Stiegen mit Kaisersteinstufen, ebenso im Haus Mariahilfer Straße eine Zweipfeiler-Stiege.

Es handelt sich bei den Hofstallungen um einen der größten und prächtigsten Marställe Europas.

Nach 1850 erbaute Hofbaumeister Leopold Mayer die große Reithalle im neobarocken Stil.

Löwenbrunnen

Kaiserstein für den Löwenbrunnen im Sakristeihof von Stift Heiligenkreuz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem ehemaligen Winterrefektorium in den Sakristeihof des Stiftes gelangte der Löwenbrunnen, um 1720 geschaffen. Brunnenbecken und Masken aus dem harten, weißen Kaiserstein.

Kaiserstein für den Hochaltar der Kaisersteinbrucher Kirche, Leitung Elias Hügel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hochaltar wurde 1720 von der Kaisersteinbrucher Steinmetzbruderschaft errichtet. Auf einer Steintafel sind die Namen der Constructores eingemeisselt: Elias Hügel, Johann Paul Schilck, Johann Baptist Kral, Simon Sasslaber, Franz Trumler und Joseph Winkler.

Die Tätigkeit des Museums- und Kulturvereines durch das Bildhauer-Symposium in der Kirche, neuer Schmuck des Hochaltares, als Dauerleihgabe des Diözesanmuseums Wien das Bild „Heilige Sippe“ von F. Chr.  Janneck, „Gottvater in den Wolken“ im Dorotheum ersteigert, der monumentale Strahlenkranz und 14 Kreuzweg-Stationen aus Bronzeguss mit Steinrahmen von Alexandru Ciutureanu, Bild für den „Pery“-Altar von Nadia Ioan beide Bukarest, 2 Altarengel von Giovanni Giuliani.

Kaiserstein für die Freiherren Bartolotti-Partenfeld im Palais am Graben in Wien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Palais Bartolotti-Partenfeld ist das einzige barocke Gebäude, das die Umbauten am Graben im 19. Jahrhundert überlebt hat.

  • Auf diesem Platz befanden sich schon seit dem 14. Jahrhundert Apotheken. Später befand sich das Gebäude auch im Besitz der Bürgermeister von Wien Wolfgang Treu und Georg Fürst.
  • 1704 wurde das Haus von den kaiserlichen Hofkammerräten Johann Paul und Johann Carl Bartolotti Freiherren von Partenfeld, die Brüder waren, angekauft. 1720 suchten sie um Erlaubnis für einen Neubau an. Der Entwurf des Palais geht vermutlich auf Johann Lucas von Hildebrandt zurück, sein Baumeister war Franz Jänggl. Die Hauptfront mit zwei Portalen liegt in der Dorotheergasse, im Stiegenhaus befindet sich eine Figur des hl. Johannes von Nepomuk aus dem frühen 18. Jahrhundert.

Im Inneren des Palais gibt es zwei Treppen, links eine Wendeltreppe, beide mit Stufen aus dem harten Kaiserstein.

Kaiserstein für Prinz Eugen von Savoyen, in seinem Repräsentationsschloss mit Blick auf Wien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1720 erfolgte der Baubeginn des Oberen Belvedere nach dem majestätischen Entwurf von Johann Lucas von Hildebrandt.

Kaiserstein für die Leopoldstädter Kaserne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wien gab es bis 1721 keine Kaserne. Der Oberkommissär des Viertels ober dem Wienerwald Graf Wolf Ehrenreich von Auersperg brachte 1716 im Landtage den Antrag ein, … an gewissen Orthen dieses Erzherzogtums Österreich unter Enns Casarnes zu errichten …

  • Der Kayserl. Fortifikations-Baumeister Donato Felice d’Allio erteilte 1721 die Instruktionen (auszugweise): … zu den Tor und Stalltüren ist ein harter Stein zu nehmen, die Staffel zu denen Stiegen sollen von hartem Holz, da es um billigsten Preis zu bekommen, verfertigt, widrigenfalls nur von Mauersteinen erhoben und mit weichem Holz überleget werden …
  • Simon Sasslaber, Steinmetzmeister im Kayserl. Steinbruch bezahlt 214 fl 48 kr
  • Andreas Steinböck, Steinmetzmeister zu Eggenburg bezahlt 409 fl 13 kr

Das Gebäude wurde 1865 abgerissen.

Kaiserstein für die Kirche „hl. Ulrich und Maria Trost“ am Hang zwischen Burg- und Neustiftgasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine lange Vorgeschichte beginnt 1211 mit einer Kapelle, 1408 wurde die erste Kirche errichtet, die 1474 beschädigt, 1529 zerstört und 1574 abgetragen wurde. Den heutigen Kirchenbau errichtete Baumeister Josef Reymund von 1721 bis 1724, Zubauten bis 1752, Fertigstellung der Türme 1771. Zwei schöne Schneckenstiegen zur Empore.

Die freistehende barocke Saalkirche zeigt die Zweiturmfassade mit davor angestellter Freitreppe hangabwärts zur Neustiftgasse und den langen voll halbhoch umbauten Chor zur Burggasse. Die Kirche war namensgebend für die früher eigenständige Vorstadtgemeinde St. Ulrich.

Gegenüber, St.-Ulrichs-Platz 3, steht der Pfarrhof der Ulrichskirche seit 1590. Der Bürger Matthes Schwarz stiftete 1864 den Bau. Im Stiegenhaus bestehen Stufen, Ruhepodeste und Bodenplatten aus Kaiserstein.

Kaiserstein für Hieronymus Capece Marchese Rofrano, das Palais „Rosenkavalier“, später Auersperg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palais Auersperg Wien
Treppe im Auersperg-Palais

Die Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach und Johann Lucas von Hildebrandt planten für Hieronymus Capece Marchese de Rofrano († 1724).

Der Mittelteil wurde 1720–1723 wesentlich verändert. Es erfolgten Aufträge an den Hofsteinmetzmeister Elias Hügel aus Kaisersteinbruch, harter Kaiserstein wurde für die Stufen der Prunkstiege und die Säulen verwendet.

1777 erwarb Johann Adam Fürst Auersperg das Palais Rofrano. Er war ein Vertrauter Franz Stephans von Lothringen und Maria Theresias. Ab 1786 fanden im, als Palais Auersperg bezeichneten Barockpalais, musikalische Veranstaltungen von großer gesellschaftlicher Bedeutung statt.

Kaiserstein für Hofkammerrat Graf Maximilian Cavriani in seinem Palais[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1605 kaufte Octavius Cavriani ein bereits seit dem Mittelalter bestehendes Haus. Graf Maximilian Cavriani ließ das Haus abreißen und bis 1723 das heutige Palais errichten. Ein genaues Datum sowie der Architekt sind nicht bekannt. Das Palais Cavriani umfasst die gesamte Tiefe der Häuserzeile und reicht von der Habsburgergasse bis zur Bräunerstraße und hat somit zwei Fassaden. Anders als bei vielen anderen Palais sind beide Fassaden qualitätsvoll im hochbarocken Stil ausgeführt. In der Einfahrt Habsburgergasse rechts zur großen Stiege mit Stufen aus Kaiserstein mit blauen Einschlüssen.[112]

Kaiserstein für Elias Hügel, seine Dreifaltigkeitssäule in Sommerein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinmetzmeister Elias Hügel errichtete 1723 auf dem Kirchenplatz in Sommerein diese Dreifaltigkeitssäule. Im Sockelbereich befindet sich sein Meisterzeichen.

Kaiserstein für das Palais Erdődy-Fürstenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1714 kam das Palais in den Besitz des Grafen Georg Erdődy. Bis 1724 wurde das Palais von einem unbekannten Baumeister aufgestockt und mit einer hochbarocken Fassade versehen. Der Baumeister hat höchstwahrscheinlich auch das Palais Neupauer-Breuner gestaltet, wie Ähnlichkeiten der Fassadengestaltung vermuten lassen. Im Vestibül rechts eine schöne Treppe mit Kaisersteinstufen.

  • 1773 kam das Palais in den Besitz der Landgrafen von Fürstenberg und blieb es bis 1987.[113]

Kaiserstein für Abt Gerhard Weixelberger vom Stift Heiligenkreuz, die Windener Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windener Kirche

Winden und Kaisersteinbruch liegen als Nachbarn am Leithagebirge, beide waren Besitzungen des Stiftes Heiligenkreuz. Der Bericht im Windener Pfarrgedenkbuch ist eine Huldigung für den ehrengerechten und kunstreichen Herrn Elias Hygel, wohlverordneter Richter im Heiligenkreuzer Steinbruch und Steinmetzmeister. Er war Bausachverständiger, Ingenieur, Baumeister, Wohltäter und seine Freigebigkeit wird gerühmt. Im Namen Gottes des Herrn anno 1725 das Fundament zu graben angefangen. Herr Elias Hygel hat neben seiner Mühe, Geld und harte Steine zu denen Fenstern, Portalen, Gesimsen aus seinem eigenthümlichen Steinbruch geschenkt.

  • Es wurden nur 30 fl für den gelieferten Kaiserstein verrechnet.
  • Damit hatte sich Elias Hügel bei der Herrschaft, dem Stift Heiligenkreuz, eindrucksvoll vorgestellt. Er wurde einer der Steinmetzen des Stiftes.

Kaiserstein für Prinz Eugen von Savoyen in seinem hochherrschaftlichen Schloss Hof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Najadebrunnen aus Kaiserstein
Große Treppenanlagen, ebenfalls Kaiserstein

1725 erwarb Prinz Eugen von Savoyen, erfolgreicher österreichischer Feldherr, das vorhandene Renaissancekastell und den Markt Hof. Er wünschte von Johann Lucas von Hildebrandt den Umbau zu einem barocken Jagdschloss. Wie in seinem Gartenpalais in Wien ließ der Prinz auch auf Schloss Hof viele der Steinbildhauerarbeiten im Inneren und im Garten von den Kaisersteinbrucher Meistern unter Leitung von Hofsteinmetzmeister Elias Hügel ausführen.

Hauptartikel: Schloss Hof

Auf dem Areal neben dem Schloss befindet sich ein Barockgarten mit großen Treppen, mit Brunnen und Statuen. Da sich Kaiserstein gut bearbeiten lässt, wenn er noch bruchfeucht ist,[114] ist das Gestein aus Kaisersteinbruch in vielfältiger Form im Garten von Schloss Hof verarbeitet, etwa als Stufenstein und in den Brunnenanlagen, aber auch als Bildhauerstein, wie bei den beiden Sphingen auf der Treppe von der vierten auf die fünfte Terrasse.

Kaiserstein für das Zichy-Meskó-Palais in der Koloster- (Kloster)gasse in Sopron[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zichy-Meskó Palais
Stiegenhaus

Aus den Adelspalästen und Bürgerhäusern der Kolostergasse ragt das charakteristische zweistöckige Barockgebäude des ehemaligen Zichy-Mesko-Palastes (Kolostor u. 11) heraus. Pál Voit, wichtiger ungarischer Kunsthistoriker, nennt als Baumeister den Maurermeister Laurenz Eysenköbl, und Károly Bebos, als Bildhauer der Familie Zichy.[115] Der Erker mit zwei Doppelfenstern umfasst die Stockwerke. Torbögen führen in den Hof. Bemerkenswert ist das mit Grafen-Wappen und Monogramm gezierte Schmiedeeisentor zum Treppenhaus. Die Stufen dieser barocken Treppe sind aus Kaiserstein, der wahre Schmuck sind Steinskulpturen. Es gibt allegorische Skulpturen von Glück, Kraft, Wahrheit und Wissenschaft (1725).

  • Vielleicht ist das Palais seit 2004 (Datum der Fotos) restauriert worden.

Kaiserstein für Kaiserin Amalia Wilhelmina, Witwe von Joseph I., Salesianerinnenkirche und Kloster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Witwe Josephs I., Amalia Wilhelmine, hatte den von ihr nach Wien berufenen Nonnen, die nach ihrem Ordensstifter Franz von Sales den Namen Salesianerinnen trugen, ein Haus mit Garten am Rennweg gekauft (vorheriger Besitzer Freiherr Quarient) und ihnen dort eine Kirche und Kloster erbaut. Die Grundsteinlegung erfolgte am 13. Mai 1717, der Rohbau konnte am 19. Mai 1719 den Nonnen übergeben werden, Architekt Donato Felice d’Allio vollendete 1728 die Klosteranlage.

Durch den Witwensitz der Kaiserin und die damit verbundene Stiftung des Hofbauamts war Joseph Emanuel Fischer von Erlach herangezogen worden, was sich in einer Veränderung der Kirchenfassade (der beiden Prunkportale) zeigt. Auch der Hofbauamt-Steinmetzmeister (Hofsteinmetz) Elias Hügel (der zu dieser Zeit bei der nahegelegenen kaiserlichen Kirche, dem benachbarten Gartenpalais des Prinz Eugen Steinmetzarbeiten aus Kaiserstein lieferte).

Heute belebt die Universität für Musik und Darstellende Kunst den Apotheken- und Noviziathof des Westteiles, dort wurden Stiegen und mehrere Staffel gesehen, alle Kaiserstein. Die Bodenplatten bei der Pforte sind aus Kaiserstein mit bläulichen Einsprengungen. Beim gemeinsamen Rundgang durch die Gänge des Klosters mit der Ehrwürdigen Mutter Helga Maria Dillinger und Schwester Maria Christine Tavonatti sprachen wir über die Besonderheiten des Kaisersteines, die wir dann bei allen Stiegenanlagen vorfanden. Eine kleine Stiege, die vor dem Abbruch bewahrt wurde, hat ebenfalls Kaisersteinstufen.

Kaiserstein für die Kaiserstiege, die zum Kaisertrakt im Stift Melk führt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Tor an der linken hinteren (südwestlichen) Ecke des Prälatenhofes gelangt man zur Kaiserstiege, die zum Kaisertrakt führt – jenem Teil des Stifts, der für die kaiserliche Familie bestimmt war. Die Stiege von 1716/17 – mit Säulen aus dem weißen Kaiserstein[116] wirkt im unteren Teil für ein herrschaftliches Treppenhaus, bedingt durch die äußeren räumlichen Gegebenheiten, etwas beengt. Eine 3-läufige Treppe mit Podesten, in der Mitte vier eng gestellte Pfeiler mit vorgestellten toskanischen Säulen und steinernem Balustradengeländer.[117]

Im oberen Teil jedoch entfaltet sie sich und zeigt eine reiche Ausstattung mit Stuck und allegorischen Skulpturen. Das Fresko an der Decke zeigt mit Adlern spielende Knaben, die zum kaiserlichen Doppeladler hinweisen. Dies zeigt sowohl die weltliche Bestimmung dieses Traktes auf als auch die politische Rolle, die das Kloster im österreichischen Staatsgefüge spielte. Kaiser Karl VI., dessen Motto Constantia et fortitudine (mit Beständigkeit und Tapferkeit) auf einem großen vergoldeten Stuckmedaillon prangt, war dem Kloster und seinem Abt Berthold Dietmayr sehr zugetan.

Kaiserstein für Graf Aloys Thomas Raimund von Harrach in seinem Gartenpalast in der Ungargasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gartenpalast Harrach

Der Graf ließ ab 1727, wiederum von Hildebrandt, das Gartenpalais in der Ungargasse errichten. Der Hochgeborene Herr Herr Aloysium Raymundum, des Heyl. Röm. Reichs Grafen von Harrach und Vize-König zu Neapel wegen gelieferten Steinmetzarbeiten aus dem kayserl. Steinbruch Dero Gartengebäude zu Wien in der Ungargasse betreffend: Hofsteinmetz Elias Hügel und sein Stiefsohn Franz Trumler lieferten das kunstvolle Hauptportal (Kontrakt vom 28. Mai 1728), die Stufen der Hauptstiege sowie sämtliche Architektursteine, auch in der Gartenanlage.[118]

  • 7. Oktober 1730 … gestern 4 große Fuhren aus dem kayserl. Steinbruch angelangt mit den hierzu bestimmten Steinen und Gesimsen … das große Tor, wie auch die zwei Seitentore sind endlich auch beschlagen und eingehängt worden.

Kaiserstein für Abt Robert Leeb vom Stift Heiligenkreuz für die Dreifaltigkeitssäule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreifaltigkeitssäule im Stiftshof
Dreifaltigkeitssäule, großer Sockel aus Kaiserstein

4. Oktober 1729: Zu vernehmen einen ordentlichen Contract über das Werk der heyl. Dreifaltigkeitssäulen zu dem hochlöbl. Stift und Closter zum Heyligen Creutz. Herr Abt Robert Leeb hat sich mit Elias Hügel (aus dem Heiligenkreuzer Steinbruch am Leithaberg) folgendermaßen abgeredet.[119]

  • Erstlich das untere Postament mit dreyen Nischen, das Steinwerk ein Schuh dick…
  • Andertens das obere Postament worauf der Pyramid, oder Säulen zu stehen kommt, die Bildhauerarbeit jeweils ausgenommen…
  • Herr Abt wünscht Stiegenstaffel rund um die Säule herum machen zu lassen …[120]
  • Ein Höhepunkt hochbarocker Kunst, virtuose Verwendung von unterschiedlichen Steinmaterialien, dem harten weißen Kaiserstein für Sockel und Postament, dem weicheren Loretto Stein für die Pyramide und dem Zogelsdorfer Stein für die Bildhauerarbeiten.

Kaiserstein für Kaiser Karl VI., statt der hölzernen Säule den „ewig“-steinernen Vermählungsbrunnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karlskirche

Kaiser Karl VI. ernannte 1716 Gundacker Ludwig Graf Althan zum Hofbaudirektor, und unterstellte ihm alle Bauämter der Erblande. Graf Althan organisierte die Bautätigkeit des Hofes, wie die Karlskirche, die Hofbibliothek, den Vermählungsbrunnen, den Reichskanzleitrakt der Hofburg. Hügel war direkt dem kaiserlichen Hofbauamt unterstellt, und bei all diesen Aufträgen beteiligt.[121]

Brunnenbecken

Die Grundsteinlegung fand am 14. August 1729 statt und die Weihe durch Kardinal Graf Kollonitsch am 14. April 1732. Die Architektur des Denkmals stammt vom Hofsteinmetz Elias Hügel. Die sieben weißmarmornen Statuen, vier Engel und die drei Figuren der Vermählungsgruppe sind ein Werk von Antonio Corradini. Den Bronzebaldachin mit Strahlenkranzbekrönung schuf der Glockengießer Johann Baptist Divall und die beiden Rundbecken mit Springbrunnen gestaltete Lorenzo Mattielli.

Hügel aus Kaisersteinbruch wurde beauftragt den monumentalen Sockel und die Säulen aus Untersberger Forellenmarmor, einem dichten Kalkstein, die Brunnenbecken und die Kettenträger aus härtestem Kaiserstein zu gestalten.[122] Allerdings stellte sich bei einer Gesamtrestaurierung durch die Magistratsabteilung 31 (Wiener Wasserwerke) unter der Leitung des Restaurators Klaus Wedenig und dem Bundesdenkmalamt Wien heraus, dass die „Außenhaut“ des Sockels aus Unterberger Marmor besteht, während darunter als tragendes Element Kaiserstein dient.[123]

Kaiserstein für Abt Robert Leeb vom Stift Heiligenkreuz, die Mönchhofer Pfarrkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochaltar Mönchhofer Kirche

Bei diesem Barockjuwel ist die Frage des Architekten von großem Interesse. Dies wurde im Historischen Lexikon Kaisersteinbruch[124] zu beantworten versucht. Steinmetzmeister Elias Hügel, der sämtliche Rechnungen unterschrieb, im Dehio Burgenland 1976 von Adelheid Schmeller-Kitt wird ihm die Bauleitung zuerkannt. Franz Anton Pilgram, war der Architekt von Abt Robert Leeb, zuletzt noch Joseph Emanuel Fischer von Erlach, der Sohn.

  • Zitat: Abt Robert Leeb ließ ab 1729 nach Plänen des angesehenen Steinmetzmeisters Elias Hügel den Neubau der Magdalenenkirche errichten.
  • Die kunstreichen Steinmetzarbeiten wurden von den Meistern Elias Hügel aus dem Heiligenkreuzer Steinbruch und Jacob Grämäschi aus Winden ausgeführt. Alle Rechnungen befinden sich im Archiv des Stiftes Heiligenkreuz.[125]
  • Am 6. April 1737 wurde von Hügel die Rechnung über den Hochaltar gelegt. Erstlichen den Hochaltharr, nach eingehändigtem Riß, betragt den billigen Werth nach 500 fl. … Wiederum hat ein Steinmetzgeselle bey Aufsetzung des Hochaltharr 14 Tag gearbeith, des Tages 30 kr … 7 fl.
  • Ein Kunstwerk aus Kaiserstein, Windener- und Breitenbrunner Kalksandstein.
linker Balkon

Kaiserstein für Kaiser Karl VI., für die Balkone seiner Hofkammer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese wurde 1723–1730 von Johann Lucas von Hildebrandt, unter Reichsvizekanzler Friedrich Karl von Schönborn-Buchheim errichtet. Das Gebäude beherbergte die Amtsräume des Reichsvizekanzlers, des tatsächlichen „Premierministers“ des Heiligen Römischen Reiches.

  • Dem Elias Hügel, Steinmetzmeister im Kayserl. Steinbruch, vor die zwey Balcon bei der Kayserl. Hofkammer ist accordiert (vereinbart) á 645 fl, betragen beyde 1.290 fl.
(insgesamt 3 Balkone beim Reichskanzleitrakt)

Kaiserstein (Schotter) für Haupt-Landesstraßen, z. B. über Bruck an der Leitha bis Schwadorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1731 Geforderter Straßenbericht von Graf Johann Ferdinand von Pergen (1684–1766), k. k. Geheimer Rat, Vizepräsident der Regierung für Niederösterreich in Justizsachen in Wien.

Hochlöbliche niederösterreichische in Weg-Sachen Herrn Herrn Verordnete
Daß ich auf meinem anvertrauten Viertel unter dem Wienerwald auf denen Haupt- Landt- und Poststraßen, und zwar an jenen Orten, wo sich der übelste Weg befindet, die Reparation vornehmen, selbe in guten Standt setzen und erhalten werden sollte … auch wieviel Clafter sich ein jeder üble Weg erstrecke. Ob an dergleichen Orten der erforderliche Schotter vorhanden, oder aber von fremden Orten, wie weit und woher beizuschaffen und die anfallenden Kosten.
In meinem Viertel 4 Post- und 2 Hauptlandstrassen, die Preßburger, Hochauer, Purkersdorfer und Steyrische Poststrassen, dann die Brucker und Prellenkirchner Landstrassen.
Auf der Preßburger Strassen werden die Herrn ersehen, wieviel Clafter bereits gearbeitet worden und was noch zu reparieren, auch mit Schotter von der Ungarischen Grenze an bis an den Markt Fischamend.
Die täglich vielfältig passierende üble Haupt-Landstrassen über Bruck an der Leitha, bis an die über dem Viehbach unweit Schwadorf errichtete Brücke nichts als lehmiger Grundt … das beschwerliche ist, dass 2 Stundt weit nirgends kein Schotter zu finden, noch zu bekommen seye, sondern denselben von Sommerein, vom Kayserlichen Steinbruch, Bruck … mit großen Unkosten zugeführt werden muss.
Es müssen auch 3 Rinnsal über die Strassen gepflastert werden … und entweder im Kaysl. Steinbruch oder zu Bruck über die Leytha, das ist 2 Stundt weit. Die Unkosten sind mir unbewusst, was es sich belaufen werde.[126]

Kaiserstein für Abt Robert Leeb vom Stift Heiligenkreuz, für Kreuzweg und Stationskapellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elias Hügel lieferte von 1731 bis 1748 für den Kreuzweg des Stiftes Türstaffel, Türgewände, Sockelsteine, auch Stufen.[127] Ferdinand Krukenfellner lieferte als Teil der Steinbruchpacht die Beschotterung des Kreuzweges.

Kaiserstein für Hofkammerrat Freiherr Ferdinand Ignaz von Thavonat, das Armen- und Invalidenhaus in Wien, Alsergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch eine private Stiftung von Hofkammer-Rat Freiherr Ferdinand Ignaz von Thavonat über 600.000 Gulden für das Armen- und Invalidenhaus in Wien, Alsergrund, erfolgte von 1732 bis 1735 eine Erweiterung um 3 neue Höfe, ausführender Architekt war Franz Anton Pilgram, Schüler von Johann Lucas von Hildebrandt. Steinmetzmeister aus Kaisersteinbruch waren Simon Sasslaber und Franz Trumler.

Kleines Michaelerhaus

Kaiserstein für das Kleine Michaelerhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dieser und der Nachbarparzelle erstreckte sich ursprünglich ein Teil des Michaeler-Freithofs. Auf einem Teil dieses Friedhofs entstand 1732/33 ein den Barnabiten gehöriges Mietshaus.

1749 befand sich hier, anstelle eines älteren Wirtshauses das Michaeler Bierhaus.

Durch ein schmiedeeisernes Gitter im Durchgang zum Michaelerplatz abgesichert, ist eine Wendeltreppe mit Kaisersteinstufen.

Treppe Gesamtsicht

Kaiserstein für das Allgemeine Krankenhaus, für eine große Stiege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barocke Prunktreppe

1686 begann die Geschichte des Wiener Allgemeinen Krankenhauses. 1693 ordnete Kaiser Leopold I. die Errichtung des Großarmen- und Invalidenhauses an.

1733 erweiterte Kaiser Karl VI. die bestehende Anlage nach Plänen von Franz Anton Pilgram und Matthias Gerl. Steinmetzaufträge in Kaisersteinbruch erhielten die Steinmetzmeister Franz Trumler und Simon Sasslaber 1735–1738.

Sie errichteten eine dreiläufige barocke Prunktreppe mit langen Stufen von hartem, hellem Kaiserstein.

Kaiserstein für den „Wiener Neustädter Hof“ in der Sterngasse 3 zu Wien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name dieses Hauses, mit frühbarocker Fassade und dorischem Portal, leitet sich von der Zisterzienserabtei Neukloster in Wiener Neustadt ab, dem es früher gehörte. In dem Gebäude befand sich die stadtbekannte Schenke des Klosters, der Neustädter Keller. Das Haus wir erstmals 1467 urkundlich erwähnt.[128]

1735–1737 wurde das 1708 von der Zisterzienserabtei Neukloster in Wiener Neustadt gekaufte Gebäude durch den Abt Benedikt Hell von Grund auf erneuert, Architekt war Anton Ospel. 1808 kam der Besitz an das Stift Heiligenkreuz.

Stiegenhaus mit Kaisersteinstufen.

Kaiserstein für den Wiener Magistrat, einen Schöpfbrunnen auf dem Mehlmarkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuer Markt mit Blick auf den Donnerbrunnen (Carl Wenzel Zajicek, 1913)

1737 gab es diesbezüglich Verhandlungen mit Lorenzo Mattielli, er erklärte sich bereit einen neuen Brunnen in Stein um 600 fl zu fertigen. Dieser künstlerische Auftrag erfolgte zum ersten Mal seit dem Mittelalter von Seiten der Stadt. Den Auftrag für den Brunnenbau erhielt, nach einem Wettbewerb mit Mattielli, der 24-jährige Bildhauer und Medailleur Georg Raphael Donner. Den Auftrag für die Steinmetzarbeiten erhielt der bürgerliche Steinmetzmeister zu Wien Johann Georg Sebastian Knox.[129] Der Wiener Gemeinderat behandelte am 7. Juli 1871 den schadhaften Zustand. Der vom Stadtbauamt vorgelegte Kostenvoranschlag basiert vor allem auf Wöllersdorfer Stein, denn derselbe kommt billiger als jeder andere. Das Becken ist ebenfalls neu aus Stein … aus Granit. Die Sohlenplatten im Bassin sind mit Stein zu ersetzen und dazu härtester Kaiserstein zu verwenden.

Otto Wagners Gutachten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1913 bestand die Gefahr, dass der Donnerbrunnen dem Verkehr geopfert und auf einen anderen Platz, etwa den Lueger-Platz, verbannt würde. Dazu das Gutachten von Otto Wagner.[130] … die Wasserweiber schöpften mit ihren Bitteln in die Eisenreifen versehenen Butten, welche am Brunnenrand aufgestellt wurde, um die Anrainer damit zu versehen, wodurch der Brunnenrand arg beschädigt wurde. Der Gemeinderat beschloss daher, den Brunnen völlig neu herzustellen. Der entzückende Ton des Bleis, der ursprünglichen Plastik musste der minderschönen aber haltbaren Bronze und das aus weißem Kaiserstein ausgeführte Brunnenbecken dem dauernden, leider polierten Granit weichen.

Kaiserstein für die Stiftskirche, die Garnisonkirche „Zum hl. Kreuz“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine barocke Saalkirche mit Turmfassade zur Mariahilfer Straße. Die Stiftskirche wurde 1739 vermutlich nach Plänen von Joseph Emanuel Fischer von Erlach erbaut. Unter Maria Theresia wurde das Kirchengebäude erweitert. 1772 wurde durch Benedikt Henrici der heutige Turm mit seinem spätbarocken Helm errichtet. Die Kirche diente zwischen 1785 und 1799 als Militärdepot und wurde 1799 wieder geweiht.

Kaiserstein in Form einer kleinen Sakristeistiege zur Kirche und einer Wendeltreppe zur Empore.

Kaiserstein für das Palais Lamberg, um 1740 im Volksmund das „Kaiserhaus“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graf Carl Joseph Lamberg-Sprinzenstein ließ das vorhandene Palais 1730 nach Plänen von Joseph Emanuel Fischer von Erlach erneuern.

Im Jahre 1740 trennte sich schließlich die Familie Lamberg von ihrem Palais. Neuer Eigentümer wurde Franz I. Stephan von Lothringen, der Gemahl der Kaiserin Maria Theresia. Weil es eine Zeit lang von Kaiser Franz Stephan von Lothringen für geschäftliche Zwecke benützt wurde, ist es auch als Kaiserhaus bekannt.

Kaiserstein für Steinmetzmeister Elias Hügel, für seinen Kreuzaltar der Kaisersteinbrucher Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hügel-Altar historische Abbildung
Hügel-Altar heute

Die Seitenkapelle wurde 1738 erbaut als Hügels Grabkapelle mit Kreuzaltar und seinem Epitaph. Die Lehrerin Editha Senekovitsch schrieb 1925: … der in einer Seitenkapelle sich befindende, alle anderen an Pracht übertreffende Kreuzaltar, sämtliche in wundervoller Harmonie künstlerisch aus Stein gehauen und mit Heiligenstatuen und Engelsfiguren in Weiß-Gold-Technik reich verziert und geschmückt. Sie geben in beredter Sprache den Kunstsinn und auch den Reichtum der Steinmetze zu Beginn des 18. Jahrhunderts kund. Zugleich verkünden sie aber auch das Lob Elias Hügels, des größten Meisters …[132]

Kaiserstein für das erzbischöfliche Curhaus auf dem Stephansplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hier standen einst die mittelalterliche Bürgerschule (Gedenktafel) und die Bauhütte (Steinhütte) von St. Stephan, in der die Zunft der Steinmetze ihre Lade hatte und wo sie auch ihre Feste feierte. Hier wohnte auch der jeweilige Dombaumeister.

Stephansplatz 3, 3a

Churhaus, gegenüber dem Südportal des Stephansdoms, erbaut 1738–1740 nach Entwürfen von Daniel Christoph Dietrich und Johann Gottfried Pock, vollendet wahrscheinlich von Matthias Franziskus Gerl.

Zwei große Treppen mit Kaisersteinstufen.

Die Baukosten des Churhauses wurden von Karl VI., Bischof Leopold Karl Graf Kollonitsch und der Stiftung Kardinal Melchior Khlesls bestritten, der 1618 bereits 20.000 Gulden und testamentarisch nochmals eine gleich hohe Summe zur Errichtung eines Alumnats gewidmet hatte.[134]

Kaiserstein für das barocke Bürgerhaus, später „Töpfelhaus“ in der Penzinger Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das um 1740 erbaute barocke Bürgerhaus, dessen stilistischer Ausdruck an Johann Lucas von Hildebrandt erinnert, erwarb 1842 der Penzinger Bürgermeister Alexander Matthias Töpfel. Das zweigeschoßige Gebäude hat eine reich gestaltete Fassade, das Korbbogenportal ist in einen seichten Mittelrisalit eingelassen und trägt Vasenaufsätze; im Sturzfeld des darüber gelegenen Mittelfensters befindet sich eine Reliefbüste. Oberhalb ist im Dachbereich ein von Voluten eingerahmtes Dachhäuschen angeordnet.

Die Stufen zweier gegenüberliegenden Stiegen sind aus Kaiserstein mit den besonderen Merkmalen.

Kaiserstein für die Steinmetzbruderschaft, eine Ehrensäule für Meister Elias Hügel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rest der Ehrensäule

Der herrschaftliche Verwalter in Königshof amtierte als Stellvertreter des Heiligenkreuzer Abtes und bestimmte im Steinbruch das Leben der Menschen. Pater Raymund Vitali amtierte von 1723 bis 1740, er beantwortete die Freiheitsbestrebungen des Richters Elias Hügel, indem er ihn unehrenhaft aus dem Richteramt entfernte. Die Mitmeister der Bruderschaft waren aufgefordert, in einem Schreiben an die Obrigkeit den Unabhängiger sein wollenden heftig zu beschuldigen. Dagegen durfte sich dieser nicht verteidigen.

  • Nach Pater Raymunds Tod errichtete die Steinmetzbruderschaft noch 1740 um der Gerechtigkeit willen eine Elias Hügel-Ehrensäule, die heute in Resten vor dem Schloss Königshof steht. Der Museums- und Kulturverein Kaisersteinbruch bemühte sich viele Jahre, die Säule von ihrem jetzigen Standort weg und vor die Kirche hinzustellen. Schon im „Elias Hügel“-Buch, 1992, steht geschrieben: Sollte die Bundesgebäudeverwaltung die Genehmigung erteilen, verspricht der Verein die notwendige Restaurierung vornehmen zu lassen. Das damalige Vereinsteam hat sich längst zurückgezogen. In der Geburtsstadt Hügels, in Gemünden am Main, wurde 1996 eine Kopie aufgestellt.
Treppenhaus Puttengruppe

Kaiserstein für Maria Theresia, das Schloss Hetzendorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Hetzendorf Ehrenhof

1694 von Johann Bernhard Fischer von Erlach errichtet, 1712 erfolgten Umbauten durch Johann Lucas von Hildebrandt. Die zum barocken Gartenschloss erweiterte Anlage, Architekten Anton Ospel und Antonio Beduzzi, kam 1723 an Fürst Adam Liechtenstein.

1742 kaufte die Hofkammer das Schloss mit allen zugehörigen Bauten und Gärten. In den nächsten Jahren ließ Maria Theresia von ihrem Hofarchitekten Nikolaus Pacassi Umbauten und Erweiterungen durchführen. Die erhaltene Prunktreppe im rechten Flügel zählt zu Pacassis Veränderungen, die langen Stufen sind aus glattpoliertem Kaiserstein mit einigen blauen Einschlüssen, ebenso bei einer Schneckenstiege im rechten Trakt. Zwei Puttengruppen mit Laternen von Lorenzo Mattielli, um 1716 entstanden, wurden dabei wieder verwendet.[135]

Tor zum Stiegenaufgang
GuentherZ 2008-04-26 0730 Krankenhaus Sankt Elisabeth.jpg

Kaiserstein für Kirche und Kloster der Elisabethinen auf der Landstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matthias Gerl baute 1711 auf der Landstraße Hauptstraße ein Kirchlein, Franz Jänggl erweiterte 1718 den Krankentrakt. Nach einem Hochwasser mit schweren Schäden entwarf 1743 Franz Anton Pilgram, nö. Landschaftsbaumeister, Pläne für einen Kirchenneubau und Umbau von Kloster und Spital. Die Wendeltreppe zu Empore und Turm, sowie die große Stiege zum Konvent mit Stufen aus Kaiserstein.[136]

Kaiserstein für Abt Robert Leeb von Heiligenkreuz, die Kapelle Königshof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abtwappen
Specification

Specification über die Haupt-Capellen, Königshof 6. September 1745

  • Erstlichen der auswendige Sockel, rundherum 3 Schuch hoch … 68 fl 30 kr, eine Tür mit 2 Quadrat-Staffel … 52 fl, alle 4 Fenster betragen 36 fl 48 kr, die Stein zu denen Capitelern und 2 Schild-Blatten 13 fl.

Quittung, Königshof, 17. Jan. 1746

  • für 200 fl 42 kr, welche ich zu End unterschriebener, vom … Herrn Herrn Roberto, des Hochlöbl. Stifts und Closters zum Heyligen Creutz, würdigsten Abbten, Ihro Kayserl. und Königl. Majestät Rath, wegen zu Erbauung deroselben neu angefangenen Haupt-Capellen, die Steinmetz-Arbeith … Eliaß Hügel
Das Palais war Sitz der österreichischen Botschaft.

Kaiserstein für Graf Janós Pálffy, Palatin von Ungarn in seinem Palast in Pressburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heutige Gebäude wurde 1747 im barocken Stil errichtet und war im Besitz der einflussreichen Adelsfamilie. Es befindet sich in der Altstadt in der Ventúrska-Straße.

Es besticht durch sein interessantes Portal und die zwei Pawlatschen-Innenhöfe. Die Stufen der großen Treppe bestehen aus weißem, hartem Kaiserstein.

Kaiserstein für Platten in Kirchen und Pfarrhöfen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus einer Jahresabrechnung der St.-Nicolai-Zeche in Purbach von 1747 geht hervor, dass Steinmetzmeister Johann Baptist Regondi in der Umgebung Platten in Kirchen und Pfarrhöfen verlegt hat (die vielleicht noch erhalten sind): 1747, Herrn Regondi in Steinbruch

  • für steinerne Platten und Steinmetz-Arbeit … 19 fl 53 kr
  • solche herein zu führen… 3 fl
Wiener Tor Stift Heiligenkreuz

Kaiserstein für Abt Robert Leeb vom Stift Heiligenkreuz, für das „Wiener Tor“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zugang zum Vorhof des Stiftes im Bereich des Klostergasthofes, urkundlich errichtet 1747, Architekt Franz Anton Pilgram, Steinmetzmeister Elias Hügel mit dem Stein aus seinen Kaisersteinbrucher Steinbrüchen.[138] Ein dreiachsiger Aufbau überhöht von Voluten flankiertem Dreiecksgiebel, mit rundbogigem Durchfahrtsportal und rechteckigen Gehtüren.

  • Straßenseitige Pilastergliederung und hofseitig Doppelsäulen mit Aufsatzvasen und einer Wappenkartusche (Schwurhand der Zisterzienser)

Kaiserstein für den Trienter Hof in der Domgasse in Wien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heutige Gebäude ist ein monumentales Miethaus auf unregelmäßigem Grundriss mit zwei Innenhöfen und einer geknickten Fassade zur Domgasse. Es wurde 1753–1755 von Johann Enzenhofer erbaut. In der Eingangshalle rechts befindet sich die große Stiege, deren Stufen – zumal im unteren Bereich teilweise ausgebessert – aus Kaiserstein bestehen.

  • Das Gebäude an der Ecke Blutgasse und Domgasse wird auch als Domherrenhof, Altes Chorherrenhaus oder Strudenhof bezeichnet. Der Name Trienter Hof stammt von einem der Besitzer, Konrad Hinderbach, der 1470–1488 Domherr von Trient war.
Tor zum Barnabitenkolleg

Kaiserstein für das Kolleg St. Michael in der Habsburgergasse in Wien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ferdinand II.
Moses

1705 wurde das auf dem Kohlmarkt bereits 1650 ausgeführte Barnabitenkolleg ein Raub der Flammen. Den Neubau errichtete man auf den Gründen des alten Pfarrhofs in der heutigen Habsburgergasse.

1756 erhielt das Gebäude seine heutige Gestalt. Dokumentiert ist der Wiener Steinmetzmeister Andreas Högl, ein Neffe von Hofsteinmetzmeister Elias Hügel.[139] Andreas Högl war Obervorsteher der Wiener Bauhütte 1762 und 1766. Der Kaisersteinbrucher Steinmetzmeister Johann Gehmacher lieferte Kaiserstein für sämtliche Stiegenstufen, große Pfeiler und Tore.[140]

  • Ein Beispiel: In das löbl. S.S.Michaeli Collegium, die Stiegenpfeiler betreffend: 4 Stiegen Pfeiler, jeder 2 Stockh hoch von hartem Kaißer Steinbröcher Stein, … doch die Gesims von Eggenburger Stein … 1.221 fl.
  • Die Barnabiten beauftragten für die beiden Portale mit figuralem Schmuck den Bildhauer Johann Joseph Resler 1756 mit dem figuralen Schmuck der Treppe, ein Standbild von Kaiser Ferdinand II.

Kaiserlicher Besuch im Steinbruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaiserin und Königin Maria Theresia hielt sich in ihren jüngeren Jahren oft einige Wochen in Mannersdorf auf. So kam sie mit Gemahl, dem Kaiser Franz I. und Sohn, dem Thronfolger Joseph, ihrem kayserlich-königlichen Steinbruch am Leithaberg,[141] dem damals in Betrieb gestandenen Gesellschaftsbruch einen kurzen Besuch abzustatten. In diesem Bruch wurde der echte Kaiserstein erzeugt.

Bei dieser Gelegenheit probierte Joseph mit einem Spitzeisen und einem Steinmetzschlögel so ein Stück Kaiserstein zu bearbeiten. Den Schlögel und das Spitzeisen durfte er sich als Andenken mit nachhause nehmen, worauf er mit einem Handschreiben versehen der Steinmetzbruderlade in Kaisersteinbruch den ansehnlichen Betrag von 25 Gulden überweisen ließ.[142]

Kaiserstein für die Stufen der großen Stiegen in der Hofburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die fünfzig, nur zum Teil großzügigen, Treppenhäuser und Stiegen der Wiener Hofburg waren wichtiger Bestandteil des höfischen Lebens während der Kaiserzeit.[143]

  • Die Säulenstiege, um 1748 errichtet, wirkt durch den Überraschungseffekt. Die Stiege liegt im ältesten Teil der Hofburg und wurde Jahrhunderte später eingebaut. Die Botschafterstiege gegenüber, um 1751 errichtet, die Freitreppe neben der Burgkapelle in 2 breiten Flügeln führte zu den Appartements des Herrscherpaares.
  • Die Zehrgadenstiege ist sehr alt, die ersten erneuerten Stufen aus rumänischem Stein, darüber Wöllersdorfer-, untergeordnet auch Kaiserstein. (der Hof-Zehrgadner, der spätere Hof-Küchenchef)
  • Die Adlerstiege zwischen Amalien- und Leopoldinischem Trakt, von Karl VI. erbaut, von Maria Theresia 1752 fertiggestellt und prunkvoll ausgestattet.
  • Die Alexanderstiege (nach Zar Alexander I. von Russland) benannt, der Antritt aus Mannersdorfer Stein, die Stufen Kaiserstein.
  • Die Zuckerbäckerstiege wendelt sich 3 Stockwerke hinauf, vom Personal viel begangen. Kaiserstein mit vielen untauglichen „Ausbesserungen“.
  • Die Bettlerstiege hat Antrittstufen aus Wöllersdorfer Stein, die Stiege selbst Kaiserstein.
  • Die Feststiege zum Prunksaal der Nationalbibliothek mit Stufen aus glattpoliertem besterhaltenem Kaiserstein.
  • Die ehem. Schatzkammerstiege, neuer Name Gottfried von Einem-Stiege mit Kaisersteinstufen.
  • Die Feststiege im Michaelertrakt, Säulen aus Zeidler-Stein, einem harten Kaiserstein.
  • Die prunkvolle Redoutensaalstiege, die Kleine Redoutensaalstiege, vom Kapellenhof zum Josefsplatz, harter weißer Kaiserstein mit zart durchscheinenden blauen Einschlüssen.
  • Die Kaiserstiege hinter dem großen Kaisertor im Burghof, ausgekleidet mit Stuckmarmor, mit Broncevasen, vergoldeten Lustern und Stufen aus Kaiserstein.
  • Die Batthyánystiege mit Stufen aus Mannersdorfer-, die Bodenplatten Kaiserstein.
  • Die 3 Stiegen zur Winterreitschule, vom Josefsplatz eine verschlungene Wendeltreppe, von der Reitschulgasse eine kleine zweiläufige Stiege und unter der Michaelerkuppel linker Hand durch verwinkelte Gänge eine Schneckenstiege, allesamt aus Kaiserstein
  • Die Dienststiege in der „Neuerwerbung“ vom Bibliothekstrakt zur Augustinerkirche, führt zur Handschriftensammlung, Stufen und Bodenplatten Kaiserstein mit blauen Einschlüssen.[144]

Kaiserstein für den Marienaltar der Pfarr- und Wallfahrtskirche Stotzing[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche ehem. Servitenkloster
Stotzinger Marienaltar

Laut Lorettaner Hauschronik reiste der Prior des Servitenklosters am 10. Juni 1749 nach Kaisersteinbruch, um beim Herrn Richter und Steinmetzmeister Elias Hügel den Hochaltar zu bestellen. Gräfin Csáky hatte 250 Gulden für einen neuen Hochaltar, und ebenso viel für eine Kanzel gespendet. 1750 wurde die Kanzel fertig, den Hochaltar (aus Kaiserstein) ließ man marmorieren und vergolden.

  • Die Kunsthistorikerin Ana-Maria Altmann: … dieser Altar ist durch eine Bandbreite von phantasievollen Formulierungen gekennzeichnet. Illusionistische Effekte, wie der lichtdurchflutete Strahlenkranz, verleihen ihm eine durchaus sonore Feierlichkeit…

Der Stotzinger Hochaltar ist der letzte (bekannte), sicher der ausgereifteste und zur Gänze erhaltene unter Hügels Altären. Bei seinem Anblick wird dem Betrachter vor Augen geführt, welch ein Meister im Entwerfen und in der Konstruktion der Künstler war. (Zitat Friedrich Opferkuh)

Kaiserstein für den neuen Altane am Leopoldinischen Trakt der Hofburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Specification deren Unkhösten zur Neuen Altane in die Kayl. Burg nach dem formierten Riß. 6. May 1752.

Kaiserstein für Maria Theresia, in der Ungarischen Königl. Hofkammer in Pressburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehem. Hofkammer
Kaisersteinstufen

Die Ungarische Königliche Hofkammer wurde von Kaiser Ferdinand I. im Jahre 1528 gegründet. Die Besetzung von Buda durch die Türken erforderte eine beschleunigte Umsiedlung der höchsten königlichen Ämter. Die Kammer zog als erstes hohes Amt nach Pressburg, das bedeutete, dass der König Pressburg zur Metropole des eingeschränkten Ungarns gewählt hatte.

Das Gebäude der Ungarischen Königlichen Hofkammer wurde in den Jahren 1753–1756 als öffentliches Gebäude errichtet. Der Hofbaumeister des Kaiserhofes zu Wien, der Italiener Giovanni Battista Martinelli, orientierte sich am „Meister“ Johann Bernhard Fischer von Erlach.

  • Bei einer Steinerkundung in Bratislava ergab sich: zumindest sämtliche Stiegenstufen im Gebäude aus Kaiserstein.[146]

Kaiserstein für Graf Antal Grassalkovich I., Präsident der königl. ungar. Hofkammer in Pressburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf das Palais Grassalkovich
Treppe Palais Grassalkovich

Das Palais Grassalkovich, ein eindrucksvolles Rokoko-spätbarockes Palais mit einem Barockgarten, wurde 1760 für Graf Antal Grassalkovich I., Präsident der königlich ungarischen Hofkammer, durch Architekt Andreas Mayerhoffer errichtet, der für ihn bereits das Schloss Gödöllő bei Budapest erbaut hatte, baugeschichtlich ein Vorbild für das Palais in Pressburg, der Hauptstadt des damaligen Ungarn.

Dieses Bauwerk hat zahlreiche schöne Räume, vor allem der so genannte spanische Saal und das prachtvolle, reich mit Skulpturen ausgestattete Treppenhaus sind zu erwähnen. Die Stiegenstufen aus hartem weißen Kaiserstein aus Kaisersteinbruch, damals Ungarn, jetzt Burgenland.

In ihm befindet sich der Sitz des Präsidenten der Slowakischen Republik.[147]

Kaiserstein für das Geburtshaus Nestroys, Bräunerstraße 3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgerhaus erbaut 1761 mit Rokokofassade und Barockportal. Über diesem ist ein Balkon mit reich verziertem Gitter. Innenhof mit offenen Pawlatschengängen.[148] Die Vierpfeilerstiege besteht aus Kaisersteinstufen mit kräftigen blauen Einsprengungen.

Geburtshaus von Johann Nestroy (1803–1853), seit 1871 Besitzer Erzbistum Wien.

Kaiserstein für Fürst Paul II. Anton Esterházy de Galantha in Eisenstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brückenkonstruktion über den Schlossgraben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Baumeister des Fürsten kann der kaiserliche Hofbaumeister Anton Erhard Martinelli namhaft gemacht werden. Er ist auch in Eisenstadt nachweisbar. 1745/46 werden die Reparaturen an der steinernen Brückenkonstruktion über den Schlossgraben mit hartem Stein aus Kaisersteinbruch nach seinen Anweisungen durchgeführt.[149]

Schloss Esterházy

Zur neuen Stiege aus hartem Kayßer Steinbrucher Stein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptstiege

Specification deren gemachten Steinarbeith von hartem Kayßer Steinbröcher Stein für Ihre Hochfürstliche Durchlaucht Esterhäsischen Schloss zu EisenStadt zur Stiege, Wien, 15. Februar 1762.

  • Johann Ferdinand Mödlhammer, Hochfürstl. und burgerl. Bau- und Maurermeister
  • Johann Michael Strickner, Steinmetzmeister und Richter in Kayßer Steinbruch, erhält für die verfertigte Hauptstiege, Staffel samt Platten 894 fl.[150]

Kaiserstein für Bierbrauer Michael Spech in seinem Palast, Stadtgalerie Bratislava im Mirbachpalais[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stufen aus Kaiserstein
Palais Mirbach (2006)

Erbaut wurde der Palast 1768 bis 1770 nach Plänen des einheimischen Baumeisters Matthäus Höllrigl im Auftrag des Bierbrauereibesitzers Michal Spech. Er entstand anstelle eines früheren Bauwerks aus dem 15. Jahrhundert. Der Palast ist in vier Flügel gegliedert und besitzt einen offenen inneren Umgang. Das Treppenhaus und die Repräsentationsräume im ersten Stockwerk sind im so genannten Bratislavaer Rokoko-Stil geschmückt.[151]

Kaiserstein für das Bürgerhaus am „Mehlmarkt“, später Neuer Markt 15[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Neue Markt war lange Zeit hindurch mit prächtigen Palästen und Bürgerhäusern einheitlich verbaut, davon haben sich nur die Häuser 13–16 erhalten. Das Wohnhaus und Geschäftslokal des Juweliers Köchert wurde wohl 1548 erbaut, die Rokokofassade geht auf das Jahr 1768 zurück und wurde 1958 leicht verändert.

Hauptartikel: A. E. Köchert

Vom Neuen Markt betritt man das Geschäftslokal des Goldschmieds Köchert und bekommt eine schöne Eisen-Wendeltreppe zu sehen, im schmalen Gang befindet sich eine Schneckenstiege aus Kaiserstein mit bläulichen Einsprengungen.

Kaiserstein für Fürst Nikolaus I. Esterházy de Galantha im Schloss Esterháza in Ungarn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptstiege
Außen-Treppe Schloss Esterháza

Schloss Esterháza wurde von Fürst Nikolaus I. ausgebaut. Nach einem Besuch 1764 im Schloss Versailles beauftragte der Fürst die Wiener Hofbaumeister Johann Ferdinand Mödlhammer und Melchior Hefele mit dem Umbau.

Die Kaisersteinbrucher Meister lieferten Kaiserstein für die Stiegen und Schmuckelemente der Anlage. Im ungarischen Staatsarchiv ist über die 1783 erfolgte Inquisition wegen denen nach Esterháza gelieferten Steinern aus Kayser-Steinbruch zu lesen.[152] Die Esterházys waren (und sind) Eigentümer des Steinbruchs von Sankt Margarethen im Burgenland; auch von dort wurde Baumaterial zugeliefert. Weiters gab es große Lieferungen von Zogelsdorfer Stein für das Schloss aus Eggenburg in Niederösterreich.

Kaiserstein für die bürgerliche Tischler Herberge in der Ballgasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hier befand sich, hinter dem Himmelpfortkloster gelegen, eines der ältesten Ballspielhäuser. Die Stadt Wien mietete es 1658 und überließ es fallweise italienischen Komödianten.

Die Innung der Tischler erwarb das Haus und ließ 1772 durch Peter Mollner das Innungshaus erbauen. Wendeltreppe mit Kaisersteinstufen (teilweise ausgebessert).

Kaiserstein für Abt Benno Pointner im Prioratshaus des Schottenstiftes, dem Schubladkastenhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

WienSchubladkastenhaus.jpg

Volkstümliche Bezeichnung für das 1773/74 von Andreas Zach für Abt Benno Pointner errichtete Prioratshaus des Schottenstiftes, so benannt wegen seiner angeblichen Ähnlichkeit mit dem gleichnamigen Möbelstück.

  • Das Haus wurde in ein Mietshaus umgestaltet. Die Bodenplatten und die Stufen sind aus gut erhaltenem Kaiserstein mit den blauen Einschlüssen als typische Merkmale.[153]
Leopoldskapelle

Kaiserstein für den Damm des Fischteiches in der Mannersdorfer Wüste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinmetzmeister Johann Gehmacher aus Kaisersteinbruch lieferte 1774 für den Damm des Fischteiches bei der St. Leopoldskapelle in der Mannersdorfer Wüste harten Kaiserstein, Kosten 300 Gulden.[154]

Kaiserstein für die Kaiserin Maria Theresia, im Schönbrunner Schlossgarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kaiserpavillon im Schönbrunner Tiergarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaiserpavillon

Kaiser Franz I. (Gemahl von Maria Theresia) beauftragte 1752 seinen Architekten Jean Nicolas Jadot de Ville-Issey, der ihm aus Lothringen gefolgt war, im Schlossgarten einen Tiergarten zu planen und anzulegen. Franz I. interessierte sich für die Naturwissenschaften, besonders für Pflanzen und Tiere; er wünschte, für die zu klein gewordene Menagerie im Simmeringer Schloss Neugebäude Ersatz zu schaffen.

Die Menagerie des Prinzen Eugen entwarf Hildebrandt, auch die Menagerie in Versailles inspirierte Jadot. In der Mitte befindet sich ein achteckiger Pavillon. Kaiserstein wurde hier in Stufen der Außentreppen, einer kleinen abwärts führenden Stiege, auch in Fenster- und Türsteinen usw. verwendet. In diesem Zeitraum ist Hofsteinmetz Johann Baptist Regondi dokumentiert.

Gloriette[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gloriette
Säulen der Gloriette

Erbaut 1775 von Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg.

  • Auftrag der Kaiserin Maria Theresia: … es findet sich zu Neugebau eine alte Galerie von steinernen Säulen und Gesimsen, welche nichts nutzet, … Ich habe beschlossen, solche von dort abbrechen zu lassen und nacher Schönbrunn bringen zu lassen.
  • Der Architekt ließ Galerie und Säulen nach Schönbrunn bringen und beim Bau der Gloriette verwenden. Kaiserstein in Form von Säulen, Bodenplatten, Mauerverkleidungen und Stiegenstufen.[155]
Obeliskbrunnen

Obeliskbrunnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anlage für den auf ehemals vergoldeten Schildkröten stehenden, aus Margarethner Stein nachgebildeten, ägyptischen Obelisk hat 1777 Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg errichtet. Die Wandverkleidung des Umganges ist harter Kaiserstein.

Römische Ruine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Römische Ruine Gesamtansicht

Andreas Rohatsch von der Ingenieurgeologie an der TU Wien konnte nachweisen, dass sämtliche Architekturteile des Bauwerkes nach dem Plan von Hof-Architekt Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg, die Säulen wie die Reliefs neu gefertigt wurden.[156]

Andreas Rohatsch von der TU-Wien zur Bausubstanz der „Römischen Ruine“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Bausubstanz der Römischen Ruine gelangte für die architektonische Gliederung (Säulen, Kapitelle, Friese, Fenstergewände) überwiegend St. Margarethener Kalksandstein zur Verwendung, daneben können Kalksandsteine von Stotzing und Zogelsdorf beobachtet werden. Die Wiederverwendung von Bauteilen vom Schloss Neugebäude (Spolien) beschränkt sich auf feste Leithakalk-Quader des Zungenmauerwerkes (vor allem jene von Kaisersteinbruch) sowie auf Fußbodenplatten, Stiegenstufen, Balusterbänke und auf die Bogenstücke der runden Fenster. Die dichten und festen Leithakalke, aus Kaisersteinbruch, Wöllersdorf und Hundsheim benötigen keine weiteren konservierenden Maßnahmen, außer eine gelegentliche Reinigung.[157]

Neptunbrunnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gloriette Neptunbrunnen

Der Neptunbrunnen konnte nach vierjähriger Bauzeit noch vor dem Tod Maria Theresias vollendet werden, er war Teil des Gesamtkonzepts der Gartengestaltung. Der Entwurf stammt auch hier von Hetzendorf von Hohenberg.[158] Die Figurengruppe besteht aus Sterzinger Marmor. Die gegen den Berghang zurückschwingende Stützmauer ist mit Kaiserstein verkleidet, ist mit einer vasenbesetzten Balustrade versehen und bildet die Rückwand des riesigen Brunnenbassins.[159]

Garten-Freitreppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch eine Zeichnung des Hof-Architekten Anton Erhard Martinelli kennen wir die alte Freitreppe von Nikolaus Pacassi vor ihrem Abbruch. Die Zeichnung wird dem Entwurf des Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg gegenübergestellt, welcher Bau trotz der Bombenschäden von 1945 keine wesentliche Abänderung erfuhr. Die Freitreppe wurde 1777 errichtet, 2 Jahre nach Überführung der Architekturteile von Schloss Neugebäude und kann als bahnbrechendes Werk des Klassizismus bezeichnet werden. Die Freitreppe wurde (2003) restauriert, Steinmetzmeister Fritz Opferkuh von Mannersdorf hat im Rahmen einer Ausschreibung diesen Auftrag erhalten. Er bestätigt neben anderen Steinarten (Mannersdorfer Stein, St. Margarethener Kalksandstein, Loretto Stein, …) auch den Kaiserstein.[160]

reformierte Stadtkirche

Kaiserstein für die evangelisch-reformierte Stadtkirche H.B. in Wien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Klosterkirche des Königin- oder Clarissinnenklosters hl. Maria, Königin der Engel, nach Plänen von Pietro Ferrabosco 1582 errichtet. Nach der Klosteraufhebung 1782 erfolgte ein Umbau zu einer Toleranzkirche. Wendeltreppen aus Kaiserstein.

Kaiserstein für Herzogin von Savoyen-Carignan, im Savoyschen Damenstift[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Palais der Herzogin von Savoyen-Carignan entstand 1691 durch Zusammenlegung zweier älterer Häuser. Diese widmete in ihrem Testament das Haus, das sie 1770–1772 umbauen ließ, für ein adeliges Damenstift.

1783 erwarb das Stift das Nachbarhaus Johannesgasse 17, weitere Adaptierungen erfolgten durch Baumeister Andreas Zach. Die Stufen der Haupttreppe im Vestibül sowie das verzweigte Stiegenhaus im Hof wurden aus Kaiserstein von Kaisersteinbruch gefertigt. Die Fassade prägt eine große Bleistatue der Immaculata von Franz Xaver Messerschmidt.

Kaiserstein für Johann von Fries, sein frühklassizistisches Wohnhaus in der Bräunerstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bräunerstraße 11 Innenhof

Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg erbaute 1782 das frühklassizistische Zinshaus für Graf Johann von Fries, zusammen mit dem Nachbargebäude Nr. 11a als Hintertrakt des Palais Pallavicini.

Die lange geknickte Fassade ist als schlichte Abwandlung der Palaisfassade gestaltet. Das Stiegenhaus mit Kaisersteinstufen.

Kaiserstein für Johann von Fries, das Pallavicini-Fries-Palais am Josefsplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das einstige Majoratshaus der Grafen Salm, kam 1582 an Erzherzogin Elisabeth (Witwe nach König Karl IX. von Frankreich), die das Gebäude mit anderen Liegenschaften zur Gründung des Königinklosters verwendete. Nach dessen Aufhebung durch Kaiser Joseph II. (1782) kam es zu einer Aufteilung seiner Trakte. Noch 1782 kam der Besitz an Graf Johann von Fries, der ließ sich 1783/84 am Josefsplatz von Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg ein Palais erbauen. Sohn Moritz Reichsgraf von Fries, Bankier und Kunstsammler stattete das Palais großartig aus, brachte seine umfangreichen Sammlungen – Bücher, Graphiken und Gemälde – unter. 1842 kam es durch Kauf an Alphons Marchese Pallavicini. 1873 erbte Sohn Alexander Marchese Pallavicini, der das Stiegenhaus und die Festräume neu gestalten ließ.[161]

Kaiserstein für das Haus mit Marienstatue am Hafnersteig Ecke Griechengasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fassade des Wohnhauses, im Kern aus dem 17. Jahrhundert, wurde im dritten Viertel des 18. Jahrhunderts erneuert. In einer Mauernische steht eine Immaculatastatue, unterhalb derer sich ein Inschriftenband und eine schmiedeeiserne Rokokolaterne befinden. Im Hof hat sich einer jener mehrgeschoßigen gotischen Wohntürme erhalten, die auf der Ansicht von Jacob Hoefnagel (1609) in größerer Zahl zu sehen sind. Stiegenstufen aus Kaiserstein.

Kaiserstein für das Wohn- und Sterbehaus von Christoph Willibald Gluck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Haus wurde entweder vom nachmaligen Wiener Bürgermeister Johann Lorenz Trunkh von Guttenberg,[162] Hausbesitzer ab 1699, oder vom kaiserlichen General-Feld-Wachtmeister Christian Ernst von Weilern, Besitzer ab 1712, erbaut.

Hier wohnte der Komponist Christoph Willibald Gluck. Er war seit 1784 auch Besitzer des Hauses und beauftragte den bürgerlichen Baumeister Franz Duschinger, einen Umbau durchzuführen. Es besitzt eine schlichte, aber gut proportionierte Fassade. Gluck starb hier am 15. November 1787.

Erhalten ist eine bemerkenswerte Schneckenstiege mit Spindel aus weißem Kaiserstein, die auf die italienische Epoche im kayserlichen Steinbruch hinweist. Ein Kleinod!

  • Heute befindet sich in dem Gebäude die Blutspendezentrale des Roten Kreuzes.

Kaiserstein für die k.k. medizinisch-chirurgische Josephs-Academie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Josephinum wurde von Kaiser Joseph II. 1784 als k.k. medizinisch-chirurgische Josephs-Academie zur Ausbildung von Ärzten und Wundärzten für die Armee gegründet und am 7. November 1785 eröffnet.

Für die Akademie wurde in der damaligen Alservorstadt, in der heutigen Währinger Straße 25, 1783–1785 ein Neubau nach Plänen von Isidor Marcellus Amandus Canevale errichtet. Dazu wurden eine alte Schießstätte und ein Gutshof angekauft und demoliert. Der Bauplatz war in Hinblick auf das benachbarte, 1783/1784 errichtete Militär-Garnisons-Hauptspital (das spätere Garnisonsspital Nr. 1) an der heutigen Van-Swieten-Gasse gewählt worden.

Im Mitteltrakt befindet sich eine große Stiege mit Stufen von hartem, weißem Kaiserstein aus Kaisersteinbruch.[163] Das Bauwerk markiert die Wende vom Josephinischen Barockklassizismus zum eigentlichen Klassizismus.

Kaiserstein für die Pfarrkirche „Heiliger Laurenz“ in der Westbahnstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erbaut 1784–1786 unter Schottenabt Benno Pointner (von dem die Initiative für den Bau ausging) nach einem Entwurf von Stiftsbaumeister Andreas Zach. Der Fassadenturm wurde erst 1787 vollendet. Die Schottenfelder Kirche war dem Benediktinerstift Schottenkloster inkorporiert, seit 1946 wird sie von Deutschordenspriestern betreut.

Zur gleichen Zeit entstand der Pfarrhof als spätbarockes Vorstadthaus. In der Einfahrt rechts eine dreiläufige Stiege mit Kaisersteinstufen, ebenso die Wendeltreppe des Turmes.

Bildhauer Philipp Stastny von der Dombauhütte St. Stephan über den Kaiserstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ich kenne ihn aus dem Umkreis von Wien von Barockkirchen, von Gewänden, von Portalen, z.B. in riesengroßen Stücken , mit starken Ausladungen, mit wunderschönem Profil, wenn ich an die Zeit denke, in einem Top-Zustand, die Kanten messerscharf. Der Stein ist heute noch so, wie er eingebaut wurde.[164]

In der Pfarrkirche zum Heiligen Laurenz am Schottenfelde wurde Johann Amelin am 2. Dezember 1799 getauft. Als Steinmetzgeselle kam er nach Kaisersteinbruch, wurde Meister, heiratete in der Kaisersteinbrucher Kirche und begründete dort und in den Zentren des Leithagebirges eine bedeutende Steinmetzfamilie.[165]

Mensa des Hochaltares

Kaiserstein für die Mensa des Hochaltares der Kaisersteinbrucher Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hochaltar der Kaisersteinbrucher Kirche ist 1720 errichtet worden, das ist durch eine Steintafel am Altar usw. dokumentiert. Auch die „Constructores“, die Meister des Kaisersteinbrucher Steinmetzhandwerkes sind da angeführt. Auf der Mensa des Altares wurde eine Inschrift „entdeckt“:

P. BONIFACIO S: CRVCIS: PROFESSO:        MICHAEL GEHMACHER

1790

Pater Bonifaz Greiner vom Stift Heiligenkreuz war von Oktober 1775 bis Jänner 1807 Pfarrverweser in Steinbruch.[166] Michael Gehmacher, Steinmetzmeister und Richter in Steinbruch von 1793 bis 1808.[167]

Kaiserstein für Josef Benedikt Pasqualati von Osterburg, Leibarzt Maria Theresias, sein Miethaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pasqualati-Haus auf der Mölker Bastei

Das Pasqualati-Haus befindet sich an der Ecke Mölker Bastei 8/Schreyvogelgasse 16 in exponierter Lage auf der Rampe der ehemaligen Wiener Stadtbefestigung. In der ehemaligen Wohnung Ludwig van Beethovens befindet sich heute ein Museum.

  • Das Gebäude ist nach Johann Baptist Freiherr von Pasqualati und Osterburg, dem Leibarzt Maria Theresias benannt, der 1791–1796 zwei kleine Basteihäuser von Peter Mollner zu einem stattlichen Mietshaus vereinigen ließ.

Bedeutung erlangte das Haus dadurch, dass der Sohn Johann Baptist Freiherr von Pasqualati, seit 1803 Miteigentümer des Hauses, Ludwig van Beethoven im 4. Stock eine Wohnung zur Verfügung stellte, die dieser zwischen 1804 und 1815 wiederholt bewohnte. Die Stufen, die er da zu steigen hatte, sind aus Kaiserstein. Im Stiegenhaus mit Wendeltreppe befinden sich noch originale Geländer und Gittertüren aus Schmiedeeisen.

Kaiserstein für den Generalihof am Graben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude wurde 1794/95 durch Peter Mollner und Ernest Koch errichtet und 1831 durch Josef Klee umgebaut, wobei auch der Fassadendekor verändert wurde. Zwei Stiegen mit Stufen und Bodenplatten aus Kaiserstein mit blauen Einschlüssen.

1894 erfolgte durch die Assicurazioni Generali ein Neubau, das im Erdgeschoß gelegene Geschäftslokal von Kniže & Comp. wurde 1910/13 von Adolf Loos gestaltet.

Kaiserstein für das Vorstadthaus „Zum roten Krebsen“, das Geburtshaus von Franz Schubert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem kleinen einstöckigen Haus „Zum roten Krebsen“ auf dem Himmelpfortgrund, samt einer Stiege mit Stufen aus Kaiserstein, das damals einem Matthias Schmidthuber gehörte, kam am 31. Jänner 1797 Franz Schubert als Sohn des Schullehrers Franz Schubert und dessen Frau Elisabeth (geb. Vietz) zur Welt. Die Familie wohnte hier bis 1801 und übersiedelte dann in die Säulengasse 3. Das Haus in der Nußdorfer Straße, dessen langgestreckter Hof mit den beiden Hoftrakten und den Pawlatschengängen für die Bauzeit typisch ist, wurde von der Gemeinde Wien angekauft und am 18. Juni 1912 als Museum eröffnet. Im Garten (links) wurde 1910 der von Josef Müllner (1879–1968) geschaffene „Forellenbrunnen“ aufgestellt.

Mosesbrunnen

Kaiserstein für den Mosesbrunnen vor der Kirche „Zum heiligen Hieronymus“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1798 wurde ein Hofbrunnen auf den neugestalteten Platz vor der Franziskanerkirche übertragen. Die Mosesstatue schuf der Bildhauer Johann Martin Fischer.[168]

  • Aus einem achteckigen Becken erhebt sich ein Vierkantsockel aus Kaiserstein.
Maurermeisterhaus

Kaiserstein für das Maurermeisterhaus in der Lenaugasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Haus Lenaugasse 7, das so genannte Maurermeisterhaus, wurde 1800, der Hoftrakt 1860, als klassizistisches Bürgerhaus mit säulenflankiertem Portal und Balkon erbaut. Durch die Einfahrt gelangt man in Höfe mit gepflegten Gärten. Besichtigt wurden mehrere Stiegen, alle mit Kaisersteinstufen.

Das neue Siegel des Steinmetz- und Maurerhandwerkes von 1801[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaiserstein für das Seilerhaus Am Heumarkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seilerhaus

Architekt Josef Dalberg[169] erbaute 1808 das Seilerhaus Am Heumarkt 7, 1826 erweitert und neu fassadiert. Die Mittelachsen werden durch eine ionische Pilasterordnung akzentuiert, darüber ist ein Dreiecksgiebel, der eine Allegorie des Handels und der Industrie enthält. Mit mehreren Stiegenhäusern, die Kaisersteinstufen teilweise ausgebessert.

Kaiserstein für Johann Graf Pálffy von Erdöd, für sein Palais in der Wallnerstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Palais Pálffy wurde von Johann Graf Pálffy von Erdöd beim französischen Architekten Charles de Moreau in Auftrag gegeben. Baubeginn war 1809 und 1813 die Fertigstellung. Das Palais wurde im Stil der französischen Villenarchitektur des Klassizismus mit 14-achsiger Fassade erbaut. Mit seiner zwar relativ schlichten, aber noblen und wohl proportionierten Fassadengestaltung – genutetes Erdgeschoß mit reliefierten Lunetten und einfachen Fensterrahmen in den Obergeschoßen – zählt der Bau zu einem der bedeutendsten klassizistischen Stadtpalästen in Wien. Die Innenausstattung im Empirestil gestaltete Raphael von Rigel.

Der hohe Rang als repräsentatives Adelspalais spiegelt sich auch in dem mit zahlreichen lebensgroßen Marmorfiguren ausgestatteten Prunkstiegenhaus. Die große Treppe mit Stufen aus dem harten, hellen Kaisersteinbrucher Kaiserstein. Die reich ausgestatteten Innenräume, insbesondere der Große Festsaal, sind teilweise noch im Original erhalten.

Das Palais Pálffy an der Wallnerstraße befindet sich im Staatsbesitz und war bis 1989 das Allgemeine Verwaltungsarchiv und wurde bis 2004 als Verwaltungsakademie des Bundes genutzt. Das Palais Pálffy gibt seit 2007 den würdigen Rahmen für die OSCE ab und unterstreicht den Rang Wiens als Sitz internationaler Organisationen. Vor der Restaurierung waren große Pfeiler und Säulen noch steinsichtig und aus Kaiserstein erkannt, danach allesamt geschlemmt.

Kaiserstein für die Tierärztliche Hochschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monumentaler funktioneller Zweckbau in den nüchternen, klassizierenden Formen des Hofbauamtes, am ehemaligen Wiener Neustädter Kanal gelegen. (Schnellbahntrasse)

Geräumige Eingangshalle mit toskanischen Säulen, Pilastern und gekuppelten Pfeilern, weiträumige Pfeilertreppe um offenen Schacht, allesamt aus hellem Kaiserstein mit durchscheinenden blauen Einschlüssen.

Kaiserstein für Kaiser Franz I., das Äußere Burgtor der Hofburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1898 zur Ringstraße

Das Äußere Burgtor, 1821 von Luigi Cagnola begonnen, 1824 von Pietro Nobile fertiggestellt, war eine Erinnerung an die Völkerschlacht von Leipzig 1813.

1911 war der Zustand des Äußeren Burgtores bereits höchst unwürdig – es ist zu lesen: Die Kommission für Denkmalpflege sprach sich gegen die Verwendung von Kunststeinen bei einer Renovierung des Torbaues aus, der darin verbaute Kaiserstein gehöre zu den besten und haltbarsten Baustoffen.[170][171]

Kaiserstein für das Biedermeierhaus mit Garten in der Zieglergasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wohnhaus mit bemerkenswerter Biedermeierfassade, Hof mit Garten, wurde 1823 erbaut. Eine Gedenktafel mit Reliefbüste erinnert an den hier am 11. März 1860 geborenen Schriftsteller Emil Ertl. Er war Bibliotheksdirektor der Technischen Hochschule, der Dichter des bodenständigen Handwerks Wiens und wurde 1930 zum „Bürger der Stadt Wien“ ernannt.

Eine freitragende geschwungene Stiege hat Kaisersteinstufen.

Kaiserstein für das Wohnhaus „Zum hl. Martin“ in der Burggasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die lange Vorgeschichte begann nach der 2. Türkenbelagerung, als „Langer Keller“, der vom Schottenstift für eigene Zwecke gegraben wurde, 1690 übergab man das Gebäude der Gemeinde St. Ulrich, darauf entstand ein Armenhaus, das 1737 vergrößert und 1758 von Maria Theresia in ein staatliches Armenhaus umgewandelt wurde. 1772 folgte der Bau einer Kapelle mit dem Altarbild „Zum hl. Martin“.

Das heutige Miethaus wurde 1825 an Stelle dieses Armen- und Versorgungshauses errichtet. Der spätklassizistische Bau besitzt eine schlichte, kubische Gliederung und ein Tor mit Wappen und Löwenkopf-Türklopfer. Die Vierpfeiler-Treppe hat Kaisersteinstufen mit etlichen bläulichen Einsprengungen (ab dem 1. Stock, darunter erneuert).

Kaiserstein für Gräfin Thurn von Architekt Carl Högl, den späteren Newaldhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Baukomplex entstand aus einem Palais mit großem Garten, das 1685 vom damaligen Rektor der Universität Wien Georg Friedrich Schickh († 1727) erbaut wurde. 1828 kaufte es Stadtbaumeister Carl Högl und errichtete an der Ecke zur Thurngasse ein viergeschoßiges Zinshaus mit repräsentativer Hauptfront zur Währingerstraße für Josefa Gräfin von Thurn. Es wurde nach Julius Ritter von Newald benannt.

3 Stiegenhäuser wurden gesehen, bei einem sind die Stufen mit blauer Ölfarbe angestrichen (im Jahre 2000), bei beiden anderen Stufen aus Kaiserstein.

Liste der denkmalgeschützten Objekte in Wien/Alsergrund#Währingerstraße 22

Der Markenartikel Kaiserstein hatte das Monopol als Stufenstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Stufenstein erhielt der Kaiserstein eine Monopolstellung. In Amtsgebäuden, Schulen, wie der heutigen Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, die von 1821 bis 1823 errichtet wurde, der Technischen Hochschule, den großen Stiftshöfen in Wien, 1826 bis 1832 im Gebäudekomplex des Schottenstiftes und 1834 im Hauptgebäude der Münze Österreich am Am Heumarkt.

Das änderte sich mit der Eisenbahnverbindung Wien–Triest im Jahre 1857, durch die eine Fülle von hartem, lichtem Karstmarmor billiger nach Wien geliefert werden konnte. In älteren Ringstraßenbauten, nach 1860, sind die Stufen aber immer noch aus Kaiserstein, wie in der Staatsoper.

Kaiserstein für Ortsrichter Franz Nikkei, das Leopoldstädter Gemeindehaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrichter Franz Nikkei († 1833 Leopoldstadt) veranlasste 1824/25 das Leopoldstädter Gemeindehaus, das „Alte Amtshaus“. Erbaut von Matthias Mindl, hat es eine klassizistische Fassade, der Mittelrisalit mit Riesenpilasterordnung ist übergiebelt. In der Einfahrt befindet sich eine Bauinschrift und das Stiegenhaus ist mit dorischen Säulen gegliedert. In der Einfahrt rechts das Stiegenhaus mit Säulen, Stufen und Bodenplatten aus Kaiserstein mit zahlreichen blauen Einsprengungen.

Kaiserstein für die Benediktinerabtei Unsere Liebe Frau zu den Schotten, das Schottenstift[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schottenstift
Hauptartikel: Schottenstift

Von 1826 bis 1832 wurden die Schottenhöfe, der ausgedehnte Gebäudekomplex um das Stift, von Joseph Kornhäusel umgestaltet und das schon stark baufällige Konventgebäude abgerissen und neu errichtet. Dabei wurde unter anderem der mittelalterliche Kreuzgang zerstört. Die Kaisersteinbrucher Steinmetzmeister erhielten große Aufträge, unter anderem für lange Antrittsstufen im Konventsgebäude und zwei mit Bodenplatten ausgelegte große Treppen, die allesamt aus dem glattpolierten Kaiserstein mit durchscheinenden Farbeinschlüssen gefertigt wurden.

Die wirtschaftliche Situation um 1830[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1830 werden in der Umgebung von Kaisersteinbruch vier Steinbrüche erwähnt. Zwanzig Jahre waren fünf Steinbrüche in Betrieb. Sie lieferten jährlich ca. 30.000 Kubikschuh (= 950 m³) Steine, die als Werksteine für Fensterbänke und als Mauersteine meist nach Österreich ausgeführt wurden. Seine gute Verwendbarkeit, die leichte Gewinnung und Bearbeitung sowie auch seine Dauerhaftigkeit hat ihn zum Baumaterial aller größeren Baudenkmäler Wiens gemacht. Die alte Kirche zu Maria-Stiege, St. Stephan u. a. sowie die späteren Bauten, etwa der Theseustempel, das Burgtor sind aus diesem Stein errichtet.[172]

Kaiserstein für das Haus „Zum goldenen Ochsen“ in der Resselgasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Resselgasse wurde 1860 angelegt und danach benannt. Das darin befindliche große spätbiedermeierliche Zinshaus erbaute 1831 Anton Hoppe nach Plänen von Joseph Kornhäusel.

  • Zu beiden Seiten des Foyers Stiegenhäuser mit Vorräumen, Stufen aus Kaiserstein mit blauen Einschlüssen.

Kaiserstein für das strenghistoristische Haus mit der Empire-Steinbank in der Einfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Miethaus in der Windmühlgasse Nr. 16 wurde in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut.[173] Der dreigeschoßige Bau mit Dacherkern erhielt 1869 eine außerordentlich reich gegliederte strenghistoristische Fassade vom Architekten Franz Xaver Neumann sen.[174]

Das Stiegenhaus und eine Wendeltreppe mit Stufen aus Kaiserstein, auch Bodenplatten, einige zur Gänze blau. In der Einfahrt rechts steht eine Empire-Steinbank.

Kaiserstein für Fürst Franz Joseph von Dietrichstein, das Palais Clam-Gallas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Palais wurde 1834 bis 1835 im klassizistischen Stil mit einem weitläufigen englischen Garten von Franz Joseph Fürst von Dietrichstein nach den Plänen des Architekten Heinrich Koch errichtet. Das Palais ist ein zweigeschoßiger klassizistischer Bau mit einem Vorbau, das sich über den gesamten vorderen Teil erstreckt und mit seinen dorischen Säulen an einen griechischen Tempel erinnert.

Den größten Teil des Gartens nimmt heute die französische Schule ein, ein gewisser Restbestand lässt jedoch die ursprüngliche Atmosphäre erahnen.

Im Inneren befindet sich die Eingangshalle, links davon die geschwungene, freitragende Podesttreppe in offenem pilastergegliedertem Treppenhaus. In den Seitentrakten, symmetrisch angeordnet, stehen zwei freitragende, im flachen Bogen verlaufende Stiegen, alle mit Stufen aus dem Kaisersteinbrucher Stein.

Kaisersteinstiege der Münze Österreich
Hauptmünzamt um 1838

Kaiserstein für das Hauptmünzamt Am Heumarkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 1835–1838 von Architekt Paul Sprenger errichtete Hauptmünzamt lag am Ufer des seinerzeitigen Wiener Neustädter Kanals. (heute Trasse der Schnellbahn)

Breite Stiege mit Stufen aus Kaiserstein.[175]

Sommereiner Kaiserstein für das k.k. Polytechnische Institut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wendeltreppe 1836

Alois Kieslinger schreibt in „Die Steine der Wiener Ringstraße“ im Kapitel Stiegenstufen: In Amtsgebäuden, den Schulen (z. B. Technische Universität Wien), den großen Stiftshöfen in Wien und in allen bürgerlichen Wohn- und Geschäftshäusern schon vom 18. Jahrhundert an für Stufen vorwiegend eine einzige Gesteinsart in Verwendung, ein besonders dichter und widerstandsfähiger Leitha-Algenkalk, der sogenannte Kaiserstein aus den Brüchen von Kaisersteinbruch und Sommerein am Nordende des Leithagebirges (es handelt sich um ein und dasselbe Vorkommen, über welches zufällig die Landesgrenze zwischen (früher Österreich und Ungarn) Niederösterreich und Burgenland verläuft).

Ein besonderes Beispiel: Eine der ältesten freitragenden Steintreppen in Wien, die 4. Stiege der Technischen Universität, erbaut 1836 mit Stufen aus hartem Leithakalk von Sommerein.

Kaiserstein für das Schulgebäude in der Leopoldstadt Nr. 134[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Trivialschule der Leopoldstadt wurde 1767 von den Karmeliten im Kloster organisiert. 2 Jahre später folgten drei weitere Schulen. Ab 1786 wurde die allgemeine Schulpflicht befohlen.

  • Das in der (1802 so benannten) Schreygasse gelegene Haus gehörte dem Bildhauer Johann Michael Schrey, dessen Witwe dort 1801 eine Stiftung für die Errichtung einer Schule begründete, das Schreysche Stiftungs-Schulhaus für 60 Kinder mit einer Schulmeister-Wohnung.[176]
  • 1838 Kostenausweis über den hergestellten Bau des Schulgebäudes Nr. 134 in der Leopoldstadt: Steinmetzarbeit
  • Kaiserstein für Quadrat Sockelplatten, für Streifkugeln, die Staffeln zur Hauptstiege von Kaiserstein, Stiegenruheplätze von härtestem Kaiserstein, weiters Spiegelstufen, Loretto Stein für Türstein mit Falz, Fensterstein mit Falz …
  • 1846 Adaptierungsarbeiten zur Unterbringung der 4. Klasse: Steinmetzarbeit
  • Stiegenstaffel mit Rundstab von härtestem Kaiserstein.[177]

Kaiserstein für das Benefiziantenhaus, beim Umbau zur Leichenhalle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]