Kaká

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Dieser Artikel behandelt den brasilianischen Fußballnationalspieler Kaká. Auch bei Deportivo La Coruña steht ein brasilianischer Fußballspieler namens Kaká unter Vertrag.
Kaká

Kaká, 2012

Spielerinformationen
Voller Name Ricardo Izecson dos Santos Leite
Geburtstag 22. April 1982
Geburtsort BrasíliaBrasilien
Größe 186 cm
Position Mittelfeld
Vereine in der Jugend
1990–2000 FC São Paulo
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2001–2003
2003–2009
2009–2013
2013–
FC São Paulo
AC Mailand
Real Madrid
AC Mailand
58 (23)
193 (70)
85 (23)
25 0(7)
Nationalmannschaft2
2002– Brasilien 87 (29)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 13. April 2014
2 Stand: 25. März 2013

Ricardo Izecson dos Santos Leite mit Kurznamen Kaká (* 22. April 1982 in Brasília) ist ein brasilianisch-italienischer[1] Fußballspieler. Der offensive Mittelfeldspieler spielt beim AC Mailand in der ersten italienischen Fußballliga, der Serie A. Er wurde 2007 zu Europas Fußballer des Jahres und zum Weltfußballer des Jahres gewählt.

Vereinskarriere[Bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten]

Kaká wurde am 22. April 1982 als Ricardo Izecson dos Santos Leite in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia geboren. Im Kindesalter zog die Familie nach Sao Paulo um und Kaká trat der Jugendmannschaft des FC São Paulo im Alter von acht Jahren bei. Er stammt somit aus derselben Talentschmiede wie auch seine Nationalmannschaftskollegen Cafu, Luís Fabiano und Júlio Baptista. Aufgrund eines Wirbelbruchs nach einem Badeunfall drohte Kaká im Oktober 2000 das vorzeitige Karriereende. Heute dankt er nach jedem von ihm erzielten Tor Gott, dass er wieder voll einsatzfähig ist, indem er hochblickt und mit beiden Zeigefingern Richtung Himmel zeigt. Er bezeichnet sich auch sonst als tiefgläubigen Christ[2] - Kaká wurde mit 14 Jahren getauft. Mit 15 unterzeichnete er seinen ersten Profivertrag.

FC São Paulo[Bearbeiten]

2001 gab Kaká sein Profidebüt beim FC São Paulo. Bei seinem Einstand gegen Botafogo FR erzielte er innerhalb von zwei Minuten zwei Tore.[3] In seiner ersten Profisaison mit nur 19 Jahren schoss er in 27 Begegnungen zwölf Tore, in der darauffolgenden Saison zehn Tore in 22 Spielen. Daraufhin begann um ihn ein Wettstreit der europäischen Fußballclubs, den der AC Mailand gewann und den Brasilianer 2003 für 8,25 Mio. Euro[4] verpflichtete. Während seiner Zeit bei São Paulo war auch der deutsche Verein Bayer 04 Leverkusen an ihm interessiert, doch São Paulo wollte ihn nicht gehen lassen.

Kaka im Trikot von AC Mailand (2007)

AC Mailand[Bearbeiten]

Sein erstes Ligaspiel beim AC Mailand bestritt Kaká am 1. September 2003 gegen Ancona Calcio. In seiner ersten Saison schoss er in 30 Spielen zehn Tore und gewann mit seinem Verein die italienische Serie A und den Europäischen Supercup.

In der Saison 2004/05 hatte sich Kaká völlig ins Team integriert und übernahm hinter dem Stürmer Andrij Schewtschenko eine wichtige Rolle. Neben dem zweiten Platz in der Serie A und dem Sieg im europäischen Supercup, wurde der AC Mailand Zweiter der UEFA Champions League. Im Finale verloren sie nach einer klaren 3:0-Führung gegen den FC Liverpool im Elfmeterschießen mit 6:5 (3:3 n. V.). Im Jahr darauf verloren sie im Halbfinale gegen den späteren Gewinner FC Barcelona. In der Saison 2006/07 gewann Kaká mit Milan das Finale in Athen in einer Neuauflage des Endspiels von 2005 gegen den FC Liverpool mit 2:1.

Transferkampf und Wechsel zu Real Madrid[Bearbeiten]

Kaká im Trikot von Real Madrid (2011)

Nach einem enttäuschenden fünften Tabellenplatz am Ende der Saison 2007/08 mehrten sich die Wechselgerüchte um Kaká. Der Premier-League-Klub Manchester City bot laut Medienberichten Milan die Rekordablöse von etwa 130 Millionen Euro und dem Brasilianer ein Jahresgehalt von 16,5 Millionen Euro. Kaká lehnte den Wechsel jedoch ab. Ein halbes Jahr später, im Juni 2009, kündigte Kaká jedoch seinen Wechsel zu Real Madrid an. Der Brasilianer unterschrieb bei den Spaniern einen Vertrag bis 2015. Die Ablösesumme betrug 65 Millionen Euro, damit ist Kaká nach Cristiano Ronaldo, Gareth Bale und Zinédine Zidane, die ebenfalls zu Real Madrid wechselten, und Zlatan Ibrahimović der fünftteuerste Transfer in der Geschichte des Profifußballs.[5]

Kaká sagte, dass er mit diesem Wechsel auch dem AC Mailand, mit dem er emotional immer verbunden sei, helfen wolle, da sich der Verein in einer „schweren finanziellen Krise“ befinde. Bereits zuvor hatte die Führung des AC Mailand Kaká wegen der finanziellen Lage zu einem Wechsel gedrängt.[6]

In der Spielzeit 2009/10 absolvierte Kaká für Real Madrid 25 Ligaspiele, musste jedoch zwischenzeitlich wegen einer Schambeinprellung und Knieproblemen pausieren. In der darauffolgenden Saison 2010/11 bestritt er aufgrund eines Meniskusschadens lediglich 14 weitere Ligaspiele.[7] In der Saison 2011/12 kam er auf 27 Ligaeinsätze, stand dabei jedoch nur 17 Mal in der Startelf und somit im Schatten seiner Teamkollegen Mesut Özil und Ángel Di María. Kaká schoss fünf Tore und gewann mit Real Madrid am Ende der Spielzeit erstmals die spanische Meisterschaft. In der Saison 2012/13 kam er erneut nicht über die Rolle des Einwechselspielers hinaus und absolvierte lediglich 19 Ligaspiele. Am Saisonende kündigte er an, Real Madrid verlassen zu wollen. Bereits in den vorherigen Transferfenstern hatte der Verein Kaká einen Vereinswechsel nahegelegt. Der Brasilianer konnte seiner hohen Ablösesumme in Madrid nie gerecht werden und kam in vier Spielzeiten auf 120 Pflichtspiele und 29 Tore.

Rückkehr zum AC Mailand[Bearbeiten]

Zur Saison 2013/14 kehrte Kaká ablösefrei zum AC Mailand zurück. Er unterschrieb einen Zweijahresvertrag bis zum 30. Juni 2015.[8]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Kaka im Nationaltrikot bei der WM 2010

2001 nahm Kaká mit der brasilianischen Juniorenmannschaft an der Junioren-Fußballweltmeisterschaft in Argentinien teil, wo die Mannschaft im Viertelfinale gegen Ghana scheiterte.

In der brasilianischen Nationalmannschaft debütierte Kaká am 31. Januar 2002 gegen Bolivien. Er nahm an der WM 2002 teil, war am Titelgewinn Brasiliens jedoch kaum direkt beteiligt, da er im ganzen Turnier lediglich einmal als Einwechselspieler zum Einsatz kam. Erst in den darauffolgenden Jahren erarbeitete sich Kaká den Ruf als einer der besten Fußballspieler Brasiliens. In seinem achten Länderspiel schoss er in der Gold-Cup-Partie gegen Kolumbien am 19. Juli 2003 seine ersten beiden Länderspieltore. Mit der Nationalmannschaft gewann Kaká in den Jahren 2005 und 2009 den FIFA-Konföderationen-Pokal.

Nach der Weltmeisterschaft 2010 wurde Kaká vom neuen Nationaltrainer Mano Menezes, der das Amt nach dem Turnier von Dunga übernahm, erst im November 2011 wieder für Testspiele gegen Gabun und Ägypten nominiert, welche er aber verletzungsbedingt absagen musste. Bis zur nächsten Nominierung verstrich ein weiteres Jahr: Im Herbst 2012 nominierte ihn Menezes für die Testspiele gegen den Irak und Japan, woraufhin Kaká am 11. Oktober 2012 sein Comeback gab.

Titel und Erfolge[Bearbeiten]

In der Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Im Verein[Bearbeiten]

Individuelle Erfolge/Ehrungen[Bearbeiten]

Spielweise[Bearbeiten]

Kaká zeichnet sich insbesondere durch seine Schusstechnik und -kraft sowie Dribbelstärke aus. Er ist stark bei Standards und verfügt über eine hohe Ballsicherheit und durch seine gute Übersicht über ein exzellentes Passspiel. In der Offensive kann er relativ freizügig eingesetzt werden, agiert aber besonders auf der Spielmacherposition bzw. hinter den Spitzen am besten.

Kaká mit seiner Frau Caroline Celico.

Privates[Bearbeiten]

Kakás Vater, Bosco Izecson Pereira Leite, ist von Beruf Ingenieur. Seine Mutter, Simone Cristina dos Santos Leite, arbeitet als Lehrerin. In der brasilianischen Nationalmannschaft ist er – wie beispielsweise auch Sócrates in den 1980er Jahren – einer der wenigen Stammspieler, die der Mittelschicht entstammen. Außerdem hat er einen Bruder, Rodrigo Izecson dos Santos Leite (* 1985), genannt Digão, der bei Kakás langjährigem Verein, dem AC Mailand, unter Vertrag steht und bis 2011 an FC Penafiel ausgeliehen war. Durch seinen Bruder gelangte Kaká auch zu seinem Namen. Da Rodrigo Ricardo nicht aussprechen konnte, nannte er ihn als kleines Kind Kaká.

Am 23. Dezember 2005 heiratete Kaká seine langjährige Freundin und Verlobte Caroline Celico in der evangelischen Freikirche Renascer em Cristo in São Paulo.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kaká – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. FocusOnline: Leonardo im An-, Kaka vor dem Abflug
  2. FussballGott.ch:Der Glaube von Kaká
  3. http://de.oleole.com/spieler/kaka/biografie/phi4ok.html
  4. http://www.transfermarkt.de/de/spieler/3366/kaka/transferdaten.html
  5. Statistiken - Transferrekorde - Die teuersten Spielerwechsel. (transfermarkt.de). Abgerufen am 30. August 2013.
  6. sport1.de: "Wir werden wieder Geschichte schreiben"
  7. rp-online.de: "Real-Star Kaka fällt lange aus"
  8. acmilan.com: Welcome back Kaka!
  9. FocusOnline: Kaká und Marta Welfußballer 2007
Vorgänger Amt Nachfolger

Fabio Cannavaro
Weltfußballer des Jahres
2007

Cristiano Ronaldo

0Fabio Cannavaro0
Europas Fußballer des Jahres
2007

0Cristiano Ronaldo0

Andrij Schewtschenko
Torschützenkönig der UEFA Champions League
2006/07

Cristiano Ronaldo