Kalambo-Fälle

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Kalambo-Fälle
Kalambo Falls

Kalambo Falls

Koordinaten 8° 35′ 47″ S, 31° 14′ 25″ OKoordinaten: 8° 35′ 47″ S, 31° 14′ 25″ O
Kalambo-Fälle (Sambia)
Ort Nordprovinz,
Sambia Sambia
Region Rukwa
Tansania Tansania
Höhe 235 m
Anzahl der Fallstufen 1
Fallender Wasserlauf Kalambo

Die Kalambo-Fälle gehören mit 235 Meter (nach anderen Quellen 221 Meter) zu den höchsten Wasserfällen Afrikas. Sie liegen an der Grenze zwischen Sambia und Tansania am südöstlichen Ende des Tanganjikasees. Entgegen dem offiziellen Namen (Plural) handelt es sich nur um einen einzelnen Wassersturz. Oberhalb dieses Falles gibt es noch die Sanzyefälle des Kalambo.

Prähistorie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologisch gesehen ist Kalambo einer der wichtigsten Fundorte in Afrika. John Desmond Clark war der erste, der 1953 im Bereich eines kleinen Seebeckens oberhalb des Wasserfalls das archäologische Potenzial der Region erkannte und schließlich mit Ausgrabungen begann. Zum Vorschein kamen Spuren menschlicher Aktivitäten, die mehr als 250.000 Jahre umfassen.

Man fand Steinwerkzeuge des späten Acheuléen, Feuerstellen und gut erhaltene organische Objekte. Die Werkzeuge aus der Kalambo Schlucht wurden auf rund 300.000 Jahre vor heute datiert. Außerdem fand man Hinweise auf den Verzehr von Früchten und die Feuerstellen beweisen, dass die Menschen der Gegend um die Kalambo Falls das Feuer vor 60.000 Jahren systematisch nutzten.

Die Technologie des Acheuléen wurde bei den Kalambo-Fällen durch die Sangoan-Industrie und schließlich durch die Lupemban-Industrie abgelöst, welche Ähnlichkeiten mit Fundorten im Kongo zeigt. Vor 10.000 Jahren siedelten Menschen der Magosian-Kultur bei den Wasserfällen, die wiederum der Wilton-Kultur wich. Schließlich, um das vierte Jahrhundert n. Chr., begann ein stärker industrialisiertes Bantuvolk das Gebiet zu besiedeln und bäuerlich zu bestellen.

Die Fälle sind auch bekannt für ihre Marabu-Kolonien.

Anreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf tansanischer Seite erfolgt die Anreise über Sumbawanga; von dort sind es etwa 125 Kilometer. Der Weg ist von dort ausgeschildert. Man nimmt die kaum befahrene Asphaltstraße Richtung Kasanga. Die letzten 17 Kilometer führen über eine gute Piste direkt zu den Fällen, die inzwischen mit Treppen gut erschlossen sind und von oben und unten zu besichtigen sind. Am Gate ist für Ausländer eine Gebühr in Höhe von 23000 Tsh / 10 US-Dollar pro Person fällig. Zusätzlich fallen 23000 Tsh / 10 US-Dollar für den obligatorischen Guide an. Mit eigenem Zelt ist es möglich, an den Fällen zu zelten (5000 Tsh pro Person) – Verpflegungsmöglichkeiten gibt es noch nicht (Stand 3. November 2021).

Man muss über 35 sehr beschwerliche Kilometer durch den Busch anreisen. Eine Straße ist praktisch nicht vorhanden. Am besten startet man die Expedition von der Kleinstadt Kabala aus. Die Fälle sind aber auch von Mpulungu aus auf dem Wasserweg zu erreichen, allerdings sind hier die letzten acht Kilometer zu Fuß zu gehen. Für die Besichtigung der Fälle ist eine kleine Gebühr zu entrichten.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • John Desmond Clark: Kalambo Falls: Prehistoric site. 3 Bände. Cambridge University Press, Cambridge 1969, 1974 und 2001.