Kalatschejewo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Siedlung
Kalatschejewo
Klein Schillehlen (Kleinschollen), Pötkallen (Pötken) und Augskallen (Güldenflur)

Калачеево
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Krasnosnamensk
Frühere Namen I. Warlen (vor 1785),
Klein Schillehlischken (bis 1913),
Klein Schillehlen (bis 1938),
Kleinschollen (bis 1946)

II. Krebszen (vor 1785),
Pötkallen (bis 1938),
Pötken (bis 1946),
Petropawlowskoje (nach 1946)

III. Augschkallen (nach 1785),
Auxkallen (nach 1815),
Augskallen (bis 1938),
Güldenflur (bis 1946)
Bevölkerung 54 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40164
Postleitzahl 238732
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 218 816 008
Geographische Lage
Koordinaten 54° 58′ N, 22° 16′ OKoordinaten: 54° 57′ 32″ N, 22° 15′ 57″ O
Kalatschejewo (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Kalatschejewo (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad‎

Kalatschejewo (russisch Калачеево, deutsch Klein Schillehlen, 1938 bis 1945 Kleinschollen, auch: Pötkallen, 1938 bis 1945 Pötken sowie: Augskallen, 1938 bis 1945 Güldenflur, litauisch Mažieji Šilėnai, auch: Pietkalniai) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad und gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Krasnosnamensk im Rajon Krasnosnamensk.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kalatschejewo liegt an der russischen Regionalstraße R 508 (27A-027), 19 Kilometer östlich von Neman (Ragnit) und 15 Kilometer westlich der Rajonshauptstadt Krasnosnamensk (Lasdehnen, 1938 bis 1946 Haselberg). Innerorts endet eine von Malomoschaiskoje (Budwethen, 1938 bis 1946 Altenkirch) kommende Nebenstraße (27K-058). Ein Bahnanschluss existiert nicht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klein Schillehlen (Kleinschollen)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der im Nordbereich gelegene ehemals Klein Schillehlen[2] genannte Ortsteil bestand vor 1945 aus mehreren kleineren Höfen und Gehöften. Das Dorf wurde 1874 in den neu errichteten Amtsbezirk Kackschen[3] im Kreis Ragnit eingegliedert. Im Jahre 1909 wurde der Amtsbezirk aufgelöst und Klein Schillehlen kam zum Amtsbezirk Wedereitischken, der 1939 in „Amtsbezirk Sandkirchen“ umbenannt wurde, und zwischen 1922 und 1945 zum Landkreis Tilsit-Ragnit im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

Im Jahre 1910 waren in Klein Schillehlen 147 Einwohner gemeldet.[4] Ihre Zahl sank bis 1933 auf 123 und belief sich 1939 noch auf 121.[5] Am 3. Juni – amtlich bestätigt am 16. Juli – des Jahres 1938 wurde Klein Schillehlen aus politisch-ideologischen Gründen zur Vermeidung fremdländisch klingender Ortsnamen in „Kleinschollen“ umbenannt und kam 1945 in Kriegsfolge mit dem gesamten nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion.

Pötkallen (Pötken) / Wetrowo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der im südlichen Bereich an der Nebenstraße 27K-058 gelegene seinerzeit Pötkallen[6] genannte Ortsteil war vor 1945 ein Gutsdorf. Auch Pötkallen gehörte ab 1874 zum Amtsbezirk Kackschen[3] innerhalb des Kreises Ragnit, kam aber nach dessen Auflösung im Jahre 1909 zum Amtsbezirk Budwethen,[7] der ab 1922 dem Landkreis Tilsit-Ragnit im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen zugeordnet wurde und ihm bis 1945 angehörte.

In Pötkallen lebten im Jahre 1910 117 Menschen.[4] Ihre Zahl verringerte sich bis 1933 auf 80 und betrug 1939 noch 87.[5] Im Jahre 1938 in „Pötken“ umbenannt, kam das Dorf 1945 zur Sowjetunion.

Im Jahr 1947 wurde Pötkallen (Pötken) in „Wetrowo“ umbenannt und gleichzeitig dem Dorfsowjet Timofejewski im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.[8]

Augskallen (Güldenflur)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im mittleren Bereich unmittelbar an der Regionalstraße R 508 (27A-027) liegt der ehemals Augskallen[9] genannte Ortsteil. Er wurde vor 1945 aus nur wenigen und verstreut liegenden Gehöften gebildet. 1874 in den Amtsbezirk Kackschen[3] im Kreis Ragnit eingegliedert, kam das Dorf 1909 zum Amtsbezirk Budwethen,[7] der zwischen 1939 und 1945 „Amtsbezirk Altenkirch“ hieß und ab 1922 bis zuletzt zum Landkreis Tilsit-Ragnit im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

30 Einwohner wurden im Jahre 1910 in Augskallen gezählt.[4] Im Jahre 1929 gab das Dorf seine Eigenständigkeit auf und schloss sich mit den Nachbarorten Pabuduppen und Bejehnen (1938 bis 1946: Behnen, heute nicht mehr existent) zur neuen Landgemeinde Pabuduppen (1938 bis 1946: Finkenhagen, heute russisch: Kraineje) zusammen. Im Jahre 1938 in „Güldenflur“ umbenannt, wurde der Ort 1945 in die Sowjetunion überführt.

Kalatschejewo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1947 wurde Klein Schillehlen (Kleinschollen) in „Kalatschejewo“ umbenannt und gleichzeitig dem Dorfsowjet Timofejewski im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.[8] Später wurde auch die Ortsstelle Augskallen zu Kalatschejewo gezählt[10] und der Ort Wetrowo an Kalatschejewo angeschlossen.[10] Von 2008 bis 2015 gehörte Kalatschejewo zur Landgemeinde Alexejewskoje und gehört seither zum Stadtkreis Krasnosnamensk.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Klein Schillehlen (Kleinschollen), Pötkallen (Pötken) und Augskallen (Güldenflur) war die Bevölkerung vor 1945 fast ausnahmslos evangelischer Konfession. Während Klein Schillehlen in das Kirchspiel der Kirche Wedereitischken (der Ort hieß zwischen 1938 und 1946 Sandkirchen, heute russisch Timofejewo) eingepfarrt war, gehörten Pötkallen und Augskallen zur Pfarrei der Kirche Budwethen (1938 bis 1946: Altenkirch, russisch: Malomoschaiskoje). Beide Kirchen waren Teil der Diözese Ragnit im Kirchenkreis Tilsit-Ragnit in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.

Heute liegt Kalatschejewo im Einzugsgebiet der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Sabrodino (Lesgewangminnen, 1938 bis 1946 Lesgewangen) in der Propstei Kaliningrad[11] (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Kleinschollen
  3. a b c Rolf Jehke, Amtsbezirk Kackschen/Wedereitischken/Sandkirchen
  4. a b c Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Ragnit
  5. a b Michael Rademacher, Deutsch-österreichisches Ortsbuch, Landkreis Tilsit-Ragnit
  6. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Pötken
  7. a b Rolf Jehke, Amtsbezirk Budwethen/Altenkirch
  8. a b Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 17. November 1947)
  9. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Güldenflur
  10. a b Gemäß dem Ortsverzeichnis der Oblast Kaliningrad von 1976
  11. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info