Kalfaktor

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Ein Kalfaktor (Mehrzahl Kalfaktoren; auch Kalfakter, Mehrzahl Kalfakter) ist eine Hilfskraft oder ein Bediensteter, der einfache Arbeiten verrichtet.

Das Wort stammt aus dem mittellateinischen calefactor, das „Heizer“ bedeutet. Es wurde im 16. Jahrhundert als Lehnwort ins Deutsche übernommen.[1][2] Angewendet wurde es zuerst für die Bezeichnung der Person, die in den mittelalterlichen Klöstern für den Betrieb der Wärmestube, des Kalefaktoriums, verantwortlich war.

Es kann sich bei einem Kalfaktor heute auch um einen Hausmeister handeln oder um einen Gefangenen, der Hilfsdienste für die Vollzugsbeamten und die Verwaltung in einem Gefängnis leistet (in der Häftlingssprache, vor allem in Österreich: „Fazi“). Die Bezeichnung wird insbesondere in den Neuen Bundesländern, aber auch in Norddeutschland benutzt. In anderen Regionen heißt es Hausarbeiter, Reiniger oder Schänzer. In der Schweiz werden Gefangene mit besonderen Aufgaben auf der Station (Putzen, Essensverteilung etc.) ebenfalls Kalfaktoren genannt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Kalfaktor – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 4. Auflage. Band 7, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2006, ISBN 978-3-411-04074-2, Seite 379.
  2. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742, Seite 461.