Kalinin K-1

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Kalinin K-1 (RWS-6)
Kalinin K-1
Typ: Verkehrsflugzeug
Entwurfsland:

Sowjetunion 1923Sowjetunion Sowjetunion

Hersteller:

ChAI/RWS

Erstflug: 26. Juli 1925
Stückzahl: 5

Die Kalinin K-1 (russisch Калинин К-1) war ein sowjetisches Passagierflugzeug, das drei Personen befördern konnte. Allerdings besaß sie ein recht schwaches Triebwerk und wurde darum nur in einigen Exemplaren gebaut.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konstantin A. Kalinin begann 1925 am Luftfahrtinstitut Charkiw die Arbeiten an der K-1. Zu Kalinins engsten Mitarbeitern gehörten damals D. L. Tomaschewitsch, A. N. Grazianski und A. T. Rudenko. Die ersten Konstruktionspläne waren von Kalinin schon 1923 entworfen worden, als die ukrainische Fluggesellschaft Ukrwosduchput nach Eröffnung der ersten regulären Flugverbindung von Moskau nach Nischni-Nowgorod für weitere Expansionspläne ein billiges, robustes und leicht wartbares Flugzeug gefordert hatte. Der Bau erfolgte im Kiewer Reparaturflugzeugwerk, weshalb die K-1 auch als RWS-6 (Remwosduchsawod-6 = Reparaturflugzeugwerk 6) bezeichnete. Der Erstflug erfolgte am 20. April 1925 oder nach anderer Quelle am 26. Juli 1925.[1] Im Sommer 1925 soll die Werkserprobung stattgefunden haben und im September des gleichen Jahres erfolgte in Moskau die staatliche Abnahme für die zivile Luftfahrt. Während der Tests soll die K-1 mit voller Zuladung in 3000 Metern Höhe eine Geschwindigkeit von 191 km/h erreicht haben.[2]

Eingesetzt wurde der Typ hauptsächlich als Passagierflugzeug, später als Sanitätsflugzeug (Siehe K-3) und, da sie in der Lage war 400 kg Chemikalien zu befördern, auch in der Landwirtschaft. Es entstanden in Minsk fünf Exemplare. Nachfolger waren die K-2, K-3, K-4 und schließlich die in 290 Exemplaren produzierte Kalinin K-5.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die K-1 war ein abgestrebter Schulterdecker mit elliptischem, dreiteiligen Tragflügel. Der rechteckige Rumpf bestand aus einem Stahlrohrgerüst, im vorderen Bereich bis zum Ende der Passagierkabine mit Leichtmetall beplankt und im hinteren mit Stoff bespannt. Das Mittelstück des Tragflügels bildete ein Stahlrohrgerüst, während die Außenflügel aus Holz und mit Stoff bespannt waren. Er war zum Rumpf hin auf jeder Seite mit zwei parallel zueinander verlaufenden und mit Sperrholz ummantelten Stahlrohrstreben abgestützt. Das Höhenleitwerk war ebenfalls als Ellipse ausgebildet und bestand aus einer mit Stoff bespannten Holzkonstruktion. Auch das Seitenleitwerk besaß Stoffbespannung, bestand aber aus Stahlrohr. Das Fahrwerk bespannt aus den mit einer Achse verbundenen Haupträdern und einem Schleifsporn am Heck.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreiseitenansicht
Kenngröße Daten
Besatzung 1
Passagiere 3
Länge 10,72 m
Spannweite 16,76 m
Flügelfläche 40,00 m²
Flügelstreckung 7
Rüstmasse 1452 kg
Nutzlast 520 kg
Startmasse 1972 kg
Flächenbelastung 49,3 kg/m²
Leistungsbelastung 12,3 kg/PS
Triebwerk 1 flüssigkeitsgekühlter Neunzylinder-Reihenmotor Salmson RB-9
mit starrer Zweiblatt-Holzluftschraube
Leistung 127 kW (ca. 170 PS)
Kraftstoffvolumen 170 kg
Höchstgeschwindigkeit 160 km/h in Bodennähe
Reisegeschwindigkeit 130 km/h
Landegeschwindigkeit 70 km/h
Startrollstrecke 120 m
Landerollstrecke 180 m
Steigzeit auf 1000 m 12,3 min
Dienstgipfelhöhe 3000 m
Reichweite 600 km

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz A. F. Schmidt: Historische Flugzeuge Teil II. Motorbuch, Stuttgart 1970.
  • Heinz A. F. Schmidt: Sowjetische Flugzeuge. Transpress, Berlin, S. 53.
  • Wilfried Kopenhagen: Lexikon Sowjetluftfahrt. Elbe–Dnjepr, Klitzschen 2007, ISBN 978-3-933395-90-0.
  • Iwan I. Rodionow, Jürgen Freytag: Eine sowjetische Legende – Alexandrow/Kalinin AK-1. In: Modellbau heute. Nr. 06, 1989, ISSN 0323-312X, S. 21/22.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kalinin K-1 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. unklare Informationlage: Erstflug 26. Juli 1925 in: Kopenhagen, Lexikon Sowjetluftfahrt, S. 112
  2. Flieger Revue 10/1972