Kalitta Air

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Kalitta Air
Boeing 747-400BCF der Kalitta Air
IATA-Code: K4
ICAO-Code: CKS
Rufzeichen: CONNIE
Gründung: 1981 (als American International Airways)
Sitz: Ypsilanti, Michigan,
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Heimatflughafen: Willow Run Airport
IATA-Prefixcode: 272
Leitung: Conrad Kalitta (CEO)
Flottenstärke: 27
Ziele: national und international
Website: www.kalittaair.com

Kalitta Air (ursprünglich American International Airways) ist eine US-amerikanische Frachtfluggesellschaft mit Sitz in Ypsilanti und Wartungsbasis auf dem dortigen Willow Run Airport. Sie ist nach dem Firmeninhaber Conrad Kalitta (* 1938, CEO) benannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Conrad „Connie“ Kalitta, der als erfolgreicher Fahrer an Beschleunigungsrennen teilnahm, erwarb im Jahr 1967 eine Cessna 310 die er zur Auslieferung von ihm selbst erprobter Autoteile nutzte. Im Jahr 1973 wandelte er sein in Detroit ansässiges Einzelunternehmen in die Charterfluggesellschaft Connie Kalitta Services (CKS) um. Die Gesellschaft setzte ihrer Flugzeuge anfangs primär im Ad-Hoc-Frachtverkehr für die Automobilindustrie ein. Im Verlauf der 1980er Jahre stellte die Gesellschaft Frachtflugzeuge des Typs Douglas DC-8 in Dienst.[1]

Anfang 1991 erwarb Conrad Kalitta die insolvente American International Airways, die im Jahr 1981 in Atlantic City gegründet worden war.[2] Dabei übernahm er auch das Air Operator Certificate dieser Gesellschaft, wodurch internationale Linienflüge möglich wurden. Die zuvor von Connie Kalitta Services als Frachter genutzten Verkehrsflugzeuge überstellte Conrad Kalitta an sein neues Unternehmen, welches den Namen Kalitta American International Airways erhielt.[2] Im selben Jahr flog Kalitta American International Airways unter anderem etwa 600 militärische Chartereinsätze zur Unterstützung der US-Truppen im Zweiten Golfkrieg. Im Frühjahr 1995 bestand ihre Flotte aus 22 Boeing 727, 6 Boeing 747, 25 Douglas DC-8 und 4 Lockheed L-1011.[3]

Im November 1997 kaufte die Holding Kitty Hawk Group mehrere Unternehmen der Kalitta-Gruppe auf, darunter auch die Kalitta American International Airways, welche anschließend den Namen Kitty Hawk International bekam.[4] Nachdem die Gesellschaft in wirtschaftliche Probleme geraten war, kaufte Conrad Kalitta das Unternehmen im April 2000 zurück und firmierte es in Kalitta Air um. Seit November 2000 findet der Flugbetrieb unter diesem Namen statt.

Flugziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kalitta Air führt weltweite Frachtflüge im Charter- und Liniendienst durch. Seit 2003 bedient Kalitta Air regelmäßig die Routen vom John F. Kennedy International Airport in New York beziehungsweise dem O’Hare International Airport in Chicago zum Flughafen Schiphol in Amsterdam beziehungsweise nach Nottingham/East Midlands sowie auch zwischen den USA und Hongkong. Auch Leipzig/Halle wird regelmäßig angeflogen. Die Flüge werden teils auch im Auftrag Dritter durchgeführt, Kalitta Air ist beispielsweise für das Air Mobility Command tätig und betreibt Flugzeuge für DHL Aviation.

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Stand April 2018 besteht die Flotte der Kalitta Air aus 27 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 21,9 Jahren:[5]

Flugzeugtyp Anzahl bestellt Anmerkungen
Boeing 767-300ER-Frachter 06 0 vier 767-300ERBDSF sowie zwei Passagierflugzeuge, die derzeit umgebaut werden
Boeing 747-400 01 0 von Korean Air erworbenes Flugzeug mit 335 Sitzplätzen
Boeing 747-400-Frachter 020 0 zehn 747-400BCF, eine 747-400ERF, neun 747-400FSCD
gesamt 27

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die am 25. Mai 2008 in Brüssel verunglückte N704CK

Kalitta Air verzeichnet zwei Flugzeugverluste.[6] Einen weiteren Totalverlust verbuchte ihre Vorgängerin Kalitta American International Airways:

  • Am 18. August 1993 stürzte eine Douglas DC-8-61 (Kennzeichen: N814CK) im Anflug auf die Guantanamo Bay Naval Base infolge eines Strömungsabrisses ab. Die drei Besatzungsmitglieder kamen ums Leben.[7]
  • Am 25. Mai 2008 verunglückte auf dem Flughafen Brüssel-Zaventem eine Boeing 747-209F (N704CK) die 76 Tonnen Fracht nach Bahrain befördern sollte.[8] Die Maschine kam von der Startbahn ab und zerbrach in drei Teile. Alle fünf Besatzungsmitglieder konnten sich über die Notrutschen in Sicherheit bringen, vier davon wurden bei dem Zwischenfall leicht verletzt.[9]
  • Am 7. Juli 2008 verunglückte die Boeing 747-209B (N714CK) kurz nach dem Start in Bogotá. Sie war im Auftrag der Air Cargo auf dem Weg nach Miami. Das Flugzeug stürzte kurz nach dem Start aus geringer Höhe auf ein Haus und begrub zwei Bewohner unter sich. Das Flugzeug brach auseinander, die acht Besatzungsmitglieder des Fluges überlebten dieses Unglück jedoch nahezu unverletzt.[10]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kalitta Air – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. JP airline-fleets international, Edition 90/91
  2. a b JP airline-fleets international, Edition 92/93
  3. JP airline-fleets international, Edition 95/96
  4. Securities and Exchange Commission, Kitty Hawk Inc., 1. April 1999 (in Englisch), abgerufen am 2. April 2018
  5. Ch-Aviation, Flotte der Kalitta Air mit Stand 4. April 2018 (in Englisch), abgerufen am 4. April 2018
  6. Daten über die Fluggesellschaft Kalitta Air im Aviation Safety Network, abgerufen am 8. Oktober 2013
  7. NTSB, offizieller Unfallbericht, American International Airways, Douglas DC-8-61, N814CK, 18. August 1993 (in Englisch), abgerufen am 4. April 2018
  8. Flugunfalldaten und -bericht des Unfalles vom 25. Mai 2008 im Aviation Safety Network
  9. aerosecure (Simon Widmaier): Boeing 747 bricht entzwei. aerosecure.de, 25. Mai 2008, 20:00 Uhr
  10. Flugunfalldaten und -bericht des Unglückes vom 7. Juli 2008 im Aviation Safety Network
  11. George C. Larson, Tony Reichhardt: The Making of Air Force One. Of course you realize nothing like this could ever happen. Air & Space Magazine, September 1997, abgerufen am 24. Dezember 2014.
  12. Historie aller gebauten Boeing 747. Airfleets.com