Kalium-O-ethyldithiocarbonat

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Strukturformel
Strukturformel von Kalium-O-ethyldithiocarbonat
Allgemeines
Name Kalium-O-ethyldithiocarbonat
Andere Namen
  • Kaliumethylxanthogenat
  • Kaliumethylxanthat
  • Kaliumxanthogenat
  • KEX
Summenformel C3H5OS2K
CAS-Nummer 140-89-6
PubChem 2735045
Eigenschaften
Molare Masse 160,30 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

0,4–0,6 g·cm−3 (Schüttdichte)[1]

Schmelzpunkt

220–250 °C, zersetzt sich zwischen 210 und 225 °C[2]

Löslichkeit

sehr leicht löslich in Wasser (1090 g·l−1 bei °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
02 – Leicht-/Hochentzündlich 07 – Achtung 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 251​‐​302​‐​315​‐​319​‐​335​‐​411Vorlage:H-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze
P: 235+410​‐​261​‐​273​‐​305+351+338 [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][3]
Leichtentzündlich Gesundheitsschädlich
Leicht-
entzündlich
Gesundheits-
schädlich
(F) (Xn)
R- und S-Sätze R: 15/29​‐​22​‐​36/37/38
S: 26​‐​37​‐​43
Toxikologische Daten

1700 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Kalium-O-ethyldithiocarbonat, früher Kaliumethylxanthogenat, ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Kaliumsalze und Xanthogenate (Dithiocarbonate).

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Kalium-O-ethyldithiocarbonat wurde erstmals 1822 von William Christopher Zeise aus Kaliumhydroxid, Kohlenstoffdisulfid und Ethanol hergestellt.[2]

Verwendung[Bearbeiten]

Kalium-O-ethyldithiocarbonat wird überwiegend als anionaktiver Sammler bei der Flotation von Kupfer-, Nickel- und Silbererzen verwendet.

Auch für Synthesen wird es verwendet: So sind Thioketone durch Reaktion von Kalium-O-ethyldithiocarbonat und Dichloriden aus zugänglich.[5] Kalium-O-ethyldithiocarbonat wurde auch für Verwendung als Konservierungsmittel, Fällungsreagenz und in Japan für die Flüssig-Flüssig-Extraktion von Technetium und Rhenium untersucht.

Literatur[Bearbeiten]

  •  B. Zöller: Kaliumxanthogenat als Conservirungsmittel. In: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. 10, Nr. 1, Januar 1877, S. 52–52, doi:10.1002/cber.18770100117 (PDF).
  •  Hans-Jürgen Rahn: Über den qualitativen Nachweis von Cadmium neben Kupfer mit Hilfe von Kaliumxanthogenat. In: Fresenius’ Zeitschrift für Analytische Chemie. 131, Nr. 4, 1950, S. 263–266, doi:10.1007/bf00434477 (PDF).
  •  E. Schuster: Über die Trennung von Technetium und Rhenium durch Flüssig-flüssig-Extraktion mit Kaliumxanthogenat. In: Fresenius’ Zeitschrift für Analytische Chemie. 231, Nr. 4, 1967, S. 309–309, doi:10.1007/bf00708141 (PDF).
  •  Zohir Nedjar, Mustapha Bouhenguel, Abd Elbaki Djebaili: Synthesis and Structural Characterization of Xanthate (KEX) in Sight of Their Utilization in the Processe of Sulphides Flotation. In: Journal of Minerals and Materials Characterization and Engineering (Open Access). 8, Nr. 6, Juni 2009, S. 469-477 (PDF).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Datenblatt Kalium-O-ethyldithiocarbonat (PDF) bei Merck, abgerufen am 30. Mai 2014.
  2. a b Eintrag zu Kaliumdithiocarbonate. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 30. Mai 2014.
  3. a b c Datenblatt Potassium ethyl xanthogenate, 96% bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 30. Mai 2014 (PDF).
  4. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5.  Alexander Schönberg, Emil Frese: Organische Schwefelverbindungen, LIV. Synthesen von Thiocarbonylverbindungen durch Einwirkung von Kaliumxanthogenat oder Thioharnstoffen auf gem. Dichloride. In: Chemische Berichte. 101, Nr. 2, Februar 1968, ISSN 00092940, S. 701–715, doi:10.1002/cber.19681010241 (PDF).