Kalkalgen

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Kalkabscheidende Grünalgen der Gattung Halimeda, umgeben von articulaten Corallinaceen, in den Küstengewässern von Réunion

Kalkalgen sind nicht näher miteinander verwandte systematische Gruppen (Taxa) von entweder einzelligen oder mehrzelligen, aquatischen, photoautotrophen Organismen, die im Zuge ihrer Stoffwechselaktivität Kalziumkarbonat („kohlensauren Kalk“, CaCO3) abscheiden. Dies geschieht entweder in Form von kalkigen Skeletten oder in Form von Kalkkrusten. Abgeschieden wird dabei – gruppenspezifisch – entweder Kalzit oder Aragonit.

Zu den Kalkalgen gehören einige Cyanobakterien (Blaualgen), die corallinen Rotalgen (Corallinaceen), verschiedene Gruppen von Grünalgen (z. B. die Gattung Penicillus) sowie die Coccolithophoriden (Kalkflagellaten) und die kalkigen Dinoflagellaten (Calciodinelloideae), beides Gruppen komplexer einzelliger Algen, die auf eine sekundäre Endosymbiose zurückgehen (der Plastid geht bei ihnen nicht primär auf ein aufgenommenes Cyanobakterium, sondern sekundär auf eine Rotalge zurück, von der heute mit Ausnahme von deren Plastiden nur wenige Relikte in der Zelle erhalten sind). Die Grünalgen und kalkigen Dinoflagellaten stellen hierbei als einzige auch im Süßwasser lebende Vertreter. Nur die Coccolithophoriden und kalkigen Dinoflagellaten stellen planktonisch lebende Vertreter (wobei viele Dinoflagellaten nicht zeitlebens Kalk sekretieren, sondern nur in bestimmten Phasen ihres Lebenszyklus’). Beide Gruppen sind mixotroph, also neben der Ernährung durch Photosyntheses auch zu heterotropher Ernährung imstande.

Benthonische Kalkalgen spielen eine wichtige Rolle bei der Stabilisierung (Inkrustration) von Riffen, bauen teilweise sogar allein Riffstrukturen (sogenannte Pseudoriffe) auf. Planktonische Kalkalgen, insbesondere die Coccolithophoriden, sind die Quelle der mächtigen, feinkörnigen Hochseekalke („Kreide“) der Kreidezeit.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kalkalgen im Spektrum Online-Lexikon der Geowissenschaften