Kalte-Rinne-Viadukt
| Kalte-Rinne-Viadukt | ||
|---|---|---|
| Überführt | Semmeringbahn | |
| Querung von | Kalte Rinne | |
| Ort | Breitenstein | |
| Konstruktion | zweigleisige Bogenbrücke | |
| Gesamtlänge | 182 m | |
| Höhe | 46 m | |
| Baubeginn | 1850 | |
| Fertigstellung | 1853 | |
| Lage | ||
| Koordinaten | 47° 39′ 26″ N, 15° 48′ 20″ O | |
|
| ||
Das Kalte-Rinne-Viadukt ist eine zweigleisige Eisenbahnbrücke auf der Ostrampe der Semmeringbahn im österreichischen Bundesland Niederösterreich. Es befindet sich bei Bahnkilometer 98,79.
Beschreibung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Viadukt besteht aus einer zweigeschoßigen Bogenbrücke mit oben zehn und unten fünf gleichgroßen Bogen.[1][2] Baumaterial war Ziegelmauerwerk. Mit einem Kreisdurchmesser von rund 800 m macht die Trasse im Bereich der Brücke einen Kreisbogen von 193,5°, die Steigung beträgt 17 ‰.[3] Beim damaligen Stand der Technik war der Bau der Brücke sowohl von der nicht-geraden Linienführung als auch von den örtlichen Gegebenheiten her eine große Herausforderung. Das Viadukt ist mit zahlreichen schmückenden Elementen versehen, so hat es Rosetten über den Pfeilern, Gesimse u. a. beim Übergang von Pfeiler zu Bogen und andersfarbige Steine zur Bogenumrandung. Wie auch bei den anderen ebenfalls zweigeschoßigen Viadukten entlang der Strecke fällt der mit Schmuck verzierte Baustil auf, der nach Auffassung von einigen Autoren an Palastbauten in Venedig erinnert.[4] Der Erbauer der Semmeringbahn, Carl von Ghega, stammte aus Venedig. Die Semmeringbahn war die erste normalspurige Gebirgsbahn Europas für Adhäsionsantrieb. Die Bahn gehört seit 1998 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Nach Osten schließt sich unmittelbar an die Brücke der 337 m lange Polleros-Tunnel an. Nach Westen steht neben der Strecke ein ehemaliges Bahnwärterhaus, das heute zu Ehren von Carl von Ghega als Museum genutzt wird.[5]
Unter strenger Beachtung der Denkmalschutzvorgaben wurde das Viadukt zuletzt im Jahr 2023 bei laufendem Betrieb aufwendig saniert. Die Steine der Brüstungsmauer wurden nummeriert, danach einzeln entfernt, von einem Steinmetz saniert und anschließend an der alten Stelle in das Bauwerk wieder eingesetzt. Durch den Einbau von Stahlbetonplatten wurde die Brücke ertüchtigt, eine Entwässerung für das Tragwerk wurde eingebaut und es wurden Anker zur Verbesserung der Stabilität gesetzt.[6]
Abbildungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Viadukt zusammen mit dem Bergpanorama im Hintergrund wird vielfach abgebildet. Es zierte u. a. den ab 1967 gültigen österreichischen 20-Schillingschein[7][8] sowie aus Anlass des UNESCO-Weltkulturerbes eine österreichische Briefmarke zu 35 Schilling von 2001.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Beschreibung der Anlage und des Betriebes der Semmeringbahn. Allgemeine Bauzeitung. 1860. (Digitalisat)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Kalte-Rinne-Viadukt. structurae, abgerufen am 1. Februar 2026.
- ↑ Kalte-Rinne-Viadukt. Die Fahrt über den Semmering, abgerufen am 31. Januar 2026.
- ↑ Viadukt über die Kalte Rinne. Semmering, abgerufen am 31. Januar 2026.
- ↑ Das Viadukt über die Kalte Rinne. alpenbahnen.net, abgerufen am 1. Februar 2026.
- ↑ Das 1. und einzige GHEGA - MUSEUM. Ghega Museum, abgerufen am 31. Januar 2026.
- ↑ Semmeringstrecke: „Kalte Rinne“ wird saniert. ORF, 8. April 2023, abgerufen am 31. Januar 2026.
- ↑ Österreichische Banknoten ab 1925. www.geldschein.at, abgerufen am 2. Februar 2026.
- ↑ Schilling-Banknoten der Oesterreichischen Nationalbank 1945–2002 - Oesterreichische Nationalbank (OeNB). Abgerufen am 4. Februar 2026.
