Kaltlufttropfen

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Als Kaltlufttropfen bezeichnen Meteorologen ein Höhentief in der oberen Troposphäre.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er besteht aus sehr kalter Luft polaren Ursprungs, hat typischerweise eine horizontale Ausdehnung von 300 bis 1000 km und befindet sich in 5.000 bis 10.000 Meter Höhe über dem Meeresspiegel. Ein Kaltlufttropfen ist am Boden nicht als Tiefdruckgebiet erkennbar; allenfalls macht er sich durch eine geringe zyklonale Ausbuchtung der Isobaren bemerkbar. Ein Kaltlufttropfen hat auch keine Fronten. Doch sind bei seinem Durchzug etwa dieselben Wettererscheinungen wie bei einem Tief, nur in umgekehrter Reihenfolge, zu beobachten:

  • Vorderseite: Besonders im Winter Wolkenformationen mit Schauern wie bei einer Kaltfront, sonst durch Absinkprozesse Bewölkungsrückgang oder auflockernde Bewölkung.
  • Rückseite: Gebiet geschlossener Aufgleitbewölkung mit zum Teil länger anhaltenden Niederschlägen wie bei einer Warmfront - im Sommer nicht so stark ausgeprägt.
  • Zentrum: Niedrige Höhentemperaturen bewirken hohe Labilität, daher häufig hochreichende Quellbewölkung mit Schauern und Gewittern, besonders im Sommer. Als beispielhaft für eine solche Schwergewitterlage gilt die Wetterlage, die im Juli 1965 zur sogenannten Heinrichsflut in Nordhessen, Ostwestfalen und Südniedersachsen führte.

Ein Barometer am Boden kann trotz eines vorhandenen Kaltlufttropfens Hochdruck anzeigen und damit „schönes Wetter“ vermuten lassen. Meist ist es jedoch stark bewölkt und die in der Höhe entstehenden langlebigen Wirbel können für heftige Gewitter, im Winter für Schneefälle sorgen.

Verhalten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verhalten von Kaltlufttropfen gibt den Modellberechnungen immer noch große Schwierigkeiten auf. Welche genaue Zugrichtung er nimmt - oder ob er gar weitgehend ortsbeständig ist - bleibt schwer vorherzusagen. Einen Anhaltspunkt bietet die Erfahrung, dass sie etwa der Strömung am Boden folgen. Eine Prognose bei Wettersituationen, in denen Kaltlufttropfen im Spiel sind, enthält daher einen hohen Unsicherheitsfaktor. Bisweilen lässt sich die Wetterentwicklung kaum für die nächsten 24 bis 36 Stunden abschätzen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roger P. Frey: Donnerwetter. Flugmeteorologie von A-Z. 5. Auflage. Selbstverlag, Bern 2016, ISBN 978-3-03302636-0.