Kamala Harris

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Kamala Harris (2017)

Kamala Devi Harris (* 20. Oktober 1964 in Oakland, Kalifornien) ist eine US-amerikanische Juristin und Politikerin. Sie gehört der Demokratischen Partei an und vertritt seit dem 3. Januar 2017 den Bundesstaat Kalifornien im Senat der Vereinigten Staaten. Zuvor bekleidete sie von 2011 bis 2017 das Amt des Attorney Generals von Kalifornien, womit sie Mitglied der Regierung dieses Bundesstaats war.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harris wurde 1964 als Tochter eines aus Jamaika stammenden Universitätsprofessors und einer indischstämmigen Ärztin im kalifornischen Oakland geboren. Sie wuchs größtenteils in Oakland auf, lebte jedoch aufgrund des Berufs ihrer Mutter auch zeitweise im kanadischen Montreal. Bis zum Jahr 1986 studierte sie an der Howard University in Washington, D.C. Nach dem Bachelorabschluss kehrte Harris nach Kalifornien zurück, wo sie am University of California, Hastings College of the Law ein rechtswissenschaftliches Studium aufnahm und dieses 1989 mit dem Grad Juris Doctor abschloss. 1990 erhielt sie ihre Zulassung als Anwältin. Von 1990 bis 1998 war sie Assistentin des Staatsanwalts von Alameda County, im Anschluss war sie zwei Jahre lang im Büro des Bezirks-Staatsanwalt von San Francisco tätig. Im Jahr 2000 wechselte sie in das städtische Büro des Staatsanwalts von San Francisco.[1]

Politisch gehört Harris der Demokratischen Partei an. Im Jahr 2003 kandidierte sie für ihre Partei als Bezirksstaatsanwältin in San Francisco und wurde gewählt. Sie konnte dabei den Amtsinhaber Terence Hallinan besiegen. Im Jahr 2007 gelang ihr die einstimmige Wiederwahl. Sowohl parteiintern als auch von Seiten der Republikaner gab es keine Konkurrenz. In dieser Funktion war sie maßgeblich an der Entwicklung eines Präventionsprogramms gegen den Rückfall von Kriminellen beteiligt. Dieses Programm fand auch auf bundesstaatlicher Ebene Zustimmung, sodass die State Legislature ein Gesetz beschloss, das von Gouverneur Schwarzenegger unterzeichnet wurde.[1]

Attorney General von Kalifornien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harris (rechts) während einer Pressekonferenz im Februar 2013; links hinter ihr US-Justizminister Eric Holder

Für die Wahl des Attorney Generals im Jahr 2010 galt Harris als Favoritin, nachdem der bisherige Amtsinhaber Jerry Brown erklärt hatte, nicht mehr antreten zu wollen und stattdessen das Amt des Gouverneurs anzustreben. Bei den parteiinternen Vorwahlen im Juni des Jahres konnte sich Harris gegen sechs weitere Bewerber durchsetzen. Bei der Wahl des Attorney Generals am 2. November 2010 siegte sie unter schlechten landesweiten Bedingungen für ihre Partei über den Republikaner Steve Cooley äußerst knapp (46,1 gegen 45,3 Prozent der Stimmen). Dennoch blieb ihr Ergebnis deutlich unter dem Jerry Browns bei der parallel stattfindenden Gouverneurswahl. Ihr neues Amt als Attorney General trat sie am 3. Januar 2011 an. Auf diesem Posten hatte sie in erster Linie die Funktion eines Generalstaatsanwalts, übernahm jedoch auch Aufgaben eines Justizministers. Ferner berät sie die Regierung des Bundesstaates, der sie selbst angehörte, in Rechtsfragen. Harris war sowohl die erste Frau in diesem Amt als auch die erste Person mit afroamerikanischem und indischem Hintergrund. Als Attorney General trat sie wie auch Gouverneur Brown für eine stärkere Kontrolle von Waffen und die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Ehen ein. Sie sprach sich außerdem gegen die Todesstrafe aus, weshalb sie in den USA als liberal angesehen wird.

Im Vorfeld der Wahl des Attorney Generals im Jahr 2014 konnte sie die Vorwahlen ohne Probleme für sich entscheiden. Bei der eigentlichen Wahl am 4. November 2014 wurde sie gegen den Republikaner Ronald Gold mit knapp 57,5 Prozent bestätigt. Sie konnte damit wie auch bei der zeitgleich erfolgten Wiederwahl von Gouverneur Jerry Brown und Vizegouverneur Gavin Newsom ihren republikanischen Kontrahenten mit einer deutlichen Mehrheit besiegen. Am 5. Januar 2015 begann ihre zweite Amtszeit von vier Jahren.[2]

Nach dem im September 2014 angekündigten Rücktritt von US-Justizminister Eric Holder wurde Harris in den US-Medien als mögliche Nachfolgerin gehandelt. US-Präsident Barack Obama entschied sich letztlich aber für Loretta Lynch.[3]

Nach ihrer Wahl in den US-Senat legte Harris ihr Amt als Attorney General von Kalifornien am 3. Januar 2017 nieder. Mit Zustimmung der State Legislature ernannte Gouverneur Brown den Kongressabgeordneten Xavier Becerra zu ihrem Nachfolger.

Senatskandidatur 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harris während einer Rede im September 2016

Am 13. Januar 2015 kündigte Harris an, sich um die Nachfolge der nicht mehr kandidierenden Barbara Boxer im US-Senat bei der Wahl im November 2016 bewerben zu wollen. Über eine Kandidatur Harris' für ein höheres politisches Amt war bereits seit mehreren Monaten in den US-Medien spekuliert worden. Neben einer Senatsbewerbung wurde auch eine Kandidatur für den Gouverneursposten gemutmaßt. Noch am Tag der Bekanntgabe ihrer Bewerbung erklärte Vizegouverneur Gavin Newsom seine Unterstützung für Harris. Newsom wurde selbst als möglicher Anwärter für den Senat gehandelt. Im Februar 2015 erklärte Newsom bei den Wahlen 2018 als Gouverneur antreten zu wollen, was von Harris befürwortet wird.[4][5] Auch die prominente Senatorin Elizabeth Warren kündigte an, Harris bei ihrer Senatskandidatur zu unterstützen und Wahlkampfgelder zu sammeln.[6] Darüber hinaus erhielt sie im Mai 2016 eine offizielle Unterstützungserklärung (sog. Endorsement) von Gouverneur Brown, der in Kalifornien als äußerst populär galt. Später sprachen sich auch US-Präsident Barack Obama und Vizepräsident Joe Biden für sie aus.[7]

Bei den Vorwahlen am 7. Juni 2016 setzte sich Harris mit mehr als 40 Prozent der Stimmen durch. Seit 2012 wendet Kalifornien mit Ausnahme des Präsidenten für sämtliche Wahlämter keine Vorwahlen nach Partei mehr an: Im Rahmen einer einzigen Vorwahl wird über alle Kandidaten abgestimmt, unabhängig von deren Parteizugehörigkeit (sog. nonpartisan blanket primary). Bei der eigentlichen Wahl treten dann die beiden erfolgreichsten Kandidaten der Vorwahl gegeneinander an, während die übrigen Bewerber ausgeschieden sind. Da im Zuge dieser Vorwahl die demokratische Kongressabgeordnete Loretta Sanchez mit rund 16 Prozent den zweiten Rang belegte und damit alle kandidierenden Republikaner hinter sich ließ, trafen bei der eigentlichen Senatswahl im November 2016 mit Harris und Sanchez erstmals zwei Demokratinnen aufeinander.[8] Harris wurde dabei dem progressiven Flügel der Demokraten zugerechnet, während ihre Gegnerin eher als eine Vertreterin der politischen Mitte angesehen wurde. Umfragen sahen Harris während der gesamten Kampagne klar in Führung. Am Wahltag, dem 8. November, konnte sie ihre Kontrahentin Loretta Sanchez mit 62,6 % der abgegebenen Stimmen schlagen.

Senatorin für Kalifornien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kamala Harris im April 2017

Am 3. Januar 2017 wurde Harris bei der Konstituierung des neuen Kongresses zur neuen Senatorin vereidigt. Sie war nach ihrem Amtsantritt erst die zweite Afroamerikanerin sowie die erste Person mit indischen Wurzeln im US-Senat. Zudem war sie bei Vereidigung eine von drei Afroamerikanern im Senat, gemeinsam mit ihrem Parteikollegen Cory Booker aus New Jersey und dem Republikaner Tim Scott aus South Carolina. Im Senat gehört Harris den Ausschüssen für Haushalt (Budget), Umwelt (Environment and Public Works), Heimatschutz (Homeland Security) und Geheimdienste (Intelligence) an.

Schon unmittelbar nach der Wahl kündigte Harris an, sich an die Spitze der Opposition gegen die Einwanderungspolitik des neu gewählten US-Präsidenten Donald Trump stellen zu wollen. Die von Präsident Trump Ende Januar 2017 erlassene Executive Order 13769 für ein Einreiseverbot von Personen aus bestimmten muslimisch geprägten Ländern kritisierte sie scharf und nannte es unvereinbar mit amerikanischen Werten. Unter anderem sprach sie beim Women’s March on Washington Anfang 2017.

Als Kritikerin der Trump-Regierung geriet Harris im Juni 2017 in die landesweiten Schlagzeilen, nachdem sie dem stellvertretenden Justizminister Rod Rosenstein während einer Senatsanhörung Fragen bezüglich Trumps Entlassung von FBI-Direktor James Comey stellte. Die republikanischen Senatoren Richard Burr und John McCain hatten Harris unterbrochen und gebeten, ihre Fragen höflicher zu stellen. Daraufhin meldeten sich jedoch demokratische Senatskollegen zu Wort und führten an, bei eigenen Fragen ähnlicher Qualität nicht unterbrochen worden zu sein. Einige Demokraten nahmen dies auch zum Anlass, dem Ausschussvorsitzenden Burr Sexismus vorzuwerfen, nachdem er Harris auch während der Befragung von Justizminister Jeff Sessions unterbrochen hatte.[9]

Im August 2017 kündigte Harris an, einen Gesetzentwurf ihres Kollegen Bernie Sanders zu unterstützen, der eine allgemeine staatliche Krankenversicherung vorsieht. Angesichts der republikanischen Kongressmehrheit handelte es sich jedoch mehr um einen symbolischen Akt. Harris stimmte zudem, wie alle ihrer demokratischen Kollegen, gegen die von Präsident Trump forcierte Abschaffung von Obamacare, die letztlich an einer Gruppe republikanischer Abweichler im Senat scheiterte.[10]

Seit ihrer Wahl in den Senat wurde Harris von einigen US-Medien immer wieder als potentielle Präsidentschaftskandidatin der Demokraten ins Spiel gebracht. Bei einem Interview im Juni 2018 erklärte Harris, sie schließe eine Kandidatur nicht kategorisch aus. Derzeit sei es aber noch zu früh für konkrete Pläne.[11] Im Vorfeld der Midterm-Wahlen 2018 absolvierte Harris im gesamten Land Wahlkampf-Auftritte für demokratische Bewerber. In Kalifornien unterstützte sie vor allem die erfolgreichen Kandidaturen von Gavin Newsom als Gouverneur und Eleni Kounalakis als Vizegouverneurin.

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kamala Harris und ihr Ehemann Douglas Emhoff während eines Besuch bei der Gedenkstätte Yad Vashem (2017)

Kamala Harris ist seit August 2014 mit dem Bezirks-Staatsanwalt Douglas Emhoff verheiratet. In den 1990er-Jahren lebte sie in einer Lebensgemeinschaft mit dem Politiker Willie Brown.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kamala Harris – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Biografie auf der Website des Attorney General Büros (englisch)
  2. Kamala Harris Re-Elected As California Attorney General, Huffington Post, 5. November 2014 (englisch)
  3. Loretta Lynch, Federal Prosecutor, Will Be Nominated for Attorney General, The New York Times, 7. November 2014 (englisch)
  4. Gavin Newsom to Run for California Governor in 2018, Bloomberg.com, 11. Februar 2015 (englisch)
  5. Kamala Harris to run for Boxer’s Senate seat, Washington Post, 13. Januar 2015
  6. Elizabeth Warren endorses, raises money for Kamala Harris, Politico, 14. Januar 2015 (englisch)
  7. California Gov. Jerry Brown backs Kamala Harris for U.S. Senate, Los Angeles Times, 31. Mai 2016 (englisch)
  8. U.S. Senate Primary results (Memento des Originals vom 5. November 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/vote.sos.ca.gov, California Secretary of State (englisch)
  9. Harris Reminded to Be Respectful During Intel Hearing, USNews, 7. Juni 2017 (englisch)
  10. Sen. Kamala Harris backs Bernie Sanders’s single-payer bill, Washington Post, 31. August 2017 (englisch)
  11. Kamala Harris on 2020 presidential bid: ‘I’m not ruling it out’, The Hill, 25. Juni 2018 (englisch)
  12. Kamala Harris married in Santa Barbara ceremony, Sacramento Bee, 23. August 2014 (englisch)