Kamilari

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Ortsgemeinschaft Kamilari
Τοπική Κοινότητα Καμηλαρίου (Καμηλάρι)
Kamilari (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat Griechenland
Region Kreta
Regionalbezirk Iraklio
Gemeinde Festos
Gemeindebezirk Tymbaki
Geographische Koordinaten 35° 2′ N, 24° 47′ OKoordinaten: 35° 2′ N, 24° 47′ O
Höhe ü. d. M. 110 m
Fläche 10,128 km²
Einwohner 550 (2011[1])
Bevölkerungsdichte 54,30 Ew./km²

Kamilari (griechisch Καμηλάρι (n. sg.)) ist eine Ortsgemeinschaft auf der Insel Kreta. Sie liegt drei Kilometer südwestlich der Ausgrabungsstätte von Phaistos und gehört als Teil des Gemeindebezirks Tymbaki zur Gemeinde Festos.

Das Dorf Kamilari[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptort liegt auf den drei Hügeln Evgora, Goulas und Alevrota und überblickt die Messara-Ebene. Der Ortsteil Metochi liegt nördlich unterhalb in der Ebene, hier soll einst der Seher Epimenides gelebt haben. Haupteinnahmequelle der 379 Einwohner ist der Tourismus. Der Name des Ortes leitet sich von dem byzantinischen Wort Kamilaris (‚Kamelreiter‘, ‚Kameltreiber‘) ab.

Siedlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Ortschaft Kamilari gehören noch die Dörfer

Tholos-Grab[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf einem Hügel in der Flurmark Gligori Korphi ein Kilometer nördlich von Kamilari befindet sich ein minoischer Friedhof. Hier fand man neben einfacheren Gräbern, zwei Tholos-Gräber, wovon eines in schlechtem Erhaltungszustand vorgefunden wurde.[2] Sehenswert ist das gut erhaltene Tholos-Grab mit einem inneren Durchmesser von 7,65 Metern.[3] Es wurde 1957 von dem italienischen Archäologen Doro Levi ausgegraben. Das Grab wurde in der Älteren Palastzeit (Mittelminoisch I B) um 1900 v. Chr. errichtet und zunächst bis Mittelminoisch II verwendet. In der Nachpalastzeit (Spätminoisch III A) wurde das Grab erneut verwendet.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor dem Eingang zum Grab befand sich ein gepflasterter Vorhof von dem man in einen Korridor gelangte. Zu beiden Seiten des Korridors befanden sich insgesamt vier Räume, die dem Totenkult und als Beinhaus dienten. Von Osten durch einen niedrigen Eingang, der mit der noch vor Ort befindlichen Steinplatte verschlossen werden konnte, betrat man den Tholos. Hier wurden die Leichname der Verstorbenen abgelegt. War der Körper vollständig zerfallen wurden die Knochen ins Beinhaus gebracht, um Platz für weitere Begräbnisse zu schaffen.

Funde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der bedeutendste Fund ist ein Tonmodell, das wahrscheinlich vier verstorbene Personen darstellt, denen Opfer dargebracht werden und Einblick in den Totenkult der Minoer gewährt. Außerdem wurden zwei weitere Tonmodelle gefunden, eines zeigt vier Tänzer bei einem Kreisreigen, das andere zwei Priesterinnen an einem Opfertisch. Des Weiteren fand man einen Terrakotta-Sarkophag, Keramik, Siegel und Schmuck.[4][5]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ergebnisse der Volkszählung 2011 beim Nationalen Statistischen Dienst Griechenlands (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Memento vom 27. Juni 2015 im Internet Archive) (Excel-Dokument, 2,6 MB)
  2. Siegfried Lauffer (Hrsg.), Griechenland, Lexikon der historischen Stätten., Augsburg 1999, ISBN 3-8289-4144-3, S. 299
  3. Hans-Günter Buchholz, Vassos Karageorghis: Altägäis und Altkypros. Tübingen 1971, ISBN 3 8030 1000 4, S. 40
  4. Klaus Gallas: Kreta, DuMont Kunst-Reiseführer. Köln 1988, ISBN 3-7701-1729-8, S. 31, 118, 122 und 124.
  5. Eberhard Fohrer: Kreta. Erlangen 2009, ISBN 978-3-89953-453-5, S. 252