Kammerstein

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Dieser Artikel beschreibt die deutsche Gemeinde Kammerstein. Für die gleichnamigen Burgen siehe Burg Kammerstein
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kammerstein
Kammerstein
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kammerstein hervorgehoben
Koordinaten: 49° 18′ N, 10° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Roth
Höhe: 410 m ü. NHN
Fläche: 37,11 km²
Einwohner: 2898 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91126
Vorwahlen: 09122, 09178, 09871
Kfz-Kennzeichen: RH, HIP
Gemeindeschlüssel: 09 5 76 128
Gemeindegliederung: 16 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfstr. 10
91126 Kammerstein
Webpräsenz: www.kammerstein.de
Bürgermeister: Walter Schnell (FW)
Lage der Gemeinde Kammerstein im Landkreis Roth
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Über dieses Bild
Kammerstein von Westen

Kammerstein ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Roth.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kammerstein liegt fünf Kilometer südwestlich von Schwabach unterhalb eines westlichen Ausläufers des Heidenberges auf eine Höhe von 410 m ü. NN.

Die Gemeinde besteht heute aus 16 Ortsteilen:[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kammerstein findet erstmals 1181 urkundliche Erwähnung und wurde zwischen 1220 und 1230 zum Schutz der Stadt Schwabach und der das Gebiet des Heidenbergs durchziehenden drei Reichsstraßen ausgebaut. Im Jahr 1235, als Kaiser Friedrich II. aus Italien nach Deutschland kam, nennt sich der Reichsministeriale Ramungus (I.) nach der auf königlichem Gut gelegenen Burg KammersteinRamungus de Kamerstein“. Offenbar war diese Burg inzwischen als neuer Sitz für die Verwaltung des Schwabacher Königsguts erbaut worden. 1241 wurde Ramungus Landrichter zu Eger und damit ranggleich mit dem Nürnberger Reichsbutigler. Er starb um 1260 im Alter von etwa 70 Jahren.

Auf einer kleinen Anhöhe (424 m ü. NN) hinterließ er eine bedeutende Reichsburg. Diese hatte durch ihre exponierte Lage eine direkte Sichtverbindung sowohl nach Schwabach, als auch zur Burg Abenberg hin, womit es leicht möglich war, den damals wichtigen Handelsweg von Schwabach nach Windsbach zu kontrollieren. Für 1404 ist als Besitzer der Ritter Hans von Hausen überliefert, der auch Besitzungen in Rittersbach innehatte.[3] 1461 wurde die Burg durch bayerische Truppen zerstört und anschließend nur teilweise wieder aufgebaut. Der markgräfliche Pfleger verlegte seinen Amtssitz wieder nach Schwabach zurück. Kammerstein diente den Markgrafen nur noch kurze Zeit als Jagdsitz in den ausgedehnten Waldungen um den Heidenberg, bis Schloss Ratibor in Roth fertiggestellt war. Nach weiteren Zerstörungen wurde die Burg nicht mehr instandgesetzt und verfiel immer mehr, der Dreißigjährige Krieg gab ihr den Rest. Aus der Ruine wurden die Steine herausgebrochen und am Nordhang des Bergs wurde ein Steinbruch angelegt. Als der noch stehende, inzwischen von einem Blitz beschädigte Bergfried diesem im Wege stand, entschloss sich die Regierung in Ansbach 1782 unter Christian Friedrich Karl-Alexander, nach dem heute die FAU benannt ist, für deren Abbruch, um die weitere Nutzung des Steinbruchs nicht zu stören. Auch wenn heute fast alle Spuren verschwunden sind, sind an einigen Stellen noch Fundamente erhalten. Das Wissen darüber beruht hauptsächlich auf spärlichen alten Federzeichnungen und Überlieferungen.[4] Bestehen blieben lediglich der Friedhof mit der ehemaligen Schloßkapelle östlich. Kammerstein gehörte zum 1792 von Preußen erworbenen Fürstentum Ansbach, das ab 1500 im Fränkischen Reichskreis lag. Als Teil des Fürstentums fiel der Ort im Pariser Vertrag (Februar 1806) durch Tausch wieder zurück an das Königreich Bayern.

Im bayerischen Urkataster von 1808 sind in Kammerstein 26 Gehöfte verzeichnet, die jeweils ihre eigene Scholle bewirtschafteten.[5] Die Burg war bereits vollständig abgegangen.

Im Jahr 1875 wurde die Schreibweise der Gemeinde Cammerstein amtlich in Kammerstein geändert.[6]

Am 1. Januar 1972 wurde ein Teil der aufgelösten Gemeinde Günzersreuth eingegliedert.[6] Am 1. Mai 1978[7] kamen die Gemeinden Barthelmesaurach und Volkersgau dazu. Letztere war am 20. Februar 1960 aus Gebietsteilen der ehemaligen Gemeinde Unterreichenbach gebildet worden und hatte am 9. Juni 1960 amtlich den Namen Volkersgau erhalten.[6]

Am 24. November 2002 haben Bürgermeister Walter Schnell und Vertreter der Kirchen eine offizielle moralische Rehabilitation der als Hexe verurteilten Ottilia Kuenin aus Kammerstein ausgesprochen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus von Kammerstein
Wahlbeteiligung: 67,6 %
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30
20
10
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49,9 %
32,2 %
18,0 %
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Der Gemeinderat besteht aus 14 Mitgliedern:

Bürgermeister ist derzeit: Walter Schnell (Freie Wähler)

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kammerstein unterhält seit dem 17. Mai 1986 eine Gemeindepartnerschaft zur Comune Quinzano, Provinz Brescia in der italienischen Region Venetien.[9]

Am 28. August 2011 wurde mit der Gemeinde Petrovac-Drinić aus Bosnien und Herzegowina eine weitere Partnerschaft gegründet.[9][10]

Bildung, Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aurachbrücke in Barthelmesaurach
St. Bartholomä, Innenansicht
St.-Georgs-Kirche in Kammerstein

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kammerstein und Barthelmesaurach gibt es jeweils eine Volksschule; weiterhin gibt es eine Kindertagesstätte und einen Kinderhort mit Ferienbetreuung.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ev.-Luth. Kirchengemeinde in Kammerstein
  • Ev.-Luth. Kirchengemeinde in Barthelmesaurach

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naherholungsgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staatsforst Heidenberg mit dem Sagenwanderweg (Landschaftsschutzgebiet)[11] und das südlich gelegene fränkische Seenland.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: Gespalten; vorne in Gold ein rotbewehrter schwarzer halber Adler am Spalt, hinten in Silber übereinander drei sechsspeichige rote Räder.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sagenfest Kammerstein: Jährlich finden sich am ersten Maiwochenende zahlreiche Rittergruppen wie auch mittelalterliche Musik- und Tanzgruppen in Kammerstein zum Sagenfest ein. Das Fest leitet seit Jahren die Wandersaison um den Heidenberg ein und wirbt für den Sagenwanderweg, der auf der sog. Ofenplatte beginnt (eine Erhöhung im Wald, auf der auch sonntags der zweite Teil des Sagenfestes stattfindet). Es wird vom evangelischen Pfarrer der Gemeinde im Zusammenspiel mit den Ortspolitikern organisiert und zieht jährlich Tausende von Gästen in die Gemeinde. Seit 2010 stellt das Sagenfest mit seinen verteilten Stationen in Kammerstein, Kühedorf und auf der Ofenplatte insgesamt den größten Mittelaltermarkt Mittelfrankens dar.
  • Kammersteiner Waldmarkt: Von Bedeutung ist auch der Kammersteiner Waldmarkt, der jedes Jahr am Samstag eine Woche vor dem ersten Advent stattfindet. Unter dem Motto „Wald, Winter, Weihnachten“ werden vor allem Produkte aus der Region angeboten. Einheimische Vereine bereichern die Produktpalette der Landwirte und Direktvermarkter vor Ort.
  • von Ende Juni bis Ende August feiern die Ortsteile jeweils ihre Kärwa- oder Feuerwehrfeste mit zahlreichen Brauchtumsveranstaltungen.[12]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 466 führt knapp nördlich an Kammerstein vorbei und mündet in 2,5 km Entfernung an der Anschlussstelle Schwabach-West in die Bundesautobahn 6.

Der öffentliche Personennahverkehr bedient Kammerstein nur sporadisch wochentags mit der Linie 607 nach Schwabach und Spalt hin. Für die weiteren Ortsteile bestehen andere Anbindungen an den ÖPNV.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. bayerische-landesbibliothek-online.de
  3. Ritter von Hausen 1404
  4. Zeichnungen der ehemaligen Burganlage
  5. Kammersteiner Schollen auf Bayernatlas Klassik
  6. a b c Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 568.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 733.
  8. Ergebnisse für einzelne Gemeinden, Landkreise, Regierungsbezirke und Bayern: 576 Landkreis Roth abgerufen auf www.wahlen.bayern.de am 6. März 2014
  9. a b Kommunale Partnerschaften in Bayern: Partnerschaften der Gemeinden abgerufen auf www.stmi.bayern.de am 6. März 2014 (PDF; 56,4 kB)
  10. Fröhliches Lachen und glückliche Gesichter in Petrovac-Drinić abgerufen auf www.nordbayern.de am 6. März 2014
  11. Landschaftsschutzgebiet
  12. Kärwatermine

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kammerstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien