Kammgarnspinnerei Stöhr

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Sichtwerbung am Gebäude der Mitteldeutschen Kammgarnspinnerei in der Zschocherschen Straße (1952)

Die Kammgarnspinnerei Stöhr & Co. AG war ein deutsches Textilunternehmen. Sie war eine der führenden Kammgarnspinnereien in Deutschland. Langjähriges und einflussreiches Aufsichtsratsmitglied war der Widerstandskämpfer Walter Cramer (hingerichtet 1944).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1880 durch Eduard Stöhr als Kammgarnspinnerei Stöhr & Co. KGaA in Kleinzschocher (seit 1891 ein Stadtteil von Leipzig) gegründet. 1893 verlegte die Firma ihren Stammsitz in die Zschochersche Straße in Leipzig-Plagwitz. In den Jahren 1889 und 1902 gründete es Tochterunternehmen in New Jersey und den Sudeten. 1911 übernahm das Unternehmen die Kammgarnspinnerei C. F. Solbrig Söhne AG aus Chemnitz und wurde daraufhin in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Kammgarnspinnerei Gautzsch AG in Gautzsch wurde 1928 übernommen.

Die Hockauf-Initiatorin Margarete Rupp (1953)

Beim Volksentscheid in Sachsen 1946 auf Liste C gesetzt wurde das Unternehmen 1948 als VEB Mitteldeutsche Kammgarnspinnerei (Mika) volkseigen.[1] Im VEB Mika wurde die Arbeiterin Margarete Rupp 1953 Initiatorin der Hockaufbewegung. 1967 erfolgte die Umbenennung in VEB Buntgarnwerke Leipzig.[2] Am 1. Januar 1969 wurden der VEB Leipziger Wollgarnfabrik (ehemals Tittel und Krüger) und der VEB Sächsische Kammgarnspinnerei Coßmannsdorf eingegliedert. Der VEB Buntgarnwerke Leipzig produzierte weiterhin Kammgarne aus Wolle, aber auch aus Chemie- und Mischfasern.[2]

Aktie über 50 DM der Kammgarnspinnerei Stöhr & Co. AG vom Juni 1969

In Westdeutschland liefen bereits 1948 die ersten Spinnmaschinen in gepachteten Räumlichkeiten in Rheydt-Odenkirchen (heute Mönchengladbach) an. Fünf Jahre später wurde mit den Arbeiten an dem Neubau begonnen, der noch heute die Heimat der Stöhr AG darstellt. Über die Jahre wurden immer wieder Unternehmen gegründet, gekauft, wieder verkauft oder mit Tochtergesellschaften verschmolzen. Im Jahr 1976 wurde die Produktion der Kammgarnspinnerei aus der Aktiengesellschaft ausgegliedert und in die neu gegründete Kammgarnspinnerei Stöhr GmbH eingestellt. Sie ist heute die Obergesellschaft für Kammgarn.[3]

Am 1. September 2010 wurde der Betriebsteil Vertrieb „Kammgarn“ an die Südwolle GmbH & Co. KG mit Sitz in Schwaig bei Nürnberg verkauft.[3]

Literatur und Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kammgarnspinnerei Stöhr & Co. AG, Leipzig. Staatsarchiv Leipzig, archiviert vom Original am 16. April 2011; abgerufen am 28. Mai 2013. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.archiv.sachsen.de
  2. a b VEB Buntgarnwerke Leipzig. Staatsarchiv Leipzig, archiviert vom Original am 8. April 2011; abgerufen am 28. Mai 2013. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.archiv.sachsen.de
  3. a b Geschichte der Stöhr AG. (Nicht mehr online verfügbar.) stoehr-ag.de, ehemals im Original; abgerufen am 28. Mai 2013.@1@2Vorlage:Toter Link/www.stoehr-ag.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.