Kanaltunnel Rendsburg

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Kanaltunnel bei Rendsburg 1962
Deutsche Briefmarke von 1970 anlässlich 75 Jahre Nord-Ostsee-Kanal. Abgebildet ist der Kanaltunnel Rendsburg mit einem Passagierschiff.

Der Kanaltunnel Rendsburg ist ein 640 Meter langer vierstreifiger Unterwassertunnel mit zwei Röhren unter dem Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg. Er führt die Bundesstraße 77 von Rendsburg im Norden nach Westerrönfeld im Süden des Kanals.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bauarbeiten am Kanaltunnel Rendsburg begannen am 23. November 1957. Der Tunnel ersetzte die zweite der Rendsburger Drehbrücken und wurde am 25. Juli 1961 eingeweiht. Die Drehbrücke über den Kanal wurde am selben Tage um 14:07 Uhr stillgelegt.

In der Tunnelmitte liegen die Fahrbahnen 20 m unter dem Wasserspiegel. Das Tunnelmittelstück mit einer Länge von 140 m entstand liegend in einer Baugrube südlich des Kanals. Diese Baugrube wird heute als Freibad der Gemeinde Westerrönfeld genutzt.

Am 17. März 1959 wurde das Mittelstück schwimmend in Position gebracht und in die in den Kanalgrund gebaggerte Rinne abgesenkt. Während der Arbeiten wurde der Kanal 70 Stunden für den Schiffsverkehr gesperrt und am 20. März um 3 Uhr wieder freigegeben.

Sanierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sanierung des Tunnels begann im Sommer 2011. Die Oströhre ist seit Sommer 2012 gesperrt. Nach ersten Plänen sollten die Arbeiten an beiden Röhren Ende 2013 abgeschlossen sein und 25 Millionen € kosten. Inzwischen rechnet die Kanalbehörde mit 64 Mio. €.[1] Wegen Schwierigkeiten bei der Verkabelung der Betriebs- und Anlagentechnik ist die Oströhre erst am 1. Oktober 2016 freigegeben worden. Die Sanierung der Weströhre begann Ende Januar 2017[2]. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau geht davon aus, dass die gesamte Tunnelsanierung bis zum Beginn der Bauarbeiten zum Ersatz der Rader Hochbrücke abgeschlossen ist.[3]

Fußgängertunnel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als weiterer Ersatz für die Drehbrücke wurde zwischen 1962 und 1965 ein Fußgängertunnel gebaut.

Die eigentliche Tunnelröhre ist 131 m lang, der Höhenunterschied von ca. 28 m zum Bodenniveau wird mit je zwei Rolltreppen von 55,9 m (Fahrzeit zwei Minuten) und einem Aufzug auf jeder Seite des Kanals überwunden. Dieser Tunnel befindet sich nahe dem Standort der früheren Drehbrücke.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kanaltunnel Rendsburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerd Vogel: Der Fahrzeugtunnel unter dem Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg. Hrsg.: Neubauabteilung „Tunnel Rendsburg“ der Wasser- und Schiffahrtsdirektion Nord im Auftrag des Bundesministers für Verkehr. Kieler Druckerei (64 S., Version aus Anlass der Eröffnung des Straßentunnels und der Umgehungsstraße am 25. Juli 1961 [PDF; 5,2 MB; abgerufen am 1. April 2017] DIN-A5-Broschüre mit 66 Abbildungen, zweisprachig deutsch/englisch, ohne Angabe des Erscheinungsjahres).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "http://www.shz.de/lokales/landeszeitung/kanaltunnel-sanierung-bundesregierung-dementiert-stillstand-id14441941.html"
  2. "http://www.kanaltunnel-rd.de/aktuelles/detail/news/detail/News/baubeginn-in-der-westroehre-des-rendsburger-kanaltunnels/"
  3. "http://www.kanaltunnel-rd.de/aktuelles/detail/news/detail/News/8-info-beirat/"

Koordinaten: 54° 17′ 19,1″ N, 9° 39′ 22″ O