Kanasch

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Stadt
Kanasch
Канаш
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Wolga
Republik Tschuwaschien
Stadtkreis Kanasch
Bürgermeister Rodion Mjasnikow
Gegründet 1891
Frühere Namen Schichrany
Stadt seit 1925
Fläche 18,5 km²
Bevölkerung 45.607 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 2465 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 190 m
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahl (+7) 83533
Postleitzahl 42933x
Kfz-Kennzeichen 21, 121
OKATO 97 407
Website gov.cap.ru/main.asp?govid=61
Geographische Lage
Koordinaten 55° 31′ N, 47° 30′ OKoordinaten: 55° 31′ 0″ N, 47° 30′ 0″ O
Kanasch (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Kanasch (Republik Tschuwaschien)
Red pog.svg
Lage in Tschuwaschien
Liste der Städte in Russland

Kanasch (tschuwaschisch und russisch Кана́ш) ist eine russische Stadt in der Autonomen Republik Tschuwaschien innerhalb des Föderationskreises Wolga mit 45.607 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010).[1] Sie bildet einen eigenständigen Stadtkreis und ist zugleich Verwaltungssitz des gleichnamigen Rajons Kanasch.

Die Stadt liegt am Nordabhang der Wolgahöhen, rund 800 km östlich von Moskau und 70 km südlich der Republikhauptstadt Tscheboksary. Die nächstgelegene Stadt ist Ziwilsk, 38 km nördlich von Kanasch entfernt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtgericht von Kanasch

Kanasch entstand ab 1891 als Stationssiedlung namens Schichrany (Шихраны), die an der 1893 in Betrieb gegangenen Eisenbahnstrecke MoskauSaranskKasan angelegt wurde. Der ursprüngliche Name des Ortes stammte von einem benachbarten Dorf. In den 1910er-Jahren war Schichrany dank dem Bahnhof bereits eine belebter Handelsort mit einer Vielzahl von Lagerhäusern. Aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert sind heute in Kanasch jedoch nur zwei Bauwerke erhalten geblieben: der Wasserturm und die ehemalige Lehrerbildungsanstalt.

1920 wurden sowohl der Bahnhof als auch die Siedlung in Kanasch umbenannt; das tschuwaschische Wort bedeutet „Rat“ bzw. hier in der ideologischen Bedeutung „Sowjet“. In den 1920ern setzte hier mit dem Bau eines Kraftwerks die Industrialisierung ein. 1925 erhielt Kanasch, inzwischen weit über 2000 Einwohner zählend, die Stadtrechte.

Mit der Errichtung einer Eisenbahnverbindung nach Tscheboksary Ende der 1930er-Jahre wurde Kanasch zu einem bedeutenden Eisenbahnknotenpunkt mit einem Bahnhof, der nun mehrere Strecken bediente und daher in den Zeiten des Zweiten Weltkrieges militärische Bedeutung hatte. In der Nachkriegszeit entstanden in Kanasch neue Industriebetriebe und der Bahnhof der Stadt wurde neu erbaut.

1958 kam es zum Flugunfall bei Kanasch.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1939 18.756
1959 33.638
1970 40.682
1979 46.923
1989 54.585
2002 50.593
2010 45.607

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Kanasch

Metallverarbeitung und Maschinenbau sind heute die dominierenden Industriezweige. Daneben existieren ein polymerchemisches Werk sowie Nahrungs- und Genussmittel produzierende Betriebe.

Mit der Lage an der zentralen Bahnstrecke Moskau–Kasan und mehreren anderen Strecken gilt Kanasch bis heute als wichtiger Verkehrsknotenpunkt und „Eisenbahnhauptstadt Tschuwaschiens“. In der Stadt gibt es zudem ein großer Eisenbahnwaggon-Reparaturwerk. Straßenverbindungen bestehen von Kanasch aus unter anderem nach Tscheboksary, Kasan und Uljanowsk.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kanasch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien